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Der Israelit · 1925-12-17 · Heft 51 (17.12.1925) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 51 (17.12.1925)
Date
1925-12-17
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 25 Seite 3 17. Dezember 1925 Die NNILK-Arbeit in der Stobt (Würzburger Referat.) Von Mols S. Jakobson in Hamburg. (Fortsetzung.) Und dann gilt es, und nach der Richtung hin hat *?xiL" iux erz'eherisch tätig zu sein, wieder jenen groben Schutzdamm zu errichten, den die We'sheit unserer Alien aufgetürmt hat. Es gilt alle die Gelegenheiten, die Diebe machen, in diesem Falle der Sünde anhermfal.'ende Menschen, zu vermeiden. Es gilt, in unseren west ichen Kreisen, die Trennung der Geschlechter wieder so durchzuführen, wie das Gesetz es fordert und wie im Osten das selbstverständlich ist. Darunter möchte ich für meine Person nicht verstehen, daß der junge Mann der jungen Dame nicht die Hand geben soll. Würden wir das, was heutzutage einfache Art der Höflichkeit ist, verbieten, so legten wir in diese Form der Begrüßung einen Sinn, der ihr ganz fern ist — aber ich verstehe darunter, daß ein junger Mann mit einem jungen. Mädchen möglichst wenig zusammen ist, daß jüdische junge Menschen nicht tanken und so einer Sache huldigen, von der ein Nichtjude gesagt hat, daß sie die einzige Form ist, in der sich der anständige junge Mann dem anständigen jungen Mädchen aus unanständige Weise nähert, daß sie den Besuch jedest auf die Sinne spekulierenden Kino- und Theaterstückes vermeiden, jede Lektüre, die die Sinne anregt und es gilt hier- . für (17, 3 iwx) jiwpiöV a'd ö*i*tt je mehr Gelübde wir uns nach dieser Richtung hin auferiegen, desto sicherer bewegen wir uns im Bezirk der Sittlichkeit. Selbst das, was vom p uns erlaubt sein mag, sollen wir uns versagen, 7h inan *pss? tznp „Heilige dich in dem,, was dir erlaubt ist! Daß junge Mädchen, wenn sie die modernen Moden mitmachen, Verbrechen begehen, Verbrechen nicht nur am Geist des Judentums, sondern vor allem an ihren jüdischen Brüdern, deren Augen und Herzen sie zur Sünde führen, das soll hier in aller Klarheit ausgesprochen werden. Es gilt für dies große und schwere Gebiet: pna 'i'b x^i poa ’tV rrb uirai' Vxv wir brauchen, damit wir Sieger bleiben, Gottes im Gebet erflehte Hi.fe, aber wir müssen selber so leben, daß wir jede Versuchung, die zur Schande führen kann, meiden. Gültig ist — und überall sollte der p durchgeführt sein: mpirn Ivb' 8b n«?x 1b l'X«? datz ein lediger junger Mann keine jungen Mädchen unterrich en soll (i"ai nsn mv)' wir sollen uns frei machen von jeder Ueberheblichkeit auf diesem Gebiete, indem wir glauben, wir. gerade wir, seien gefeit: mpi«m “pVxi pi ixon nnsb' die Sünde lagert vor der Tür, ihr Sehnen geht nach dir 12 V^ai iixv du mutzt sie beherrschen, beherrschst sie am sichersten, wenn du die Tür nicht öffnest. Aufgabe der max besonders der nax der Stadt, wo ii'ipi bndiese so verwandten Laster Hausen, ist es, nach dieser Richtung hin für die Jugend zu sorgen: sie kann es, indem sie vor allem in ihren Kreisen, in all den Kreisen, wo sie Einfluß hat, den Gesetzen der rmv die diese Seite des menschlichen Lebens erkannt und für bezw. gegen sie Sicherungen geschaffen hat, rücksichtslos Geltung verschafft, ihre Aufgabe ist es, den jungen Leuten beiderlei Geschlech's die Größe der Gefahr in geeigneter Meise vor Augen zu führen. In geeigneter Weise! Und da kommen wir zu einer von allen städtischen Iugendgruppen unbedingt vorzunehmenden Einrichtung: zur Einrichtung sogenannter ,,Zirkel". Junge, verheiratete Männer sollen ‘ drei bis vier junge ledige Männer — und in gleicher Weife junge Frauen junge Mädchen — in ihr Haus zu engstem, freundschaftlichen Verkehr. heranziehen und sie sollen, an Hand irgend eines' iöo' — sei es ■ginc’Him» sei es eines. ^unserer . großartigen. 