Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1925)
- Date
- 1925-12-17
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 25 Der Israelit B l ä t t e r Klagen der orthodoxen aschkenasischen Gemeinde aufmerksam prüfen und die Wünsche dre Aschkenasim nach Möglichkeit berücksichtgen. Da das Mandat anscheinend nicht die Anerkennung einer einzigen jüdischen Gemeinde zu fordern scheint, so hofft die Kommission, daß eine günstige, alle Gruppen befriedigende Regelung dieser Fragen möglich sein wird." Hierzu bemerkt das zionistische Blatt: „Auch die leidige Frage der aschkenasischen Gemeinde wird hoffentlich bald von der Tagesordnung verschwinden. Nach unserer Meinung hätte diese Sache längst in dem Sinne erledigt sein sollen, daß man die Organisierung des palästinensischen Judentums auf rein weltlicher Grundlage durchführt und für rein religiöse Fragen weitgehende Autonomie gibt. Leider hat die palästinensische Regierung in dem ersten Entwurf religiöse und weltliche Fragen durcheinander gemischt, und wir wissen auch, daß dies den Wünschen eines großen Teils des Jischuw entspricht. Der Zionismus als solcher hat an religiöser Zwangsorganisation kein Interesse, wofern eine weltliche Organisation vorhanden ist. Dort allerdings, wo man uns in die Fesseln eines religiösen Verbandes zwängt, müssen wir für Einheitlichkeit eintreten, da wir nicht die Existenz zweier jüdischer Völker anerkennen können. Das palästnensische Judentum leidet außerordentlich unter dem Mangel einer Organisation, die es befähigen würde, seine Angelegenheiten wirksam und verantwortlich in die Hand zu nehmen. Wir hoffen, daß nunmehr von allen Beteiligten die erforderlichen Schritte unternommen werden, um diesem Uebelstand ein Ende zu.machen." Die Kritik, die hier von offizieller zionistischer Seite an dem be.üch igten Geine'ndegesetzen wurf des „Waad leumi" geübt wird, kommt etwas spät. Wir verweisen im übrigen auf das an andrer Stelle Bemerkte. Sitzung des Zeukralrakes der Aguda in Polen. Sonntag, den 29. November begann in Warschau die Zentralratstagung der polnischen Landesorganisation, zu welcher mehr als hundert Delegierte aus dem ganzen Lande und der Präsident der WelteXekutioe, Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, erschienen waren. Nach Verlesung der Begrüßungstelegramme und nach den feierlichen Gedenkworten für die seit der letzen Tagung verstorbenen Zentralratsmitglieder durch den Vorsitzenden, Seimdeputierten Oberrabbiner Lewin, wurde zur Tagesordnung geschrieen. Dr. Pinchas Kohn begrüßt namens der Weltorganisa.ion die polnische Iudenheit, die er mit ihren kraftvollen Individualitäten als dieselbe wiedererkennt, welche er vor sieben Jahren liebgewonnen .hat. Sie haben sich mit großem Elan für die Erreichung des hohen Aguda-Ideals aufgeopfert und sie bilden gewissermaßen das Zentrum der Weltorganisation mit i 'rem k ästig pulsierenden jüdischen Leben. Seimdeputierter Oberrabbiner Lewin begrüßt namens Ostgaliziens und betont, daß die schwere wirtschaftliche Depression nicht von Opfern für Agudas Jisroel befreit, sondern ganz im Gegenteil an jeden Juden erhöhte Anforderung zur Verwirklichung der religiösen Ziele stellt. I. M. Lewin, der kürzlich von Amerika zurückgekehrt ist, begrüßt seine polnischen B über mit der Ermahnung, daß der einzige Weg zur Rettung des Judentums Agudas Iisroel ist. Ein klares Beispiel gibt hievon