Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 44 (29.10.1925)
- Date
- 1925-10-29
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 14 Nr. 44 Der Israelit 29. Oktober 1926 ein halbes Dutzend guter Reden gehalten wurden. Einen Gruß aus Palästina, speziell aus „Machane Iisroel", überbrachte der als Gast anwesende Herr Iosselowsky aus Memel-Tel-Awiw. Die Herren Dr. E h r m a n n und Redakteur S. Schachn o w i tz ließen, an die gelernte Materie anknüpfend, auch den Humor zu seiner Geltung kommen. Hübsche Thoraworte brachten ferner die Herren H. Halpern, Leopold Oppenheimer und Kurzweil, während ein Schiur-Terlnehmer, Herr Oelbaum, als Leiter der Festtafel mit Geist und Witz die höchst angeregte Stimmung bis in die Mitternachtstunde hinein aufrecht erhielt. Gesellschafts abend zugunsten der Israelitischen Volksschule. Wie wir schon berichteten, findet Donnerstag, den 5. November, im Saalbau ein großer Gesellschaftsabend statt. Cs ist gelungen, allererste prominente Kräfte zur Mitwirkung zu gewinnen. Irene Triesch, Deutschlands erste Tragödin, die von Frankfurt aus ihren Weltruhm gegründet hat, wird rezitieren. Friedrich K a y s l e r vom Schauspielhaus Berlin, der sich auch durch seine in den Hamburger Kammerspielen dieser Tage zum ersten Male ausgeführten Komödie „Der Brief" als Lustspieldichter einen Namen gemacht hat, wird ebenfalls Mitwirken. Als Sänger ist der Bassist der Metropolitan Opera New Port, Eduard Lankow, der demnächst'an der hiesigen Oper gastieren wird, gewonnen worden. Den orchestralen Teil hat ein größtenteils aus Musikern des Opernhauses zusammengesetztes Orchester unter Leitung von Max Neumann übernommen. Zur Aufführung gelangt u. a. eine große hebräische Rhapsodie von Lewandowski, in der Orchesterbearbeitung von Max N e u - mann. Der zweite Teil des Abends wird verschiedene Ueberraschungen musikalischer und schauspielerisch-humoristilMer Art bringen, für die hervorragende künstlersche Kräfte ihre Mitwirkung zugesagt haben. Die Besucher haben also wirklich künstlerische Genüsse zu erwarten und da der Reinertrag in erster Reihe der Schülerfürsorge zu Gute kommen wird, ist der Besuch dieser Veranstaltung wärmftens zu empfehlen. Von der althebräischen Tempelmusik. Widrige zeitliche und räumliche Umstände haben dazu geführt, daß der Vortrag des Herrn Chordirigenten Max N e u m a n n über obiges Thema in der Festwoche nicht die Beteiligung gefunden hat, wie es das Thema und der Name des Redners erwarten ließen. Das Restrat stellte eine ungemein gründliche Arbeit dar, das Resultat intensiver Forschung und tiefen Eingehens in dre Materie, die der Referent, wie allbekannt, souverän beherrscht. Um dieses anzuerkennen, muß man noch nicht — wissenschaftlich wie gefühlsmäßig — Herrn Neumann in allem zustimmen. Herr Neumann geht beispielweise u. a. von der Voraussetzung aus, daß die heutigen gebräuchlichen Vokalzeichen erst 700 nach der üblichen Zeitrechnung entstanden sind. Man kann demgegenüber mit vielen Beweisen dienen, daß unsere