Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 67 (1926)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. i Der Israe l i t 1. Januar 1926 Wahrlich, hart ist die Zeit, die um solche Dinge Worte machen muß. Aber sti schlimm sind die Zeiten nicht, daß diese Worte ungehört verhallen müßten. Lasse keiner die Helfer leer ausgehen! Mordechai ben Schimaun. Eine Neunzigjährige. Am 6. Januar begeht in geistiger und körperlicher Frische das älteste Mitglied der Israelitischen Religionsgesellschaft, Frau Hannchen R o s e n b l a t t, ihren neunzigsten Geburstag. In Traustadt (Unterfranken) geboren, verbrachte sie in ihrer Jugend mehrere Jahre in Amerika und sodann in Frankfurt im Hause ihres Schwagers, des Rabbi E. M. Schüler V'xr, später wurde sie die Gattin des Herrn H. Rosenblatt b"T in Burghaslach. Nach dessen Ableben zog es die Greisin wieder nach Frankfurt, wo sie seit vielen Jahren im Kreise ihrer Verwandten (Familie Schwarz, Thüringerstraße 23) lebt. Innige Frömmigkeit — kein Wetter hält sie vom Besuche des Sabbatgottesdienstes ab —, unermüdlicher Fleiß, Hilfsbereitschaft und eine in diesem Alter kaum wiederzusindende Lebensfreudigkeit sichern ihr die höchste Verehrung ihrer Verwandten und Freunde. Möge ihr ein echt sonniger Lebensabend beschieden sein. Neues aus der Agudo Iugendgruppe. Im Rahmen. unserer Ausspracheabende referiert am 6. Januar 1926 abends 8% Uhr Herr Gerson Schnerb über das Thema: „Von den Erziehungsmethoden jüdischer Jugendgemeinschaft". Damen und Herren sind höflichst eingeladen. Am Schabbos, den 2. Januar, fallen die Schiurim der Herren Lehrer Hirschberg und Frankenthal aus. Wiederbeginn am 9. Januar. Der Kurs des Herrn Dr. Weger beginnt am kommenden Dienstag wieder. Bedingt durch die Abwesenheit vieler unserer Mitglieder fällt diesen Schabbos der Sidrovortrag (Freitag abend nach der Synagoge) sowie die gemütliche Zusammenkunft im Mekor Chajim aus. Beide Veranstaltungen finden ab 8. Januar wieder regelmäßig statt. Die Referate im Rahmen der. Wohlfahrtskurse (Langestraße 30) werden jeweils an dieser Stelle bekanntgegeben. Näheres in nächster Nummer. Warnung! Herr A. Zimmer, Sandweg 42, schreibt uns: Seit einigen Wochen spricht ein junger Mann bei den hie- Wll WWkll WlMkll BÖF; M 8lWW in NIMM Namen Bestellungen aufzunehmen und au yauv einer Liste Spenden entgegenzunehmen. Herr Zimmer erklärt, daß er niemand hierzu beauftragt hat und der Sache vollständig fern steht. Vor dem jungen Mann wird gewannt. Chajim Jankel spielt Außball! Ein Stück, das unter diesem Namen jüngsthin im Jiddischen Theater des Herrn M. Sächaschanski hier und in Ofsenbach gespielt wurde, ist, unabhängig davon, wie wir diese etwas derbe Volkskunst werten, doch nicht ohne symptomatische Bedeutung für den Geist, der heute im Osten waltet, und in Literatur wie auf der Bühne seinen Niederschlag findet. Das Stück, das Herrn Sachaschansky selbst zum Verfasser hat, bringt drei Personen auf die Bühne, die drei Richtungen — Weltanschauungen wäre zuviel gesagt — innerhalb des östlichen Judentums vertreten. Der Vater Rabbi Mosche ist ein alter Jude, der vom Baseler Programm so wenig weiß wie von den anderen Programmen. Er ist nur auf ein Programm eingeschworen, aus das des „Am maamin". Sein Sohn Chajim Jankel steht im Mittelpunkt der Handlung als Sportsmann, der jüdische Interessen nicht kennt noch anerkennt. Wenn es eine jüdische Frage gibt, so ist sie für ihn die Frage der starken, gesunden Muskeln. Vom Sporte erwartet er die Erlösung. Zwischen Vater und Sohn steht Jacobsohn, der moderne Lehrer, der mu seinen nationalen Ideen uüd Aspirationen