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Der Israelit · 1925-11-12 · Heft 46 (12.11.1925) · page 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 46 (12.11.1925)
Date
1925-11-12
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 14 Nr. 46 12. November 1928 Der Israelit 2. Juden vor der Klagemauer. Sie sitzen beim Beten, da das Ausstellen von Stühlen und Bänken verboten ist, auf dem Boden. Der Versuch, dieses ganz ungerechtfertigte Verbot zu umgehen, führte am letzten Jom Kippur zu den bekannten Zwischenfällen. Im übrigen verweisen wir auf den Artikel „An der Westmauer" auf S. 1 3. Der Teich Silo ah, von wo die Wasserlei'ung ihren Ausgang nimmt. Die hier in den Fels gehauene unterirdische Wasserleitung stammt nach der Ueberlieferung vom König Chiski'ahu, wofür man einen Beleg im Jesajas Buche finden kann, nach anderer Version aus der Zeit des Königs Salomo. 4. Der Hain Mamre hat schon für unsere Kleinsten einen lieben Klang. Es ist der Ort, wo nach dem Berichte des letztwöchigen Thoraabschnittes die drei Engel vor Abrahams Zelte erschienen sind. Der Hain liegt ganz in der Nähe von Hebron. Ein mächtiger Baum steht da, auf den die Araber als auf denjenigen Hinweisen, unter dessen Schatten Abraham seine himmlischen Gäste bewirtet hat. 5. Am Toten Meer. Man gelangt zu ihm auf einem Wege, der von Jericho aus direkt dahin führt. Es ist eine große Wüstenei, umspült von einem toten Wasser. Man trifft da Beduinen, die gegen ein Bakschisch alles Mögliche, Wahres und Unwahres über die Gegend und das Tote Meer sowie die historischen Stätten in der Umgebung erzählen. Was wir wissen, ist aber nur, daß das Wasser eine Salzlauge von brennendem bitterem Eeschmacke ist. Es ist so schwer,^ daß der menschliche Körper nicht hinuntersinkt, sondem frei von ihm getragen wird. Dabei ist es so leblos, daß es seinen Namen vollauf verdient. 6. Der Jordan bei der Brücke. Der Jordan fließt als Hauptfluß in das Tote Meer und ist im Gegensätze zu diesem von größter Lebhaftigkeit und Lieblichkeit. An seinen Usern gedeihen tropische Pflanzen und Tiere, u. a. der Strauß. Die Beduinen suchen mit Vorliebe die Jordanufer zum Lagerplatze auf. Manche Stellen sind auch als Vadeplätze sehr beliebt. 7. Die Stadt Safed ist ein wichtiger Punkt des „alten Jischuw". Es ist die heilige Stadt, in der Rabbi Josef Karo den „Schulchan Aruch" verfaßt und Rabbi Jizchak Luria (Ari) die Kabala gelehrt hat. Safed zählt heute 16 000 Einwohner, davon 6000 Juden. 8. Die Ebene Jesreel, Kleiner Hermon und Gilboageb i r g e. Es ist das vielgenannte E m e k I s r e e l, auf dem große Bodenankäufe von der Zionistischen Organisation wie auch von der A g u d a erfolgten. Wenn man von Safed aus nach der Richtung des galiläischen Hochlandes wandert, bietet sich am Südrande ein prachtvoller Ausblick über die gesamte Ebene, ebenso über das Gebirge Gilboa und den sogenannten kleinen Hermon. 9. Die erste jüdische Stadt Tel- A w i w ist von Jaffa in etwa 20 Minuten zu erreichen. Die Stadt zählt etwa 30 000 Einwohner^ fast durchwegs Juden, und ist in jeder Beziehung nach der modernsten Baulechnit errichtet. Es herrscht zur Zeit eine enorme Baubewegung in und um Tel-Awiw. Die Stadt wird von einer jüdischen „Araja (Stadtverwaltung) verwaltet. 