Noten und Vokalzeichen schon lange früher bekannt waren und b<'r' die „fkarbooen Melodien" (von Sakra: heilig), vom „Maharil" gesammelt und geordnet, aber nicht erst geschaffen, schon in ältester Zeit als altgeheiligt galten. Wenn K u s a r i im dritten Kapitel schreibt: „Die richtige Lese- und Singart war vom Sinai überliefert, die Vokalzeichen dafür aber erst zur Zeit der großen Synode (500 vor der üblichen Zeitrechnung) geschaffen", so darf sich kein Forscher der althebräischen Musik über diese alte Urkunde so glatt hinwegsetzen. Die Nekudaus und Neginaus unter der Bezeichnung „Piste Taamim" worden bereits im Talmud, Megillah fol. 3 in Anknüpfung an einen Vers aus Nehemja genannt, und Nascht, der erst ein paar Jahrhunderte nach der von Neumann für die Vokalzeichen angegebenen Entstehungszeit gelebt hat. identifiziert die Taamim mit den NegiNaUS, ihnen somit einen Heilgkeitscharakter zuschreibend, der nur von altersher gegeben sein konnte. Aehnliche Stelle befindet sich auch im Talmud, Berachoth f. 62, wo Raschi ebenfalls „Taamim" mit N e g i n a u s übersetzt. Aus der großen Literatur über dieses Thema darf auch Wolf Hetdenheim nicht übersehen werden und sein Werk „Mifchpte Hataamim" (Rödelheim 1808) verdient Beachtung. Die Wissenschaft, die die Vokalzeichen auf 700 verlegt und deren Meinung sich Neumann aneignet, ist die b i b e l k r i t i s ch e Wissenschaft, deren Hypothesen auch in dieser Hinsicht nicht unkritisch nachgesprochen werden dürfen. Wie sich aus dem altgeheiligten Grundbestand der jüdischen Melodien in den späteren Jahrhunderten die klassischen Teile unserer Synagogenmusik herausgebildet haben, darüber entwarf uns aber Neumann mit tiefster Sachkenntnis ein umfassendes Bild, aus dem man auch auf folkloristrfchem und kulturhistorischem Gebiete sehr viel lernen konnte. Absolut richtig sind seine Feststellungen über den spezifischen Takt der hebräischen Sprache. Aus der gesamten Literatur über dieses Thema zeichnete uns Neumann ein umfassendes Bild und zeigte den Weg zur Urgestciltung des jüdischen Sprechgesanges in den deutlichsten Umrissen. Die Arbeit verdient es, unter Ausschaltung einiger sich aus falschen historischen Prämissen ergebenden Unstimmigkeiten, der Oeffentlichkeit im Drucke erhalten zu werden. Sie bietet, wie kaum eine andere, eine übersichtliche Zusammenstellung des gesamten einschlägigen Materials, und es bleibt dann dem Hörer und dem Leser überlassen, aus Grund desselben in einigen Punkten auch zu anderen Schlußfolgerungen zu gelangen. Die beifällig ausgenommenen Ausführungen Neumanns wurden gut illustriert durch einige jüdische Volksgesänge von Herrn. Scyakafchanky aus Zürich, der sich hier durch mehrere Konzerte bereits einige Popularität erworben hat. —tz. Vereinskalender. Verein Mekor Ehajim. Freitag abend nach Schul im Hörsale Friedberger Anlage „Mikroschiur", Herr Oberlehrer I Kaufmann. Samstag morgens noch Schul „Dinirn", HerrDr. E. Posen. — nachm. 