zwischen Jung und Alt zu vermitteln sucht. Mit seiner klaren, gesw den Anschauung schlägt der Alte all die überschwänglichen, verworrenen Ideologien der anderen und tritt von der Bühne — mit seinem Hausierpäckchen auf der Schulter, der glaubensstarke Golusjude — als Sieger ab, was Aerger und Opposition vieler Zuschauer, die gerade von diesem Theater etwas anderes erwarteten, wachruft. Der Autor dachte aber nicht an politische Propaganda sondern wollte Leben bildhaft zeichnen. Und das Leben drüben ist eben so, daß dem alten Glauben mit all dem Spottkult und der nationalen Phrase nicht beizukommet' ist. Konzert Friedrich Schorr. Herr Max Neumann schreibt uns: Friedrich Schorr, der „Sensations-Bariton", wie er von der New-Porker Presse anläßlich seiner Gastspiele an der Metropolitan Opera bezeichnet wurde, und dessen Rollen in den diesjällhrigen Festspielen in Bayreuth hellste Begeisterung auslösten, hat seine Tätigkeit an der Berliner Staatsoper für diese Spielzeit beendet und begibt sich Mitte Januar für die zweite Hälfte der Saison nach New-Pork. Vorher wird er noch in verschiedenen Städten Deutschlands Konzerte geben und auch in Frankfurt am 3. Januar 1926 zum ersten Mal vor dem hiesigen Publikum in einem Arien- und Liederabend singen. Unsere Leser dürfte es besonders interessieren, daß Friedrich Schorr der Sohn des. bekannten Lemberger Oberkantors ist. Wenn nun trotz der ausgesprochenen antisemitischen Tendenz in Bayreuth von allen seinen großen Kollegen, gerade Schorr als Vertreter der Hauptrolle bei den Bühnenfestspielen ausersehen wurde, müssen schon unerreichte künstlerische Qualitäten in Stimme und Darstellung vorhanden sein, wie es eben bei Schorr der Fall ist. Alle in- und ausländischen Berichterstatter bezeichneten sein Auftreten als das „E r e i g n i s" von Bayreuth. Auf das am 3. Januar im Saalbau stattfindende Konzert dieses großen Künstlers sei hiermit besonders hingewiejen. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Freitag abend, „Mikrooortrag". Herr Kantor Steinberger. Samstag morgens nach Schul ,Dinim*, HerrDr. E. Posen. — nachm- 374 Ubr im Vereinslokale, Melochim mit Molbim, HerrDr. W. Hofmann. - rtcicf) amnc&o „So^elet11, ^crr 9IrooIb 9X1 e r 3. t» <td). S onntag morgen (auch Mittwoch) avrumra, Herr Red. S. Schachnowitz — vorm. 97« Uhr (auch Dienstag) abend 67* Uhr „Gemoro". Herr R. A. G. Posen. — abend 6 Uhr, Vortrag des Herrn Rubb. Dr. Hirsch seid, Gießen über: „Statt meiner Liebe hassen sie mich". Montag abend 7 Ubr (auch Mittwoch) ,Gemoro", Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. - abends 87<Uhr (auch Donnerstag) „Gemoro", Herr Dr. E. Posen, Jeden Morgen Mischna- Jeden Abend 8*/4 Uhr v"v-Lernen, Herr H. Halpern Iahrzeits-Stiftungen: Sonntag, 3. Januar. Adolf Rosenbaum, Sophie Lehmann und Gabriel Rosenberg-Stiftung. Aguda» 3i»rod-3a|enbgruppe. Sonntag bis Donnerstag wie üblich. Freitag nach Schluß der Synagoge Sidra-Dortrag. — 8 Uhr abds., Gemütliche Zusammenkunft. Lokal: Mekor-Chajtm. Langestratze 18. nav, 10—11 Uhr morgens, pprnp mm. Herr Dr. Posen, Am Tiergarten. — 10—11 Uhr morgens, 111p jn^iV iirp, Herr L. Kahn. - 12-1 Uhr mittags, njtp», Herr Lehrer Hirschberg. — 12—1 Uhr mittags, *»v> nt, Herr Haivern. — 12—1 Uhr mittags. Gruppe 6. Carl Zunz. — 1 Uhr mittag s. ,INI». — 7x3—7»4 Uhr nachmittags, Niiv. Herr Halpern. - 723-7x4 Uhr nachm., Gruppe 4, Herr Willi Strauß. — 7a*—7a5 Uhr nachm., pp isna mm. Herr Dr. Hofmann. — 7x4—725 Ubr nachm., *naa, Herr Halpern. — 7-3 -724 Uhr nachm , Gruppe 5, Herr Theodor Spiegel. — 7x3-724 Uhr nachm., min. Herr Josef Stern. —3-4 Uhr nachm., Gruppe 