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Der Israelit · 1926-01-14 · Heft 3 (14.1.1926) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
67 (1926)
Issue
Heft 3 (14.1.1926)
Date
1926-01-14
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 2 Postscheck - Konto Landesorganisation: Gruppenverband der „Agudas Jisroel“ in Deutschland, Halberstadt: Nr. 18901 Berlin. Lebtznsfäsern am Judentum hängen und gar oft n!t Löwenmut Und Opfern ohnegleichen für die Erhaltung des Judentums — kämpfen. t|i ein befottbers belisbtes Schlagworl in der zionistischen Presse gegen Me Juden/ die aus Liebe und Treue zum Judentum der zionistischen Propaganda Widerstand leisten und sich von all dem was bis jetzt Judentum hieß, — nicht trennen wollen. Deshalb weiß unsere zionistische Presse auf der Hohe ihter Aufgabe als würdige Nachfolgerin der früheren Assimilationspresse für das Festhalten der Orthodoxie am glaubenstreuen Judentum und hre organisatorische Zusammenfassung keine andere Bezeichnung als — Trennungsorthodoxie! Zelbstverstäudltch gilt das gösame slowlMM orthodoxe Judentum bei den zionistischen Verhetzungszeitungen als Urtypus der „Trennungsorthodoxie". Wer nicht Mitglied einer Neologen¬ oder status quo-Gemeinde ist und nicht in das zionistisch-messianische Schallhorn bläst, ist „trennungsorthodox" — ungarischer Provenienz"! All die Hunderte einheitlichen Gemeinden in der Slowakei, Ungarn, Rumänien und Jugoslawien in Orten, wo es eine zweite Gemeinde gar nicht gibt, und die vielen Gemeinden, wo nicht sie, sondern die Neologen (jetzt sind sie fast alle im zionistischen Fahrwasser!) aus der alten Gemeinde ausgetreten find, werden in den zionistischen Zeitungen als „Trennungsgemeinden" betitelt, wenn ihnen der Makel anhastet, auf orthodoxer traditionsmm Basis konstituiert zu sein und ihre K?"- stltution auch gesetzlich gesichert zu haben. — Hum derttausende Juden im Lande leben und wirken im Geiste und nach den Vorschriften der Thora und sind in festgefügten Gemeinden zum Schutze des Judentums vor Abfallsbestrebungen vereinigt; sie sind nach der hetzerischen Theorie unserer Zionisten — „Trennungsorthodoxie". Einige tausend Neujuden bleiben Assimilanten, wie sie ehedem waren, oder werden --Zionisten; sie sind Siegelbewahrer der — Einheit im Judentum! Das ist die Lehre, die unsere zionistischen Zeitungen alle, angefangen von der Bratislawer „Iüd. Volkszeitung" bis tief hinunter zum Munkacfer „Zfido Neplap" als höchste Geistesoffenbarung ihren Lesern verkünden. Agudas Jisroel ist die Weltorganisation des ^fiMungsixguon Tdorusuoeumms., m anerkamttesten geistigen Führer -ss köllgwsm JüDU schen Volkes aller Länder, Männer, deren Namen überall, wo Juden wohnen, verehrungsvoll genannt werden, wahre Gottesfürsten der Thora, stehen an ihrer Spitze. Sie faßt alle Kräfte der Gesamtheit zusammen und organisiert sie zur Ausübung aller Lebensfunktionen der jüdischen TMMMast. Ln Llkllk gllM Judentum hat sie die Thoragettiäßhsit ihrer gesamten Tätigkeit statutarisch gesichert und mittels organisatorischer Maßnahmen (nach menschlicher Voraussicht) für alle Zeiten gewährleistet. Sie will das um das Banner der heiligen Thora gescharte jüdische Volk sein, das historische jüdische Volk organisiert und aktiv in seiner unlöslichen Gebundenheit an Gott und - fein Gesetz. Sie steht in ihrer ganzen jüdischen Geistesrichtüng in kontradiktorischem Gegensatz zum Organisationsprinzip des modernen Zio- .2) e r. 7 s r. a e l i älter nismus, bäs einePräbestmatton des jüdischen Volkes nicht anerkennt. V] Es gibt Zionisten, ganze moderne Zionisten, ganze Menschen mit bewußt gottabgewandter Weltanschauung und einem aufrichtigen Zugehörigkeitsgefühl zur jüdischen Srammesgemeinschaft, die den gewaltigen tiefen Gegensatz zwischen Agudas Jisroel und Zionismus, zwischen dem, was die jüdische Gottesnation war und noch ist. und dem. was sie ihren Wünschen nach sein