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Der Israelit · 1925-11-05 · Heft 45 (5.11.1925) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 45 (5.11.1925)
Date
1925-11-05
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 2 Nr. 22 Der Israelit Blätter 8. November 1925. , Die N"MX-Arbeit in der Stadt. (Würzburger Referat.) Von Wolf S. Jakobson in Hamburg. (Fortsetzung.) 613 Gesetze sind dem Moses gesagt worden, da kam *th und führte sie auf 11 zurück; und später Jesajas auf 6, und Micha auf 3 und Jesaja wiederum auf 2 und schließlich oiasr auf 1, dem pinin ein anderes, letztes gegenüber stellte. Was soll das bedeuten? Etwa, daß das Thorajudentum im Gegensatz steht zum prophetischen, daß gegenüber der Fülle verwirrender und entmutigender Vorschriften der Thora das geläuterte prophetische Judentum kommt und uns eines Besseren belehrt und zu uns sagt: Es genügt, wenn du ein ethischer Mensch bist — alle diese Gesetze waren gut für jene Wüstennomaden, denen sie gegeben wurden, das jüdische Volk ist h\ ir sie hinausgewachsen! Vor solcher billigen Ueberheblichkeit warnt uns des letzten Propheten Wort, in dem 'brr'?» spricht: nwa nwsa muvnrrt wvswai D’pn brrmp' mm inirr 'inirr und in dem er sogleich sortsährt: nVw*Mil .ipaan nrr. Dieeinzig e Möglichkeit für b&iw> sich durch die Zeiten zu tragen bis zu den Tagen, da Elijobu kommt, die einzige Möglichkeit, sich überhaupt für Elijohus Kommen zu rüsten, ist: das ständige sich vor-Auge und Herzhalten des g a n - z e n göttlichen Gesetzes, in seiner Totalität, in seiner Ungeteiltheit, in. jener Chorebstimmung, die pin und nicht schied, vv^i nvwi formte und so Form und Inhalt, Tat und Gesinnung eins sein ließ. Dies zu betonen, scheint wichtig in heutiger Zeit, wichtig ist's, festzuhalten; mag man auch die ganze min als geoffenbart anerkennen, aber nur den geringfügigsten aus *iaim bp oder ,w ,tim gefolgerten Schluß als unverbindlich ablehnen, man unter den bbs von ma'mm’D mit allen seinen furchtbaren Konsequenzen fällt ,(ö"S .pn?ue), wichtig und notwendig gegenüber so mancher Bestrebung und Bewegung in unserer Zeit, die ‘mx mwn aus geistigem. Gebiet so leicht übt, die uns gezogenen Grenzen leichtfertig verschiebt. Was also soll jene Zurückführung auf 11 und 6 usw bedeuten? M. E. soll uns an dieser Zusammenstellung Wirkung und Zweck der nun sowohl als auch Mittel und Möglichkeit, ihr sich zu unterordnen, dargestellt werden. — Kein Gebiet menschlichen Lebens, so lehrt uns *m wird nicht durch die ,*rrm geadelt und auf die Höhe des Guten gehoben; sie erzieht zur vollendeten Harmonie des Lebenswandels °B'»n zur liebeerfüllten Tat pis.tysn zur Reinheit und Wahrheit der Gesinnung mn )22b2 NQ8; sie verhindert Bösrede iw1? bv xb läßt uns, nach der Deutung der mm die Kreise des Andern nicht stören nsn insn1? w? rrb — läßt auch zum Aermsten, der unser Verwandter ist, in Stolz uns bekennen, daß nicht der reiche Großvetter zum Onkel, der arme Onkel zum entfernten Verwandten gewandelt wird *6 nsnm 1212p. bv kw: — Die Thora erzieht uns zur völligen Objektivität: der Schlechte, und wenn unser nächster Verwandter es tut, bleibt schlecht: asm .2522lehrt uns, den wahren Adelstand unseres Volkes ehren 223' 'rr.sv ns> prägt uns die Heiligkeit des Schwures ein, daß wir am einmal gesprochenen Wort nicht deuteln und sei es für uns auch noch so belastend: v2w:, w* sVi mn*? — die min prägt uns ein, selbst stnn miwa v^vb'im Geschäftsleben so lauter dazustehen, , daß wir selbst vom Nichtjuden keinen Zins zu nehmen: m *b isvv sie stärkt unseren Rechtssinn so, daß selbst das Erlaubte, wenn es nur den Schein des Verbotenen trägt, uns verboten bleibt: npb s1? 