Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1925)
- Date
- 1925-10-15
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 2 Nr. 20 Ver 351 a c Itt »lütter 15. Oktober 1925 nährt, noch leuchtet. Die Wirkung macht sich nun auch in Erez Jisroel sehr bemerkbar. Die Jeschiwa in Hebron wurde von vornherein von den beiden Männern auf eine Höhe gestellt, die Ansprüche an die Zöglinge aber auch an das palästinensische Judentum stellt. Wer gut und richtig sieht, wird leicht finden, daß sich Slobotko immer schon in der Höhenluft von Erez Jisroel bewegte. Es har auch seinen Boden nun gesucht und gefunden, und es wird eine Ehrensache des Weltjudentums sein, Slobotko dem heiligen Lande zu erhalten. Protokoll des Deleeiertentages der Agudas Iisroel- Jugendorganisation vom 2. d!s 4. August 1825 — 12. bis 14. Arv 5635 — in Würzburs. (Fortsetzung). Besonderen Dank verdient die Landesorganisation der Tschecho-Slowakai, welche uns Pfund 123,—,—, die uns zur Verbreitung billiger Ritualien zur Verfügung gestellt wurden, schickte. Dieser Betrag, der in der Inflationszeit einen enormen Kaufwert hatte, leistete uns hervorragende Dienste, und verdient die opferfreudige brüderliche Betätigung unserer slovakischen Gesinnungsgenossen höchste Anerkennung. Hilfswerk Berlin. Dieser Bericht wäre nicht vllständig, wenn wir nicht auch des Berliner Hilfswerks der Agudas Jisroel gedächten. Dort wurde eine musterhafte Organisation geschaffen, die insbesondere durch die glänzende Leitung des Herrn Dr. Falk Schlesinger außerordentlich viel Gutes stiften konnte. Es läßt sich gar nicht in Worte fassen, wieviel Berlin auf dem Gebiete der Krankenfürsorge, der Bekleidungshilfe, der Lebensmittelunterstützung getan hat. Es war ein großes Lokal mit einem ganzen Stab von Angestellten nötig, um diese Riesenarbeit zu leisten, und wir haben die Genugtuung festzustellen, daß die Berliner allgemeinen jüdischen Hilfsorganisationen in dem Institut der Agudas Jisroel die beste Leistung auf diesem sozialen Gebiet überhaupt erblicken und demzufolge die Leitung des Berliner Hilfswerks der A. I. bei allen allgemeinen Beratungen stets an erster Stelle zugezogen wurde. Endlich wollen wir nicht unerwähnt lassen, daß eine ganze Anzahl unserer Jugendgruppen einen eigenen oder einen von ihnen in weitestem Umfang subventionierten Kindergarten haben, daß in vielen Gruppen regelmäßig Krankenbesuche betrieben werden, Haushaltshilfe usw. Alles in allem ist zu sagen, daß, wenn auch die zentralisierte Zusammenfassung nicht durchgesührt werden konnte, so doch das Maß der geleisteten Arbeit anerkennenswert ist und daß, was doch das Wichtigste ist, an den verschiedensten Stellen recht viel Gutes geschaffen werden konnte. < Presse. Unsere Presse war stets und ist auch heute noch unser Schmerzenskind. Gelegentlich der Nürnberger Tagung erschienen noch unsere „alten Blätter". Diese gingen aber bald infolge der seinnerzeit eintretenden Inflation ein. Es wurde dann mehrmals der Versuch gemacht, ein neues Organ zu schaffen. Dieser Versuch scheiterte aber immer wieder an drei Schwierigkeiten: 1. Mangel an Geld, 2. an dem Mangel einre geeigneten Redaktion und 3. an der geringen Beteiligung der Gruppen. Am längsten hat