Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 42 (15.10.1925)
- Date
- 1925-10-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 42 Seite 5 15. Oktober 1925 'er -ie schriftlb für erngens | Jcbef; ] m (Sej 'ege er jb | .'Hand? Hel! arger i einem witzig freien; der rlinet t und Frie- -inem Füh. rsön-1 arisch lichen licher 3 gender, tngeeben, der lebproß nnes mkel nenb lber- Der-- nur uelle liche des das ßen auch euginsvirzur weerend gab hen iarhen wir lten seit gen furl hnTni e r als Thora lernender, in der Thora allein aus j e d e Frage Antwort suchender Jude, und so jn er nach Monate währendem Krankenlager denn auch als Jude in echtem Sinne des Wortes ,11 seinen Vätern heimgegangen. Wir wagen es, auch diesen letzten Zug um seiner allgemeinen Bedeutung willen noch zu verzeichnen, wie er sterbend seinen Kindern nnnn “na1? alp einziges wahrhaftes Glück des Lebens ans Herz zu reden fuchte, dem gegenüber alles Aeußere, auch alle Fude an den im Leben manchmal wertvoll ersll'.ciaenden Eh en und Würden Q’Van ^nn sei. — Den Angehörigen und Nachkommen Sigmund Frnekels wird sein Andenken allezeit Stärke und Wegweisung sein, in der Geschichte des deutschen Judentums aber wird seine Persönlichkeit als einer der besten typischen Vertreter des in S. R Hirschs Gedankenwelt wurzelnden inn* iH ap Prinzips iheren würdigen Platz finoeni KormpostdeHzeti « ßac&ric&ien P$(tn. Das polnisch-jüdische Abkommen in der Praxis. Warschau, 6. Oktober. Am 2. Oktober erschien eine Abordnung des Jüpchen Parlamentsklubs, bestehend aus den Deputierten Farbstein und Rosmarin und dem Senator Trusker ^eim Ministerpra,menten Grabski, die auf die Stimmung in der jüdischen Bevölkerung ymwies, und feststeuw, daß das gegen den jüdischen Mittelstand geübte Steuersystem „.e jüdische Bevölkerung vollkommen ruiniert hat. Weitere Steuerzahlungen seien vollkommen unmöglich. Die Steuerexekutionen haben den Handel zugrunde gerichtet. Der Numerus clausus wird praktisch an allen Hochschulen angewendet. Laut genauer Statistik werden an den Hochschulen hchstens 10 Prozent jüdische Hörer ausgenommen, an manchen Hochschulen aber kaum 4 Prozent. Sogar abgesehen von dem getroffenen Abkommen zwischen der Regierung und der jüdischen Repräsentanz wäre eine fomje Handhabung des Numerus clausus verfassungswidrig und ungesetzlich. Die Erbitterung unter den jüdischen Deputierten ist so groß, daß es zweifelhaft geworden ist, ob der jüdische Klub der Regierung bei der kommenden Parlamentsabstimmung das Vertrauen wird votieren können. Der aus 110 Personen sich zusammensetzende Staatswirtschaftsrat hat kaum 4 Juden als Teilnehmer eingeladen, wo doch die Juden die Schmerzen der polnischen Wirtschaft am genauesten kennen. so weiter im Texte, jedes Wort ein Lüge, jeder Satz eine perfide Verleumdung, selbst auch dann, wenn dieser so bedachte Hilfsverein wirklich in irgend einer direkten Beziehung zur Religionsgefellschaft stände. Dieser prächtige Aussatz ist geschrieben im Jahre 5665, also vor 21 Jahren. Das entlastet Klatzkin nicht, sondern belastet ihn noch mehr. Wenn er vor 21 Jahren ohne Kenntnis von Welt und Leben, der Menschen und der Iinge, geleitet von unklaren aus Zeitungslektüre gewonnenen Vorstellungen, Frankfurt als Thema für seine ersten Stilübungen genommen hat, so müßte er heute als gereifter Mann und Schriftsteller von Namen alles cmwenden, um alle Spuren dieser Jugendsünden auszurotten. Er hat aber dieses Kapitel für würdig befunden, es in seinem neuen Buch als Prunkstück glänzen zu lassen. Damit hat er Verdrehungen und Verleumdungen, die man sonst mildernd Unkenntnis und jugendlichem Leichtsinn hätte zuschreiben können, stabilisiert, sie z-'. Bestandteilen der Produktion erhoben, die nach eigenem Wunsch das Gesicht Klatzkins, seinen Stil und seine Persönlichkeit zeichnen soll. Damit ist das mm?