Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1925)
- Date
- 1925-12-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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^Sette 2 Nr. 5t_. den. V'xn intavr-> Dieser wol'en wir uns zurvenden, ihr das leuchtende Ziel entgegenhalten. 'I’ia im p nnxr Äugend ist auf dem Wege! Frohe Polschaft. Und zugleich dringende Mahnung!^ An alle, die berufen sind, zu führen und zu weisen. IVochenrundschau. Der Völkerbund und die palästinensische Orthodoxie. 'Wie sich aus den in der heutigen Aguda- Beilage enthaltenen ausführlichen Brich en ergibt, ist es der gesetzestreuen Judenheit und ihrer organisierten Vertretung gelungen, in dem schweren Ringen um die Zukunft des Thoragesetzes im heiligen Lunde einen, soweit äußere Fakwren in Frage kommen, prinzipiell und prak.isch bedeutsamen Erfolg zu erringen. Die Manda.kommission des Völkerbundes hat zunächst ein volles Jahr Zeit gebraucht, um die im Oktober 1924 ihr unterbreiteten Beschwerden der aschkenasischen Gemeinde in Jerusalem in meritorische Beratung zu nehmen. Inzwischen war es dem energischen Auftreten der palästinensischen Orthodoxie und der Agudakreise außerhalb Palästinas zwar gelungen, das Inkrafttreten des bekannten Gemeindegesetzen'wurfes des Waad leumi und damit die gesetzlich gesicherte Knebelung der unabhängigen Orthodoxie zu verhindern, aber die Venach eiligung der aschkenasischen Gemeinde auf den Verwaltungswegen und ihre Zurücksetzung hinter der bislang einzig und allein anerkannten „offiziellen" Gemeinde nahm ihren ungestörten Fortgang. Die Verwaltung Sir Herbert Samuels stand nun einmal auf dem Standpunkt, daß es für dis palästinensische Regierung nur eine einzige jüdische Gemeinde geben dürfe und daß jede Gruppe, ohne Rücksicht auf ihre quantitative oder qualiiative Bedeutung, die sich diesem bürok.a ischen Religtonsschema nicht fügen wollte, einfach als sek iererischer Privatverein anzusehen und aus dem geschlossenen Verband der re igiösnationalen Gemeinschaft auszuschließen sei. Auch die Verhandlungen, die inzwischen von Seilen der Lei ung der Aguda-Weltorganisation mit der zionistischen Exekutive über die Frage des Gemeindegssctzes geführt worden waren, "D 3 «!¥e 1 i t zeiigten zunächst keinerlei post wes Ergebnis. Zwar hatten die agudistischen Vertreter in Wien einen für jeden objek.io denkenden Menschen ohne weiteres gangbaren Weg gezeigt, der bei voller Autonomie gleichberechtigter religiöser Gemeinden die Herstellung des notwendigen Maßes außenpoli Wer Einheit durchaus ermöglchte. Allein diese Vorschläge waren von Seiten bes Waad leumi sowohl wie der zönistischen Orgünisa ion in der üblichen Weise behandelt worden: Durch Ignorieren und Schweigen. Es mag sein, daß an diesem Verhalten zum Teil die innere K.ise Schuld war, die sich sowohl in der zionistischen Lriiung als auch im Waad leumi seit dem Sommer mehr oder minder akut entwickelt hatte. Wie dem auch sei, jedenfalls lag unter diesen Umständen für die Orthodoxie keinerlei Veranlassung vor, in das vor Jahresfrist eingeleitete Verfahren vor dem Völkerbund hemmend einzugreifen. Es ist nun außerordentlich erfreulich, daß es der gewissenhaften Aufklärungsarbeit der Agudas Iisroel gelungen ist, Mandatkommission und Völkerbundrat über die tatsäch.iche Sachlage, allen Verschleierungsv er suchen zum Trotz, aufzuk ären. Wenn 'Manda kommission und Bö.