'p: b$ inwi — das will -711 uns sagen: erfülle Gottes ganzes Gesetz und du bist jeder Situation des Lebens gewachsen: aVi?1? vi»'. sb nVs nwy-. — Und ähnlich.ver? stehen wir Jesajas-.Zusammenfassungen- und Michas Wort, wenn er vsw» und wn und »jsk mb* Rechtssinn und Liebesbereitschaft und Keuschheit des Wandelns postuliert. ' Und wie man solches erreicht? Das wollen uns vielleicht oiay und piprn sagen, vivv mit seinem herrlichen r>m ’wn hs-iw n'2b m ms mdaß aus dem großen, innigen Suchen Gottes uns die Kraft zum rechten Leben blüht, und pip2n mit seinem gewaltigen, das Letzte uns offenbarenden: -n'n' in:ivs2 p»TJh Und dieses pip2N -Wort, m. V. das deutet uns, der Gesamtheit wie dem Einzelnen an, wie wir zur mm gelangen, indem es uns sagt, daß der p'NS' das ist der Mensch, der mm durch sein Leben realisiert, durch n :: v s lebt. — Was, n:ms ist? Sicherlich nicht Glaube, in dem landläufigen Sinn, dem unser Judentum gar^fern steht, allein auch nicht Festigkeit und Treue, wenngleich das ewige Verbundensein mit Gott eine starke Treue und Versuchungen überwindende Festigkeit fordert und voraussetzt, bestimmt aber Erziehung, wie ja auch nach dem Psalmenwort (119,86) mms fxvix» b> der Sinn aller Einzelvorschriften Erziehung des Menschen ist. Und in diesem Sinne glaube ich ist^siw jrms' soweit es sich um die Fürsorge für den Einzelnen handelt, in erster Reihe eine Erziehungs? Gemeinschaft. Und die Aufgabe der ’"K ihre Arbeit, soweit sie das Jndividium angeht, ist im wesentlichen eine erzieherische: sie soll Menschen für bsnw bb> den thorabeseelten, formen. Und die n 2 : s-A r b e it in d er Stadt, die, wie wir einleitend ausgeführt haben, dem Judentum so gefährlich ist, ist darum im ganz besonderen Sinne E r z i e h u n g s a r beit, Arbeit, die schon in frühester Jugend begonnen werden muß. Und so hat Agudas Jisroel mit ihrer Arbeit, die sich mir also zuvörderst als ein ii:n darstellt, in Uebereinstimmung mit jenen *8 *wjfr.Tan 1222 „erzieh den Knaben anderOeffnung, d. h. am Beginn seines Lebensweges" anzufangen, wenn das Kind noch ganz klein ist; mit vollendetem dritten Jahr hat der „Kindergartender '" s das Kind aufzunehmen. (Fortsetzung folgt.). Die Arbeit auf dem Lande. Referat, dem Würzburger Bundestag der A. I. I. O. Deutschlands erstattet am 4. August 1925. Von Wax Gukmann in Nürnberg. Meine Damen und Herren! - Ich habe die Ehre mich mit Ihnen etwas über „die Arbeit auf dem Lande" zu unterhalten. Das mir übertragene Referat bedingt es aber, daß ich nicht nur zu Ihnen allein sprechen kann, sondern auch meine Worte zum Teil an die richten muß, die draußen in der Provinz mit großer Spannung unseren Verhandlungen im Geiste folgen. Und ich bitte dies bei meinen Ausführungen berücksichtigen zu wollen. Meine Damen und Herren! Sie kennen vielleicht alle die Verse Jakob Löwenbergs „Von Ihren Leuten wohnt hier keiner mehr" und wissen auch, daß Jakob Löwenberg darinnen das . ergreifende. Bild einer' untergegangenen jüdischen Landgemeinde' gezeichnet hat. Sie werden daher begreiflich finden, wenn ich an den Anfang meiner Ausführungen die Worte dieses Dichters stellen will: .um Heimatort war ich nach langer Trennung Jtit meinen beiden Knaben: froh gewandert. „Das, Jungens, find die Straßen drin ich spielte,. Dys ist das Haus, in dem ich groß geworden, In dem es Brot und Prügel gab und — Küste. Das ist der Baum, auf den ich kühn geklettert. An dem ich mir die Hosen oft zerrissen, Als ich ein