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Der Israelit · 1926-03-04 · Heft 10 (4.3.1926) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 10 (4.3.1926)
Date
1926-03-04
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 10 entsprechender Gesetzentwurf wird gegenwärtig vom britischen Kolonialamt erwögen. Eine ständige Kommission wurde eingesetzt, die Unterlägen zu sammeln und Vorschläge zu machen hat. Diese Kommission wird demnächst mit der allgemeinen jüdischen Arbeiterkonföderation (Histadruth), sowie mit anderen Organisationen in Verbindung treten.. Die Forderungen bezüglich einer Steuererleichterung beantwortet die Regierung .dahin, daß sie wohl für die Opposition gegen das gegenwärtige, System des Zehent Verständnis hat,' der Zehent wird durch eine erträglichere Grundsteuer ersetzt» werden, ebenso wird bei. der Steuerbemessung überhaupt aus die Interessen der Industrie und der Landwirtschaft Bedacht genommen werden. Die Regierung geht daran, eine Reform des gesamten Steuersystems durchzuführen. Demnächst wird Sir Ernest Dowson in Jerusalem eintreffen und die RedieMtts in der Durchführung des Resoimplanes unterstützen. Die Regierung wird sich insbesondere die Forderung jener Industrien, die besonders in Palästina entwickelt werden können, angelegen sein lassen. Auf die Förderung nach Bereitstellung von Oed- und Staatsland zu Zwecken einer dichten jüdischen Kolonisation laut der Bestimmung des Mandats erwidert die Regietung: Die Regierung ist wohl laut Mandat verpflichtet, die jüdische Kolonisation nach dieser Richtung zu fördern, aber insoweit dies dem Recht und der Billigkeit entspricht. Die Regierung regt landwirtschaftliche Reformen an und fördert die Intensivierung der Landwirtschaft im ganzen Lande. Was die Forderung nach Einstellung von Juden im Zivil- und im öffentlichen Sicherheitsdienst in entsprechendem Verhältnis, sowie Schaffung von Bedingungen, die eine solche Einstellung ermöglichen, betrifft, so weist die Regierung auf ihre Beantwortung der Frage betreffend die proportionelle Beschäftigung jüdischer Arbeiter bei öffentlichen Arbeiten hin. Die Forderung nach Aushebung der Beschränkungen für jüdische Einwanderung und Uebergabe der Aufsicht über die Einwanderung an die Jewish Agency beantwortet die Regierung dahin, daß sie nicht die Absicht hat, die gegenwärtige Ordnung bezüglich der Einwanderungskontrolle abzuschaffen; sie erklärt, aber, daß sie in ihrer Kontrolle über die Einwanderung keineswegs diq diesbezüglichen jüdischen Forderungen außer acht läßt. Was die Forderungen nach voller Gleichberechtigung der hebräischen Sprache in den Regierungs- und Stadtämtern, nach Erleichterung der Einbürgerungsformalitäten für jüdische Landesbewohner laut Mandatsbestimmung, nach Gleichberechtigung der jüdischen Frauen im zivilen, politischen und ökonomischen Leben durch ein entsprechendes Landesgesetz betrifft, so ist darauf zu er-- widern: diese Postulats werden im Einklang mit den finanziellen und den anderen Verhältnissen des Landes durchgeführt werden- Der palästinensische Order in Touncil bezüglich bsr Einbürgerung ist bereits veröffentlicht und tORTl) WfTMl cs ersorf, erlich ./Jöändert werden. Die Fragen bezüglich Autonomie des jüdischen Schulwesens und die Rechte der jüdischen Arbeit bei Vergebung öffentlicher Arbeiten sind durch die Beantwortung der Fragen 1 und 2 erledigt. Bezüglich der Eisenbahn- und Zolltarife teilt die Regierung mit, daß die Transportsähe im Vergleich zu denen in anderen Ländern nicht als übermäßig hoch anzusehen sind. Doch verspricht die Regierung, der Angelegenheit ihre Aufmerksamkeit zu widmen. Die Aguda-Delegation bei Präsident Coolidge Washington, 23. Februar. Wie ein Privattelegramm meldet, empfing Präsid ent Co olid ge im Weißen