Amerika. Er referiert in kurzen Worten über seine Tätigkeit in Amerika und erklärt, daß bei der künftigen Verteilung der Ioint-Eelder Polen seinen gehörigen Anteil erhalten wird und die Orthodoxie gebührend berücksichtigt werden soll. Rat Trockenheim 3um ersten Punkt der Tagesordnung Rechenschaftsbericht über die abgelaufene Tätigkeitsperiode, die vielfach Erfolge, aber noch lange nicht das Höchstmaß des zu Leistenden zu verzeichnen hat. Cr stellt einen detaillierten A> bei splan und Vudgetvorschtag zur Debatte, welche bis 1 Ujr nachts dauerte. Der Sokolower Rebbe fordert erhöhte Tätigkeit auf allen Gebieten, denn die Mängel der Organisation zerstören unzählige jüdische Seeten, wetche dem orthodoxen Ideale rein erhallen werden könnten. Er legt das Hauptgewicht auf eine systematische Propagandaa beit. Der Ostrower Raw schlägt vor, sich weniger mit dem Geschehenen zu beschäf.igen und vor allem Mittel und Wege auszusinnen, wie die Verwirklichung der agudistischen Tendenzen zum Vesten des jüdischen Volkes am zweckjichersten zu erreichen ist. Rat Heber verlangt Heranziehung der Jugend, rve'che die Arbeit lebhafter zu machen versteht. Rabbiner I. M. Lewin weist Angriffe auf den Zentralrat mit der Begründung zurück, daß dieser unter den obwaltenden Umständen das Größtmögliche geleistet hat, doch schließe er sich der Behauptung an, daß die der Aguda harrenden Aufgaben unerschöpflich sind. Rat Regowy erklärt, daß der neugegründete „Verband agu- Hu entzündest das Chanuhkah-Eicht und Erinnerungen glorreicher Vergangenheit auf heiligem Boden werden in Dir wachgerufen, wo die Hasmonäer ihr Leben für die Heiligtümer Israels einsetzten und neues Licht dem jüdischen Volke spendeten. Auch heute gilt's, im heiligen Lande der Thora zum Siege zu verhelfen unb auf den Trümmern Zions und Jeruscholajims ein neues geheiligtes Leben erblühen zu lassen. Heine Chanukhah-Spende gehört dem Keren Hajischuw der Agudas Jisroel, dem Paläftina-Aufbaufond des thoratreuen Judentums. Toslsekeekkonto dev (Üa(äsfma^3entrafe dev ftgudas Jisroel, Frankfurt a,M, Ho.52900. distischer Organisatoren, Redner und Schriftsteller" ein ausgezeichnetes Instrument zur Verwirklichung der vorgebrachten Anträge sei, und fordert endgültige Herausgabe einer Tageszeitung für ganz Polen. Gemeinderat Weintraub wünscht straffere Zielsetzung der einzelnen Aktionen. Sejmdeputierter Stempel verlangt erhöhte Einsetzung der Propagandatätigkeit in Westgalizien. Nach einer Reihe von Reden wird eine neungl'ednge Kommission ernannt, die den Budge'vorschlag zur Sanierung der Finanzen zu prüfen hat. Zur zweiten Sitzung kommen eine Reihe neue'nge iroffener Delegierter. Den Vorsitz führt Sejmdeputterter Oberrabbiner Schapira. Rabbiner Dr. Pinchas Kohn referiert über die Verhandlungen der politischen Exekutive mit der englischen Mandatarmacht und dem Völkerbund. Bei dieser Gelegenheit streifte 17. Dezember 1925 er auch den Vorgang der Verhandlungen mit den Zionisten. Rach einer Reihe von Anfragen sei ens einzelner Delegierten wurde der einstimmige Beschluß gefaßt der Zentralleitung den Dank der polnischen Landesorganisation für ihre ausgezeichnete Füh ung der politischen Verhandlungen auszusprechen. 