Knirps, ein Schlingel war wie ihr." — Sie sehen mich mit fremden Augen an und fragen still: „Ist's wirklich währ denn, Vater?, Bist Du einmal so klein wie wir gewesen?" Und suchend zieh mit ihnen ich durchs Dorf. Aus jeder Tür, aus jedem Hof und Garten, Springt die Erinnerung grüßend auf mich zu. Und alles lebt, was einst mit mir hier lebte. — Da nah'n wir uns dem kleinen Gotteshaus Wie fremd schaut es mich an! Die Mauerpforte, die sonst stets offen stand, ist fest vorschloffen. ich mich gegen -sie auch stemm, sie weicht nicht. Ein alter Bauer geht vorbei und sagt: „Von Ihren Leuten wohnt hier keiner mehr." — --- Da helf ich meinen beiden Jungens auf die Mauer Und spring hinüber in den kleinen Hof. Brennesteln, Disteln halten mich gefangen. Daß ich zur Türe mir den Weg muß bahnen. Auch sie verriegelt, fest, — trotz allen Rüttelns. Von Ihren Leuten wohnt hier keiner mehr' — --. Und während ich des Wortes denk und sinne, da kommen sie gegangen, Still andächtig, die Männer, die Frauen und der Kinder Schar. Ich muß sie kennen — nein, ich kenn sie nicht. In-fremder Tracht, in scheuer Angst, gebückt. Den Mund verbissen, doch die Augen hell. Wie tiefster Sehnsucht voll nach Licht und Leben, So gehen sie in langer, länger Reihe, Geschlechter um Geschlechter still vorüber. Doch endlich — ja die kenn ich, jung und alt und groß und' klein Und dich und dich und dich! Und alle ziehen, zu der Tür hinein. Und drinnen fängt ein Summen und ein Singen an. Und ganz zuletzt kommt auch der Väter her, Mit seinem müden, schweren Sorgenblick Und mit dem hellen Angesicht die Mutter. Ich beuge stumm das Haupt, daß sie mich segnen.- Und als ich ausichau ist die Türe zu. Und von der Mauer tönen helle Stimmen: „Komm' Vater, komm! wir wollen weitergeh'n." . . . Werte Anwesende! Es ist dies nichts anderes als die schmerzliche Klage über den Untergang einer jüdischen Landgemeinde; ein wehmütiger Rückblick, der sich in seinem ganzen Ausmaße so wundersam der heutigen Situation anpaßt und das betrübte Herz eines treuen Sohnes um den Verlust seiner Heimatgemeinde widerspiegelt. — , Meine Damen und Herren! Als wir vor etwa 3 Jahren in Bayern unseren „Verband gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine" zu dem Zweck ins Leben gerufen haben, die Wiedererftehung unserer jüdischen Klein- und Mittelgemeinden in die Wege zu leiten, da legten wir uns die schwerwiegende Frage vor: „Hat es einen Sinn und Zweck, soviel Mühe und Arbeit, so großen Aufwand an Zeit und Geld; zu machen für ein Unternehmen, dessen Gelingen? in Anbetracht der vorliegenden Verhältnisse mehr als zweifelhaft erschien; haben wir das Recht, uns' evtl, in die Verhältnisse der Gemeinden einzumischen, oder sollen wir vielmehr den Dingen ihren Lauf lassen und unsere freien verfügbaren Poslscheck-Konüfen: Landesdirektorium des Keren Hatorah in' Deutschland, Hamburg Nr. 24753 l( Keren Haforah-Kommissariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch. A. Leipzig) (P. Sch. A. Hamburg). Keren Hatorah*Kommissariat Berlin, P. Sch. A. Berlin .Nr. 12594 für Abraham. Keren Hatorah-Kommissariat Frankfurt a. M. Nt. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a.M Rzeszewski, •< . ■ . i Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) . .. . Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 für Iwan Möller. Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr. 50131 (P. Sch. A. Köln) || Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg, P. Sch. A. Nr. 40953 für Dr. Julius Baer -

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