101a 'ivv Mit Ihnen m.- E. offen über die Dinge sprechen. Der Israelit _ Blätter_ die den jungen Mann beschweren, der Verheiratete ist ja nicht besser oder heiliger <Ls die andern, aber er ist im Schutz seines Hauses, für ihn gilt die Deutung der xibä zu unserem oben zitierten: - isb llllv 'n 18 Y 8V12 8'n *>8» - 11102 mm nvibn nt sran 'i ibk mm nvib 2"N8i i«?8 Nicht e'wa, daß die Unterhaltung gewaltsam auf diese Dinge hingelenkt werden sollte, aber der junge Mensch, der allein ist und der, selbst, wenn er im Elternhaus lebt, mit dem viel älteren Vater schwer über diese Dinge sprechen mag, er muß die Möglichkeit haben, sein Herz auszuschütten. Und wenn ich meine Meinung über dieses Gebiet zusammenfassend in ein Wort unserer Weisen kleiden darf, so möchte ich eine Stelle aus Oi) 11212 zitieren, ba bbsrn 187 bv 8v2,i n»a nr 8xa ipt? ibk 8it»7 ia 8xa ixb i'brr toi Den Satz in 2"b ö'^ii „Um dies bete zu Dir jeder Fromme zur Zeit des Friedens" bezieht 81017 ia auf 8021 rv>2' die Stätte menschlichster Verrichtung. Nich's, n'cht das Menschlichste, ja, nicht einmal das Tierische am Menschen, ist ausgeschaltet aus dem Kreise dessen, was gefunden und befunden war, in den Dienst unserer Erziehung' für unfern Menschenberuf gestellt zu werden. — Und nach zwei Richtungen noch, obgleich sich das zu sagende aus jüdischer Auffassung von selbst ergibt, soll Agudas Iisroel besonders immer wieder Hinweisen: gesetz es treues Judentum verlangt von seinen Bekennern Ehrlichkeit in Handel und Wandel bis ins Kleinste, verlangt von seinen Bekennern im Be.kehr mit den Mitmenschen Güte und tiefes soziales Empfinden. Und-wenn "'8 in der Stadt, wo bn herrscht, Vorträge veranstaltet, so soll das Thema von der kaufmännischen Moral in allen 6rez 3isroef Erde Teulei IRft, 3 p?o Sfiicft zu haben bei der Palästina-Zentrale der Agudas Jisroel Frankfurt a. M., Büro Töngesgasse 18. «Briefadresse: Dr. 8. Oppenheimer« Eschenheimer Anlage 31. Varianten behandelt werden, und wenn sie unter ihren Mitgliedern Geselligkeit pflegt und fördert — und sie soll es, ',12121 und v'iis und laijn x'b und andere Anlässe bieten dazu Gelegenheit, dann soll diese Gelegenheit im Sinne des sozialen Ausg^e'chs wirken. Und jeder m Leitung soll das Wort des "ix, seine Definition von (ra xbt>) dem «mp bei der Aufstellung dieses ihres Erz'ehungsprogramms gewärtig sein: omtf ds? 81'^ 'p^8 '1 18 13181 N"i va^ai mwi 8iip - p *?s? 21x1a 11121 cm inp 111211 isaxa imai ix«?a xi'i „Gottes Name wird durch uns auf Erden, wenn man so sagen darf, beliebt gemacht, die Idee der Agudas Iisroel realisiert, wenn unser Lesen, unsere religiöse Prar's sich im prak.ischen Leben, im Geschäft und in der sozialen Uebung, vorbildlich auswirkt. Und so wird uns klar das Wort,, das uns anfangs rätselhaft schien: nm 1'VXIV 1'S?2 1111 bx — solche im praktischen Leben sich bewährende Jüdischkeit können uns vor allem Kaufleute, die aus den 4 Ellen der I2bi hinaus auf den Markt des vielgestaltigen Lebens treten, Vorleben. Die Erziehung für den bb> so haben wir oben: dargetan, hat zur Voraussetzung die Erziehung der einzelnen iima- Bei diesem Erziehungswerk,. so hoffen wir ausgeführt zu haben, müssen die Agüdakreise sich immer von dem großen Vorbild des bb2 tragen lassen, d. h. vön dem Bewußtsein, daß es gilt, Menschen zu erziehem die sich in dm Rahmen des von Agudas Jisroel vorgezeichneten Bildes dem Judentum einfügen. Aus dieser Verbindung ovriMisi aus dieser KonsteMtion, nach fe aus dem Idealbild des t?t?2 sich uns die Lebensform für den vis abmalt, ergibt sich dann schon von selbst als zwangsläufige