Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1925)
- Date
- 1925-12-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2450337-2450386--72750-2530122- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Wolin 1× ep/1047646
OCR text
66. Jahrgang. Frankfurt a. M., den 17. Dezember 1925 30. Aislew 5686 kill Centralorgao tör das orthodoxe Judentum Begründet von Dr. Lehmann kn Mainz. Nr. 51 Sdvnnemenl ab Januar 1V84: Deutictzland 1 Soldmark monatlich; Ausland: Viertel» — « 'i wiyitPR xv yv. 4 «uuuuv « |V., oiuuui «u ouVv|iuwwu «u «atu»« «uuwh 7.50 8ft; Rumänien 800 Lei; Polen 4 deutsche Göldwark zum Tageskurs oder 6 Zloty; Schweiz 8 Fr.; Tschecho-Slowaket 26 Kronen; Ungarn 50000Kronen; Dänemark 6 Krone»; Norwegen 6 Kronen; Schweden 8.60 Kronen. ■ Einzelnummer dreißig Soldpfennige. Der Jsraeltt erschein> jede» Donnerstag. Inserate 4« Soldpf. für vte ftebengespaltene Nonvareille-Zetle. Abonnenten zahlen bei Stellengesuchen und Familtenanzetgen nur 80 Pf. Die 76 mm breite Reklame-eile! letzte Textseile l.sv Mt., vorletzte Terrseite 2.— Mk.; Ehiffregebühr in HSbe eine-- dopp. Fernbriefzortos. Rabatt nach Tarif. Bet laufend«« Snserataufträgeu tarifm. Preiserhöhung jederz. Vorbehalt. Jnferatenanuahme durch den Verlag des Israelit D.«. b. tz.. Franks, a. M., Sr. Eschenheimer Straße 88, Tel. Hansa 6448 Sw. durch sämtl. Annoneen-Exved. des In- und Auslands. Alleinige Jnseratenann. für Franks. 'schäftsan,eigen- Snl. Schmidt, Langestraß» 7, II. Platzvorschriften ohne Berbtndlichke". Zahlungen vir« tt an den Vertag, auf Poftschecktonro Frankfur! lMain) Str lttvux. — Slußerve» an: Postlparkafsr Wien Ute. 7UW)6 - ’>jetfvactajfenaatt BuSapeft SU 10 ml - Postscheckkonto Warschau Nr ISO 757, - Postscheckamt Zürich Nr. VM7884 — qroiieedam - Postk^eckzm» Amkieed»« Ne. gl Als) — Niibmisb» Unimban» Peoo - 8°»'«, Marmorn»»*, RI««* ft Cr 'n Bukarest — Filiale des Wiener Bankvereins in Agram. - Der Gerichtsstand für alle aus Abonnements oder aus Inseraten sich ergebenden Zahlungsverpflichtungen ist Frankfurt a. M. «And nachher kamen Deine Söhne". ii. Wer wollte das starte Sehnen und Suchen der Jugend, auch in den anderen Lagern, verkennen? Ein Ringen um greifbare Lebensziele, um festeren' Halt in der Ideen und Erscheinungen Flucht. A.lein dieses Suchen nach gemeinsamen Zielen, nach neuen Kamine decken 1 für den jüdischen Impulsen en springenden Ideenflutz und Betätigungsdrang kann auch eine eminente^Gefahrmi sichb ingcn —wenn di:gefundenen toammeljmnLe nicht auf der Linie des Judentums liegen sollten. Hier müßte Sammlung Unheil gebären. Für den auf eigene Faust Abgesaltenen gilt das bekannte Wort: sys btnv* Hin t?rriL" rrvmr». Scham und Reue, das Gefühl des Alleinstehens werden ihn wieder in die jüdische Gasse geleiten. Bekommt aber der Abfall Methode und ist er getragen von Partei und Richtung, so daß Bet dem Einzelnen das Gefühl des Nich.judeseins von einem solchen des Andersjudefeins abgelöst wi.d, fo ist die Gefahr der absoluten Absplitterung, der weiteren Entwicklung auf parallelen oder entgegengesetzten Wegen zur eigenen Sekte mehr; d enn nah e. Die Präzedenzfälle in der Geschichte führen hierin eine deutliche und erschütternde Sprache. Der Hellenismus ist bei all seiner radikalen Abkehr Noch keine Sekte mit eigenen Mari men und eigenen Richtlinien, ist nich t einmal von einer einheitlichen Lebensanschauung getragen. Er ist eine lose Gemeinschaft von Menschen, deren jeder auf eigene Faust und auf eigene Art mit dem Gesetze gebrochen hat, aus Lebensrausch, aus Gewinnsucht, aus Indolenz oder aus anderen Gründen. Reiner hatte sich aus innerer Uebezsugung fremden Lullen zugewandt. Cs gibt daher keine hellen'stische Sek e, die irgendwelche Spuren in der Geschichte hin.erlassen hätte. Einzelne mögen ganz im Hellenentum aufgegangen sein. Aber sicher rekrutieren sich „die Söhne, die nachher kamen," ,Ju einem buten Teile, auch aus diesen Kreisen, Zn denen; die Ernüch rung sich schon unmittelbar stach AM Makkabäersiege einstellte. \ ) Die Sadduzäer, die eine (Benevatiött später auf die Hellenisten folgen,' ge^en gewltz nicht soweit wie ihre geistigen Väter. Sie bleiben auf jüdisch-na ionalem Boden und wollen nur im Einzelnen umformen, sogar unter Berufung auf das Zeugnis des alten