Hause eine Abordnung der Weltorganisation Agudas Jis^ r o el, bestehend aus Herrn Jacob R p se n h eim und dem Leiter der Agudaorganisation in Amerika, Rabbiner Dr. Leo Jung. Die beiden Herren wurden dem Präsidenten dürch das Mitglied des - Repräsentantenhauses Hoffstaetter vorgestellt, der Mitglied des Komitees des amerikanischen Keren Hajischuw ist. Herr Jacob Rosenheim informierte den Präsidenten über Organisation und Ziele der Agudas Jisroel und erläuterte insbesondere den Zweck des Keren Hajischuw. Der Empfang war ein überaus herzlicher. Herr Jacob Rosenheim tritt Donnerstag den 4. März feine Rückreise an. Der I s r a e 1 i t Personalien. Friedberg (Oberhessen), 2. März. Herr Lehrer E h r m a n n begeht dieser Tage seinen s i e b zig st e n G e b u r t s t a g. Ehrmann t[t. weit über seinen engen Wirkungskreis" .hinaus als Mann.. vyn großem Thora- und profanem Wissen bekannt und hat diesen reichen Wissensschatz viele Jahrzehnte in den Dienst der Jügendbildung gestellt. Unzählige dankbare Schüler sind für ihren Lehrer im Wunsche vereint: -mp nm Köln, 28. Febr. Mit Ende dieses Schuljahres blickt Herr Seminarstudienrat Gut,auf eine 25jährige segensreiche Tätigkeit als Dozent am hiesigen Lehrerseminar zurück. Aus diesem Anlaß beabsichtigen seine zahlreichen ehemaligen und jetzigen Schüler zu Ehren des Jubilars eine voraussichtlich nnisa statt,indende Feier zu veranstalten. Soweit die in Betracht kommenden Herren keine besondere Einladung erhalten, werden sie gebeten, sich mit Herrn Dr. G o l d m a n n , Köln, Gilbachstr. 25, in Verbindung zu sehen. Die Feier soll gleichzeitig "zu einer gemütlichen Zusammenkunft ehemaliger Kölner Gegoök'ö ' - Ä Schmitten im Kaunas, 1. März, ülm Samstag üsLstarb nach kurzer Krankheit der allbekannte Restaurateur des jüdischen Hotels m Schmitten, Hermann Strauß, im Alter von 73 Jahren. Die Kunde vom Tode dieses braven, prächtigen Menschen und echten Jehudi wird bei v.ielen, die des öfteren gern unter dem schützenden Dache Vater Strauß's ihre Erholung genossen, Bestürzung und Teilnahme auslösen, Vater des Hauses .war , Strauß, nicht nur Restaurateur im gewöhnlichen Sinne des Wortes, und lieber rLFeund all seinen Gasten, denen die Tage der. Erholung so angenehm wie nur möglich zu machen ihm keine geschäftliche Angelegenheit, sondern Herzenssache war. Dabei war er ein echter Jehudi von altem Schrot und Korn, der auch die Kehilla zusammenhielt. Er war es, der in der kleinen Gemeinde für Minjan sorgte, Koscherfleisch beschaffte, und lange Jahre hindurch stand er in der lehrerlosen kleinen Gemeinde am Vorbeterpulte, sofern keine Auswärtigen oder gar Frankfurter da waren, von denen er wußte, daß sie. es besser konnten. Gemeinsam, mit seiner ebenso gearteten' Frau, die ihm vor drei Jahren in den Tod vorausgegangen iist, erzog er feine, Kinder, in gleichem Sinne, und von diesem Geiste -der Frömmigkeitder Tüchtigkeit und Arbeitsfreude, nicht zuletztder warmen jüdischen Gastfreundschaft, wird, das Haus, jetzt von Sohn und Tochter geleitet, noch weiter beseelt sein. Die Bestattung fand Montag auf dem Friedhof zu Schmitten statt. Söhne. Töchter und Schwiegersöhne mitsamt vier Enkelkindern, die alle im Geiste des Vaters und Großvaters wandeln, umstanden trauernd die Bahre. Möge ihnen allen Trost werden. rrasjn Hamburg, 25. Febr. Auf einer Echolungsreise im fernen Süden ist dieser Tage der Begründer und Verleger des „Israelitischen Familienblattes", Mar.Leß? mann, nach kaum zweitägiger Krankheit gestorben. Mar Leßmann begann seine Verlagstätigkeit in Hamburg im Jahre 1887. Rach, der Herausgabe von Zeitschriften lokalen Charakters gründete er im Jahre 1899 das „Israelitische Familienblatt". Breslau, 25. Febr. Frau Klara Gluskinos, geb. Falk, begeht am 4. März in vollster körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag. Der rühmlich bekannten Familie Falk aus- Breslaü-Dyhrenfurt entftammenb, hält sie die Tradition des, Elternhauses hoch und heilig. Ihr tiefes, festbegründetes Gottvertrauen ist bewundernswert. MrL?. ganze-' Lebensaufgabe ist eine fortgesetzte . Ausübung ..