Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 3 (14.1.1926)
- Date
- 1926-01-14
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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?iirg«inwr?OT, \ yerbHgestxömte PuWünh (wAW^ 'zHrWsM Mer Schattierungen;bereinigt^ whr im Sftrrm > Erobert. " -' 7 % . ,V; " ' '. ‘*U ■' , Abends fand ein echter Melüwe Demelkä statt, dem nichts vom dem Fetter und der; Pegeistexung des' osteuropäischen Judentums fehste: '' : .Bei beiden Gelegenheitenschilderte Dr^ Ehrm cm ix in ^uxdertbetr SBetjc bas’ fleibcift‘ ber^'.ögu« MsNWen MDeiler in ©reg Äsrvbl. Es fand ein großer Anschluß von Mitgliedern statt- und man konnte zur Gründung der dritten Filiale der Aguda in Israel in New-York schreiten. Es wurde beschlossen, eine Kolonie der amerikanischen Chassidim in Palästina zu gründen. Die . Neuangekommenen Büchsen des Keren Hajischuv fanden reißenden Absatz. An der Spitze dieser Bewegung steht Mr. Mendel Goldberg. Da chassidrsche Begeisterung nicht leicht verflüchtigt, kann dieser große Erfolg, auch als nachhaltig bezeichnet werden. ‘ Zentralverein, Aguda und — Dr. Simon. In her letzten Nnrnrner der „Jüdischen Nund- ,ergabt ^err 3r. 8rn^ 8!mon, (er Ideologe des neuen Achduth-Konservativismus, feinen Lesern die'Schauergeschichte von einem Bündnis, das die deutsche Agudas Jisroel mit dem Zentralverein angeblich „in voller Absichtlichkeit geschlossen habe und b a u ern d w e i t e r au s b a u e." Als Beweise dafür werden angeführt: Die Mitarbeit der selbständigen Orthodoxie im Zentralverein, die Hat tung des „Israelit", der bei den preußischen ii§ öfaMsiffiffiff m der zionistischen Volkspartei bevorzugte, die ' Empfehlung des unpolitischen wirtschaftlichen Palästinawerkes der Aguda durch die Zentralvereins-Blätter und endlich die auch uns bisher unbekannte erschütternde Tatsache, daß der Zentralverein die Breuersche Broschüre „Das jüdische Nationalheim" in zahlreichen Exemplaren -an seine Vertrauensleute versende. Wir können hierzu erklären, daß dieses angebliche „Bündnis" nur in der überreizten Phantasie des Herrn Dr. Simon besteht. Die Mitarbeit auch solcher orthodoxer Perronncorctren im Zemraloerem, denen ihr Ges wissen weder gestattet, freiwillig Mitglieder einer Reformgemeinde zu fein, noch zionistischen Schekel zu zahlen oder der Loge änzugehören, geht za auf I a h r z e h n t e zurück. Sie ist ebenso wenig auffällig, wie die Zugehörigkeit zum Abwehrverein. Der Zentralverein hat eben von jeher das Ab we h r -Moment in erste Linie ge- ,stellt;- er hatiMie den Ehrgeiz gehabt, eine positive religiöse; Mer 1 weltanschauliche Idee zu verkör- MM:; sondern sich weislich darauf beschränkt, spI.ch<Jvte ress e n zu vertreten, die nun einmal iw den Golusländern aller Juden gemeinsam sind. Die Mitarbeit im Zentralverein nnd im Mköin mlßffloD? ö8i Mifsffiiiteffiui ist dshzv nicht erst von heute und gestern, sondern fett; Jahrzehnten, von bewußtgesetzestreuen' Juden als durchaus erlaubt und darum in gewissem Sinne als Pflicht angesehen worden. Erleichtert wurde und wird diese Mitarbeit durch den wohltuenden menschlichen Anstand, mit dem die führenden Persönlichkeiten des Zentralvereins nicht nur die r e l i g i ö f e n U e b e r z e u g u n - g e h der Orthodoxie, sondern auch die p 0 l i t is ch e n K 0 n s e q u e n z e n dieser Ueberzeugung zu respektieren pflegten. Tik uuttrMMn sich SstzüM Mfsallknv nilyt nur von der raDikal-zivnistischsn Presse, die, wenn es sich um „Agudas Jisroel" als Ganzes oder gar um die unabhängige thoratreue Jüdenheit Deutschlands ooer Ungarns handelt, sofort in wahre Paroxymen des Hasses und der Vernehmung, verfällt, sondern auch von dem jüngsten und hoffnungsvollsten Sproß der streitbaren Achduth-Orthodoxie, Herrn Dr. Ernst Simon. Dieser hegabte junge Mann, der sich beider seit.einiger Zeit berüfssn suhlt, die publizistische Welt mit»seinen äus Uebdrhebung und Lieblösig- •} M e''t*’. 