Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1925-12-17 · Heft 51 (17.12.1925) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 51 (17.12.1925)
Date
1925-12-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2450337-2450386--72753-2530125
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SsVe 4 9li. 5L Der Israelit 17. Dezember 192^; des vorigen Jahrhunderts gegen die ertreme Reform geführt wurden, konsolidierte sich die deutsche Orthodoxie. Insbesondere die Großstädte sind heute zu Brennpunkten blühenden jüdischen Lebens geworden, und der. orthodoxe, westeuropäisch orientierte Iüde fühlt sich in jeder Hinsicht als Bolljude. Betrachten wir dieses Leben jedoch ein wenig unter der Lupe, so fallt uns manches ins Auge, das unwillkürlich zu einer Parallele an die Zustände der Hasmonäerzeit auffordert. Die einfache, genügsame Lebenshaltung unserer Altvorderen, die in der Forderung gipfelte VsKn nVaa ns» ist von einer Lebensverfeinerung westeuropäischer Art vol ständig überwuchert worden. Der gesellschaftliche Konoen ionalismüs beherrscht so sehr unser jüdisches Leben, daß für uns der bon ton — der sich nicht immer mit dem althergebrachten p» 117 deckt — mitunter maßgebender ist als der -p'winto. Die Genußsucht hat auch bis in die kleinsten Kreise Platz gegriffen. Man will hören, sehen, genießen, und die Veranstaltungen, die. häufig in Verbindung mit einer.msata.rtri&v stattfinden. atmen so wenig jüdischen Geist, daß man sich fragen muß, welchen Zwecken sie dienen. . Auf diesen gesellschaftlichen bon ton ist auch die ganze Erziehung unserer Jugend eingestellt. Sie richtet; sich in bezug aus.. Takt, Bildung, Kleidung usw, - vollständig nach dem Geschmack des iTages, und?es' istiMon traurige 'Wahrheit,- was neMch ein RäMner in einer, öffentlichen Erziehungskonferenz beklrndete, daß man nämlich Mütter und Tochter auf der Straße nicht vonemünder. unterscheiden könne, da jene sich womöglich noch kürzer als diese trage. .' Vielfach hat das gesellschaftliche Leben das al'iüdische Fämilienideal groß enteils verdrängt. Gewiß ist bie Wa? ^I^eU, bic der Gesamtheit gilt, i -nicht zu verwerfen, wenngleich die in d i^sem Aufsatz gestellte.Forderung sich an die vns> Arbeit wendet, die Ueder in seinem Kreise zu..leisten hat. Das gGllschafMche Leben ist aber 'weder das eine, noch das andere, es ist, prosaisch ausgedrück-, durchweg ein pmm und mail maä)t sich feinen Begriff davon, welche kostbare Zeit bei diesen gesel.schaftlichen Besuchen und Zusammenkünften verloren' geht. So hat sich unter der Einwirkung dieses westeuropäischen Kulturanstriches langsam und unbewußt, aber umso sicherer eine gewisse Anpassung an die nichtjüdische Außenwelt vollzogen, die auch in-unserem Aeußern wie in der Haar- und Barttracht — von dem Bubikopf der Frauen gar nicht zu reden — sowie in der vielerörterten Namenbenennung offenkundig zutage tritt.. " Ahnen wir es selbst,- wie sehr.die fremdartigen Atome in das Gewebe des .jüdischen Organismus eingedrungen sind und dessen Zellen zersetzen? Ein rückschauender" Blick gemahnt uns unwillkürlich an die gleichartigen Zustände in den Zeilen der Seleuzidenherrschaft. Hellenismus in moderner Form, das kennzeichnet . die Wesensrichlung des westeuropäisch orien ierten Juden.? Rein und hell strahlen indessen der Menorah Lichter in die dunkle Nacht. Sie geben Zeugnis von der ewig unauslöschlichen Idee unseres Geisteslichtes, dessen Glgnz auch die finsterste Golusnacht durchdauern wird. Cie künden von dem immerwährenden Ringen der Schwachen gegen die Starken und der Reinen gegen die Unreinen, und sie mahnen Uns zum Kampf gegen alles