Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 5 (28.1.1926)
- Date
- 1926-01-28
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Dr. Leo Cahm üVer'-dM ThMa „Aus der'Praxis des Jehudi" mit nachhaltigem Eindruck.. AmAbend war man gemütlich zusammen. .... . - Luzern. Sönntag den 17.. Januar hat die hiesige Agudas Jisroel-Ortsgruppe ihre Mitglieder sowie ein weiteres Publikum zu einem äußerst lehrreichen Vorträg in die. Pension Rosenblatt geladen. Nach einer kurzen Er- Sj^nitngsanj'prac^e-tmrci^ der, SSereinJfffffj] vfVffT” NavdMkt Brom ergriff der Referent, Herr. Dr. Ascher, Bex. eine anerkannte Autorität in der Gelehrtenwelt, das Wort. Mit der. Gründlichkeit und dem Scharfblick des gewandten Forschers führt er uns in die Geheimnisse der Natur ein. und zeigt uns das „Wunderbare im Alltäglichen". So-erkennen wir mit Staunen die mit mathe- , mathifcher. Präzision gleichbleibende Gesetzmäßigkeit im Kreislauf der Planeten, welche feit Jahrtausenden mit unfaßbarer Geschwindigkeit dahinsausen. Auch die Mysterien des Weltmeeres, wo, in rdew tiefsten.'Abgründen des Ozeans eine Zauberkraft der Lebewelk sich' ecktfaMt, die unser ^bescheidenes und beschränktes Erkenntnisvermögen niemals vermutet hätte, übertreffen an Mannigfaltigkeit und Farbenpracht der Arten jede kühnste Phantasie. Aber Nicht nur in diesen dunklen Tiefen brausender Gewässer offenbart sich die schöpferische Kraft Gottes, sondern überall, wohin , wir unsere Blicke schweifen lassen, treten uns die Weltwunder göttlicher Macht entgegen. Die äußerst differenzierten Gebilde der Blätter an den Bäumen des Urwaldes, wo kein Blatt.dem anderen gleicht, ober, . um" uns au'(^ *>ort ber ^ooiogte pW täjjeilj der mit feinstem Instinkt ausgefUhrte, bemunverungswürvige Bau eines Vogelnestes, dann die zum Schutze vor Angriffen mit giftigen Nesselzellen ausgestatteten Fangarme der sonst sehr unbeholfenen Polypen, oder die weise Einrichtung der Symbiose und der'Mimikry usw., sind das alles nicht Beweise genug,- daß schon im Protoplasma der Wesen die allumfassende göttliche Kraft die Form der vollständig ausgebildeten Kreatur festgelegt hat und daß die Theorie von der sogenannten Anpassungsfähigkeit an die Natur nur eine leere Hypothese darstellt? Ja, Gottes Allmacht ist gewaltig und unerforfchlich. In den schaurigen Tiefen des Meeres, auf VM M» Mk: m warn unter m glMlMll ©onno DPf Tropen, auf den höchsten Gipfeln tev Bergs, überall treten uns die unfaßbaren Wunder des Universums entgegen und dieses selbst ist nur das Zentrum eines Kreises, dessen Peripherie Unendlichkeit heißt. Und, um mit dem Wort des großen griechischen Philosophen Sokrates zu schließen: „Je mehr wir lernen, desto mehr erkennen wir, wie wenig wir wissen." Das'zahlreich erschienene Auditorium spendete diesen äußerst interessanten Ausführungen langandauernden Beifall. Die Diskussion benützte Herr Dr. med. Robert Guggenheim zu einer kleinen Anfrage. Dem Vorstand der hiesigen Aguda gebührt Dank, daß er dem Luzerner jüdischen Geistesleben, welches diesen Winter fast einzuschlummern