Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1926)
- Date
- 1926-01-07
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Kommissions-Vertreter sind zwar verpflichtet, aus ihrer Sachkunde heraus in der Beratung den Gemeinderat zu informieren, haben aber bei der Abstimmung lediglich dem Diktat ihres Gewissens und in keiner Weise etwaigen Beschlüssen ihrer Kommissionen zu folgen, Andere Aussprachen des Gemeinderates bezogen sich auf eirn Regelung des Beamtenrechtes hinsichtlich von Disziplinarstrafen, aus die bevorstehende Mazzoth-Kampagne, für die ein neuer Betriebsleiter gewonnen ist, und die noch immer nicht verwirklichte Einrichtung eines Vsth-Drn, 23oranjc£^fag In UIlLSU gäbe mit Mk. 570 000.— ab. Mangels anS>ertoeüig4l! Unterlagen beabsichtigen Vorstand und Gemeinderat, für das neue Vierteljahr wiederum die gleichen Steuern anzufordern wie im letzten Vierteljahr 1925. Die Gebühren bleiben unverändert. Einen breiten Raum in den Debatten nahm die Berichterstattung des Vorstandes über die Verhandlungen mit dem „Jüdischen Schulverein" hier und deren Erörterung ein. Es ist zu hoffen, daß diese Verhandlungen, nachdem neuerdings unter Vorsitz eines Ministerialkommisiars beiderseitig annehmbare Vermittlungsvorschläge gemacht worden sind, zu dem erwünschten Ergebnis führen werden. 21« Stelle des tuegen längerer Qrisabtaefenöeit aus (gemeint)erat auscje{ef,te&en^tt litt j^hllllllllll delegierte die Thauro-Lehrcrnsiattt Herrn Josef NssSNb a u m in den Gemeinderat, während zum Schriftführer Herr Studienrat Dr, Schüler gewählt wurde, (Die Bestattung Adolf Sterns V-xt ) Wer Zeuge der letzten Ehrung gewesen ist, die den sterblichen Resten Adolf Sterns von seiner dankbaren Gemeinde und der unendlichen Freundesschar erwiesen wurde, wird den Eindruck nicht vergessen. Unwillkürlich kamen, einem die Worte des Wochenabschnittes in den Sinn: m 132 Vom Trauerhause aus bewegte sich der endlose Zug auf Umwegen an der Synagoge Friedberger Anlage und Realschule vorbei, die noch einen letzten Lichtgruh ihrem treuen Gönyer hinaussandten. Auf dem Friedhof der Jsraelittfchen Religionsgesellschaft war die Halle zu klein, UM VFiMsM gu fassen. Den offi^etten Hesped für die Mmemve hielt Heer L«j«rn P? t?n unb Schmerze ergreifenden Ausdruck zu verleihen. Darauf sprach Herr Jacob R 0 senhSim im Namen der Verwaltung, aber auch als Freund des Verstorbenen Worte des Dankes und der tiefen Verehrung. Herr Direktor Prof. Dr. Fink sprach den Dank der Schule aus. Herr Leo Wreschner schilderte das glühende Interesse Sterns für die Arbeiten und Aufgaben der A g u - das Jisroel und sprach deren Dank aus. Dann sprachen noch Herr Simon für die Z e n t r a l w 0 h l - fahrtsstelle und Herr Dr. Mehler für den Israelitischen Kindergarten. Möge diese allgemeine herzliche Teilnahme der trauernden Gattin und den Kindern den SGBeg des Trostes zeigen, der in nnller ®rdft Famili? Wif trauernden Semetn&e nän erblühen wird. n-asm- (Der hesped auf Dr. Rosenblüth.) Aus erschütterndem Anlaß ergab sich am letzten Sonntag abend eine 1122 minn, wie wir sie selten so erhebend erlebt haben. Dem Rufe des Jeschiwakuratoriums, das Andenken des in den Chanukatagen