sich eigentlich unser Nachrichtenblatt erhalten, das mehrere Jahre hindurch unter der Redaktion unseres Mitgliedes Siegmund Stein aus Berlin in regelmäßigen Abständen erschienen ist, und das sich einer großen Beliebtheit erfreute. Schließlich vermochten wir die Kosten für dieses Blatt nicht mehr aufzubringen, da der Kreis der bezahlenden Bezieher verschwindend klein war, und die Kosten für die Herstellung und für den Versand des Blattes immer größer wurden. Inzwischen hatten sich bereits mehrere Gruppen in gewissen Zeitabschnitten eigene Blättchen gegründet (Berlin, Frankfurt, Nürnberg), daneben erschienen die „Blätter" als Beilage des „Israelit", die während der Berichtszeit auch noch mehrere Jahre hindurch von der A. I. I. O. mit herausgegeben wurden. Als Redakteur für die A. I. I. O. zeichnete unser Mitglied Joel Sänger-Frankfurt. Im Lause der Zeit war es uns jedoch nicht mehr möglich, die Redaktion der „Blätter" weiter mit zu tragen, so daß diese heute nur noch von der Landesorganisation der A. I. herausgegeben werden. Von vielen Seiten ist sowohl im Wege der Korrespondenz, als auch gelegentlich oer verschiedenen Sitzungen und Tagungen während der Berichtszeit der Wunsch geäußert worden, die „Blätter" vom „Israelit" loszutrennen und wti offizielles und selbständiges Agudoh- Organ aus ihnen zu machen. Dieser Wunsch scheiterte an der Abneigung der Landesorganisation gegen diesen Vorschlag. Die drei Schwierigkeiten, von denen oben die Rede war, ließen auch diesen Beschluß nicht zur Durchführung gelangen, so daß von den „Agudohstimmen" bisher nur die dritte Nummer erscheinen konnte. Das vorliegende Heft ist die vierte Nummer der „Agudohstimmen" die jetzt auf dem Wege dazu sind, das beschlossene Zentralblatt zu werden. Ein großer Mangel herrscht an Propagandaschrizten: dieser Mangel macht sich überall bedenklich geltend. Geeignete Autoren waren trotz eifrigen Suchens nicht zu finden. Auf diesem Gebiete muß dringend Abhilfe geschaffen werden. Kassenbericht: Der Kassenbericht läßt sich in Zahlen naturgemäß erst vom 1. Januar 1924 ab geben. Eine Mitteilung der Jnflationszahlen wäre nutzlos, und die Umrechnung in Gold macht solch große Arbeit, daß sie von uns nicht mehr geleistet werden könnte. Unsere Einnahmen setzten sich seit dem 1. 1. 24 bis zum 30. 6. 25 wie folgt zusammen: 1. Gruppenbeiträge . . . Mk. 4 411.20 2. Spenden .... Mk. 5 000.36 3. Subventionen Keren Hathauro, Landesorganisation, Rheinlandverein usw. . . Mk. 10 385.40 Mk. 19 796. vu Unsere Ausgaben setzen sich wie folgt zusammen: 1. Gehälter . . . . Mk. 13 793.50 2. Bürospesen .... Mk. 915.-7- 3. Reisespesen.Mk. 6 637.60 4. Drucksachen usw. . . . . 971.35 Mk. 22 317.45 Die Mehrausgaben von Mk. 2 520.49 sind noch nicht gezahlt. Sie setzen sich zusammen: Freie Vereinigung . . . Mk. 1410.80 Zemralwohlsahrtsstelle Berlin . Mk. 946.— Drucksachen . . ^Mk.