schien, durch Veranstaltung dieses populärwissenschaftlichen und religiösen Vortrags wieder neuen Impuls verliehen hat. Buchstab. Vielitz-Biale. Es ist endlich die heißersehnte Zeit gefomitien, töo bte QIgttbcts Qisroet £5rtgertbgxru|>j>e irt 5ßxetijj= [ö'cJa einer v?n § Dahren rcorgantsiett worden ist. Infolgedessen wurde vom „Waad Hasmant" eine Versammlung einberusen. Im hellbeleijchteten Bes- Hamedrasch unter ziemlich großer Beteiligung seitens der Vachurim aus allen Kreisen der Gesellschaft wurde die Versammlung unte Vorsitz des Herrn Eh. B. Wolf mit einer Begrüßungsansprache eröffnete. Die Rede des Herrn Vorsitzenden, welche mit- > n 'irrrdurchsetzt war, machte besten Eindruck auf die Zuhörer. Dann entwickelte Herr Salomon Langer das Programm der Agudas Jisroel, ihre Pflichten und Aufgaben, insbesondere auch die Tätigkeit auf dem Gebiete des Chinuch und die wirtschaftliche Arbeit der Agudas Jisroel darlegend. Herr F. Rapaport zeigte in seinem Referate die große Gefahr, die. dem orthodoxen Judentum, falls es nicht organisiert wird, droht und appellierte an die Versam- Wte«, |icf> in die Reifen Agll-M Direkt gli stkllkN, MMiiem H «lbcrflamm, Sohn ves Malaer Naws N. Aron Halberstamm, begrüßt die Versammelten und .weist an Hand verschiedener Schrift- und Midraschstellen - die Wichtigkeit der Agudas Jisroel nach. Die Wahlen ergeben folgendes Resultat: Vorsitzender Herr Eh. B: Wolf, Pizeporsitzender Herr Salomon Langer, Sekretär die Herren Leih Herziger und F. Rapaport,; Kassierer Herr M. M. Rapaport, .Beiräte die Herren M. HalberstamlN, Eh. Jsenberg, Naftäli Reis, David Rand, .Gal. Weizmann und Rachmiel Küla. Mit einer kurzen Ansprache schloß der Vorsitzende die Versammlung und die Versammelten gingen in gehobener Stimmung unter chassidischen Rekudim auseinander. i iWPli vkst jOi flanuarj fanö Die grftßMMum vts gkwllyttm Wllllds stau. Cs iaurven visls mmm Fragen Üey. lokalen Arbeit, der Agudas Jisraöl-Jugendgruppe in Pielitz-Biala behandelt. Daxauf. wurde eine KommMon. gWähll. M ffliirr _n fMeM MWm in M Mege geleitet:' Da- Jmni-SchiMm allabendlich, 'SchuWqn Äruch-Schjuri,.>je. aA Morgen, S.chgs-Cha-' werim jeden Samstag abend und' js. am Sybbat ausgang.Melowemako,.. ) / ' .. . storrerpsnäenrev * kaedrictzien. ' Die Kämpfe gegen altjüdifche. Ktzhilah. . . / .... . Kowno, 25. Januar. Nach Aufhebung.ider/.offiziellen jüdischen Organe, der letzten Beständteile der 'jüdischen Autonomie, durch die Regierung, ist innerhalb der Gemeinde der. Kampf um die neue Form der Gemeinde entbrannt. Es geht aber in Wahrheit nicht um die äußere Form, sondern die Seele der Kehillah, ihren religiösen Charakter. Die alte Verwaltung klammert sich an den letzten Planken und hat in einer Resolution erklärt, bis auf weiteres im Amte iu BMDßn unD sich als o i ö MMöinWöktkstung. una Zwar die einzige hep Kownoer jüdischen Bevölkerung gu fühlen,, eine von anderer Seite etwa zu gründende religiöse Gemeinde nur als private Gesellschaft anzuerkennen, die keineswegs den Platz der demokratischen und nationalen Gemeinde einnehmen