still dahingegangenen verdienstvollen Thoralehrers zu ehren, war alles gefolgt, was in der Gemeinde abkommen konnte.. Die Aula war bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Herr Ist Wohlsarth eröffnete für das Kuratorium der Jeschiwa mit einigen ehrenden Worten die Feier, worauf der Hauptredner des Abends, Herr Rabbiner Dr. Jos. Breuer, in Vertretung des '"1311 bas Wort gur MMiWMrn ergriff. Cm Kajjttßi Ml Dlllhk DMb m feiner rnkistMiHm AN ausdeutend, entwarf der Redner ein Bild vom Leben und Lehren und Leiden des Verstorbenen, das bis an die Seele packte. Nach ihm sprach im Namen der Gemeinde Herr Jycob Rosenheim). die innigen Beziehungen zwischen Jeschiwa und Gemeinde, ja den Charakter der ersteren als Lebenszentrum der Gemeinde betonend. Ein Schüfer des ÄerstorbenM, Herr Ernst B 0 - d e n heimer, schloß, im Namen der Jeschiwa-Hörer den Reigen der Reden, und die erhebende Feier fand ihren Ausklang mit dem ergreifenden wvni «h» 'k -Gebete des Herrn Kantor Steinb erg er. Cs war mehr als __Ä_....... _ miiiur;mi UJff]i'JU eine Trallerseter. emei-DcmonfkrMiW M es, und ein Ansporn für die. Jüngeren, tue Hände nicht sinken zu lassen .uyd. aus dew Boden des Erworbenen .weiter zu bauen. " - - (Bericht über die General-Versammlung des Vereins „Mekor Chajim".) Am 3. Januar fand die diesjährige GeneralvetfaMmlung des Vereins statt. Der Besuch war wie gewöhnlich leider nur ein schwächer. Nach Verlesungdessehr ausführlich gehaltenen, von Herrn Rechtsanwalt Dr. Lindenbaum verfaßten, Jahresberichts, der besonders warm der beiden Heimgegangenen Dozenten des Vereins, des Rektor Falls V"t und Prof. Sulzbach Vt sowie des Joseph Erlanger b"t aus Luzern als Gönners des Vereins gedachte, fanden die Wahlen Mtt. Dkk MMllMSNS llllSMMMZ'sN Vofftand-rnit. gtiever Joseph Sänger, Nathan Eschwkgk und Lr, Fritz Hamburger wurden wieder gewählt. Herr Joseph Sänger per Akklamation wieder zum Vorsitzenden. Als Jugenddelegierten wurden Herr Jos. Lehmann wieder-, Herr Albert Löwenthal neugewählt. Dem als Jugenddelegierten ausscheidenden Herrn Bernhard I. H e i d i n g s s e l d , der die vorgeschriebene Altersstufe (21 Jahre) erreicht hat, sprach der Vorsitzende namens der Verwaltung warmen Dank aus für sein Betriebe, die der Aufsicht der Syn. Gem. Israelitische Religions- GesellsWst Mts-stshsur Bäckereien: David Stein, Stoltzeftraße 12. Aron Mainzer, Hanauerlandstr. 1. Konditoreien: Julius Grünebaum, Hanauerlandstr. 4, Sally Simons, Ostendstraße 60. Metzgereien: 3. Halberstadt, Allerheiligenstratze 61, Siegm. Bender, Hanauerlandstraße 16s, Leopold Lob, Bleichstraße 9, Jacob Schön, Uhlandstraße 50, Leo Vogel, BornmmU ti. Wurstlereien: Max Philipps. Zeit 4. S. Salomon, Gr. Eschenheimerstraße 19. Geflügelhandlungen: Jonas Halberstadt, Allerheiligenstraße 61, Wolf Auerbach, Allerheiligenstraße 77. Kolonialwaren: David Bauer, Börnestraße 29, Philipp Heinrich, Mainstr. 