lleberstarke und Unreine in unserm Innern, auf daß wir, den Lichtern gleich, der Menorah entgegenst eben sollen und immerfort in Reinheit und Wahrheit dastehen r bmn pvb bbnbi nrnnV .. Hoffmann» Responsenwerk. Von Dr. Moses Auerbach in Berlin. Unter dem oom - ehrwürdigen, Verfasser erwähnten Namen 'h'NMb 7a^>a» sollen die von Prof. Dx. D. Hoffmann b"L7, dem langjährigen Rektor des Berliner Rabbinerseminars, 2) . weiterleben. „Ich gab dem .Buche den Namen naha hvvwb in der festen Hoffnung, meinen Söhnen und Schülern auf allen Gebieten des Lernens zu nützen, , bald auf diesem, bald auf jenem, wie Zeit und Umstände es heischem" Er, der mehr als fünf Iah zehnte hindurch Thora lehrte, will durch seine Hinterlassenen Schrif.en auch wei.er Lehrer und Führer sein. In der selbstbewußten Bescheidenheit, die den großen Verfasser immer auszeichnele, wendet er sich an seine Söhne und Schüler, als wären seine Worte und Entscheidungen nur für diesen zwar großer:, aber immerhin besch änkien, Kreis maßgebend. Die Zeit wird aber zweifellos lehren, daß diese jvoupn für die gesamte rabb'nische Welt von dauerndem Werte sein werden. Mögen einzelne Entscheidungen angefochlen werden, nie 7 •n-ay üTispiins "twin.. ois-n nasm 2) Referent hält sich in seiner Eigenschaft als zu irgendwelchen beurteilenden Bemerkungen nicht befugt. sein Handeln ein. Allerdings — fordert die Not seines Volkes gebieterisch und unabweisbar ein Einschreiten trotz anscheinender menschlicher Unmöglichkeit, wäre es ein Unrecht, die Hände zu verschränken und resigniert des Wunders zu harren — dann, ja dann schlägt eine Flamme in ihm durch, die sich nicht zurückhalten läßt:- sein helles, starkes, unbesiegbares Gottvertrauen. „Gott ist mein Licht und meine Hilfe — vor wem soll ich mich fürchten, Gott ist der Kraftquell meines Lebens — vor wem soll ich zagen?!" Und im Widerscheine dieses Feuers triumphiert er vor Königsthronen. So entblüht die Krone des Baumes, das heitere Gottvertrauen, demselben Saatkorn wie die Wurzel der Liebe zu Israel. M. Sp. Lhanukkahlicht im Feindeslande. Von WM LMdau, Jürth. (gef. 1917). So düster brennt das Chanukalicht In meinem Zimmer, das kleine, So trautrig, weil es alleine ist — In der ganzen Stadt alleine! Alleino versetzet in einer Welt, Wo es keiner schätzt und kennt. Und es wünscht doch nur ein fühlende^ H^rz, Das Flämmchött, das düster jetzt brennt.' Alleine brennend im fernen Land, Ohn' Freund und ohne Genossen, Und möchte doch sein mit Freunden vereint. Das Lichttein, das flammt jo verdrossen. Ts flammt so leicht und flackert so leis, Äst so klein und so bescheiden. .- 3 Und keiner denkt und keiner ahnt, welches Leid sie ihm bereiten. Sie, die es sehen, das kleine Licht, Und nicht wissen, was es bringt. Und ist doch gewohnt, daß allerzeit Sein Lichtschein ins Herze dringt. Es möchte so gern, das kleine Licht Wie früher, Jubel noch sehen! Noch einmal flackert's und ahnet nicht. Daß des Todes Flügel schon wehen. Gar kurz war Deines Lebens Frist, Du armes Chanukalichtlein. Einsam starbst Du, wie Du gelebt — Bist ja gewesen mein! (Hebräische und jiddische Volkslieder im Londoner Radio.) Aus Anlaß der siebenten Wiederkehr des Tages der Eroberung Jerusalems durch die Engländer wurden am 9 Dezember abends durch die Britische Radio-Gesellschaft Vorträge über das Leben in Palästina verbreitet,, verbunden mit Darbietungen hebräischer und jiddischer Volkslieder. FamiliennachnchW. „ Geboren: nsun nntt eine AschtM LehrHtz Barmizwo: Herbert Hausmann. Sohn de§ Herrn Lehrres Willi Weriheimer und Frau Hennie neb. Reich, Buchen «Bade«). Sidroh: Vl'l- - Loses, Sohn des Herrn David Lehmann und Frau Gertrud geb. Kaufsmann. Fürth i. B. 