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Der Israelit · 1926-02-18 · Heft 8 (18.2.1926) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 8 (18.2.1926)
Date
1926-02-18
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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18. Februar 1926 2. e r 3 s rae l i t Nr. 8 Seite S liefern wir einen eleganten Kneifer mit Gläsern, Double ohne Fassung, der eigens für Nase und Gesichtsbilduni hergerichtet wird. Es ist nicht mehr nötig, daß Sie sich mit schlechtpässenden Gläsern, falsch und schief sitzenden Kneifern.behelfen, die Augen dadurch vernachlässigen und schädigen. Besprechen Sie sich mit unseren Fachleuten ohne Kaufverpflichtung, wir beraten Sie gut und bedienen Sie sehr preiswert. Lieferung für alle Kassen. Orthozentrische Kneifer-Gesellschaft* Opernplatz. Für die Reise Feldstecher, Operngläser von 20.— Mk, an. Schutzbrillen und Kneifer in allen Färber. Voraussichtlich wird eine weitere Veranstaltung des guren. Eine Reihe erlesener Gelehrter und Rabbiner in Deutschland ist ostjüdischen Ursprungs. Nicht Unsauberkeit, sondern sittliche Größe bringen diese Juden in unsere Gemeinschaft. Wir wollen eine lebendige jüdische Erziehung und Pflege der hebräischen Sprache. Unsere Kinder sollen Jesaja ebenso wie Bialik (?) verstehen. Unsere Wohlfahrtspflege muß von dem Geist der Solidarität aller Juden getragen sein. Der nächste Redner, Herr Abraham L o e b, beschäftigte sich mit der ungeheuren Notlage unter den deutschen Juden, die das Leben der Gemeinde bedrohen. Die zahlreichen Selbstmorde von Juden geben aber auch in anderer Hinsicht zu denken. Sie beweisen, daß eine fortgeschrittene Liberalisierung die Judenheit innerlich entjudet hat. Wir wollen den guten jüdischen Geist wecken. Prof. Dr. Heinrich L o e w e geht von der Statistik aus, nach der sich zwischen 1819 und 1890 etwa 100 000 Juden taufen ließen. Das ist die Frucht des dogmatischen Liberalismus und der Feindschaft zur j ü di sch e n S chü l e. Es gibt in Berlin Gemeindeschulen, wo 90 bis 95 Prozent der Kinder jüdisch sind. Die Behörden wollten diese Schulen in jüdische umwandeln, in der Gemeinde aber wurde die Angelegenheit hintertrieben. Die Staats- und Gemeindeschulen in Deutschland sind christlich-religiös. Das j ü - dische Kind gehört in die jüdische relig i ö s e S ch u l e. Nun aber fehlt es an jüdischen Lehrern. Es sprachen noch die Herren W. La tz k y - B e rth o ld i und Dr. Kolenscher, letzterer speziell über die Politik im Landesverband und in der jüdischen Gemeinde. Die dogmatische Einstellung hemme überall den Fortschritt. Interpellation. Berlin. 8. Februar. ' Me FMltwn vcr Mvischrn in der Reprösentantenverfammlung der 'Berliner .Jüdischen Gemeinde folgende Interpellation eingebracht: ' „Nach stenographischen Aufzeichnungen hat der Prediger der Berliner Nesormgemeittde, Dr. Karl R 0 senil) a l, in Duisburg in öffentlicher jüdischer Versammlung folgende Ausführungen gemacht: „Durch den überaus starken Zuzug von Ostjuden ist eine gewisse Atmosphäre von Unsauberkeii und Unreinlichkeit in das deutsche Judentum hineingekommen. Wir wollen unsere Jugend nicht einem Milieu ausgeantwortet wissen, in dem dieses Element eines Tages von ausschlaggebender Bedeutung sein könnte." Wir sehen davon ab, daß diese Aeußerungen in erschreckendem Maße einen Grad von Lieblosigkeit und mangelndem Gerechtigkeitsgefühl zeigen, der sonst erfreulicherweise bei jüdischen Religionslehrern sich niemals gefunden hat. Durch seine Ausführungen hat aber der Redner Zehntausende Berliner jüdische Gemeindemitglieder, die Ostjuden sind oder von ostjüdischen Eltern stammen, aufs schärfste verleumdet und zwar in Ausdrücken, die an die gröblichsten antisemitischen Verunglimpfungen anklingen. Der Redner bezieht von der Berliner Jüdischen Gemeinde Gehalt, er ist als Religionslehrer innerhalb derselben tätig. Wir fragen den Gemeindevorstand an, welche Schritte er zu unternehmen gedenkt, um die Ehre und Würde der jüdischen Gemeinde und ihrer Mitglieder in ihrer Gesamtheit zu wahren, und darüber hinaus zu verhindern, daß ostjüdische Kinder einem Lehrer anvertraut werden, der ihre Eltern beschimpft und daß überhaupt jüdische Kinder in diesem Geist der Intoleranz erzögen werden, der jeder jüdischreligiösen Auffassung Höhn spricht." Wochenkalender. vom 21— 27. Februar. 