23, Markus Niffenbäum, Klingersiraße 11, Mayer Lh. Melamet, Schwimmbad 2. Milchhand lungen: Abr. Rothschild, Landweg 6. EeontmrD VkiSi vstm-Mtzk n, Restaurationen: Julius Ries, Belhmannstraße 52, S. Salomon» Gr. Eschenheimerstraße 19. Fabrikationen: B. Rutzbaum, Kl. Obermainstraße 21, Sam. Thalmann, Ostendftraße 12, Thalmann L Schwab, Schützenstraße 4, Victor Ehrlich, Bergerstratze 234. mehrjähriges ersprießliches Wirken. — Während der Beuch der Schiurim erfreulicherweise als befriedigend ervähnt werden konnte, zeigte der Kassenbericht auch unsres Vereins einen großen Spenden-Ausfall gegenüber rüheren Jahren, was um so bedauerlicher ist, als die Aufwendungen des Vereins durch ständige neue Lern- Gelegenheiten wesentlich größer geworden sind. — Nach kurzen Anregungen von Seiten der Herren B. W 0 l p e, Israel, E s ch w e g e, Plaut, A. L ö w e n t h a l und Stern, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem, a>armen an bie Öfntoefenbcn, bem BSfifiM Ttftf n?«? ^itgr{eöcr ®ö««er ^^apl^ren und besonders die Schiurim stets fleitzig zu besuchen. (Ein Sonntag-Ausflug durch unsere Lernvereine.) Als am letzten Sonntag morgen der Morgengottesdienst zu Ende war, begab ich mich in den Hörsaal, der auch in dieser Stunde seinem Namen gerecht wurde, indem da viele Dutzende vor den aufgeschlagenen Mischnabüchern saßen und auf die Worte des Vortragenden Dozenten aufmerksam hörten. Eine Viertelstunde später sah ich einen kleineren Kreis im Mekor Chajim-Lokal, Langestraße höchlichst interessiert . jtwss He^rn Sajan P n it eiusgt. - Her nmEte hsstn, um zehn , Uhr lernte der „ Lkw jas E h e j n " in einem- Trauerhause,, stnd man mußte rechtzeitig hinkommen, um noch Platz zu. finden. Schon am frühen Nachmittag tagte im Mekor- Chajim-Lokal die G e n e r a l v e rs a m m l u n g dieses Vereins. Die Geschäfte wickelten sich rasch ab, indem der unermüdliche, verdienstvolle Präsident mitsamt seinen treuen Mitarbeitern per Akklamation gewählt wurden. Es blieb auch nicht viel Zeit übrig, denn gegen fünf Uhr mußte man in der Aula der Realschule am Tieraarten sein, die schon eine halbe Stunde vorher so vollgefüllt war, daß sich die jüngere Jugend oben auf bert <Stangert unb?£xtrnt>iicf!eirt pofiteren Dort shrts Öte t^rcn c>cr|lorLenen Sogertiert mtl einer benkfeier, an ber fast die gange Gemeinde rettncrhm. [ Auf dem Heimwege von der Aula sah ich um sieben Uhr in den Räumen der Agudas Jisroel-Jugendgruppe Hanauerlandstrahe, wo den ganzen Tag über die Schiurim nicht aushörten, eine große Anzahl von jungen Leuten, auch älteren Männern und Frauen, in einem Geschichtskurs vereinigt. Man unterhielt sich unter Leitung des Herrn Redakteur Schachnowitz über die Irrlehren der Sadduzäer und Karäer und ihre Widerlegung in den Schriften der Gaonen. Das war nur ein Tag, ein Sonntag, der auf einen Sabbat folgte, an dem man richtig von morgens bis in die Nacht hinein gelernt hatte. (Die außerordentlichen Vorträge im Verein „Mekor Lhajim".) Nachdem wir in Nr. 49 des „Israelit" die Sonntag-Abend-Vorträge bis Ende November kurz skizzierten, möchten wir heute diejenigen vom Dezember I?urjj ermähnen. Am 0. Dezember.erfreute uns Herr NEimr Lr, B 0 n d i, Mainz, mit einem geschichtlichen Vortrag über „Anordnung und Abschluß der tri»»"- Unser Frankfurter Publikum hat schonseit langem in diesem Redner den warmen Interpreten Halevys, auf dessen „Doroth Horischaunim" zumeist seine Ausführungen basieren, kennen