Regel, als Maß, an dem unsere jüdische Aufgabe sich m'ßt — 12 ibhis 11111«? na — ^01 V121 ^2die natürliche Hingabe des Einzelnen an die Aufgaben und Pflichten, die eben dieser der ja nicht nur eine Theorie höchster jüdischer Lebensäußerung ist, sondern auch eins'lebendige Wirklichkeit mit Bedürfnissen und Notwendigkeiten, uns auferlegt. Daß diese Verpf.ichtung für den VV2 besteht, braucht nicht besonders unterstrichen zu werden. An zwei Stellen finden wir in der xiai die Verpflichtung aller für alle verankert: In 172 .17 ö'2i!7 öbi2«? laba : 7"2 P11.110 und in .172.17 Ö'21V ^XIV ia'?» : 11512L? und tief soll sich uns das Wort, das t?xia«? gesprochen, einpflanzen: ^2,1 p lass? ix öix x’Si ’rx D*?isrV» v"a 11212 niemals darf sich der Mensch vom Vkiep bbz trennen. Und dennoch ist es für die mix in der Stadt, in der Stadt besonders, weil sie mit ihren großformatigen nSnp- Institutionen den Einzelnen leicht in der ibrnp ein Latz es sehen läßh wichtig, diesesbb2" Bewußtsein in den jungen Agudisten zu stärkster Lebendigkeit zu bringen. Sie müssen wissen, daß die Arbeit, die der Einzelne an sich und für sich, für seine Orts- oder Iugendgruppe, für feine Gemeinde leistet, nur S.ück vom Ganzen ist: ebenso wie die Arbeit füc sich selbst notwendig ist, '» 'ix i'x öx — so verliert sie allen Sinn und jeden inneren Wert, wenn sie nur sich selber dienen jo II — '2X na mss?^ '2XV21« Und gerade in Deutschland, wy sich gegenüber Agudas Iisroel, der Welt organisation, die über die Freie Vereinigung, die Landesorganisalion, bewußt und notwendigerweise hinauswuchs, wieder eine L a n d e s organisation gesetzestreuer Menschen gründete — zu ihr in dieseni Zusammenhang Stellung zu nehmen, habe ich keinen Anlaß — gerade in Deutschland gilt es, unserer Jugend den Gedanken der völligen Losgelöstheit jüdischer Aufgaben von Landesgrenzen ms Herz zu prägen, ihr klar zu machen, daß wohl jedes Land besondere Nuancen zeigt, besondere Formen fördert, daß, weil aber letz en Endes ein Einheitliches, die .1111 uns alle beseelt, die letzten Fragen, die tiefsten Probleme, die tragenden Entscheidungen an ein G emium gelangen müisen, das seine Erkenntnisse und Beschlüsse schöpft aus der mm allein, die an kein Land gebunden, sondern die Länder alle an sich bindet: an den überlandesmäßlg organisierten 1111.1 *aoi iss?ia der A. I. Die praktischen Aufgaben, die aus dieser bbs1 - Verpflichtetheit fließen, sind nicht zu allen Zeiten die gleichen: wenn es Agudas Jisroets- Programm ist, „die Lösung der jeweiligen Aufgaben des durch die Thora konstituierten jüdischen Volkes im Geiste der Thora zu erstreben", (§ 1 der Agudasatzung) so lehrt uns dieses „Jeweils" schon, daß diese Aufgaben wechseln, unveränderlich ist der Geist, in dem sie gelöst werden: Und wenn während des Krieges soziale Aufgaben größten Umfangs, Kriegswaisenfonds, Kriegsgefangenenfü sorge, Arbci e vermi.tlung zur Lösung des A.beiterproblems im Osten — durchgeführt worden, so sind durch die n'Ma i^na drei Gebiete besonders hervorgehoben werden, für die die Aguda allen Ortes?yre Mitglieder zu verpflichten hat: ami]ij?' die Fürsorge für t?xi«?'-px .1111.1 jip' die Fürsorge für lim» Die Teilnahme am jüdischen Hiifswerk. Nach diesen drei R'chtungen hat jede Agudagruppe ihre Mitglieder zu interessieren und besondere Kommissionen werden wohl aller Ortens für diese Dinge dem Vorstand der Gruppe an Hand gehen. Ausdrücklich betonen möchte ich in hiesem Zusammenhang, daß ,11111. pp - sich nur yls Orgsn"'!>er "Agudas Jisroel spürt üMi wenn wir oft von feiner UeberpMteilichkeit -sprechen und sie betonen, so hat das den Silin, daß er in seiner Leistung keine Partei kemt oder be-

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