-von .und rrm?'. Ihre uTtexgeitiüii%tsc, jeiBfttöfe' imb rübrige Art und Weise bei Ausüdrrng Wr f--n-6blisss«ihMn wird überall sanft bar. anerkannt. . Ihre Kinder .-: roanbeln alle streng itt den Wegen der Tauroh und Mizwaus. Die Jubilarin ist auch lehrend, tätig, und für. die überaus güte und durchgreifende Belehrung sind ihr ihre Enkel dankbar. Möge es der Jubilarin vergönnt sein, im Kreise ihrer engeren Familie und der Allgemeinheit noch recht lange zum Segen zu wirken. mp .nkow- Lübeck, 24. Febr. Am Montag, den 1. März d. I. beging in Lübeck das Ehepaar Israel Sternfeld und Frau in körperlicher und geistiger Frische das seltene Fest der diamantenen Hochzeit. - Herr Sternfeld lebte bis Sommer 1921 in Baden-Baden, um dann hierher zu öinem Sohne überzusiedeln. Er gehörte in Baden-Baden zu den Gründern - der Jüdischen 'Gemeinde, war eine Stütze der Orthodorie und erfreute sich dort wie hier größten Ansehens und allgemeiner Beliebtheit. . Herr Sternfeld nimmt trotz seines hohen Alters noch heute den regsten Anteil an allen Angelegenheiten der Gemeinde. Themar, ,24. Febr... Am 16. März ,t?s feiert der verdienstvolle Lehrer a: D. Meier Mayer mit seiner Ehefrau Karöline geb.' Eisenfresser, das 60jährige Ehejubiläum. Herr Mayer wirkte in den Gemeinden Qberthülba, Giebelstadt pnd 47 . Jahre in Schnaittach. Sein Lehen, gründet sich .aufüonvib-'M und rrrnn nw Zehn- Kinder, viele Enkelkinder, Verwandte und Freunde, zahlreiche ehemalige Schüler und Schülerinnen werden - es ich nicht nehmen lassen, das hochgeachtete Jubelpaar an diesem seltenen. Feste zu ehren. Herr Mayer ist bet Senior des jüdischen Lehrervereins für Bayern. Ant Jomkippur hat der greise Herr noch in ganz, erhebender Weise das Schächrithgebet verrichtet. Wüstenfachsen (Rhön), 23/ Febr.. Unser ältestes Gemeindemitglied, Herr Hirsch G o l d, feiert am 4. März einen 8 8. G e b u r t s t a g. Herr Gold erfreut sich voller geistiger und körperlicher. Gesundheit. p*w. 4*. März--19^6 Dqs, Bezirksrabbinat in.Gailingen.- Endlich ist der Stein.ins. Rollen gekommen, nachdem die Ällgemeinheit auf die eminente Ge,ahr der Auflösung des Bezirksräbbinates in Gailingen, für die Erhaltung des konservativen Judentums -im Oberland aufmerksam gemacht' wurde/ . - Es -ist einfach , .eine- .in keiner Weifezu rechtfertigende Tatsache, daß Per Oberrat von zwei örthödoXen.Bezirksräbhinaten in Earlingen und Mosbach eines einfach durch Äösttmmüüg in mangelhaft besuchter -Sitzung .auflöst - und-, ohne Be-- ftagen der 'Gemeinden diese Konstanz zuteilt. Nachdem durch Petition dem- Oberrat . wiederholt das Unmögliche dieses Aktes d'argelegt worden ist,' sieht man . sich gezwungen, die Flucht ' in"'Me Oeffentlichkeit zu ' ergreifen. Es ist keine Gehässigkeit dem Oberrat gegenüber, denn ehrenamtliche Tätigkeit muß . heute hoch eingeschatzt werden. .Nichtsdestoweniger -muß eine notige. Kritik-doch entsetzen. Das Mitglied des.Oberrats. Herr Prof. LevN m. SfMBura, auf wölchm Vas Iudenwm stolz M Mf, tritt für - alle religiöfe-n Fragen lebhaft ein. ebMso hat derselbe für dre Erhaltung des. Bezirksräbbinates in Gailingen wie ein Löwe gekämpft, n.ur fst. es nicht -jedermanns Sache, Pies in der,Oefsentlichke.it breitzuschlagen. Nicht weniger darf chan auch anderen Herren beß .Oberrats für ihre wärme 'Unterstützung dankbar fein.