Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 3 (14.1.1926)
- Date
- 1926-01-14
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 2 rvohin sie aus Den LündernverBeVrückung flüchten können. Diesen Brüdern den Weg zu zeigen,-sie zu:, organisieren, daß sie aus den Trümmern ihrer Habe sich in Erez Jisroel eine bescheidene Existenz gründen, ist eine wichtige Aufgabe der AguöaS Jisroel. Das Instrument dazu ist der Keren Hajafchuv". Es ist brss basjentge .£5nj’if±M±j ^kstittiitil ift, alle jene zu vereinig^,' Die am Äufbau Erez Jisroels, im Seifte ber Th.au ro und iur im Geiste der Thauro Interesse haben. Cm diesem Institute wollen sich alle schaffenden Geister und alle materiell leistungsfähigen Kräfte verbinden, urN mit geringstem Aufwand das Größtmöglichste zu leisten. ' Jeder Jude, der für Erez Jisroel und für unsere bedrückten Brüder Herz hat, muß hier Mitarbeiten um das begonnene Werk: Bodenkauf, Einwanderung, Besiedlung fortzuführen und gedeihlich zum Abschluß zu bringen. Werk an Werk muß sich reihen, bis Erez Jisroel eine jüdische Bevölkerung haben wird, der es materiell gut geht und die dabei im Geiste des altererbten Judentums lebt und Gott und seinem Volke Ehre macht. M All«! SK MW WM Pi «ji ganz kurzer Zeit eingesetzt und. schon viel Ersprießliches geleistet. . Dies beweist uns, daß derselbe zielbewußt und richtig arbeitet und daß die Unterstützung aller nötig ist, um wirklich großes für unser Land und Volk zu erzielen. Von der BelhJacob^vewegmgund OGR MMschSN NäiHengruppen. Die an dem Krakauer Lehrerinnenseminar des Keren Hathora tätige Frl. Betty Rotschild aus Zürich hiKt sich auf der Durchreise am Chanuka in Wien auf und hat dort einem Vertreter der „Jüdischen Presse" folgende Mitteilungen über den Stand der Beth-Jakob-Bewegung gemacht: Ich habe mich in die Verhältnisse in Polen überaus rasch eingelebt. Die hervorragende Intelligenz und die starke Willenskraft der Führer der Beth-Jakob-Bewegung haben es mir leicht gemacht, an dem großen Werk der Veth-Jakobümim mitzuaMiten, Meine Hauptarbeit gilt der neuerrichteten Beth-Jakob-Lehrerinnenbildüngsanstalt in Krakau. Frau Sara Schenierer hat ja immer für einen Lehrerinnennächwuchs gesorgt, aber von einer entsprechenden Ausbildung der Lehrerinnen konnte bisher keine Rede sein. Erst der Robower Ferienkurs hat die richtigen Ansätze zu einer erfolgreichen Ausbildung von Lehrerinnen geschaffen. Die momentane Ausbildung der Lehrerinnen findet auf Grund jener pädagogischen Grundsätze statt, welche erfahrene Pädagogen wie Dr. Leo Deutschländer, Dr. Ernst Ehrentreu u. a. »ausgestellt häbsn, Zurzsit tmrb rtrt ber ßef>rerirr= %n IWftfvm in 32 WvchLllfMnr den Tefilah, Chumefch, Nach, Mkdük, jüdische Geschichte, Palästinakunde^ polnische Sprache, Pädagogik, Psychologie und Methodik unterrichtet.. Der Lehrkörper besteht derzeit aus Frau Sara Schenierer, Fräu^in Günzik und Fräulein Hirsch und meiner Wenigkeit. Die Schülerinnen, deren Zahl 30 beträgt, essen und wohnen in der Anstalt. Die Kosten der Lehrerinnenbildungsanstalt betragen monatlich 200 Dollar. Die Geldaufbringung ist die Sorge eines Kuratoriums, das sich aus fol- . v 3 * r a. M t t ‘ * V«LL«:t.t e-r l ' K-'fV 'V jV’'"' ■■ •‘‘(''■ft' V\" gendstt Herren zufammensetzt: Senator Deutscher^ M. Läufer, A. Schapira und Panzer-- Äks fach-, , liche Beraterinnen 'stehen, dem.Kuratorium Orau^ Sara Schenierer, für die fachliche-- Äusbichüng der Lehrerinnen Fräulein Schereinfkä sowie' ich zur