2, Herr Saul Munk. — 4—3 Uhr nachm-, Gruppe 1, Herr Jacob Landau. - 4-7x6 Uhr. nzr'3 mm, Herr Leo Schnerb. — 472-67, Uhr abends; «ap «na mm (ni'aiv). Herr L. Kurzweil. — 7x9-7x10 Uhr abends, Gruppe l, Herr Jacob Landau. Sonntaa abend 3/<9 Uhr Geschichtskurs. Herr Red. Schachnowitz. (Die karäischen Lehren und ihre Widerlegung). Don Sonntag bis Freitag täglich morgens v. 8—12 Uhr, (Sonntag von 9—12) Gelegenheit zum Lernen jeder Art. •>aT’ *n 12—l, Herr Halpern. Von Montag bis Donnerstag allabendlich 8 Uhr, iaa*3 3'iva. Mfu bat 3lsroel Mädchengruppe. Sonntag, 7x8—7x9 Uhr abends, Herr Lehrer Hirschberg. — 7x9-10 Uhr abends. Literatur, He.r Dr. Harry Abt. — abends 8/*9 Uhr Geschichte. Montag, 7x9-7x10 Uhr abends, Gruppe 7, Frau Dr- Rosenbaum, Grünestraße 42. — 7x9-7x10 Uhr abends. Gruppe 9, Fräul. Bertha Katz. — 9—10 Uhr abends, Herr S. Una, Kl.Obermainstr. 30. D ienstag 7x9-974 Uhr, tra'i, Herr Dr. Weger. — 974—10 Uhr abds.« iVV-'in. Herr Dr. Weger. Mittwoch, 7x9—7x10 Uhr abds., Ausspracheabend (14 tägig), Redner wird noch bekannt gegeben. — 7x9-10 Uhr abds., Handarbeitsabend, 14 tägig. Freita g nach Schluß der Synagoge Sidra-Vortrag. — 8 Uhr abds.. Gemütlicher Heimabend. r>3V. morg. nach Schluß der Synagoge,, nanrrrrcrora Frl. Martha Markus. —11—12 Uhr, ni3K •>ms, Herr Herm. Frankenthal. — 4—5 Uhr nachmittags, min, Herr Lehrer Hirschberg. — 7x9—7x10 Uhr abends, Gruppe 8, Frau Brünn. Kl. Obermainstratze 19. Deshamldrafch. Ostendstrahe IS. Gemoroschiur des Herrn Dr. Jsaac Breuer, Sonntag vorm. 729 Uhr. Montag, Mittwoch, Donnerstag abends 7-8 Uhr. Won Sonntos bis Donnerstos etns^l, ollobenbli«H von 8/4—S Hijr n*p*ia 'oa, Sere Äößß. 9R. ^ar^eL Samstag nachm. 4 Uhr "Halachischer Portrag." Herr Rabb. M. Karpel. Llwjath Lhen-vereln. Samstag, 4 Uhr nachmittag, diesesmal im Haufe Friedberger Anlage *2, Midrasch. Herr Red. S. Schachnowitz. Sebetzetten. tpi mv Freitag Abend 4.10 Samstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 4.— Samstag abend 5.25 Mochengottesdienst: Morgens 7.05 Nachmittags 4.15 Tefilin-Legen am Morgen 7.05 Familiennachrichten. Gebürten. Eine Tochter: Nathan Bamberger. Hermesweg z3. :;;- Barmizwo: Theodor, Sohn des Herrn Karl Ocbsenmänn, Sandweh 46. Qrpl ^7. , , Statt Karten Zu der am 9. Jan. 1926 nivv nens vxv in der Synagoge, Friedberger Anlage, stattfindenden ms» is-feier unseres Sohnes ELIAS laden wir Verwandte, Freunde und Bekannte herzlichst ein. D. KOHN u. FRAU Frankfurt a. M., Waldschmidtstr. 13 Die rra glückliche Geburt eines kräftigen J U N GEN zeigen hocherfreut an Louis Fulda und Frau Sophie geh. Nußbaum Fulda 30. Dez. 1925 12 Tevveth 5686 Die Beerdigung unserer unvergeßlichen Frau JULIUS MEYER hat am Bertha geb. Faber 13. Teweth 5686 nachmittags 3 Uhr 30. Dezemb. 1925 in Straßburg i. Eis., Rue Marbach 12, stattgefunden. Die trauernden Hinterbliebenen. Lugano" '! Hotel Villa Federico bedeutend vergrößert und renovieret 40 Zimmer und Salons Fließendes kaltes und warmes Wasser in den Zimmern (aipa im Hause) A. KEMPLER •;• Suche einen Schabb. u. Jomt. geschloss. Ullox Rothschild, Bäckerei, Schlüchtern, Rgbz Cassel. In streng fromm. Hause können ein oder zwei junge Leute gutes Pension bei zivilem Preise erhalten. Anfragen u. 19182 a. d. Erp. Gründliche Nachhilfe für Quinta gesucht. 19148 Eugen Grast. Frkfm., Bpraerftrahe 176 Für meine Schwägerin qmobtn. hier erzog., 20 I. alt, hübsch, gebildet, mit 30.000 Mk. Mitgift, eventl. Beteilg. im Geschäft, suche ich streng relig. geb Kaufmann, oder Akademiker. Off. unter 19160 a. d. Erp. 2 große Zimmer m. 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