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Der Israelit · 1926-01-21 · Heft 4 (21.1.1926) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 4 (21.1.1926)
Date
1926-01-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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S'ifk- 4 Nr. 4 der Gasse nicht mit der Frage entgegen, ob er die „Neunzehn Briefe" studiert, „Choreb" gelesen, den Kommentar gelernt hat, sondern er würde ihn fragen :*y»j?iOB •»*? pios* wie steht es um den Posiuk? Wie stehst du zu den Quellen, zu denen ich in Fortbildung meiner Arbeit in den mir vor meiner Zeit gewiesenen Bahnen, Euch in der zweiten Generation hinauf führen wollte?! Keiner weiß es bester wie Hirsch, daß „ein kundiges Geschlecht gegen alle Spiegelfechterei sophistischer Rhetorik gewappnet ist, nur das unkundige fällt jedem schwatzenden Bäffchen und Käppchen wie einem unfehlbaren Gottesorakel blind anheim" (Ges. Schriften V 331). Und an anderer Stelle: „Mit dem Tage, an welchem unsere Gemeinden der Thorakenntnis den Rücken gekehrt, b e g a n n unsere Krankheit. Mit dem Tage, an welchem die Thorakenntnis wieder im Schoße der Gemeinden Raum gewinnen wird, b e g i n n t die Genesung" (Ges. Schr. I, 259).- Und dennoch soll man Hirsch lesen und lernen! Nach . Maßgabe der Zeit und Verhältnisse und des Kreises, für den heute noch zum Zwecke der Vorbeugung oder der Entgiftung der Heilprozeß nach dieser Methode einsetzen muß. Aber auch den Anderen soll die gelegentliche Hirsch-Lektüre nicht unempfohlen bleiben, und wäre es nur, nn d c v zurückgelegtenWegzuüberschauen. Jungen Leuten auf den höheren Schulen, auch in den Studentenvereinigungen, die den Anstürmen der oft noch mit überlebten Methoden arbeitenden „modernen Wissenschaft" und Kathederweisheit ausgesetzt sind, müssen die „Neunzehn Briefe" im Gewoge der Ideen das Festland jüdischer Weltanschauung zeigen. Wie wichtig es heute noch ist und immer bleiben wird, unseren jungen Töchtern, denen die letzten Quellen nicht erreichbar sind, im Hause und im Vereine den warmen Strom der Mizwokenntnis und der Mizwofreude aus dem „Choreb" zu eröffnen, muß nicht erst erörtert werden. Aus dem Kommentar wird sich aber heute, wie dazumal, jeder, dem an einer Vertiefung des Thorawortes gelegen ist, das tiefere Verständnis des Thoraabschnittes mit dem gleichen Respekte holen, wie er ihn den ältesten und besten hebräischen Kommentaren entgegenbringt. „Wecket die Thora im Volke!" ruft Hirsch. „Es ist euer einziges Heil. Geht zusammen, stiftet Vereine, gründet Anstalten, daß eure Jünglinge, daß eure Männer ihr Leben lang in der Thora wachsen (G. Schr. 1, 260)." Wäre unsere Jugend bereits soweit geweckt, daß sie über der Arbeit in und an der Thora den Weckruf überhört, wer wäre ob dieser E r - . D e.r 8 s r a e 11 : __ ■”* -_, - f ü l l u ng glücklicher als dergrößeWecker selbst, Samson Raphael Hirsch? Nachbemerkung der Redaktion: Der Herr Einsender unterschätzt unseres Erachtens nach der theoretischen Seite den Ewigkeitswert der g efchlos s e n e n , von ein - h e i t l i ch e m Geiste getragenen Hirsch'schen Auffassung des Judentums, nach der praktischen die ungeheure Bedeutung, des Chorebs und der „Schriften" als idealster Mustar-Bücher für die moderne Jugend. Das „Hinauswachsen" über Hirsch beruht manchmal — nicht immer — auf einer Art Ueberschätzung der eigenen geistigen Formkraft gegenüber dem religiösen Lehrstoff. stonestzonäenren « ßacbricbten. Dtutfd»<* Reich t«. & Das erniedrigte Recht. Berlin, 11. Jan. 2er Berliner Rechtsanwalt.Dr. Arthur Brandt teilt in der Zeitung „Montag Morgen" eine Reihe Fälle mit, in denen Berliner Gerichte Urteile und Begründungen aussprachen, die das primitivste Rechtsempfinden verletzen muffen. .Alle diese Fälle — so führt Dr. Brandt aus — werden' noch übertroffen von dem Urteil eines Berliner Gerichts gegen einen Rumänen jüdischen Glaubens, in welchem zu lesen stand: „Der Angeklagte gehört einer Raffe an, die sich die