fÄ, ösutlich fmn. mim MMflen laffkn iir Agudas Jisroel Gerechtigkeit rviderfahrsn; sie finden sich mit der Tatsache schlecht und recht ab und rechnen in ihren politischen und organisatorischen Kombinationen damU, daß das „alte7 jüdische Volk nicht Willens ist, dem modernen thorafremden Nationalismus das Feld zu räumen. Sie sammeln ihre Scharen und rüsten zu einem Kampfe, der ihnen unvermeidlich scheint, zu einem Kämpfe zwischen zwei Welten, dem Endkampfe zwischen Thora und Abfall in Israel. Sie begreifen die Erbitterung der Orthodoxie angesichts der zionistischen Bewegung und fühlen gleich ihr bis gsschichMW Tragik einer itWDtmn „Mstkehr zum Judentum", b!e von den im Judentum Verharrenden nicht anders als eine neue Äeußerungsart des Abfalls vom Judentum gewertet werden kann. Die Agudas Jisroel wiederum, gerade weil sie den Zionismus, die zionistische Idee von der' Entheiligung und Nationalisierung der jüdischen Gemeinschaft, als tiefgreifende geistige Kraft von berückender Wirkung betrachtet, weil sie den Zionismus tief verwurzelt, weiß in dem vom Odem Xfjora nicht beseelten ÖJetfteclebetl der M0- Dernen europäischen Völkrrgememschasten llttd ihn im ganzen nicht etwa nach den Kriechwesen, die sich ihm anheften, sondern nach der Zielsetzung seiner ragenden Geister beurteilt, erblickt in ihm den größten und gefährlichsten Feind, der dem Judentum in unserer Zeit erstehen konnte. Der Zionismus tritt nicht als soziologische oder kulturreformatorische Bewegung in organisatorische Erscheinung; er bietet seinen Anhängern positive praktische Aufgaben, die entweder aus bestimmten politischen Erkenntnissen oder aus nationalen undwirtschaftlichen Notwendigkeiten sich ergeben. Auch die Agudas Jisroel ist nicht zur Bekämpfung der zionistischen Bestrebungen geschaffen worden; sie dankt ihre Entstehung und widmet ihre Kräste den großen, ewigen. UNWllNvelbaren und den geitgkbvrenen positiven QUmeinschaftsaufgaben des jüdischen Volkes, zu deren Lösung die geistigen und materiellen Mittel des einzelnen oder kleinerer Gruppen nicht ausreichen. Die abgrundtiefen gährenden Gegensätze zwischen den beiden Organisationen lauern gewissermaßen im Hintergründe, dort wo bei mächtigen Volksbewegungen dieWeltanschauungen ihren Platz haben, auf den Moment ihres Hervortrittes auf das Kampsfeld. Für die Zeit der Rüstung schaffen die praktischen Tätigkeiten hie und da Berührungspunkte und gemeinsame Interessen. Es tut den Prinzipien der beiden Organisationen .nicht im geringsten Abbruch, wenn wegen der Abgrenzung und der Annäherungslinien solcher Interessengemeinschaft über die offenkundigen Gegensätze hinweg freundnachbarixfy MvhsMungm ößPflDflen umven linD öhöj — eventuell — friebstche VerernbaeuttAStt getroffen werden. Solche Verhandlungen fanden feit Monaten auch zwischen der zionistischen Organisation und Agudas Jisroel bezüglich verschiedener Erez Jisroel-Angelegenheiten statt und sie werden vielleicht zu bestimmten Vereinbarungen führen. Unssn W-ntsühEhisr in Der Slowakei, verstehen jedoch von alldem nichts. Sie wissen vom Zionismus als neue traditionswidrige Auffassung des jüdischen Daseins ebensowenig, wie sie eine Ahnung haben vom alten Geist des Judentums, der sich in der Agudas Jisroel ein geeignetes organisatorisches Ausdrucksmittel geschaffen hat. Ihnen ist Zionismus Nur Vorwand uNd Gelegenheit, ihren Heiß, gegen die Orthodoxie ungehemmt unter die Leute zu 14. Januar, rnn bringest. Und Ägüdas Jisroel.bedeutet für ffb? kürz und scharf — Trennüngsprthödoxie! Aus der Bewegung. Lodz. Auf Grund - eines Referates von Fräulein. S. Mondry aus Mlawa wurde im Anschluß an die Beis Jaätänw-Schule eine Organisation der wei blichen Jugend der Orthodoxie unter dem Namen 'a-iTy» Sun»» jitok nüs ins Leben gerufen. Der sofort' ausgearbeitete Satzungsentwurf ist dem Zentralrat in Warschau zur Bestätigung übersandt worden. Die oberste Settung bet Agudas Jisroet-Mädchenorganisstgyn „(SsxJ1 in Pole» lle^l I« JUllfciR &4? UMM L. Frydensohn, Frau Zeba (Lodz), Frau Ilnger (Tarnow), Frl. Mondry (Mlawä), Frl. Rothschild Krakau), Frl. Kortowsky (Lodz). , Diese. Leitung führt die Geschäfte provisorisch bis zu der demnächst einzuberufenden ersten Konferenz der Mädchengruppe. Lodz. (A. I. P. B). Die Chanukaftiertäge wurden von der Leitung der Bejs-Jäkorv-Bewegung in Lodz zu einer Reihe von Frauenversammlungen würdig und erfolgreich ausgenützt. Newyork. (A. I. P. B.). Die Bildung eines Komitees der Palästina-Zentrale in Amerika ist im Zuge. Prominente Grotzkaufleute, wie Josef H. Cohen, William Fischmann. Henry D. Weil, Selig Schwarzschild führen öie AngelMKUil unter Lkiwns D «5^«****- NewyotÜ (A.J.P.B,). Astt 5>rerten Chanuka-Abend hat im „Jewish Centre" der 86. Straße eine Soiree zu Ehren Dr. Ehrmanns stattgefünden. Eine gewählte, distinguierte . Gesellschaft hörte die Ausführungen, und Anregungen des Gastes mit großem Interesse an, nachdem Dr, Leo Jung die Einleitungsrede gehalten hat. Amstcrdam. (A. I. P. B.). Seitens der Ortsgruppe Haag ist in der letzten Woche eine Broschüre „Die Macht der Idee" durch . Herrn Dr. E. Jtalie veröffentlicht worden, worin der Verfasser in klarer Auseinandersetzung die Prinzipien des Agudisnms und des Nationalismus, wie derselbe von Zionisten und Misrachisten propagiert and in bet ^Btaxis' gebraucht wird, einer Amsterdam. (A. I. P. B.). Am Mittwoch den 29. Kislew wurde in Amsterdam seitens der Agudas Jrsroel- Jugendorganifaiion eine Damenversammlung 'abgehalten zwecks Gründung einer Mädchengruppe. Fräulein Esther Halpern, die. Präsidentin, begrüßte die Anwesenden, besonders die Vertreter des Landesverbandes, der Orts- und Jugendgruppe. Dann ergriff Rabbiner Saarlouis das Wort und in einer warmen Ansprache machte dieser dem Auditorium klar, wie den jungen Damen die Verpflichtung obliegt für die Ausrechterhaltung des wahren Judentums Sorge zu tragen. Alle Anwesenden wurden «ufgefordert, als Mitglieder beizutreten, und in der %at fyatte der Redner dep erfreulichen Erfolg, daß ca. sechzig junge Damen der Mädchengruppe noch im Lause der Versammlung bei- Newyork. (A. I. P. B.). Die Anwesenheit von Dr. Ehrmann, Direktor der Pa'.ästinazentrale der Agudas JisiM, Md von 'Der gejairmn > ausführlichen Artileln begrüßt. Cs ist bisher Herrn D-. Ehrmann gelungen, weite Kreise für die wirtschaftlichen Unternehmungen und kolonisatorische Arbeit der Palästinazentrale zu interessieren. Newyork. (A. I. P. B.). Am dritten Chanuka-Abend hat in der großen Synagoge in der Norfolkstreet ein von der Zeire Agudas Jisroel von Newyork veranstalteter Empfangsabend stattgefunden, an welchem au 2500 Personen teilgenommen haben. Die Männerabtei^ lung und Frauengalerie waren überfüllt. Rabbi Ml E. Molk eröffnete den Abend mit einer temperamentvollen Rede, in welcher er die Ziele und das Wesen der Aguda zeichnete. Der würdige Raw der Gemeinde, Rabbi Kahane, sprach hierauf Aber die Bedeutung des Chanukalichtes. Ihm folgte die englische Rede des Rabbi Dr. Jung, der die Tätigkeit der Aguda besprach. Redakteur Hirsch sprach über die Aufgaben der Orthodoxie in Amerika. Nun ergriff Dr. Ehrmann, stürmisch begrüßt, das Wort, um seine Eindrücke und Tätigkeit in Crez Jisroel zu schildern. Eine Fülle schöner Gedanken und MagrSus wschsslts bie sachliche Darstellung der Veriab mb «h m Minum zu wiederholten Bei,allsstürmen hin. Als erstes stchtbäkSK Zeichen des Eindruckes dieser Rede überreichte der Präses der Jugendgruppe, Mr. Fogel, Herrn Dr. Ehrmann einen Scheck auf 1000 Dollar für eine Kolonie der Aguda in Emek Jisroel. Die Kantoren Schorr und Schromm verschönten die ungemein eindrucksvolle Feier mit gesanglichen Vorträgen. Der Abend darf als ein großer Sieg der Aguda-Jdee bezeichnet werden. Dcrwcndef Hguda>OTtarken . * tvkütil ii I n al (eb Öp bg ruppcn.

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