Verfügung. Die Lehretinnen genießen nämlich auch eine' fachliche Ausbildung (Nähen, Sticken, Modistenschule). Praktische Uebung gs- Kinllkn Die üiOraniffirniiDiDatfH m Mr Jakob-Schule in Kr-akäu. Diese Uebungsschule hat eine große Bedeutung, da wir fetzt fest entschlossen sind, keine Lehrerinnen in die Provinz gehen zu lassen, bevor wir nicht die Ueberzeugung gewonnen haben, daß sie theoretisch und praktisch ihr Fach versteht. Wir haben mehrere Lehrerinnen., die von früher her nicht genügend ausgebildet waren, zurückberufen und sie verhalten, düs Versäumte nachzuholen. Wir wollen jetzt Einbringen, was in der raschen Arbeit der Grünoüngsjahre versäumt worden ist. Damals ist die Bewegung so rasch vorwärts gekommen, daß es unmöglich war, die enorme Nachfrage zu befriedigen. Da es sich aber gezeigt hat, daß es nicht gut war, an die Schulen Lehrerinnen zu schicken, die/ihre Aufgabe trotz des besten Willens auf die Dauer nicht befriedigend lösen tonnten,fo sind um MI M ffljipffSR, M uni M ausgebildeten Lehrerinnen das wunderbare Schülermaterial anzuvertrauen, das sich überall in unseren Schulen meldet. Wir legen jetzt auch aus die fachliche Ausbildung einen großen Wert, so daß unsere Lehrerinnen den Schülerinnen in den Beth-Jakob-Schulen Nicht nur theoretische Kenntnisse, sondern auch Fertigkeiten im Nähen, Sticken und in der Modistenarbeit beibringen? Mit Rücksicht auf die unaussprechliche Not weiter Schichten H fegißfc Arbeit, die die Velh-Jakob-Schulen hier leisten. Ich habe bereits Gelegenheit gehabt, mehrere Schulen in der Provinz zu besuchen. Sie arbeiten durchweg ausgezeichnet. Die große Wirtschaftskrise har es mit sich gebracht, daß man einige dieser Schulen durch Zusammenlegung von Klassen und durch Abbau und'Austausch der Lehrerinnen sanieren prußte. Aber, im großen und ganzen sind diese Schulen so fest verankert in dem jüdischen Bewußtsein der orthodoxen Bevölkerung, daß es nicht zu befürchten ist, daß sie infolge der anbauernben flDCf) WC* jentmjev eingeschränkt werden müßten. Besonders unterstützen die Chafsidim-Rabbis und die Gemeinderabbiner unsere Schulen. Ich habe selbst Gelegenheit gehabt, zu beobachten, daß selbst dort, wo einige chassidische Richtungen sich der Aguda gegenüber ablehnend verhalten, die Beth-Jakob- Schulen von ihnen unterstützt werden. So ist zum Beispiel in Sosnowice mit hervorragender Beteiligung der Radomfker ChaffidiiN (der Radomsker Rebbe selbst wohnt in Sosnowice) die Beth-Jakob-Schule gegründet worden. . Diese Sympathie für die Beth-Jakob-Schulen ist leicht erklärlich. Es ist geradezu unfaßbar, welche Um- ««lgMg Mmm lm mmmmimn mm Der juDlföjßn Frau in Pol^n hab^n. Frau Sara Schenierer, die Gründerin, hat einen Geist in diese Schulen hineingetragen, der auch den strengestn Anforderungen entsprechen muß. Die Schülerinnen fasten an jedem Erew Rosch- Chodesch und gehen an Slichotagen schon zur mitternächtlichen Zeit in die Schul. Daß sie bei ihrer Kleidung peinlichst auf Zenijuth achten, ist eine Selbstverständlichkeit. Ebenso selbstverständlich ist es, daß die jungen Mädchen ihre Familie in diesem Sinne beeinflussen. 1919 ÄeW^einer Lehrtätigkeit und organisatorischen Arbeit für dje Beth-Jykoh-Schulen widme ich einen großen Teil meiner Zeit der Organisierung von Mädchengruppen: Diese Gruppen, „Bnoth Agudath Jisroel" genannt, umfassen die schulentwächsenä' orthodoxe weihlicheJugendm Polen. In Krakau selbst haben wir eine Gruppe. von 300 Mitgliedern. hie urtiev ' ber.’ BBS UNPsohr 1F1 D^pp^lriterttmen llnmverr bare Arbeit leisten. Viermal im der. Woche haben wir Lernkurse. Freitag abends haben wir Heimabende, die hier geradezu eine überwältigende Wirkung ausgelöst haben. Auch nuf charitativem Gebiet wird gearbeitet. Ich hoffe', daß wir in Krakau bald eine Volksküche ins Leben rufen werden. Außerdem sarymeln diese Mädchengruppen für die Erhaltung der Beth-Jakob-Schulen, wie sie überhaupt einen Großteil der agudistischen Arbeiten willig und freudig auf sich nehmen. Sie werden es verstehenschloß Fräulein Betty Rothschild ihre Ausführungen, daß in dieser Atmosphäre mir' die Arbeit gut anschlägt. Agudas Jisroel und die große orthodoxe Welt weiß es noch nicht, was die Beth- Jakob-Bewegung für sie bedeutet. Wer sie abex einmal in der Nähe fenrmen ge lern* hat. ber roeij^ U, lU Qwfwnfi ler Mischen Familie ausschiteßlich von der Mischen Frau abhangt. Hat man die jüdische Frau für das Ideal des orthodoxen Judentums gewonnen, so steht es sicherj trotz aller Stürme der modernen Zeit. Es ist Mir eine große Freude, für dieses Ideal zu arbeiten.; Reorganisation der Agudas Jisroel in Amerika. Sonnlag/den 20. Dezember, fand die erste Sitzung der neuen Exekutive der Agudas Jisroel in New-Dork im Broadway Central Hotel statt: Vorsitzender Dr. Salomon Ehrmann lieferte einen Ueberblick über die ersprießliche Tätigkeit der Aguda in den ersten Wochen ihrer Reorganisation. Auf den Antrag Bettelheims wurden folgende Committees gegründet: Committee für Propaganda, für Organisation, für Presse und Literatur, für Oekonomie, für Philantropie, für Administration, für Arrangements, für äußere Angelegenheiten, für Erziehung und in erster Lifür PMstMa. Dem Palöflina-Committes gehören prominente New-Dorker Großkaufleute an, wie Joseph H. Cohen, William Fishmann, I. A. R o t st e i n, L. Hör o w i tz, Henry Dr. Weill, A. G o l d st e i n, Dr. Joseph F r e y fuß, Selig Schwarzschild, Dr^ Jung u. a. Der Verkauf von Aguda-Land in Palästina wird durch Rabbi Garfinkel undüRübbk-Kayatie getätigt unter der Leitung des Dr.-Ehrmärtn^'^ Das Departement für Presse NMMMtebäMr untersteht der Leitung Bettelheims.' Das ÄöMüiftrations-Committee untersteht Mr? D G o l ö st e i n. Das Central-Bureau ist stärk vergrößert llllv gllMkiM wm Iräffö fflUPBi« Die letzte Woche bedeutete eine Fortsetzung des siegreichen Feldzuges der Agudas. Jisroel. in Newyork. Diesmal war Dr. Ehrman Gast der Synagoge in der Montgvmery Street, die hauptsächlich aus Gerer Chafsidim besteht. Dr. Ehrmann verstanh.es trefflich in seiner Predigt beim Sabbattzottesdienst das große Werk der Agudas Jisroel in Palestina und im Golus in einer der östlichen Psychologie angepaßten Weise darzustellen. Das in Masts» Poslseheck-Konten : Landesdirektoriura des Keren Hatorab in Deutschland, 1 Hamburg Nr. 24753 (P. Sch. A. Hamburg). . ' . Keren Hatorah-Kommissariat Frankfurt a. M. Nr.' 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a;M .Keren Hatornh-Koinmissariat Nfirnberg Nr. 18440'(P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatora^-Konuaissariat Köln Nr. 50131 (P. Schi^j. JKBb) ■ -> Keren Hatbrah-Kommissariät litlpzig Nr. 70147 (P, Sch., A, Leipzig) ' ,, Keren Hatorah Komr^i^saniat;!Serlih; P.Lch. Al-/Berlin .Nr. 15594 fSr -Abraham KzeszeWski. S ■ 'i,--' ■; ' Keren Hatorah-Ködumssaflat^Bresi^ti, P. Sgfb- A. Breslau Nr^ Hsiv ffir j^ran Möller, keren^iliitorah-Kominissariat^Hamburg P. Sch. A. Nr. 40.953 für Dr. Julius Baer