-Buch in der Hauptsache zu einem -Huche der Frivolitäten u n d Verleumdungen geworden. Notiz. Zu der ..Anfrage" in der ngo gst-Nummer Phrer ge sch. Blätter in bezug auf v'vrr iix.'x gestatte ich mir folgendes zu bemerken: Die Unnohme des Herrn Einsenders, die sei im 17. Ilhrhundert entstanden, muß als durchaus falsch bezeichnet werden, kommt sie doch schon -m viDv, Tuna (bekanntlich aus Raschis Schule flammend und viel älter) und zwar mit unwesentlichen Varianten in beiden uns vorliegenden rnnou vor. Wie dort ersichtlich, war der ama so, datz die Der Israelit Ministerpräsident Grabski zeigte sich über all diese Klagen sehr überrascht. Er hätte, sagte er, keine Ahnung davon, daß der Numerus clausus noch geübt wird und versprach, sich mit dem Kultusminister diesbezüglich ins Benehmen zu setzen. Er bat die Deputierten, ihm eine Denkschrift über alle Klagen vorzulegen, er werde sein Möglichstes zur Abstellung tun. Er lud die Abordnung für den 5. Oktober zu sich ein, um ihnen genauen Bescheid zu geben. Wie der I. T. A.-Vertreter erfährt, ist der jüdische Parlamentsklub entschlossen, von der Regierung zu verlangen, daß den abgewiesenen jüdischen Studenten das Recht eingeräumt werde, gegen die abweisende.Entscheidung der Universitätsbehörden zu appellieren. Die Numerus claufus-Praxis in Polen. Warschau, ,5. Oktober. Ungeachtet des Zirkulars des Unterrichtsministers Stanislaw Grabski an die akademischen Behörden, wonach bei der Aufnahme von Studierenden konfessionelle und nationale Rücksichten ausgeschaltet sein müßten, bestehen die Einschränkungen gegen jüdische Studierende auch weiter fort. Bei der medizinischen Fakultät der Warschauer Universität wurden im ganzen acht Juden bei 100 freien Plätzen ausgenommen. Bei der chemischen Fakultät des Warschauer Polytechnikums wurden bei 90 freien Plätzen nur sechs Juden ausgenommen. Die medizinische Fakultät der Lemberger Universität hat im ganzen 13 Juden die Aufnahme gewährt. Auch an der juristischen Fakultät in Lemberg wird die Prozentnorm gegen jüdische Studenten streng eingehalten. Dabei ist zu bemerken, daß in den Zeiten des Zarismus, da die Prozentnorm gegen Juden sehr scharf eingehalten worden war, immerhin mehr Juden an den Universitäten Kongreßpolens Ausnahme fanden, als jetzt. Der jüdische Parlamentsklub ersuchte alle jüdischen ^akademischen Organisationen in Warschau, Lemberg, Krakau und Wilna, dem Klub genaue statistische Materialien über die Zahl der an allen Fakultäten aufgenommenen Juden und ihr Verhältnis zur allgemeinen Zahl der Hörer in den nächsten Tagen zukommen zu taffen. Die polnische Regierung versucht einzulenken. Warschau, 9. Oktober. Der Kultusminister St. Grabski konferierte heute mit den Rektoren der Warschauer Hochschulen und machte sie darauf aufmerksam, daß die jüdischen Beschwerden über die Praxis des Numerus clausus einen für. Polen nachteiligen Eindruck in der Welt Hervorrufen. Vorläufig erbrachte diese Besprechung kein Resultat. 3om Kippur-Pogrome in Rumänien. Bukarest, 6. Oktober. Am Sonntag, den 27. September, während des Kol Nidrei-Gebetes, bombardierten mehrere antisemitische Studenten die Synagoge in der Carol-Straße zu Piatra Neamtz mit Steinen und zertrümmerten alle Fensterscheiben. In der überfüllten Synagoge entstand eine fürchterliche Panik; Frauen fielen in Ohnmacht, einige Andächtige wurden erheblich verletzt. Auf der Straße kam es zu einem schweren Kamps zwischen Juden und Antisemiten, wobei es auf beiden Seiten Verletzte gav. Die Polizei verhaftete eine Anzahl Juuen und Studenten. Am Montag und Dienstag wiederholten sich die Unruhen. In vielen jüdischen Prioathäusern wurden die Fenster zertrümmert. Der Polizeiches der Stadt hat seine Demission gegeben. Der Jom Kippur-Pogrom in Piatra Neamtz ist nicht vereinzelt geblieben. Auch, in der Stadt Roman (Altrumänien) fanden am Kol Nidrei-Abend und am folgenden jüdischen Versöhnungstuge antijüdische Ausschreitungen