Ausbeutung ihrer Wirtsvölker zur Ausgabe gemacht hat." . Dr. Brandt schließt: „Der Verfasser dieses Urteils hat das wird von jedem pflichtbewußten Richter gleichviel welcher politischen Einstellung empfunden werden — dem Aesehen der Rechtspflege einen schlechten Dienst erwiesen. Man kann nicht schweigen angesichts solcher Urteile, wenn man noch einen Funken von Rechtsgefühl empfindet. Man kann nicht schweigend zufehen, wie gewissenlose Richter ihre Macht zu persönlichen Ausfällen gegen die ihnen mißliebige politische oder religiöse Anschauung des Angeklagten mißbrauchen. Man kann es nicht schweigend hinnehmen, daß das höchste Gut des Volkes mit Füßen getreten wird, daß an die Stelle des Rechtes die schrankenlose Willkür tritt." Fürsorge für jüdische Arbeitslose in Berlin. Berlin, 14. Jan. Die Fraktion der Jüdischen Volkspartei hat in der Repräsentantönversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde den folgenden Antrag (Dr. Klee-Goslar) eingebracht: „Der Gemeindevorstand, wolle angesichts der Hünehwenden Ächeitslöstgkeit üüd der einsetzenben Kalte sofort: die nötigen Maßnahmen ergreifen,um die Nicht mehr ausreichenden Räume des Unterkunftsheimes in: der Wiesenstraße zu erweitern, damit nicht, wie jetzt, eine erhebliche und täglich wachsende Anzahl jüdischer Arbeitsloser gezwungen ist, im Freien zu nächtigen." Weiter bittet die Fraktion, für die . Errichtung vom Wärmehallen und von Arbeitsstuben für jüdische .Er-' werbslose sofort Sorge zu tragen. Die Arbeitsstuben, sollen beschäftigungslosen Männern und Frauen zur Verfügung stehen und möglichst von gewerbetechnisch geschulten Kräften geleitet werden, damit den Erwerbslosem alle nur denkbaren Möglichkeiten erschlossen werden, sich, produktiver Arbeit zu widmen und ihren Unterhalt zu. verdienen. Gegen den Antisemitismus in der deutschen Presse^ “ Berlin, 15. Jan. lieber das Thema „Der Antisemitismus und die deutsche Presse" veranstaltete die Ortsgruppe Berlin des „Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten" am 14. Januar abendsin der Stadthalle eine Versammlung, in der s.ü n f B e r - liner Chefredakteure, die zu den markantesten Erscheinungen der deutschen Journalistik gehören, das Wort ergriffen. Der Riesensaal, seine Galerien und Gänge, waren überfüllt. Als erster Redner sprach der Chefredakteur des „Vorwärts", Dr. Stampfer, der ausführte: „Mit Millionen Kameraden meiner Partei stehe ich zusammen im Kampfe gegen alle Unterdrückung und somit auch in gemeinsamer Abwehrfront gegen den Antisemitismus. Im Schützengraben war von Antisemitismus nichts zu spüren. Dort durften die Juden ihre Pflicht tun. Lag das'vielleicht daran, daß die Herren Antisemiten nicht dort waren? Die Politik, der Antisemiten hat mit' nationaler Vernunft nichts zu tun. Auch diese Welle wird verebben wie die anderen vor ihr. Diesen Kampf führen wir nicht allein um der Juden willen, sondern um des deutschen Vaterlandes willen." Der nächste Redner, der bekannte demokratische und pazifistische Vorkämpfer, Helmuth v. Gerlach, Chefredakteur der „Welt am Montag", warnte vor Optimismus und sagte, fast zwei Drittel der deutschen Presse vergifte das öffentliche Leben iw Deutschland durch antisemitische Lügen und Verleumdungen. Wer die Verhältnisse auf dem flachen Lande kennt, der weiß es, daß die sonst rechtschaffene Bevölkerung antisemitisch verseucht ist, indem die antisemitische Presse, zu welcher auch die zahlreichen und den größten Einfluß ausübenden Kreisblätter gehören, fortwährend Märchen über Juden und Judentum austischt. Es fei zu beklagen, daß sich nicht reiche- Juden finden, die die. gutgesinnte Presse ebenso stützen, wie die reichen Industriellen und Grundbesitzer die antisemitische Presse stützen, um den'Volkszorn von den wahrhaft Schuldigen an der gegenwärtigen Wirtschaftsnot abzulenken. Zu bedauern ist auch, daß gerade die jüdischen griffen, in Deutschland, dieser Tage in Frankfurt a. M. auf. Seine romantische Geschichte wird mit