374 Uhr im Vereinslokale, Melochim mit Malbim, HerrDr. W. Hosmann. — nach Mincho „Kohelet", Herr Arnold Merzb ach. Sonntag morgen (auchMittwoch) Herr Red. S. Schachnowitz — vorm. 97* Uhr (auch Dienstag) abend 61/* Uhr „Gemoro", Herr R. A. G. P o s en. — abend 6 Uhr Vortrag des Herrn Rabb. Dr. Horowicz-Jerusalem über „Geschichte des "r>N-Steines". Montag abend 7 Uhr (auch Mittwoch) „Gemoro", Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. — abends L'/illhr (auch Donnerstag) »Gemoro", Herr Dr. E. Posen. Jeden Morgen Mischna. Jeden Abend 8«/* Uhr v"N-Lernen, Herr H. Halpern. Jahrzeits-Stistungen: mb>, 3i. Oktober. Jsaac Hesdörffer-Stiftung. Die ns tag, 3. Nov.. Eva Lob-Stistung. Freitag, 6. Nov., Erich Hosmann-Stiftung. . Agudas Iisroel-Iugendgruppe. Sonntag, 8—9 Uhr morgens, mim bv *»1, Herr Leop. Oppenheimer. —1 Std. vor nnia» Gruppe 1, Herr Jacob Landau. — 6—7 Uhr abends, Gruppe 2 Herr Saul Munk. — 6—7 Uhr abends. Gruppe 6 Herr Carl Zunz. — 8—9 Uhr abends, Gruppe 3 Herr Gerson Schnerb. — 8-9 Uhr abends, ü^:^, wird bekannt gegeben. — 'IS—V210 Uhr abends. Literatur, Dr. Harry Abt. — Montag, r/sd-V-iO Uhr abends, Kyxa km kmä, Herr Hirschberg (Hegelstr.). — 729-7-10 Uhr abends, Gruppe 3, Herr Gerson S Ln erb. — 7a9- 1/21o Uhr abends, Gruppe 4, Herr Willi Strauß. Dienstag, 8-9Uhr abends, Gruppe 6, Carl Zunz. — 729-7-10 Uhr abends, pp -wirs inaa, Herr Dr- W. Hosmann. — 729-7-10 Uhr abends. Gruppe 1, Herr Jacob Landau. — 7s9—7Z10 Uhr abends, nLM K*iax< Herr Leo Schnerb. — 7-9-7210 Uhr abends, Schwinimkurs, Näheres wird bekannt gegeben. — 9—10 Uhr abends, Gruppe 5» Herr Theodor Spiegel. Mittwoch, 7-9—10 Uhr abends, Turnkursus (Lehrer Friede), Realschule, Tiergarten 8. — 729-7-10 Uhr abends, Aussprache-Abend 14 tag., Vs9—7s10 Uhr Orientierungs-Abend (4 wöchentl.), erstm. 4. Nov. — 9—10 Uhr abends, a"N?sn. Herr L. Oppenheimer, Bärenstr. Donner'stag. 7s9-7-10 Uhr abends, km k-iak rw'2a, Herr Hirschberg,Hegelstr. — 729-Y2lO Uhr abends, Gruppe 2, Herr Saul Munk. — 729-7-10 Uhr abends, Gruppe 3, Herr Gerson Schnerb. — 729—V2IO Uhr abends, Gruppe 4, Herr Willi Strauß. — 729-72l0 Uhr abends, Kap KM K"iai (irrno), Herr L. Kurzweil. - 749—10 Uhr abends, Gruppe 5, Herr Theodor Spiegel. Freitag nach Schluß der Synagoge Sidra-Vortrag, Herr Dr. W. Hosmann. — 8Uhr abends, Gemütliche Zusammenkunft. Lokal: Mekor- Chajim. Langestratze 18. um 10—11 Uhr morgens, jwpj? rnai, Herr Dr. Posen, Am Tiergarten. — 10—11 Uhr morgens, W jrfcw N18'P. Herr L. Kahn. - 12-1 Uhr mittags, njpB, Herr Lehrer Hirschberg. — 12—1 Uhr mittags. ,»1, *n, Herr Haipern. — 12—1 Uhr mittags, Gruppe 6, Carl Zunz. — 1 Uhr mittags, nrua. — 7a3—7s4 Uhr nachmittags JTV7D» Herr Halpern. — 7s3-724 Uhr nachm., Gruppe 4, Herr Willi Strauß. — 724—725 Uhr nachm., jap Tsna mm» Herr Dr. Hosmann. — 724—725 Uhr nachm., maa. Herr Halpern. — 723 -72I Uhr nachm, Gruppe 5, Herr Theodor Spiegel. - 728-72! Uhr nachm., mw» Herr Joses Stern.