^ 163.69__ Mk. 2 520.49 Wir haben über die schlechte Zahlungsweise unserer Gruppen, insbesondere der Großstadtgruppen, Klage zu lllitteilungen dev Talastma -Fentvake dee Hgudas Jisroel, Frankfurt a. Hl. L A)egen Erwerbung von Heimstätten MN Alachaneh Iisroel, sowie anderem Boden in Emek Iesreel wende man sich an die Palästina-Zentrale der, Agudas Jisroel, Frankfurt a. A7 , Eschenheimer Anlage 31. II. Auf vielfache Anfragen teilen wir mit, daß die Empfänger der Aalender ersucht werden, mindestens VTi. 1 an die fDalästiua- Zentrale der Agudas Jisroel, Frankfurt a. A7., einzusenden. III Die Rosch Chaudesch - Spende beträgt monatlich Blaasser min £)amaaffer. IV. Ein orthodoxer 5lrzt für Akachansh Jisroel wird gesucht. Anmeldungen an die Palästina - Zentrale der Agudas ' Jisroel, Frankfurt a. BI., Eschenheimer Anlatze 31, führen. Diese Gruppen haben uns fast während der ganzen Berichtszeit im Stich gelassen. Es ist selbstverständlich, daß die Lust an der Arbeti bwindet, wenn jeder Pfennig, der notwendigerweise ausgegeben wird, erst vom O. B. geschnorrt werden muß. Ein Kassenbestand ist nicht vorhanden. Allgemeines: Es wäre noch zu sagen,, daß im Verlaufe der Verichtszeit in den verschiedensten Gegenden Deutschlands Bezirkstagungen abgehalten und Vertretersitzungen durchgeführt wurden. Der O. V. hat sich bemüht, eine möglichst große Anzahl von Gruppen persönlich zu besuchen, um so den Mangel eines Generalsekretariats notdürftig abzuschwächen. Dieses Generalsekretariat muß kommen. Wir haben dringend einen engen Kontakt mit den Gruppen nötig, wenn unsere Arbeit einheitlich geleitet werden soll Zu erwähnen sind ferner noch mehrere größere Sitzungen, insbesondere die bereits erwähnte erweiterte O.-V.-Sitzung'im Dezember 1923 in Fulda, die Sitzung der Vertreter der Grotzstadtgruppen im Dezember 1924 in Cassel, mehrere Sitzungen mit dem Vorstand der Freien Vereinigung, des Bundes gesetzestreuer jüdischer Gemeinden usw. Zu erwähnen ist noch, daß wir das Recht habeist drei Mitglieder in den Vorstand der Landesorganisation zu entsenden, daß mehrere unserer Mitglieder aus unsere Präsentation hin in den Zentralrat der Weltorganisation gewählt wurden und schließlich, daß eines unserer V.-V.- glieder Mitglied der Esra-Bundesleitung ist. Zusammenfassend müssen wir gestehen, daß wir die uns übertragenen Ausgaben und die uns gesteckten Ziele nicht voll erreichen konnten. Widerstände verschiedenster Art traten uns hindern! in den Weg. Mit dem guten Willen allein läßt sich leider nichts Vollständiges zustande bringen. Wir dürfen jedoch mit Genugtuung feststellen, daß es uns, insbesondere durch die Hilfe eines gut geleiteten Büros, möglich war, das Uebernommene nicht nur zu erhalten, sondern die vorhandenen Institutionen zu erweitern und die Flagge der Agudas Jisroel in Gegenden zu hissen, in denen sie bisher fast unbekannt war. So wollen wir hoffen, daß die neue Leitung die Kräfte und die Mittel finden möge, das bisher Geleistete zu erweitern und die A. I. I. O. zu dem zu machen, was sie sein soll, was sie sein muß, zu der Repräsentantin der gesetzestreuen Jugend in Deutschland. Bericht der Stellenvermkktlungszenkrale. Wir gestatten uns, den Delegierten des Delegiertentages nachstehenden Bericht über die Tätigkeit der Stellenvermittlungszentrale zu erstatten. Auf dem Nürnberger Delegiertentag der Agudas Jisroel Jugendgruppen im Jahre 1920 wurde, auf Grund eines Referates von Dr. Max Cohen, betitelt: „Die soziale Tätigkeit in i>en Jugendgruppen" allseits die Schaffung einer Angestelltenorganifation gefordert. Unmittelbar