10. Die jüdische Kolonie Rosch Pina liegt am Hulesee und unterhalb des Großen Hermon. Es ist eine der ersten jüdischen Siedlungen in Galiläa auf dem Wege zwischen Liberias und Safed, sie wurde 1882 von rumänischen Einwanderern gegründet und später von Baron Rothschild übernommen. Die Kolonie ist auf einem hohen Berge gelagert, von wo aus man den Hermon im Nordosten und das Gebirge Naphtali im Nordwesten sieht. Die Luft- und Wasserverhältnisse sind dort sehr günstig. Die Kolonie zählt 600 jüdische Seelen und besaßt sich in letzterer Zeit auch mit Tabakbau. Sämtliche Bilder sind dem bei Julius Hoffmann in Stuttgart soeben erschienenen herrlichen „Palästina und das Ostjordanland" von Ludwig Preiß und Paul Rohrbach (mit 214 Tiefdrücken und 21 färb igen Uvachromien nach Aufnahmen von Ludwig Preiß) entnommen. Den Tilgern gehen 16 Seiten Tert Groß- Oktav ooran^ aus dem wir auch einiges für die obenstehende Notizen verwertet haben. Die Wiedergabe der Originalaufnahmen in Tiefdruck ist glänzend gelungen, so daß das Werk jedem Kenner und Freunde des heiligen Landes eine Herzensfreude bedeutet. Die Juden inMarokko. Eine Viertelmillion Juden befinden sich in Marokko zwischen den Fronten der Riffleute auf der einen und der Spanier und Franzosen auf der anderen Seite. Aber für Abstammung, Art und Lebensweise der Juden im Riffgebiei sprechen ziemlich zuverlässige historische Quellen . . . Laut marokkanischen Traditionen gab es bereits zu Zeiten des Königs Salomo eins jüdische Kolonie in Marokko. Salomo soll zur gleichen Zeit, da der Tempel in Jerusalem entstand^ auch eine große Synagoge in Marokko errichtet haben. Sicher steht für alle Fälle, daß es Juden in Marokko bereits vor der zweiten Zerstörung gegeben hat, was durch alte Grabsteine bestätigt wird. Als die Römer im Jahre 42 nach der üblichen Zeitrechnung in Marokko eindrangen, fanden sie dort bereits eine blühende jüdische Niederlassung. Nach der Zerstörung des zweiten Tempels und beim Einsetzen der großen jüdischen Goluswanderung fanden neue jüdische Massen den Weg nach Marokko. Sie lebten in der römischen Zeit in Ruhe und Frieden, beschäftigten ’ sich mit Ackerbau und Handwerk und ein wenig mit Handel. Die Verfolgungen setzen erst mit dem Ueberhandnehmen des Christentums in Rom im vierten Jahrhundert ein. Das verhinderte zunächst nicht die Ausbreitung und Entwicklung der jüdischen Bevölkerung, um so mehr, als große Teile der verschiedenen Berberstämme zum Judentum übergingen. Zu Anfang des siebenten Jahrhunderts war das jüdische Element fast vorherrschend im ganzen Nordgebiet von Afrika. Zu Beginn des achten Jahrhunderts dringt der Islam in Marokko ein. Im Kampfe gegen die Mohammedaner tut sich eine jüdische Frau namens Dam ja tapfer hervor und führt eine riesige Armee gegen den arabischen General Hassan eben Numman. Beim Siege der Araber fällt auch die jüdische Amazone. Marokko wird mohammedanisch und seitdem ist dort das jüdische Schicksal eng verbunden mit dem mohammedanischen. In den folgenden Kämpfen um die Herrschaft in Marokko hielten es die Juden mit der herrschenden Dynastie und konnten sich dank der vielen erhaltenen Privilegien mächtig ausbreiten. Im zehnten und elften Jahrhundert ist Marokko ein Zentrum jüdischen Geisteslebens. Dort leben Rabbenu Chananel, Rabbenu Rissim, Rabbi Jizchok Alfa ssi. Auch der große Sprachforscher Dunasch ben Labrat kam aus Marokko nach Kordova. Wasserverteilung am Goldenen Tor in Jerusalem. t yft JW t mm rrv- ■ Der Teich Siloa, der Austritt der Wasserleitung.

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