Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1926)
- Date
- 1926-01-07
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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©eite 2 SXtr. 1 dirdHrAysiWtzPnWa? Pensum her pW schredsnen Gruppen (aügenblickljchll mit züsammeu"106 Unterrichtsstunden wöchentlich incl. der sonstim Lehrprogramm enthaltenen Kurse und Schiurim) erschöpft sich im Wesentlichen im Lernen von: '111V sN^IV '812} '12V2 'D'WnJ 'v,cn 'N^'LN '.lim Lesen der Schriften von Hirsch,-Ehrmann, Breuer, Nathan Birnbaum usw. Es soll außerdem Verständnis für die verschiedensten Aufgaben der MislAn MsalMMt gewellt wervell unD eZ sollen -iö^züglichö FvsZön im sngsn Kreise der Trup^ pen durch Referate der Führer oder, auch wenn möglich, der Mitglieder (mit Diskussion) erörtert werden. Es werden durch diese Methode zwei Aufgaben gelöst, ad 1. die Aufklärung über den Standpunkt der Orthodoxie zu den wichtigsten Tagessragen, ad 2. das Gewöhnen an eine gewisse Fertigkeit im Sprechen, wodurch später vielleicht das Halten von kleinen Referaten ermöglicht wird. - Größere Referate über allgemein belehrende Themata sind im Rahmen der letztes Jahr eingeführten Mittwoch-Aussprache-Abende gehalten worden. Der bisherige recht gute Besuch dieser Veranstaltungen beweist uns die Beliebtheit dieser Wrillllung m umern MUgliMrn. CS menep ten xm lausenden Winterhälbjähll lÜZ biz Herren: Manfred Neuberger, Saul Munk, Neuburger, Jsaac Rosenheim und Dr. Harry Abt. Kurse in jüdischer Geschichte, in Literatur und hebräischer Sprache, von welchen insbesonoere ersterer sehr gut besucht ist (unter Leitung des Herrn Red. Schachnowitz) vervollständigen das an sich sehr umfangreiche Lehrprogramm der Jugendgruppe. Das Ziel der Gruppe, die Verbreitung oer 'Taurohwissenschaft in die Herzen der Jugend, daniit sic^ diese Wissens«^ast ausrvirte in Gesinmmg tmD. Xai,. tarnt durch viele Mittel erreicht werden, Jeder Einzelne und die Gesamtheit soll zum Ziele geführt werden. Jeder ist Bürge für den Andern, nrt5 m ^rriip' ha Das Gefühl der Zusammengehörigkeit muß ausgeprägt werden. Wer am Freitag Abend (im Vereinslokal des Mekor Chajim) die gemütlichen Zusammenknfte der Jugendgruppe besucht, hat des öfteren solche Worte aus berufenem Munde vernommen. Wer, dieses hübsche Bild betrachtend, sieht, wie wöchentlich etwa 150 junge Leute an langen, weiß gedeckten Tischen bei Tee, Gebäck und Obst vereint. ihre nii'»i singen. wer ihr v'pihrrh wsi «1K2X *ft 'kV schzu fy'6vmr b&» bst ss mitgefühlt m 'VC? iht ’ufti Hier verlebt die Jugend nach sechstägigem, angestrengten Arbeiten gemütliche Stunden. Sie spricht sich untereinander aus, erzählt sich von „zu Hause". Dort lernen sie sich als Freunde, zum gleichen Ziel strebend, kennen und hören gemeinsam Worte der Aufmunterung, fröhliche und zuweilen auch traurige Lieder und nicht zuletzt nun ’im- Eine sorgfältig geprüfte Bibliothek vereinigt etwa 200 Bücher guten, belehrenden Inhalts juDiftiDer unD üeutslM Auroren. Me steht ieöein Mitglied köstmlös zur Vsesügutig. Zritungsn sowie Zeitschriften liegen täglich im Lokal aus und können im gut geheizten Lese- und Klubzimmer gelesen werden. Damit selbst dem Verwöhntesten Rechnung getragen werde, sind kalte und warme Speisen und zum Zeitvertreib ein Schachspiel gegen mäßige Vergütung beim Verwalter erhältlich. Manch einer möchte sich sozial betätigen und findet auch hierzu bei uns reichlich Gelegenheit. werben —— seit halb 4 Sauren - 9Bocf)e für. Woche (gemeinsam mit öer KraMeMvmmissivn der Weiblichen Fürsorge) die jüdischen Patienten in den Krankenhäusern besucht, man will ihnen helfen, materiell und ideell. Wer die schön angefertigten kleinen Konfekt-Paketchen mit der Aufschrift: „Herzlichst n»hV .irrisi wünscht Ihnen Agudas Jisroel" schon selbst neben sich