'Die Sitzung trug vertraulichen Charakter, doch werden offizielle Bulletins in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Dienstag nachmittags fand die dritte Sitzung statt. Rach einer Reihe von Resolutionen von Organisationsfragen wurde das vorgelegte Budget einstimmig angenommen. Un'er großer Begeisterung sämtlicher S tzrrngsteilnehmer wird Sejmdeputierter Oberrabbiner Schapira als autoritativer Leiter des „Waad hapoel" ernannt. Es wird eine neungtiedrige Kommission' ernannt, die Vorschläge für -die Waad hapoel-Wahten zu unterbreiten hat. Die vierte Sitzung wird vom Vorsitzenden Rabbi Meir Don. Plotzki eröffnet. Redakteur Meschulim Kaminer referierte über den nächsten Punkt der Tagesordnung: das Erziehungsproblem, in erschöpfender Weise. Eine Reihe von Resolutionen beschäftigt sich mit dem Aufhau des Erziehungswesens und insbesondere der Frauen- und Vejs-Iakow-Bewegung. Sejmdepu ierter Oberrabbiner Schapira berich'ete über die Vorschläge der Wahlkommisslon für den Waad hapoel (Ereku'ive) der Aguda in Polen. Nach diesen Vorschlägen setzt sich der Waad hapoel folgendermaßen zusammen: An der Spitze des Waad hapoel steht ein Direktorium, bestehend aus drei Mitgliedern, die durch eine geheime Wahl gewählt werden. Ferner sind Mitglieder des Waad hapoel die orthodoren Sejmdeputterten und Senatoren (de zeit neun). Ebenso die in Polen ansässigen Mitglieder des Geschäftsführenden Ausschusses der Weltorganisation Agudas Iisroel (Waad hapoel haolami). Ferner je zwei Delegierte der Zeire- und Poale Agudas Iisroel. Ferner elf gewählte Mitglieder, von denen sechs in Warschau und fünf in der P ovinz ihren Wohnsitz haben. Hiezu kommen noch drei Vrrtre'er von Ostgalizien und zwei Vertreter des Sekretariates des Rabbinischen Ra^es der polnischen Aguda. Die vorgenommenen Wahlen haben ergeben, daß das d' eigli d ige Direk orium, a s i l ie nunmehrige oberste Leitung der Aguda in Polen aus folgenden Herren besteht: Sejmdeputierter Oberrabbiner Schapira. I. M. Lewin, Rabbiner Tobias Horowitz. Die Schlußsitzung der Tagung fand Mittwoch nachts bereits unter dem Vors'tz des neugewä^len Präsidenten, Sejmdeputierten Oberrabbiner Schapira, statt. Sejmdeputierter Oberrabbiner Lewin erstattete em dreistündiges Referat, in welchem er alle Probleme der innerpolilischen Situation der O.tlodorie mit glänzender Klarheit betrachtete. Nachher hie t Rabbiner Tobias Ho'vwitz das Erez-Iisroel-Neferat, wobei er praktische Vorschläge zur erfolgversprechenden Du chsübrung einer großen Keren- Hajischuw-Ak ion erstattete. An diese Referate knüpfte sich eine längere D skussion, an der sich auch Rabbiner Dr. Pinchas Kobn beteiligte. Die Nachtsitzung fand erst bei Morgengrauen ihr Ende, wobei der Vors'tzende warme Worte der Dankbarkeit und des Vertrauens im Namen des Zentralrates der polnischen Aguda an den sich verabschiedenden Dr. Pinchas Kohn gerichtet hat. Milk & PosiscliecK-Konlen: Landetdirektoriuia Keren Hatorab in Deutschland, Hamburg Nr,;24753 Keren Hatorah-Kommissariat; Jieipzig Nr. 7QI47 (P, Sch,. A- Leipzig);'V'I; (P.-Sch. X, Hamburg). ' . ' •_ 1 Keren Katorah-Kommis8anat Berlin, P. Sch, A. Berlin Nr.; 12594 für Abraham Kereii Hatorah-KoÄmissariat Frankfuit a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a. M I Rzeazewaki. Keren.Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. .Nürnberg) i Keren'Hatorah-Kommissariat Breslau,'P. Sch. Av Breslau Nr. 60Iwan Möller. Keren ^äterah-Kemmisiariat Kö|n Nr. 50t31. (P. Ss^. A, Köln) &.<!!; '?> u 7iKer4ä'A»t«ras»A»«umOa«iatUamhurg, P, Lclü X- Nr. 40953 tätlDr, 'Julius Ba'er