-3-4 Uhr nachm., Gruppe 2, Herr Saul Munk. — 4-8 Uhr nachm-, Gruppe 1, Herr Jacob Landau. — 4—726 Uhr, hsm inan, Herr Leo S chnerb. — 472—572 Uhr abends. Kap km Knaa (m'Aiv), Herr L. Kurzweil. — 729—7210 Uhr abends, Gruppe 1, Herr Jacob Landau. Von Sonntag bis Freitag täglich morgens v. 8—12 Uhr, (Sonntag von 9—12) Gelegenheit zum Lernen jeder Art. vdV5 *h 12—1, Herr Halpern. Von Montag bis Donnerstag allabendlich 8 Uhr. nan 2'-ma. Agudas Iisroel Mädchengruppe. Sonntag, 728—729 Uhr abends, Herr Lehrer Hirschberg. — 728—10 Uhr abends, Literatur, Heir Dr. Harry Abt. Montag, 729—Y2IO Uhr abends, Gruppe 7, Frau Dr- Rosenbaum, Grünestratze 42. — 729—7210 Uhr abends, Gruppe 9, Fräul. Bertha Katz. — 9—10 Uhr abends, y'jn, Herr S. Uno, Kl.Obermainstr. 30. Dienstag, 729—974Uhr, aw, Herr Dr. Weger — 974—lOUhrabds., -npir-nn, Herr Dr. Weger- Mittwoch, 729—72IO Uhr abds., Ausspracheabend .(14 tägig), Redner wird noch bekannt gegeben. — 729—10 Uhr abds., Handarbeitsabend, 14 tägig. Freita g nach Schluß der Synagoge Sidra-Vortrag, Herr H. Frankenthal. — 8 Uhr abds., Gemütlicher Heimabend. MN, morg. nach Schluß der Synagoge,, njpKTrni’Kx Frl. Martha Markus. —11-12 Uhr, rmK 7ns, Herr Herrn. Frankenthal. — Y2I2—Y2I Uhr mittags, ö^rm, Herr L. Kahn. — 4—5 Uhr nachmittags, mir»» Herr Lehrer Hirschberg. - 729—7si0 Uhr abends, Gruppe 8, Frau Brünn, Kl. Obermainstratze 19. Jüdische Arauenvereimgung. Sonntag, 1. November, abends 6 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage 5. Beginn der Vorträge des Herrn Rabbiner Dr. Joseph Breuer über «Jüdische Lebensweihe in den Dämmerstunden des Lebens". Liwjalh Chen-Verein. Samstag, nach Mincho, 474 Uhr im Hörsaale Friedberger Anlage, „Aus Midrasch über „Abrahams Berufung"; Herr Red. S. Schachttvwitz. Lernverein Ankerlindau (ayi ■»mt). Vereinsräume: Unterlindau 231. Die Reihe der mip Vorträge der Winterperiode wird Freitag, den 23. Oktober m '3 'p MN b'b unmittelbar nach dem 2'Nva-Gebet eröffnet durch Herrn Rabbiner Dr. Horovttz. Am Freitag, den 30. Oktober 's 'p MN b^h wird Herr Dr. Mav sprechen. Am Sonntag, den 23. Oktober, abends 6 Uhr, Vortrag des Herrn Dr. Ernst Simon. Thema: Das jüdische Gebet. Montags und Dienstags abends 87- Uhr, wie bisher. niNN NK1 -va KHerr Rabbiner Dr. Horovitz. Am Mittwoch abends 87° Uhr. wie gewohnt, 'W> (Jesaias), Herr Dr. May. B. 2. A. (Berlin.) Stellenvermittlung: Freie Stellen: Es suchen Stelle: Hauslehrerstelle in bayr. Assistentenstelle für Zahn- Universitätsstadt ärztin Arztftelle in Erez Iisroel. Gebeizelten. •p *]*? MN Freitag Abend 4.40 Samstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 4.— Samstag abend 5.55 Mochengottesdienst: Morgens 6.30 Nachmittags 4.30 Testlin-^egen am Morgen 6.15 Es ist ausschließlich Sache der Leser, die lm Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesehlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. in unerreichter Auswahl und jeder Preislage Beratung und Besichtigung ohne Kaufzwang mm Laboratoriums-Arbeiten Schlesicky — Ströhlein G. m. b. H. I Telefon Hansa 2208 Kaiserplatz 17 g Schweiz, Winker in Engelberg. 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