liegen sah und wer als Alleinstehender die Hilfsbereitschaft der Besuchenden einmal hat in Anspruch nehmen müssen, der weiß diese wirklich schöne Einrichtung D „Hikkür-MMr thek ist all WMrg BaHrM-jM _ tienten inr Krankenhäus6 MgänglichH 'A . Die „MecherschnmelstßM/ ^V SHMäst Ävmmission ist über die eygen Grenzest FxankfurtKi hinaus bekannt. Die oft erscheinenden. diesbezW lichen Nachrichten im „Israelit" dringen bis in tzie kleinsten Ortschaften Deutschlands, wo mitfühlende Menschen Kleider und Wäsche für Arme und Kranke hierherschicken. Die strenge Kälte läßt viele Devllrstige gll UNS kommen llllv wöchentlich um Klsidung bitten. Wir geben bisse Bitte weiter, denn es ist unmöglich, den großen Anforderungen voll gerecht zu werden. Der „Angestellten-Ausschuß", die Stellenvermittlung für Angestellte, sieht sich naturgemäß bei der derzeitigen Geschäftslage vor besonders schwierige Aufgaben gestellt. Eine weitere Einrichtung, die als einzige fast völlig unbenutzt bleibt, ist das Konto 42822 beim Frankfurter Postscheckamt. Ein gründliches Verständnis für die unbedingte Wichtigkeit unsrer vielen Aufgaben möge vielen Veranlassung geben, in positivem Sinne davon Gebrauch zu machen. Samson Raphael Hirsch und die Israelitische ReliMSnsgesellschafl. Von Dr. Mendel Hirsch Vtt* (Fortsetzung.) IV. AiWs. WerDD Ö HMtelluW leistes öes 'Judentum, wre deptz erfaßt hatte,'And die stete MHMM ützdMziehung zur denkenden, bewußtest iWüllungGeister Gesetze machen dest eigesttlMest Inhalt des Werkes aus. Nur als sachliche Belege und zügle ichals Winke für die praktische Anwendung sind sodann jedem Kapitel eine. Auswahl kürzer AiisgllM P«s»8t«ohkn Sks sMgiün mm angefllgt. In perfwer Weise ignorierte nun der Pamphletist vollständig den eigentlichen Inhalt des Werkes, und gab als „Probe des Religionsbuches des Herrn Hirsch" eine Auswahl ein Liebermann von Sonnenberg hätte sie nicht schlauer treffen treffen können! — von den im Chaurew angeführten Paragraphen des Schulchan Aruch, natürlich nur solche, die dem nichtjüdischen Leserkreise ohne die im Chaurew gegebene, aber wohlweislich unterdrückte Erklärung höchst auffällig erscheinen mußten! Nachdem er sich des Weiteren über die Entfernung des Gesäuerten aus dem Hause am Peßach, über die Verbote: Würmer, Blut, Unschlitt, Newela und Terefa zu essen, Verbote, die er für rabbinische Sfnorbnung hielt^ weidlich Iwjtig gemalt i^atte^ fragte er foDanri Die jüDifchen Ettern, Die üJlits glieder der Religionsgesellschaft, im Angesichte ihrer nichtjüdischen Mitbürger, ob sie denn wirk-, lich ihre Kinder für eine solche Religion erziehen lassen wollten! Auf den 1. April 1853 wird die Eröffnung der „Unterrichtsanstalt der Israelitischen Religionsgesellschaft" angekündigt, nachdem der Lehrplan die Genehmigung der Statsbehörde gefunden hatte. Dieser tiefdurchdachte Lehrplan, der, von einem einheitlichen, großen jüdischen Grundgeöavkev ausgehend, dis Einführung in dis verschiedenen Gebiete des Wissens und Könnens im Lichte eines höheren Standpunktes als Mittel zur Ertüchtigung, für die dereinstige Erfüllung des jüdischen Menschenberufes begreifst ist, wie wir dem geehrten Herrn Anonymus, dessen Angriffe das Verdienst haben, den Anstoß zu diesen Darlegungen gegeben zu haben, nach dem Bisherigen wohl kaum noch zu sagen haben, nicht, wie er so genial meinte, eine „Konzession" Samson Raphael Hirschs an den „Patriziergeschmack" seiner „Patriziergemeinde", sondern war, wie wir ihm hiermit verraten, nur die Verwirklichung des Planes einer jüdischen Erziehung, der bereeits Zwsi Iahfzshntö guvov im Karr. 84 fsinss örstsn großen, bahnbrechenden Werkes, des „Ehaurew", in voller Ausführlichkeit niedergelegt ist. Doch dies nur beiläufig. Hervorheben aber möchten wir aber noch, wie hocherfreulich schon an sich die Genehmigung