'I? s e%. i: t ...iDTjuiix: feit gMüx<men Kritiken än der OrthödöAä zü erfülleN> wirft gleichzeitig Mitder Zenträlvereins- Phantasie in der „Rundschau" auch in seinem eigenen' Blatte den Führern der ^Agudas" Jisroel" Beschimpfungen an den Kopf, ^die man Nur mit schmerzlichem Bedauern über die entsittlichenden Wirkungen der Achduth-Haß-Bewegung regtf±rteren' Jahtt- 8n Kv. 52 Ws w\jsv««iiP TnsiWie rmr Imr spvndenz aus Jerusalem die Entscheidung des höchsten Gerichtshofes über die Freiheit der Schechita in Palästina. Mit keiner Silbe ist darin den Jaffaer Metzgern, die den äußeren Anlaß zu der Entscheidung gaben, irgendwelche Sympathie ausgedrückt: es wird im Gegenteil, klar ausgesprochen, daß diese Metzger von materiellen Ist? teressen geleitet waren. Es wird in der/Korrespondenz festgestellt, daß durch die Gerichtsent^ scheihung auch der „Waad hoir aschkenasi" jetzt die objektive Möglichkeit habe, die ihm lange .vorenthaltene eigene Schechita einzurichten und. sich so von dem herrschenden Gewissensdruck zu befreien. Alsdann heißt es wörtlich weiter^ . „Ist dies geschehen, dann werden alledings beide Parteien dahin zu wirken suchen müssen, daß die Materie irgenbtx)ie gefetjfzcfj geregelt roirb unb; nur. föfcfye SchLcht 3 oioio o 1 : 1 .! 1 > i > zugelassen werden, die von dem Rahbinat irgend einer organisierten Gemeinde autorisiert sind. Daß. jeder. Metzger sich einen eigenen vniv dingt, , ist natürlich ein unerträglicher Zustand, den auch die orthodoxe Gemeinde nicht wünscht. , , .. ,v. Jedenfalls herrscht in Jerusalemer Aguda-Kreisen ob dieses nach Genf und den Wahlen ganz unverhofften neuen Erfolges in dem großen Befreiungskämpfe der Orthodoxie gehobene Stimmung." Teufel UM, 3 pro 8lüek zu haben bei der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Frankfurt a. M., Büro Töngesgasse 18. Was macht nun Herr Dr. Simon aus dieser Sorc|j)onbenj, bie einerseits tebiglicf^ 3^crt|cic^eri berichtet, andererseits aus eine gesetzliche Regelung der Schechita - Frage unter gleichzeitigerWahrungderGewisse ns frei heit und der Kafchruth-Jnteressen hinwirkt? Er hütet sich davor, die Korrespondenz im Wortlaut wiederzugeben, weil ihm das sein Konzept verdorben hätte. Er dreht und knetet den Bericht vielmehr wie folgt zurecht: Im Gegenteil herrscht bei ihm (d. h. beim „Israelit"! Red.) „gehobene Stimmung" und er behauptet — wir müssen ihm die Verantwortung dafürallerdings überlassen — ein ähnlicher Jubel herrsche auch in den Jerusalemer Agudakreisen. Die Entscheidung des palästiirenritn mnm MM illlmM zimm üm dntfUßi? Düng Der vas NeGk der sonnenfelöschen Wmemös in ich, die Schechiiah selbst ausüben zp, lassen. Sicherlich werde man von 'diesem Recht nun unverzüglich Gebrauch machen, wenn auch nachher der Versuch gemacht werden olle, die Frage gesetzlich zu regeln derart, daß nur solche Schächter zugelassen werden, die vom Rabbinat irgend einer organisierten Gemeinde autorisiert sind. Vorläufig aber, wie gesagt, „gehobene Stimmung"! Die Metzger von Jaffa, die sich um ihre Steuer drücken wollen, als würdige Bundesgenossen „in dem großen Befreiungskämpfe der Orthodoxie". Wir gratulieren von Herzen. Hier sind nicht weniger als vier Entstellungen vollbracht — sicherlich unbewußt, denn rw:w «« r>V>p>^p>23- — Erstens herrscht im Originalbericht nicht bei uns gehobene Stimmig, sondern diese gehobene Stimmung ist uns von unserem Korrespondenten in Jerusalem — wir stellen Herrn Dr. Simon den Brief zur Einsichtnahme in unserer Redaktion zur Verfügung als in Ierusalem tatsächlich herrschend g e m e l d e t worden. . Zweitens führt die Korrespondenz die gehoiene Stimmung nicht auf das Schechita?Urteil