dürfe. Äus einem Aufrufe, der von den ersten Männern. der Kownoer Gemeinde unterzeichnet ist, ergibt sich aber ein ganz anderes Bild von der Stimmung in der jüdischen Bevölkerung. Es heißt darin u. a.: ' - r' ' Die bisherige Kehilah hat die Möglichkeit verloren, weiter zu existieren. Sollte sich aber die sogenannte „weltlich nationale Kehilah" in irgend einer Form aus den bisherigen Grundlagen wieder organisieren, so bleiben unsere religiöse Interessen gesetzlich ausgeschaltet, und die Gefahr bestände', daß sowohl unsere religiösen wie die Wohltätigkeitsinstitutionen und damit pi £>em Untergänge ge llttfii; @6Mätn|c|a|isL{)en uter|au4)l tem Unterannc Dcvwcndct (Roudta^Otiavhen &rhä((liefi in allen Ür-tsgrnppen weiht ist. - E i n e Rettung kann nur die Bildung der religiösen Gemeindeb ringen, die in ihren Ausgabenkreis alle Fragen des Rabbinats, der religiösen Erziehung, des Kaschruth und des Zedokowesens in all seinen Ausstrahlungen hineinbezieht. Die religiöse Kehilah hat keine politischen Ziele und ist nicht Sache einer. Partei. Die Thora gehört dem ganzen Volke und das Volk gehört ihr, und es liegt im Interesse der Selbsterhaltung für j^den Juden, sich der religiösen Kehilah anzuschließen. Alle Juden der Stadt Kowno können als Mitglieder in die religiöse Kehilah ausgenommen werden. Von Zwangssteuer wird abgesehen. Auf der Basis der freiwilligen Beiträge und der freiwilligen Mitarbeit mit Geist «nt> Seele jott die retigip|e gcgriinDet unD Der. 3BißDerauföau des jüdischen Löbens in die Wege geleitet werden. — Die etwa vierzig Unterschriften, u. a. auch Schimon Merkel, Lewin, Schapira, Schereschewski bürgen für den Ernst des Wiuens und auch für den Erfolg des Unternehmens. Die Massen der -jüdischen Bevölkerung wissen bereits zur Genüge: was sie von-der sogenannten demokratischen und nationalen Gemeinde zu erwarten haben. Es soll eine religiöse Einheitsgemeinde in dem Sinne sein, daß eine jüdisch geartete Gemeinde in der Stadt des Rabbi Jzchok Elchonon keinen Platz neben ihr hat. Der palästinensische Wasserkonslikt vor bem £oti~ London» 19. Januar. Der Geheime Rat, bestehend aus dem Kanzler und den Lords Dunedin und Parmoor, beschäftigte sich heute mit einer Berufung des Distriktsgouverneurs des Jerusalem-Jaffa-Distrikts und des Präsidenten der -Jerusalemer Wasserversorgungskommission gegen das Urteil des palästinensischen, Obersten Gerichts vom 25. Juni 1925, laut welchem den Jerusalemer Behörden untersagt ist, die Pewohner von. Urtas zu zwingen, Wasser für Jerusalem herzugeben. ... - - . Eer 0f>er|LIScmmo{i <§lr H?gg MN? «M» öie Verordnung der Jerusalemer Behörden, wonach die Bewohner von Urtas Wasser liefern mußten, stehe keines-- haupt eine Verordnung der Verwaltung, gestützt auf das Mandat, aüfheben konnte. Denn das Jerusalemer Gericht hat in der "Mandät5iistägr/überhaüp1'''nicht /zu -.»urteilen. Lord Dunedin erklärte,, vorläufig herrsche in Jerusalem das Recht der Besatzungsmacht. In diesem Sinne haben die Mändatarmächte das Äandät. vom Vöfkerbünb übernommen. " ' ' 1; . Das Urteil wird