nach der Tagung schritt der O. B. an die Ausführung des Planes, jedoch die Zeitumstände waren diesem Vorhaben nicht günstig und so waren alle Versuche von vornherein zum Scheitern verurteilt. Erst als infolge der Stabilisierung der deutschen Währung die' wirtschaftliche Lüge eine Aenderung erfuhr, stellte es sich als unbedingt notwendig heraus, sofort eine gesetzestreue Angestellten- Fürsorge zu schaffen. Es war Ende November 1923, da der O. V. die Stellenvermittlungszentrale der A. I. I. O, mit dem Sitz in Frankfurt a. M. gründete, die am 2. Dezember desselben Jahres mit ihrer Tätigkeit begann. I Die Stellenvermittlungszentrale der A. I. I. O. wurde von Joel Sänger und Hugo Katz geleitet, denen eine Sekretärin zur Seite stand. Es wurden Angestelltenausschüsse gebildet in: Frankfurt, Berlin, Hamburg, Fulda, Mannheim, Breslau, Köln, Halberstadt. Cassel, Nürnberg. Fürth, Heilbronn, Karlsruhe, Mainz, Marburg. U eber die einzelnen Gebiete unserer Tätigkeit sei be richtet: Stellenvermittlung. Seit dem Tage, da die Reichsmark in Zerfall geriet und hierdurch eine Scheinkonjunktur eintrat, war eine noch nie dagewesene Nachfrage nach Arbeitskräften eingetreten. Wahllos — ohne sich nach der Vorbildung des Arbeitnehmers zu erkundigen — wurde engagiert. Dies änderte sich mit einem Schlage, als dank der energischen Maßnahmen der Reichsbank die Stabilisierung der deutschen Währung eintrat. In immer steigenden Massen wurden seit Anfang 192 k Angestellte entlassen. Die wenigen Firmen, die neues Personal zu engagieren beabsichtigten, suchten Qualitäts¬ oder Spezialarbeiter. In diesem Augenblick — der sich abwärts wendenden Wirtschaftskurve — begannen wir mit unserer Tätigkeit. Zunächst wandten wir uns, bezw. die Angestelltenausschüsse, an alle uns bekannten gesetzestreuen Firmen, verwiesen sie auf unsere Einrichtungen und ersuchten sie, uns vorkommenden Falles ihre Vakanzen aufzugeben. Zu unserer Genugtuung sei festgestellt, daß sich die Firmen überraschend schnell an unsere Institution gewöhnt '-oben. Die uns gemeldeten Vakanzen haben wir allwöchentlich in Vakanzlisten zusammengestellt und allen Grunnen, sowie einer Reihe von Gemeinden behufs öffentlichen Aushangs, übersandt. Außerdem bearbeiten wir die wichtigsten jüdischen Zeitungen (wie Israelit, Hamburger Israel. Familienblatt. Jüdische Rundschau, C. V. Blätter), ziehen aus denselben die vakanten Stetten heraus und veröffentlichen dieselben in Listen unter dem Titel: „Zeitungsbearbeitungen", die gleichfalls allen Ausschüssen usw. zugehen. Wfe#1 Poslscheck-Konien: Landesdirektorium des Keren ' Haiorah ,in ^Deutschland, Hamburg Nr. 24753 (P. Sch. A. Hamburg). . . . . Keren Hatorah-Kommissariat Frankfuit a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a.M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr. 50131 (P. Sch. A. Köln) -P Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. 70 147.(P. Sch. Ä. Leipzig) Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P. Sch. A. Berlin Nr. 12 594 für Abraham Rzeszewski. ' Keren Hatorah-Kominissariat Breslau, P, Sch. A. Breslau Nr: 60510 für Iwan Möller. Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg, P. Sch. Ä. Nr. 40953 für Dr. Julius Baer