1926. / vom 6.—13. Adar 6686 -$j?<XTXXlS±Cl'g 20 6 nposn Sonntag 21 7 Montag 22 8 Dienstag 23 9 Mittwoch 24 10 ■' Donnerstag 25 11 cnpi» inox myn Freitag 26 12 Samstag 27 imn 13 ii27 r.sns Die erwähnten Ausführungen hat Herr Dr. Rosenthal in einer Versammlung in Duisburg gemacht, die von einem Teil der' Duisburger Gemeindemitglieder einberufen worden war, um gegen den Beschluß der Gemeinde, eine jüdische Schule zu gründen, zu protestieren. Geringe Aussichten für eine jüdische Ein- Wanderung in, Spanien. Berlin, 27. Januar. Das Berliner Emigrationsdirektorium hat an die Jüdische Gemeinde in Barcelona eine Anfrage betreffend Einwanderungsmöglichkeiten in Spanien gerichtet. Vom Präsidenten dieser einzigen jüdischen Gemeinde Spaniens ist nun das folgende in deutscher Sprache abgefaßte Antwortschreiben eingelaufen: „Daß bei Ihnen Interesse für die Einwanderung in Spanien besteht, begreifen wir wohl. Es ist anzunehmen, daß ein gewisses romantisches Motiv dabei mitspielt, denn irgendein materiell zureichender Grund ist kaum vorhanden. In Spänien gibt es außer unserer eigenen keine Gemeinde von irgendwelcher Bedeutung. Die unsrige besteht mit ihren etwa 95 Mitgliedern zu 80 Prozent aus sephardischen Elementen, die der Krieg hierher verschlagen hat und die in bescheidenen Verhältnissen leben. Auch die etwa'20 bis 30 hier ansässigen Ost- und anderen Juden haben alle noch schwer zu kämpfen. Die wenigen Leute, die neuankommenden Glaubensgenossen behilflich sein können, tun in dieser Beziehung das Möglichste. Während des Krieges mußte zeitweilig die Hilfe des „Joint" angerufen werden. Damals war die Zahl der Juden aus den verschiedensten Ländern beträchtlich. Der allergrößte Teil hat hier keinen Boden fassen können, und Spanien hat sich demnach als ein für MW dinmariDoror Mzlkly ungunfilgcr Llmn srroiefen. £>te ^urüdgeMte&enerr sind, wie A^sügt, göklllg an Zahl und hauptsächlich spaniolischen Ursprungs. Diese sprechen einen spanischen Dialekt und passen sich dem Lande und den Verhältnissen sehr schnell an. Anders ist es um die Juden aus Polen und Rußland bestellt, von denen nur solche Fuß gefaßt haben, die schon in Frankreich oder anderen westlichen Ländern gelebt haben» Eine Einwanderungsmöglichkeit besteht tatsächlich nur für sephardische Juden." Jüdische Wohlfahrtspflege in der Rheinprovinz. Trier, 4. Februar. Am Sonntag, den 10. Januar veranstaltete der Verband für jüdische Wohlfahrtspflege eine größere Sitzung für den Regierungsbezirk Trier und das durch die Verhältnisse vernachlässigte Saargebiet. Anwesend waren Vertreter zahlreicher Gemeinden und Vereine aus der Eifel und Moselgegend. Das Säargebiet selbst war leider schwächer vertreten. Nach Begrüßung durch den Vorsitzenden der Trierer Gemeinde, Herrn Löwenstein, ergriff der Vorsitzende des Provinzialverbandes, Herr B. Feilchenfeld, das Wort, um in einem längeren Referat die Aufgaben der zentralisierten Wohlfahrtspflege für die Provinz zu zeigen. In der anschließenden Diskussion, an der sich die Herren L ö b , Oberrabbiner Dr. Altman n und Kaufmann beteiligten, wurde die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Gemeinden und Vereine betont. Die Gemeinden Schweich und Wittlich beklagten sich sehr über die übermäßige Durchwanderung. Nach weiterer Diskussion, in der sich Herr Oherrabbiner Dr. Altmann, Trier, sehr lebhaft für Gründung von Arbeitsnachweisen und Mitarbeit der Jugend einsetzt, bat er, eine Resolution anzunehmen, in der sich die anwesenden Vertreter für die Arbeit des Verbandes bei ihren Gemeinden und Organisationen einsetzen sollten. Dr. Salomon vom Jugendverein Trier wünscht ebenfalls, sehr stark die MitctrteU her Sugenb. ß/ine IPSitfF? ^d?rfdmmlurig in eicoe( bie ble Brie des Niedsrrheins umfassen sollte) war überraschend gut besucht. Der Vorsitzenden des Frauenvereins Cleve, Frau Neugeboren, war es