als olches zuxück, sondern auf das geradezu wunder- . Me Husästimentreffen der. objektiven Folgen die- ' 9lt. 2 ©eite S . J .... . . I . ... : . f' ..i 1 fes Urteils mit den Exfolgen in Genf und...bei den Wahlen. ' > - Drittens versteckt die Simonsche Wiedergabe das Haupt- und Mitte'lstück der Korxespondenz,. eben d e n W unsch n a ch g e s e tz - l i ch e r R e g e l u n g, in einen mit „wenn auch" eingeleiteten Nebensatz, damit der aufzuhetzende AtHdirth-ösfsr nur bsilsihs nicht tnsrkt,.dctß .ss <sm SnL? gpö?, U mU tw Orthodoxie srievlich zu verständigen. Viertens wird ganz i m G e g e n s a tz z offen kundigen T e n d e.n z derK.o r r e? spondenz, die wiederholt das Ueberraschende des ganzen Vorgangs hervorhebt, dem Leftr vor? getäuscht, der „Israelit" habe die Jaffaer Metzger als w ü r d i g,e V u n d e s genossen in dem großen Befreiungskämpfe der Orthodoxie begrüßt. ' Auf Grund dieser vierfachen UlstärbeituNg 'der tatsächlichen Unterlagen wagt Herr Dr. Simon < alsdann kurzerhand zu erklären, die Behauptung des Gewissensdrucks sei lächerlich, d. h. also doch wohl — erlogen,. (Simnn p>ns wie Rabbi. Chajim Sonnenfeld und sein Vesdin erklären jedem, der es hören will, daß 'sie, nicht' aus Mißtrauen gegest den guten Willen Rabb. Küks, sondern sttit Nücksicht auf bie ganze Kanstmktian bes '' - i!—• . und Verwaltungsapparcus, der Schechlta-JNflttution der Kutschen Gemeinde als solcher keist Her? trauen entgegenbringen können — Herr Dr. Simon in Frankfurt aber hat den traürigen Mut, die Erklärung dieses inri als Lächerlichkeit und Lüge abzutun. Aber noch mehr. Die ganze AgUda- Leitung^ meint es überhaupt nicht ' erstft mit Gott und seiner Thora, sondern , ist eine. Clique von — doch geben wir Mber mm Dr: GimDn firoir Das Wan, pamn er das Denkmal seiner Schande auch hier stoch einmal aufgerichtet finde. Vielleicht führt es ihn auf den Weg der n^iVN' den selbst ein ’Jö ömn man betreten kann. Er schreibt in Sperrdruck: Wann werden endlich die irrege>führten gesetzestreuen Massen einsehen, daß s.ie ihre heiligsten Werte an eine Clique ausgeliefert haben, der die Politik alles ist und die Religion ein Mittel für sie? Ernst Simon. So geschehen in Frankfurt am Main, im dritten Jahre des Helles nach Gründung cher AWUltz. . - «Trennnngsorlhodoxie" nnd Agudas Jisroel. Bon J. A. Mraun in Uraliskava. „Trennungsorthodöxie" ist ein Schlagwort nicht sehr alten Datums. Die Gegner der selbständigen Orthodoxie führen es feit einigen Jahren oft im Munde und verstehen darunter gesetzesfreues Judentum, sobald es sich an einem Orte zur Errichtung oder auch nur zum Schutze bestehender religiöser Institutionen als „Gemeinde itt Israel" konstituiert unb sich nicht bereit zeigt, «nf Wnnffh Vf? jÜVMfN VvlkkS Die religiösen Grundlagen Der Gemeinde den Launen und Verirrungen des „Zeitgeistes" anzupaffen. „Trennungsorthodoxie" ist nach Auffassung derjenigen, die sich vom Geiste des historischen Sinaijudentums lossagen, etwas Schimpfliches; deswegen gebrauchen sie diesen Ausdruck mit Beharrlichkeit gegen die jüdische Gemeinschaft, die daran — festhält. „Trennungsorthodoxie" zu bekämpfen und zu beschimpfen, scheint den Feinden der Thora weniger riskant und erfolgverheißender als schlechtweg — Orthodoxie oder Thoratreue. OBer Die WinziMn kW histsvischs» tums preisgibt, oder mit denen liebäugelt, Die ie preisgeben, wer dem Banner des unentwegten;md bedingungslosen Judentums Treue und Geolgschaft versagt, oder zu denen hält, die ihm untreu werden und neuen Idolen nachjagen, wer i)as Lager des viertausendjährigen, wahren Judentums verläßt und sich denen.anschließt, die ich im Geiste von den Jdealeri des Judentums, von der jüdischen Weltanschauung und bet jübtchen Lebensweise getrennt hqbsp/ ruft „Trennungsorth'odvxie" denjenigen zu, tzie mit allen