demnächst verkündet werden. (ITA.) Aus der jüdischen Stadt. T e t- A wiw,10. Jan. In der Rothschild-Allee wurde dieser Tage, eine-Filiale der größten englischen Bank, B r okl re s Bä nk, eröffnet. Diese Eröffnung ist insofern von eminenter historischer Bedeutung, als damit züm' ersten' Mate eines der' SXÖettljciitjier 'bxe^ btrefien ^e^ie^urigen' 1 zur rein Wischen Stavt llNMWst. TestAwE das nur eine ganz geringe Anzahl von Christen und Mohamme- - danern/beherbergt-und daher, astch, den^ reinM Nationa- '. . listen zu sehr in sich abgeschlossen erscheint, bekommt da- , durch die erste internationale Note. Verdienste für diese . - Gründung hat sich u, a. auch , der jetzt zurückgetretene Bürgermeister D i.s i n g h o f f erworben. An Bankhäufern fehlt es in Tel-Awiw gerade nicht. Es waren deren bisher'-sieben,^die. alle voll zu tpn hatten.. Auch .das neue großzügige englische Bankhaus wird, wie man hofft, groe ßes Arbeitsfeld finden.. v . In Tel-Awiw fand am 6. Januar die Allgerneinc Kon-:' ferenz der Kehilloth statt. Vertreten waren die Stadtver- ' waltungen von Jerusalem, Jaffa, Tel-Awiw, Haifa und sämtliche Kolonien in Judäa und Samaria: Nach einer.?. Begrüßung durch Herrn Dellin im Namen des „Wa'ad/ 5Ä1' MM; Slfffffllf. Rff LMSRMkk. ööü Mi Awiw, Ufisl, De. Wsschitz mb Cha.l»as - über das Verhältnis der Gemeinden züm Oberrabbina't > in Jerusalem, die Fleischabgaben, Schechita und Mazzöth...'- Dr. Waschitz beklagte sich über das Oberrybbinat in Jerusalem, das all die ihm von der. Regierung in die Hand. gelegten Machtbefugnisse unausgenutzt ließ, so daß die ' Verhältnisse in Jerusalem heute chaotischer'seien als am '-erswo. Vom Lokalkomitee der Agudas Jisroel ging bei? . Konferenz ein Schreiben zu, in welchem gesagt wird, daß fiir ben gatE, ba^ btc- Äc^ittoy=^on|crenj m ttrgenb einer ' Form Dem „iffiaaD haleuml" oder Die „Afesath hamw^ charim" anerkennen sollte, sie sich gezwungen sehen würde» - ihren Protest zum öffentlichen. Ausdruck zu bringen. . Von der Jerusalemer Universität. Jerusalem, 19. Januar. Der deutsche Historiker, Professor an der Berliner Universität, Dr. Eduard Ma y e r, hielt heute an der Hebräischen Universität zu Jerusalem eine Vorlesung über die „Legenden und die Anfänge der Geschichte des Volkes Israel". Zahlreiche christliche Gelehrte, sowie Professoren und Studenten der Universität, ferner der deuffche Konsul, wohnten de Vorlesung bei. Dr. Joseph K l a u s n e r gab eine hebräische Uebersetzung des Vortrages. Prof. Mayer toar oor eintigert ^afjren ttPT Mt. - m üMkfk Dieser JTA-Meldung ist für Uneingeweihte hinzuzufügen, daß Prof. Dr. Eduard Mayer in seinen Werken den ganzen T h o r a g e h a l t als Legend e erklärt. In diesem Sinne dürfte er auch über „die Legenden" in Verbindung mit der Anfangsgefchichte des jüdischen Volkes gesprochen haben — vom Katheder der Jerusalemer Universität herab, bei deren Einweihung man auch das rnw iren tps» •>:> mißbraucht hat. IM Ptfstsfihssh 'Konto Gruppenverband der „Agudas Jisroel“ in Deutschland, Halberst^ifl; I I Ni». 189ÖV Berlin.« ’ ' '