und schätzen gelernt. So oft wir seine geistvollen, gründlichen und überzeugenden Darstellungen hören, wird in unseren Herzen die Frage rege, „warum besitzt das orthodoxe Judentum noch immer nicht eine objektive jüdische Geschichte?" Von solchen. Männern geschrieben, könnte sie Unschätzbares unserer Zeit und allen Zeiten bieten. Nicht minder gilt das von dem Vortrage des Herrn SRebatieurs Scf)act>notr>tl} am 13. Dezember (3. Abend n3i3n>T Der Feier ües 5!a^es ^emäß fantete er: „i^rnlö^ Episoden aus dem 30 jährigen Kriege der Makkabäer". Feine Pinselstriche waren es, von Meisterhand geführt, die dem Zeitgemälde unseres N2im-Festes erst das rechte Gepräge gaben. Am 20. Dezember war es wiederum ein gern gehörter Redner, Herr Studienrat Max Munk, der uns ein Referat über „Gesetz und Freiheit" hielt. Gedankenreich und formvollendet. Mir fiel dabei jene Anekdote ein: Ein jüdischer Weiser wurde einst gefragt, gibt es im Judentum auch Orden? Jawohl und zwar den „Freiheitsorden", heißt es ja min rr^-rr min xnpn bx- Gibt es auch jüdischen Adel? Jawohl, den höchsten, und zwar-niiv zu heißen. Was wir am 27. Dezember von Herrn Dr. med. Will^ ^ejmann in feinem Thema „Die Diätetik ein jü^isch?^ Neli^ians^e^et^ n-.-.-re. getoien bekamen, bestätigte UNS von Neuem, wenn es dessen bedurfte, baß er nicht nur ein vorzüglicher Arzt, ein gründlicher Kenner der jüdischen Quellen, sondern auch ein fesselnder Unterhalter ist. Für Sonntag, den 3. Januar hatten wir Herrn Rabbiner Dr. H i r s ch s e l d, Gießen, als Redner gewonnen. Daß er, trotzdem unmittelbar vorher ein auf den leider zu früh Heimgegangenen Dr. Rofenblüth Wr einen großer Teil unserer nhn«-an anderer Stelle fesselte, ein volles Haus fand, zeigt, mit welchen Erwartungen man ihn in unserem Kreise begrüßt. Und seine Hörer wurden nicht enttäuscht. War sein Thema „Statt meiner Liebe, hassen 109^ 4^ |ci)on x>rclver|'|3irec^ertbA fo tx>er*rÄn seine Ausführungen fo voll L?rnpsrnm?üt, jo reich an Zitaten aus allen jüdischen Quellen, griechischen, lateinischen, römischen Schriftstellern, daß wir nur wünschen möchten, er könnte seinen Vortrag auch vor Antisemiten halten. Ob er allerdings auch dann denselben Beifall ernten würde? Leider mußten wir in dieser Berichtsperiode die Vorträge unseres verehrten Dozenten, des Herrn Rabbiners Dr. Josef Breuer vermissen. Wir hören zu unserer großen Freude, daß er wieder hergestellt und demnächst seine geschätzte Tätigkeit in unserem Verein wieder aufstehmen wird. Ein reiches Programm steht uns glücklicherweise auch für die nächste Zeit in Aussicht. Süictrt bte „schlschtstt Astterr" ftörett bött ÄBrllsrr bcs ^3ereins^ eirroczf» ÖL-r_ (Feier in der Hermann Lehmann-Schule.) Am Sonntag, den 3. Januar 1926, veranstaltete die Hermann Lehmann -Schule in O f f e n b a ch a. M. eine in allen Teilen wohlgelungene Feier. Der Leiter der Schule, Herr N. I. Rothenberg, Framkfurt a. M., hatte mit vielem Geschick und großer Sorgfalt ein Programm zusammengestellt, das jeglichen Ansprüchen gerecht wurde. Ihm ist daher in besonderem Maße für die geleistete Arbeit zu danken. Die Darbietungen standen sämtlich aus hohem Niveau. Man konnte mit Freuden