Gesetzes. Aber da sie gesammelt sind um ein System, da sie vereint sind in einer Ideologie und einer Weltanschauung, die von der alten abweicht,' da sie von jedem der Anhänger ein klares Bekenntnis zu einem gemeinsamen Prog amme verlangen, stehen sie bald als eigene Sekte abseits: fremd und fem und feindlich dem Judentums gegenüber, diesem schwere Schäden bringend bis in die spätesten Zeiten. Bon dieser Seite hatte das Judentum nichts mehr zu erwarten. Genau das Gleiche wiederholte sich im ewigen Wellenschläge der jüdischen Gesch'chte 800 Jahre später mit den Karäern, die sogar bewußt an die Sadduzäer anknüpf'en. Schon von ihren ersten beiden Führern An an und Saul, von denen man gleich genau wußte, wolin sie steuerten, konnte man mit Recht in rabbinischen Kreisen den Vers aus Hiob, Kap. 7, anwenden: nbv* kVi Vikip rr p pr nVa Sie gingen und kamen nicht mehr wieder. Darum gilt es, den Suchenden jüdische Wege und jüdische Ziele zu geben, wollen wir das Wunder des y'22 inn p nnrri auch heute wie dazumal erleben. Fängen wir schon bei den Kleinsten.an, denen wir mit Hinweis auf „diese Lichter, 'die heilig sind" erzählen von „den Wundern, die Cr vollsührt hat durch seine heiligen Priester." Heilige Priester waren es und nicht Helden, als welche sie fälschlich gefe'ert werden, die den Kampf geführt und den Sieg errungen haben. Als Priester war ihnen aber der Kamps nicht eine in sich geweihte Handlung und der Sieg nicht Enderfolg. Der Kampf war das grausige, unabwendbare Mittel für den Sieg. Und dieser nichts anderes als die Freimachung der Bahn zum Tempel, zum Altäre und zum Gottes^ichte,- die Freilegung der verbauten jüdischen Straße für die große Schar der aus Ab- und Umwegen Umherirrenden und im tiefen Verstecke Harrenden. ’; Hnfy* dann s i n a en wir mit ihnen an- HließenMdatzWlte LieMwn der „Feste unseres ^eiles"MÄM'ach der'MnleitHiÜ in vier kunstoll aufgeb'äuten Strophen uns vier Phasen aus der jüdischen Geschichte vor Augen führt. Ueberall war es doch dabei so, daß „nach all dem die Söhne kamen". Aus Aegyptens Sklavenjöche „führte er mit großer Hand das Volk seiner Wahl". Aber das Zeitalter der S ö h n e erst war für reif befunden, 'ins gelobte Lrnd zu ziehen. Aus baby'onischer Gefangenschaft zogen des Volkes große Teile in die alte Heimat hinauf, aber es wa.en vornehmlich die Jüngeren, die, wie Daniel, Chanania, Mischael und Asaria, am königlichen Hose die Treue zum Väterglauben bewahrten, die Iünge en, die mit Esra und Nehemia zur zweiten Aufbauarbeit im Geiste des alten Gesetzes hinaufzogen. Und a's „die Höhe des Edelbaumes fällen wollte Agagi, der Sohn Hamdatas" und mit i nt Israels Andenken ve n chten, so waren es wiederum, nach sinniger Midrascherklärung. junge Kinder, die dem in Sack und Asche verzagenden Mordechai die prophetischen Trostsätze zuriefen: „Fü chte nicht die Gefahr, die plötz ich hereinbr.cht ..." „Schmiedet P.ane, sie werden doch vereitelt ..." „Und bis ins Alter hinein bin Ich es, der euch trägt usw." Und so war es denn auch damals, als sich die Syrer zusammenrotteten, „damals zur Zeit der Hasmanäer-— Spielen wir mit ihnen nach altem jüdischem Brauch am Lih'erscheine und sp echen ihnen davon, daß im Wechselspiel der Geschichte der letzte Gewinn dem Träger des Gotteslichtes und dem Künder der Eotteswahrheit sicher ist. Wie oft schien es, als setzten wir auf die letzte Karte, aber der Gewinn war ihr stets beschieden. Damals hieß diese letzte Karte Modin, hundert Jahre später Jabne, noch später waren es Sura und Pumpedita. Zu Beginn unserer Äera bilde e eine Elfmänner-Gemeinde mit ihrem genia'en Führer diese letz e Karte für das Westjudentum. Heute mag sie für das Judentum der ganzen Welt Aguda heißen, oder auf einen ande.en der vielen Namen, die in diesem Zeichen ein gemeinsames Ziel nennen, hören. Die Söhne kommen!- Dreimal wird beim Suchen Josephs nach seinen Brüdern in gleichem Zusammenhänge das Wort v« gebraucht — trftKEn - vn mKxn’t •nt» w'xn Es smd^ dtimp, nach M drasch, die drei G"Uppen -bezeichnet auf dem Wege der jüdischen Sammlung. Die ersterehat den Weg be.eiis zu uns gefunden. ff’K mxa’V Die letzte strebt auf entgegengesetzter Linie weit weg oün uns' m» tyoj. Dazwischen steht aber die große Schar der Fragenden und Suchen-