- kerbundrat die britische und die palästinensische Regierung nunmehr aufsordern, die atruel.en Beschwerden der aschkenasischen Gemeinde nach Möglichkeit zu berücksichtigen, so darf man annehmen, daß diese Forderung von der konservativen Regierung und dem Nachfolger Herbert Samuels gewürdigt werden wi d. W chiiger noch ist jedoch die ausdrückliche Feststellung der Mandalkommisfion, daß nach ihrer Ansicht auch de lege serenda keine Notwendigkeit besteht, die Iuden Palästinas in eins einzige re Möse Zwangsgemeinschast hineinzupressen, wenn die' Gewrssensfrei eit die gesonderte Organisation verschiedener Gemeinschaf en, sei es in einer und derselben Stadt, sei es im ganzen Lande» fordert. Wir möchten schon heute feststelten, daß. diese vorbehaltlose Anerkennung der reiigiösen Autonomie jeder Gemeinde durchaus nicht zur Zersplitterung, sondern im Gegenteil zu einer Form der Einheit führen kann, die nicht auf dem Staatszwang, sondern aufdem freien Wollen aller Beteiligten beruht. Fast höher noch als den praktischen Erfolg, den die von Agudas Iisroel vertretenen Kreise Erez Iisroels in ihrem gerechten Kampf um die Gewissensfreiheit errungen haben, möchten wjr jedoch die prinzipielle Bedeutung der Tatsache bewerten, daß Agudas Iisroel hier vielleicht zum ersten Male im Sinne ihres von 17iDezetnber W2ö der Tribüne der Kenessto Gedaulo herab foul verkündeten Programms Gelegenheit gefunden' hat, dem fälschen nationalen Ideal des Zionismus im Angesichte der Volker den wahren Eha-t rakter des von der Thora beherrschten-jüdischen Volkes gegenüberzustellen. Die segensvülle Wirkung dieser, der geschichtlichen und politischen Wahrheit im höchsten Sinne dienenden Arbeit kann nicht ausbleiben, wenn sie' konsequent und entschlossen .fortgesetzt wird. Die zionistische „Rundschau" unternimm! den seltsamen Versuch, den „Israelit" und mit ihm die leitenden Kreise der Agudas Iisroel in Gegensatz zu der slowakischen Orthodoxie zu stellen, indem sie behauptet, die verantwortlichen Führer der Aguda billigten das Verhalten ihrer Gesinnungsgenossen in dem soeben zu Ende gegangenen Wahlkampf keineswegs. Unbeschadet der Tatsache, daß die slowakische Landeskanzlei ebensowenig wie die dortige agudiftische^ Landesorganisation sich für ihre innerpolitifchen Maßnahmen irgend welche Direktiven bei der Leitung der Gesamt-Aguda einzuholen pflegt, können wir doch — ebenfalls aus Gründen der Wahrhaftigkeit — der „Rundschau" den Gefallen nicht tinv ihre Feststellung als richtig anzuerkennen. Wir sind vielmehr der Meinung, daß bei einer vorurteilslosen Prüfung des Tatbestandes, wie er erst jetzt aus Grund der beiderseitigen Äeuherungen in der Presse möglich ist, die Klarheit und Integrität der orthodoxen Politik bei Gelegenheit der Wahlen überzeugend zutage tritt. Wenn die zionistische Presse die Anklage erhebt, die Orthodoxie und ihre „Wirtschaftspartei" habe sich zum Trabanten der Regierung erniedrigt und lediglich ihr zuliebe das Erstehen einer jüdischen parlamentarischen Minderheitsvertretung vereitelt, so ist das eine jener bodenlos gemeinen Verleumdungen, durch die sich der zionistische Parteikampf im Osten auszuzeichnen pflegt. Die Niedrigkeit dieser politischen Verleumdung steht kaum hinter jener anderen Perfidie zurück, die den bekannten und bewährten Führern der slowakischen Orthodoxie die Behauptung an den Kopf wirft, sie hätten sich für Geld an die Regierung verkauft. Wir sind einigermaßen verwundert darüber^ daß man in der Sächsischen Straße, wohin doch wohl der Wellenschlag der manchmal etwas balkanmäßig wilden tschechoslowakischen Wahlkämpfe nicht dringt, den natürlichen und fast selbstverständlichen wahren Sachverhalt überhaupt nicht zu begreifen scheint. Die slowakische- N2i2»Gedanken. Von Rabbiner Dr. W. Heroin in Kamöurg. Nur wenige Worte sind es, die wir im Talmud über die Einsetzung des naian lesen. Um so zahlreicher sind die Aussprüche unserer Lehrer, mit denen sie Helles Licht über die erhabene Bedeutung unseres in seiner äußeren Gewandung so schlichten Festes verbreiten. Es ist natürlich, daß sie an das Chanukkahlicht anknüpsen, das d ch schließlich im wesentlichen die Feier des upian darstellt. 