gelungen, die verschiedenen Gemeinden und Vereine für die Arbeit des Verbandes zu interessieren. Frau Dr. Eschelbacher, Düsseldorf, und der Geschäftsführer des Verbandes. Herr Hefter, hatten die Referate übernommen. Aachen in Aachen stattfinden. Die zweite polnische Rabbinerkonferenz. (Bon unserem Korrespondenten.) ' Warschau, 12. Februar. Unter dem Worte „Rabbinerkonferenz" ist man geneigt/ eine zufällige, inprovisierte Tagung zu verstehen, welche sehr oft hie und da einberufen wird zwecks Lösung eines bestimmten in die Sphäre des religiösen Gebietes fallenden Fragenkomplexes. Im gegebenen Falle handelt es sich um eine Tagung, die einen ganz anderen Charakter trägt. Die Rabbinerkonferenz, die eben in Warschau im Saale des jüdischen Gemeinderates vom 8. bis 11. Febr. tagte, war die zweite Allgemeine Versammlung der Mitglieder des Rabbinerverbandes, welcher im Jahre 1921 auf Grund eines vom Innenministerium ..genehmigten Statuts begründet wurde. Die Bedeutung oieser Konferenz ist dadurch nicht geringer. Ganz im Gegenteil. Ihre Autorität und das Gewicht ihrer Beschlüsse ist umso größer, als sie eine Organisation darstellt, die im Maße der äußeren Ausdehnung und der inneren Konsolidierung an Kraft und Einfluß gewinnt. Es unterliegt keinem Zweifel, daß diese Organisation berufen ist, in der Geschichte des Judentums in Polen eine höchst wichtige. Rolle zu spielen. Als Illustration der großen Bedeutung, die schon heute seitens der maßgebenden Stelle dem Verbünde, beigemessen wird, kann die Tatsache dienen, daß der Kultusminister St. Grabski den Ministerialrat Adalberg delegierte, den Beratungen beizuwohnen, um — wie sich der Ministerialrat in seiner Begrüßungsrede ausdrückte — zu AuliMk m MBiner näösr rennen zu remen und ihre Meinungen in den die jüdischen betreffenden Angelegenheiten verwerten zu können. Der Verband zählt gegenwärtig 500 Mitglieder. An der Konferenz beteiligten sich etwa 360, der überwiegende Teil aus Kongretzpolen, die Randgebietefind ziemlich stark, am wenigsten Galizien vertreten. Die Tagung wurde am 8. Februar, 6 Uhr abends, vom .Präsidenten der Leitung, Rabbiner Lipschütz aus Kalifch, mit einer anderthalbstündigen Rede eröffnet. Bei einer feierlichen Stimmung im großen Saale, der kaum die versammelten Delegierten und Gäste fassen konnte, begann der ehrwürdige' Rabbiner: „In einer überaus schweren, kritischen Zeit kommen wir zusammen, um über unsere Angelegenheiten zu beraten. Aber unsere Angelegenheiten sind eben die des Klal Jisroel." In einer ausführlichen Rede berührte Rabbiner Lipschütz verschiedene Fragen wie die ökonomische und geistige Lage der jüdischen Bevölkerung in Polen im allgemeinen und speziell der Rabbiner, die Beziehungen der Behörden, das Verhältnis der polnischen Presse und Gesellschaft zu. den Juden usw. Zum Schluß entwickelte er das Programm des Verbandes. Die erste Sitzung war ausschließlich den Begrüßungsreden der verschiedenen Körperschaften gewidmet. Als erster begrüßte im Namen des Kultusministers Ministerialrat Adalberg. Er betonte in seiner Rede, daß der Minister aus dem Standpunkt stehe, daß die jüdische Gemeinde vor allem eine religiöse Institution sei. Der Minister strebt nach Lösung der verschiedenen oft sehr komplizierten Probleme. Besonders liegen ihm am Herzen die materiellen Schwierigkeiten, mit denen die Rabbiner zu kämpfen haben. Es folgte dann die Begrüßung des Dep. Kirschbraun im Namen des neuerwählten Gemeinderates. Es ist kein Zufall — sagte Dep. Kirschbraun — daß meine erste Tat als Präses des Warschauer Rates die Begrüßung der Rabbiner ist. Die Vorsehung fügte es und ich betrachte es als Symbol und Fingerzeig für meine weitere Arbeit, Es begrüßten ferner im Namen des jüdischen Sejmklubs Dep. Farbstein, der Agudas Jisroel Großrabbiner Leiner aus Radzin, des Misrachi der Cechanower Raw, des Warschauer Rabbinats Rabbiner Michelsohn, des Generalrabbinats der polnischen Armee Oberst Dr. Mieses. Letzterer erinnerte an die jüngste durch Dep. Kirschbraun erwirkte Verordnung des Kriegsministers betreffs

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