statt. In drei Synagogen wurden durch Steinwürfe die Fensterscheiben eingeschlagen und einige jüdische Andächtige wurden mißhandelt. Rutzland. Die Sejmwahlen in Lettland. Riga, 8. Oktober. Die Parlamentswahlen in Lettland sind beendet. Infolge der Zersplitterung der jüdischen Stimmen wurde in Riga nur e i n jüdischer Deputierter, ein A g u d i st, gewählt, obwohl die Juden, die etwa 12 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, von den 19 Rigaer Kandidaten auf mindestens 2 Ansprüche hätten. Misrachisten und „Zeire Zion" gingen in Riga ohne Mandat aus. Außer dem in Riga gewählten Kandwaten der Aguda, Herrn D u b i n, wurde in Kurland der Kandidat des Misrachi, Rabbiner Nurok, gewählt. In Lettgallen scheint die Wahl des a g u d i st i f ch en Kandidaten Dubin und des Kandidaten des „Bund" Dr. Meist, gesichert, dagegen ist das Mandat des Kandidaten der „Zeire Zion", L a s e r s o n, noch umstritten. — Wie schlecht die Juden in Riga infolge der Zersplitterung (es waren 6 jüdische Listen ansgestellt) abgeschnitten haben, beweist die Tatsache, daß sie bei 14 792 Stimmen nur ein Mandat erringen konnten, während z. B. die lettischen Demokraten bei ungefähr 13 000 Stimmen 2 Mandate erobert haben. (I. T. A.) JlmeriJa. Negerjuden erbauen eine Synagoge in Chicago. Chicago, ö. Oktober. Nachdem in Chicago die jüdische Negergemeinde auf 300 oi^fe angervachsen ist, beschloß sie, eine eigene Synagoge zu erbauen. Sie sind organisatorisch der New Porter jüdischen Negergemeinde angeschlossen, die mehr als 1000 Mitglieder zählt. Die Gebetssprache in den Negersynagogen ist hebräisch. Verhöhnung des Jom Kippur. eine -rnviz vom jtft oorgetragen, die andere von der Gemeinde gesagt wurden. Die beiden vom §)errn Einsender angeführten v'pvis sagen auch nichts anderes: amnax schreibt a.i^rw 121^ 17'ir wiab sagt-- 2.1121 pw iaiV o’irmp rnapa 'wxii oi X\1 dann läßt die Erklärung des Unterschiedes folgen. Ich glaube, daß nur fo dis Elklärung des tmV „in ein richtiges Licht gebracht ist." — Datz die ursprünglich zusammen gesagt wurden, oder für dieselbe Stelle im Gebete bestimmt waren, nach Zeit und Ort verschiedene Anwendung gesunden haben, ist deutlich z. B. aus den rn^sn für rro noiarn nxnn» die sich in i-» o oa finden und aus den bekannten xriif-L 1D2 von denen die von xil allgemein geblieben ist, jene von XD21 12 ia lwmäß dem des XD1V,1 2l) am iiso dt» dieselbe Stelle bekommen hat: die '21 'D ihren Platz an ganz avdcrer Stelle im t'rolichen Gebete bekommen und jene von ai 'bre Verwendung bei Vinn N212 gefunden hat. Es versteht sich. (ich habe momentan die verschiedenen a'iii'v nicht bei der §mnd) datz je nach den verschiedenen Ländem xvVLi ximxiny die alten nwiDU '1D2? verschieden oder nebenbei andere gebraucht wurden. Isaak Vredenburg. Helle Schaufenster sind die besten Kundenwerber Kostenlose fachmännische Beratung J. Gischler, elektrische Anlagen Gr. Bockenheimerstr. 52 — 56, Tel. Hansa 5079 Montreal, 5. Oktober. Montreal, die Hauptstadt Kanadas, war am Borabend des Jom Kippur der Schauplatz schwerer Tumulte. Jüdische Kommunisten veranstalteten am Sonntag, den 27. September, abends, dem „Kol Nidrei-Abend", ein Bankett unter Teilnahme von Kindern. Darüber herrschte in den orthodoxen jüdischen Kreisen größte Aufregung. 3000 jüdische Orthodoxen umzingelten das Haus, in welchem das Bankett arrangiert war. Die Menge drohte, die Arrangeure des Abends zu lynchen. Eine starke Polizeigruppö rückte heran und befreite die jüdischen Kommunisten aus ihrer gefährlichen Lage. Inzwischen hatten die Zusammenstöße begonnen, wobei es auf beiden Seiten Verwundete gab. Wocbenkalender. vom 17. 24. Okt. I 29 Ttf'firt bis 6. MorckosKm. 5f?8R. Samstag Sonntag Montag Okt. 17 18 19 rwK-12 29 30 1 '-IvN yiwn ennn prran Moied Eamstag nachm. 7 V1N VX11 'X " " o Dienstag 20 2 Mittwoch 21 3 Donnerstag 22 4 Freitag 23 5 Samstag 24 n 6