'S. * aber werden sie unbeachtet Md'i ohne Bedeui tüng sein. 2) Ein pps äpns'ri jmnyinnp Vwa,; Vf# |3Naskn kann' nicht übersehen, werden. / Die mnupjv denen leider dis. Zeitangaben . fehlen, sind im K'slev des. Iahres 5652 begonnen,-. einige entstammen den letzten Lebensjahren des Verfassers V'xr. (Nr. 109 ist aus dem Iahre 5678). Sie umfassen tue Gebiete von inm pK 'njn n*iT» »b«n nim- Das Fehlen '. der vsvq jvn '3'7 erklärt sich wohl damit, daß der Kreis der Fragesteller Ländern angehört, in denen bis vor wenigen Iahren mm *i*7 selten waren. Der uns vorliegende Band enthält auf 129 Seiten nach kurzer Vorrede 123 Responsen, die nach dem Titelblatte dem Gebiete des mx angehören. (Nr. 77 gehört zu n'irr). Der Anordnung des N"« entspricht auch die der maiVp. Dem Inhalte und der Form nach sind sie sehr verschieden. Fast ausschließlich sind sie halachisch. Ganz selten findet sich eine literarische Bemerkung. Manche M2npa sind ausführliche Abhandlungen, manche nur . kurze Notizen, deren Hauptwert in den Quellenangaben liegt. Es macht sich hierbei — zuweilen, störend? — bemerkbar, daß der Verfasser das Werk ' nicht selbst zum Drucke vorbereitet hat. As. er schon im'hohen Alter von Schülern um persönliche Herausgabe der V721M gebeten war, hatte i er sie mit der Begründung abgelehnt, daß ihm die Zeit Mr gründlichen Durchsicht fehle. Nach dem Tode des; Meisters hatte der allzu früh vollendete ^7 ftsp bet Nachfolger des Verfassers als TalMüddozent der -Oberabteilung des Rabhinerfeminars, mit der Vorbereitung der Herausgabe begonnen. Sein fo schneller? Heim- , gang ließ ihm nur zur allgemeinen Sichtung 1 und zur Durcharbeilung einiger M2wr> Zeit. Nur zu den ersten nmvn finden sich kurze Bemerkungen R. Abr. E. Kaplans Vxr* Bei einer - Nsuausgabö müßten auch den späteren Nespon- - sen kurze, gegensei.ige Hinweise auf die Behänd- ■ lung g sicher Fragen beigefügt werden. V eileicht lassen sich auch W ederholungen vermeiden. : Aus der großen. Fülle von aktuellen. Ent- ' scheidenseien einige besonders erwähnt. 3j Eine sehr ausführliche Abhandlung ist der Orgel und den aus ihr erwachsenden Konseguenzen gewid- > met (16). Auf acht Seiten findet man. hier kri isches und halach.'fches Material über die Orgel .und den Begriff mpn. (Der auf S. 17 angeführte „Israelii"-A:tikel aus dem Iahre 1866 von ^"27 ist auch in den Gesammelten Aufsätzen von Rabb. Dr. I. Hildesheimer abgedruckt). Pr. 29 be- , handelt die Zurechnung eines mp zu ^ja- Nr. 30 ist ein Briefwechsel mit dem bekannten Astronomen V. Cobn '"a (jetzt in Straßburg) über die genaue Bestimmung von iNV.n niap- Wie sich ein Geschäf t teilhaber, dessen Soz'en . gegen seinen Willen das Geschäft am Sabbat geöffnet haben, zu verhallen hat, belehrt uns Nr. 34. Ein ähnliches Thema behandelt Nr. 35. .Ueber '121 Tvisivnp spricht der Verfasser in Ne. 36—38. Wenn auch in Ne. 36' Muster von Geselischaflsverträgen gegeben wurden, so wird doch am Ende von Nr. 37 auf das religiös-soz'ale Unrecht hingewiesen, welches durch *123 ttisais? den jüdischen Angestellten geschieht» Viele Probleme der Mililä Pflicht beleuchlen Nr. 3) Mit Rücksicht darauf, daß politische und literarische Zeitungen nicht als Quelle der Halacha dienen sollen, unterläßt der Referent die Angabe der Entscheidungen. Wochenkalender. vom 19.—26. Dezember 19W. ' vom 2.-9. Terveth 5686 Samstag Dez. 19 2 V2V N2im na» Sonntag 20 3 Montag 21 ■ . 4 V.MÄag 1Ö 22 5 . '■ Mittwoch 23 6 Donnerstag 24 7 Lreitag 25 8?; -l-- Samstag ä 26 wa’i 9 $< " nu "

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.