Dokumenten, u. a. einem eigenhändigen Briefe des C h o f e z C h a j i m in allen Teilen bestätigt. Infolge der wirtschaftlichen Notlage in Polen ist er gezwungen, sein Glück anderswo zu versuchen, und ist hiermit dem freundlichen Entgegenkommen aller jüdischen Kreise wärmstens empfohlen. Za, das ist Hebräisch! Von Dr. S. Weinberg. Ich muß es mir versagen, aus die Besprechung von Klatzßins trTiil 7i5Pj?77 im Israelit Nr. Oll näher ewzvoeten. Ich werde vielmehr nur an Hand von Quellen d e ausgewogene Frage, ob K otzkins Termini noch Hebräisch find, zu erörtern suchen. j-nu-Verneinung. K. hat d'eses Wort nicht neu gepräat. ib^V'ii'X negativ. Verneinung. Der gl. 11 '135? pVa von I. Ramberg ui d D- Salkind. 2) Aron Nicomedio: av»n vy und Ehrlich: Mikro kipsci utob Numeri XXIIl.,19. und E eulronom IX /4 D’TjrM» ’;xa mann .Verneint trsin1? mr 1x131 77277X Z^'XI 1X327 ’pkrbv ]U7^2 77277^2 p 1T1 131.1 n\-pi 7>» 7» i*? ‘•nnxt» amw ims 7^22 TTW B¥il Isoliertheit nnm stammt von 112 einsam, dagegen ni^in v»n ^73 trennen, scheiden isolieren, ebensoiVl2lun/P 112 7? DkUlr. XXII/12 kann man schwer! ch nck isoliert , d gegen m iß man 777313) 13277 pV’in pllv' 1117,3 PV1P1 *?3 (11 oder («yua X22) 122 D’V’12 CPianW ’V ,121123 doch nur mit adsonoeru, isolieren übersetzen. 1Y»ai oder uai für .Vorstellung'. Heir S—tz bezieht sich auf Maimonides yi2,l isv obne allerdings näher die Stelle anzuaeben. Ich verweise gerade auf Maimovides Mer'h Newucbim I/b5, wo cs heißt 7aii morn 1277311 rpnm ö3bx ferner auf Ben Jehouda II/9 7 und aus die ausführliche Abhandlung in 7,1121 7>H7> von Sp noz i Sie. H90. UlM-Jdentitöt filmt Ben Jebouda an III/1295. Uebrigens mM. gi,1 .12 — 7,112 7,13'X -71123 t^zw. Klatzkins Ausführungen in 7,112,1 71117, <s-4e. 395 '7,1 .Erl« bnis". Es ist eine schwe-e Form. K ist sich aber besten woh> bewußt, versieht abe^ diesen Ausdruck in 7,121 711171 mit zah'reichem Qu-llenmateriol aus der jüd. patlosopb Literatur d S Mittelalters. Dergl. 71112,1 771171 392, vergl. v'lpvi isv '3. D‘V3D für .Elemente". Die Pluralfmm hat K. keinessulls „willkürlich" gebt! dt. K find die Urguellen des Hebräischen zugänglich, und bedient er sich derselben cm richtigen Ort und. an passend«^ Stelle: 1^X1 übiv.1 1"3I?1 2,12 X1377 2'V3V 1V31X" ."(l"' 7721 12122) 1"31-77X11 1'IX I -2'2N 'pXI :s1 V21X2 2^>iy2 2'77y31 y'3''11277 2'131!?377" 2177 2'B13.1 (N3 ]2 D’OI*? 7111211 7l177y 'S) 2'P2V ."('V1.1 xni^ 1B31 ^37bx) 2'N2V .1x21x2 Ben Fedouda >V. 7^-45 führt eine orößere An^ zam Zillllß aus dm Kutzri an. Die nDne msiMöö B«ys» im mmiBi aeDfauffiBH. , yi'-.Bewußtsejn' ist der Stamm, und es bedarf wadrlich keiner Erwiderung, um zu beweisen, daß SPP nickt oen .ixii, gemindert" wurde. Genau wie b3 von bb3ist 7>l'b2 gebildet; bei den v'!?lS3 bleibt der letzte Buchstabe aus. 7121*.Materials Der T-ilmud bildet von »21 sL»n> Warum soll man also nicht auch von 121 j 21 bilden können, um 121 für Stoff und ^121 für Material zu gebrauchen,? 7,112X2 ais Kategorieen wird häufig in der klassische», Literatur . ezeichnet. Bergt. Maimonide -: 771^2) 77112X2 2X1P' 1VX 2'31^^1 2'3121 1^X7 (9 1^77 2"2211^ JVail »ni: .Dimension'. Die größte Autorität für jüdische Philosophie, Matmonides bedient sich des Terminus pni tm Morch Newochim Ill6. <5>err W. scheint zu übersehen, daß der hebräische Text dee M. N nicht von Maimonides ist. Red) mbn: .Abhängigkeit . K. führt in 7,1121 7,117» Zitate an aus 7'v'3 '2^7711'. 71131: .Bedingth^rt'. Bet diesem Worte gesteht ja K. selbst, daß es sich um eine Neubildung handelt. Ein Gelehrter und Fachmann vom Runge eines Klatzkin ist nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Wissenschaft verpflichtet, die Literatur mit neuen geeigneten Termini zu bereichern. Wochenkalender. vom L3.—.30 Jan >886. vom 8.— ,8 Schebat 5686 Samstag Jan. 23 K3 8 V2V lornimg \u d iHortlag SS 18 Dienstag 26 11 Mittwoch 27 12 Donnerstag 28 13 /srntag 29 14 Samstag 30 15

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