eines solchen Lehrplans und der Errichtung einer solchen Schule von Seiten einer Regierung war, die bis dahin jeden Unterricht in den jüdischen Bekenntnisschriften als der Bildung und Gesittung feindlich perhorreszieren zu nüssen geglaubt hatte. Die nichtjüdische Staatsbkhöibk hüllt sich ötl Mehrung gugönglich w Zeigt. Andres verhielten sich dis Wortführer dev unjüdischen Juden. Am 1. April 1853 wurde die Schule eröffnet. An demselben Tage wurde mit dem „Frankfurter Journal?, das damals die größte Verbreitung gefunden hatte, als Beilage ein Flugblatt herausgegeben, das man jetzt nicht anders als das gehässigste antisemitische Pamphlet charakterisieren würde. Es erschien anonym. Als Verfasser bekannte sich erst in einer zweiten, auf demselben Niveau stehenden Veröffentlichung der darnalige Direttsr des, Philanchrvpins. L«s Leitmotiv des Schmähartikels war die Verspottung des Grundsatzes: ps iii nv min ii^m es sei eine von Herrn Hirsch beabsichtigte kecke Täuschung des Publikums, wenn er ihm vorspiegeln wollte, daß altjüdische Frömmigkeit sich sehr wohl mit sozialer Bildung und altjüdische Gewissenhaftigkeit mit sozialem Leben vereinigen lasse. Nun bildet der Inhalt des Chaurew bekanntlich die Darstellung der in ihrem ganzen geistigen Gehalte Es war ein förmlicher Wutausbruch der Neologie, die sich in ihren heiligsten Rechten schwer gekränkt und in ihrem Besitzstände ernstlich bedroht fühlte. Es war ja auch eine unerhörte Anmaßung von den Orthodoxen, gleichfalls intelligente und gebildete Menschen sein und heranbilden zu wollen! Da war ja, so hatten es feit fünf Dezennien die rsräelrltfchsn Apöstel Mit dSM Brustton der Ueberzeugung in allen Tonarten männiglich verkündet, das ausschließliche Vorrecht der „Aufgeklärten", der Anhänger der „Reform"! Und diese Apostel hatten sich aus allen Fakultäten rekrutiert. Rechtsanwälte und Aerzte in der Gemeinde hatten für diesen Zweck getreulich Schulter an Schulter gekämpft und gewirkt mit deren Theologen und Pädagogen. Und nun kommt Samson Raphael Hirsch und will in Frankfurt, dieser Metropole der Aufklärung, jüdische Menschen erziehen, die mit gründlichem Wissen auf - allen Gebieten der allgemeinen Bildung ausgerüstet werden sollen! Und noch dngui nicht obgleich, sondern weil sie zu. gesotzes; treuen Juden erzogen werden sollen! Eine Höhe der Anschauung, von der, wie wir in Parenthese bemerken, auch bis auf unsere Tage ein gewisser Chassidismus noch keine blaffe Ahnung, geschweige denn ein klares Verständnis hat. In den Augen der damaligen Kämpen der Neologie aber war das ein förmliches crimen isesae ms^eststis, eine Beleidigung der Majestät der Reform. Da hieß es: principiis obsta, sofort schneidig entgegsntretsn. Nicht umsonst verstanden sich die Herren auf die gang gewöhnliche Mache, wie man der Masse imponiert. Da genügte es in der Regel, die Furcht vor dem Gegner unter der Maske tiefster Geringschätzung zu verbergen, um ihn vor der Oeffentlichkeit zu diskreditieren. Und wirklich, hätte ein Anderer an der Spitze des kühnen Unternehmens gestanden, so wäre ein solcher Angriff in solcher Stunde dem im Entstehen begriffenen Werke sehr hinderlich, wenn nicht geradezu verhängnisvoll geworden. Forts, folgt. Mm Gomoiniwn. Mrninslovon. (Aus dem Gemelnderat.) Der- Gemelnderat hielt in den Monaten Novemhex und Dezember acht Sitzungen ah, die sich zum größten Teile auf lausende i.nterne Gemeinde-Angelegenheiten und damit im Zusammenhang stehende Interpellationen bezögen. Die Beratung des letzten vorjährigen Etats wurde zu Ende geführt. Der erstmals wiederum auf ein. volles. Jahr sich erstreckende neue Voranschlag für 1926 gelangte in der Sitzung vom 23. Dezember zur Vorlage. Wie ein roter Faden durchzog die gesamten Etat- Beratungen der durch die traurigen Zeitverhältnisse er-