- Der Oberrat ist nun bereit, einem anzüsteklenden Privatrabbiner-eine Subvention, zu bewilligen, jedoch eine tüchtige Kraft, .die hier, nur allein in Betracht komylen könnte, wrrd nur unter Uebernahme des Bezrrksrabbinates auf längere Dauereine Stelle auf dem Lande annehmU, denn dre Betätigung ist ja-viel schwieriger als m der Stadt. Diese. Stellen sind nicht für' Repräsentation geschaffen, sondern zur Erhaltung de's religiösen Lebens. Der Oberrat wrrd..seine.! Gründe haben, aber überzeugend können diese niemals wirken.' Mün kann es nicht verstehen, warum gerade Konstanz vom Oberrät so verhätschelt wird. Dasselbe ist der Fall mit der Zuteilung von Singen nach . Konstanz, hierüber .ein anderes Mal. Es wäre jedenfalls für manche Angelegenheit nur förderlich, wenn auch ein Landbewohner als Mitglied dem Oberrat angehören würde. Denn nicht allein die badische Orthodorie muß in- Baden mobil gemacht werden, um das Unrecht der Ä-Wfü^g des orthodoxen Bezirksrabbinates in Gailingen wieder gutzumachen.Neiy, wo Orthodore sich noch befinden, müssen sie sich/züsammenscharen, um durch Proteste dem Oberrät zu zeigen, däß er hier einen falschen Weg beschritten hat und dieses Entschlusses;itte froh werden wird. Die eminente Gefahr, die. dem Judentums droht, wird heute noch nicht scharf genug in allen ihren Folgen erfaßt. Von Konstanz bis Mannheim kein orthodörer Rabbiner! Wenn dies Wirklichkeit wird, so kann das badische Judentum und mit ihm die gesamte Orthodorie an seiner . Zukunft verzweifeln; mögen nun. die Großen in Israel /ihre Stimmen erheben. M/ . „Gut erhqltene Thoraxolleit". Es erscheint kaum^ eme Hummer Ihres , gesch, Blatties, in der sich nicht .1—2. Angebote. . befinden. über den Verkauf „gut erhaltener Sifre^ Thoras". Daß aN mich als alten Sofer unb Buchhändlerhäufig derartige Angebote herantreten;, bedarf kaum .der Erwähnung.- Ich fühle mich, aber verpflichtet,- der Orffentlichkeit meine Erfahrung, zu unterbreiten ,daß/ derartige Sefoxim fast ausnahmslos poful find. Die Angebote stammen in der Nkgkl -von SlssgMM TtMüMü, m die 1—2 MenfHenaller ober - mnh > längere Zeit ihren Mf lrgen Zweck, erfüllt haben., Die MrU U-.1otal uSge° prungen oder doch mindestens .abgeblaßt, von Löchern und Falten im Pergament will ich schon gar nicht reden, da dies bei unsachgemäßer Behandlung nach 'langjährtgem Stehen ohne Benutzung nicht ausbleiben^ kann. In der Regel .ist, sowohl Käufer .als aych. .Perkäufer-pom besten Willen beseelt.,, Der Käufer. braucht Mittel, zur Unterhaltung verlassener Grabstätten, ' der Verkaufet braucht ein Sefer- und -ist' in heutiger- Zeit gezÄÜng'eti, dies so billig als möglich -zuerreichen.. Es Ntuß -'-abkt drtngend gewarnt werden,-, derartige. -heilige .Gegenstände von Hand zu Hand ^ehey.zu lassen, ohne daß das Sefex zuvor von einem gewissenhaften Sofer auf Brauchbärkeit und Haltbarkeit geprüft' wotden ist, sonst'begeht der Verkäufer ungewollt die große Awe.ro -iir dw» und über Käufer hat sein Geld pmsonst, ausgegebey, wenn ihin bet der geringsten Reparatur, . die nicht ausbleiben. sayn, vom Sofer die Mgen'geöffnet werden/Die Herrichtüngskosten zuzüglich Kaufpreis betrügen üübedingt mehr;-'al^ er > für den' Kauf des besten Sefers'! anzulegen nötig hätte. Ich will -durchaus nicht, pro. domo reden- ,wie^/es den Anschein haben köfinte» und weise ausdrücklich.darauf hin, daß alle jüdischen JnstituLtonen, Agudäs Jisroef, die Freie Deremigung' vNd' ,;Der Israelit" süßer inir auch dte Adressen anderer bewährter--SvftiM-in Deutschland nachzuweisen bereit..sind.. Drurn nnt emsr kaust.w.on Latenhand, keine sogenannten, „guterhaltenen" . Sefer Thäuros. oder alte Megillos ufw. ' ' Gr.. , Drackfehlerberichtigung. . In das Purimgedicht „Funk-Heil" haben sich Druck- 'ehler eingenistet. So,z. B. muß . ep in der 5. Strophe anstatt „Fädchen" heißen: „Fäden" als Reim auf „Reden".

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