1. «T^ na» X2'N' Wo soll man das Licht stellen, wenn man es in die Nähe der Tür bringen kann? Die Entscheidung fällt dahin. na xnnt? '72 Vxaffa •73’a nmai Vxaff» naian. daß sein Ott 6N der inken Seite des Türeingangs ist. So ist die Tür von mit» und Chanukkahlicht förmlich umgrenzt. Beide stehen in einem gewissen inneren Zusammenhang. Der Glaube an Gott, den wir aus unserer >7TU1 schöpfen und der immer von neuem durch die nrna in uns lebendig wird, findet seine Krönung durch unsere Geschichte. Auf jedem ihrer Blätter steht verzeichnet, was uns -raun na so machtvoll veranschaulicht: „h nax mma dx '2 naa x^i Vma M rax- Nicht durch Heeresmacht und nicht durch Kraft. sondern nur durch meinen Geist spricht der Gott der Heerscharen". Unsere Thora und unsere Geschichte, das sind die Quellen unserer Kraft. Sie bezeugen einander und müssen uns die Psadwiser fürs Leben blliben. — 2. naaa mva mxnrrb rnvx ’öx an narr.nnin' an narr naun na R. Iehuda hat im Namen R. Alst aelchrt: .Es ist verboten, beim Chanukkahlicht Geld zu zählen". Offenbar soll das ein Beispiel sein für das, was mit anderen Worten bereits nachdrucksvoll gelehrt ist.- f*mx^ wnnwnh nivrr. Es ist verboten, sich des Lichtstrahls des naian Lichtes zu bedienen. Aber immerhin bleibt es auffallend, daß gerade das Geldzählen herhatten mutz, um diesen Gegenstand zu beleuchten. Vielleicht ist aber damit noch ein weiteres beabsichtigt. Die geiftioen Werte des Judentums, deren Erhaltung und Sicherung, gölten die Makkabäerkämpfe. Die Ideen, für die sie sich einsetzten und ihre Mannen zu begeistern verstanden, machten sie zu Helden, , wie ste die Geschichte nicht oft aufzuweffen hat. Das Chanukkahlicht beim Geldzählen benutzen zu wollen, ist mehr noch als die Uebertrelung des Verbotes, das jenes als Selbstzweck schützen will, es stellt eine ,mxon jma dar. es zeugt von einer gar zu geringen idealen Veranlanfogung, von mangelndem Verständnis für den Sinn dieser wie überhaupt aller unserer mxa- Zur Zeit, wo die Lichtlein an der Menorah leuchten/ sollen wir Ms wie in eine höhere Wett„ versetzt fühlen, cha mutzMr diese kurze Spanne jeder irdische,'Mvtmke, äM materielle Sehnen vollständig weichen. ' 3. .lau» W na p’Vnan an nax wm na x"n n nax naian hw na nrrin.n nax ''»m am -pa^ i'nx 2! Chijo bar Aschi meint im Namen des Rawr wer drs Chanukkahlicht an zündet, mutz den Segen sprechen: R. Iiomejoh aber erklärt, wer es sieht, hat die nana zu sprechen, nnin' 'n nafr 'a Ina» j?’>n»i v'NV ina» nRinn ]wxn »r- R> Iehuda vermittelt und urteilt: beide/sprechen ste die » nana, der Anzündende wie der die Lichter am Feste steht. — V rwunderlich ist es doch wodl, datz dem der den Chanukkahgrutz von den Strahlen der Lichtlein entargennimmt. eine ,-rana zur Pflicht gemacht wird. Vielleicht ist das Morio darin zu suchen, van avnva. das Wunder des Chanukkah allenthalben zu veranschaulichen, das ist das Ziel der Lichtlein. Ihr Zweck ist gewissermaßen erst erreicht, wenn sie den. der sie schaut, zum Nachdenken, zn einer geistigen Schau veranlassen. Wer dahin komm! der wird sicher nicht vergessen, dem Lob und Preis zu spenden, der so sichtbar mit den Juden gewesen ist m,n Tara a.nn Q’a’a .... Cs ist audj ein gewisser G ob von Gemeinstnn, der da wachgerusen wird. Der eine ,entzündet das Licht". — er weckt die Gedanken, der andere nimmt sie in sich auf und steigt empor zu deu Höhen, wo sich ihm erst der Sinu fürs Edle und Wahre erschließt. So sollen Israels Kinder sich geaenseitig stützen und fördern, damit ste einer durch den andern wachsen und emporsteigen. Das ist die wundersame Kraft, die in der gemeinsamen Verwirklichung unserer nnin liegt. 4. „rr. Wir zünden rste Lichter zur Erinnerung an das Naian^Wunder. Warum dann aber an acht Abenden? Das Wunder zeigte sich doch wodl erst am zweiten Abend.wowiderErwartenimmernöchOelinderLampe vorhanden war. Diese Frage ist mannigfach beantwörtetworden. Datz überhauptOel gefunden wurde^