Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1925)
- Date
- 1925-12-03
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 24 Palästinazentrale der Agudas Jisroel in Frankfurt am Main übertragen wurde. Zahlreiche Arbeiter haben bereits ihre Familien Nachkommen lassen. Die gesundheitlichen Verhältnisse in Machne Jisroel sind die denkbar besten. Es gibt in der Umgebung keine Sümpfe, deshalb wurde auch die Kolonie von der Malaria vollkommen verschont. Das Trinkwaffer, das bisher von zwei sauber ausbetomerten Brunnen fließt, ist klar und angenehm im Geschmack. Ein Koloniearzt verabreicht in einem eigenen Krankenheime ärztliche Hilfe und Heilmittel. Zwei bis dreimal im Monat werden vom Koloniearzt alle Siedler, Männer, Frauen, Kinder — ob gesund oder krank — untersucht. Aus Grund eines genauen Befundes konnte der ärztliche Bericht stets allseitige, beste Gesundheits- Verhältnisse konstatieren. GäMküche Arbeiter sind Mitglieder der Organisation Poale Agudas Jisroel. Charakteristisch “fü; die Zusammensetzung des Arbei ermaterials ist, daß alle Altersklassen und Qualifikationen vertreten sind: alte und junge, gelernte und ungelernte Arbeiter schaffen am gleichen Werke. Die allseits anerkannten Erfolge, die in Machaneh Jisroel erreicht wurden, haben den Nachweis erbracht, daß selbst mit dem durchschnittlichen, unausgebildeten Menschenmaterial, das die osteuropäische Emigration stellt, bei richtiger Anleitung wirklich Erstaunliches erreicht werden kann. Allerdings ist die Zahl derjenigen, die so aus öffentlichen Mitteln ausgebildet werden können, naturgemäß nur eine geringe. Zur Schulung stehen in Machaneh Jisroel ausgezeichnete Lehrer zur Verfügung: ein erstklassiger Fachmann aus der Vaubranche, ein Obergärtner, mehrere landwirtschaftliche Instruktoren usw., die alle aus der deutschen Schule und Praxis hervorgegangen sind. Für die religiösen und geistigen Bedürfnisse der Kolonisten wird heute bereits bestens gesorgt. Im eigenen Beth Hamidrasch findet selbstverständlich zweimal täglich ein Gottesdienst statt. Abends wird stets in mehreren Schiurim gelernt. Einige Arbeiter haben sich eine kleine, aber vorzügliche Bibliothek zusammengestellt. Ein Schauchet wohnt ständig in Machaneh Jisroel. In der Nähe der Kolonie befindet sich eine Mikwoh, die Agudas Jisroel für die Umgebung erbaut hat. Am 15. Eheschwan wird in der Kolonie ein Rabbiner ständigen Wohnsitz nehmen, der außer der Entscheidung halachischer Fragen mit den Schülern, und am Abend mit den Arbeitern Gemarah und Schulchan Aruch lernen wird. In der Schule wird den 15 Kindern außer dem im Cheder üblichen Unterricht auch Hebräisch (als Umgangssprache), Rechnen, Lesen, Schreiben, Geographie und Geschichte gelehrt, wofür ein eigener Lehrer bestellt wurde. Am Abend werden neben den Schiurim auch Fortbildungskurse für die Arbeiter veranstaltet. DioArbeiteninMachanehJisroe! zerfallen in sechs Gruppen: Häuserbau, Brunnenbau, Gärtnerei, landwirtschaftliche Schulungsarbeit, Wegebau- und Kanalisationsanlagen, Fuhrwerksbetrieb. Die sichtbarsten Erfolge wurden beim Häuserbau erzielt. Es stehen bereits 24 Objekte in Machaneh Jisroel, die alle ausschließlich von Poalim der Agudas Jisroel errichtet wurden. Alle Haustypen gelangten zur Aufstellung, von der^, einfachsten Baracke um 35 Pfund (1 Zimmer, 1 Küche, Veranda, Türen, Fenster, gutes Dach) bis zum komfortablen Einfamilienhaus, das nach den neuesten Bau- Der Jsraelrt JB 15 t t .e r / systemen errichtet wurde. Unsere Arbeiter haben in dem ersten Vierteljahre daük. ihrer ausgezeichneten fachmännischen Anleitung bereits eine ziemliche Fertigten im Baufache erlangt. Eine sehr mühsame Arbeit war der Brunnenbau. Aber gleich bei den ersten Bohrversuchen würde nach kaum 4lÄ. Wletev Tiefe auf reichliche Wassermengen gestoßen. In dem benachbarten Asuleh mußte man 130 Meter tief bohren, um zu den wasserhaltigen Bodenschichten zu gelangen. Ferner wurde in Machaneh Jisroel ein alter arabischer Brunnen, der Ver Tibas, vollkommen gereinigt und ausbetoniert. Auch er gibt.reichlich Wasser, so daß der Bedarf für die erste Zeit gedeckt ist. Weitere Brunnenbohrungen werden in nächster Zeit in Angriff genommen werden. Sehr schöne Erfolge hat die Gärtnerei aufzuweisen. Jede Woche werden Tausende von Obst¬ und Nutzbäumen eingetopft und Gemüseaussaaten vorgenommen. Unsere Baumschule ist beispielgebend für die Umgebung geworden. Sobald die Bodenkäufer von Machaneh Jisroel zur Ansiedlung gebracht werden können, werden sie bei ihren Häusern bereits schöne Gartenanlagen vorfinden. Erst mit dem 10. Eheschwan wird mit der eigentlichen landwirtschaftlichen Arbeit begonnen werden können. Bis dahin wurde probeweise gepflügt und gesät. Die landwirtschaftliche Schulung hat die doppelte Aufgabe, einerseits Brot- und Futtergetreide für die Kolonie anzubauen, andererseits den Heimstättenbesitzern, die später zur Ansiedlung gelangen, Gelegenheit zu geben, sich unter der ständigen Kontrolle erstklassiger Fachleute auszubilden. Sehr wichtige und dringende Arbeiten waren beim W e g e - und Kanalisationsbau auszuführen. Eine breite Hauptstraße, die durch die ganze Kolonie führt, wurde bereits solid gepflastert und Ge'wege zu jedem Haus angelegt. Weite Landftrecken werden vollkommen von Steinen gesäubert und das gesammelte Material zum Haus- und Wegebau verwendet. Der Winterslutz (Wadi), der neben der Kolonie fließt, wurde weit über die Kolonie hinaus reguliert. Neue Senkgruben usw. wurden ausbetonierb Sehr gute Dienste leistete der Kolonie düs eigene Fuhrwerk. Unser Lastauto brachte Baumaterialien von Haifa nach Afuleh nach der Kounie, wodurch die Rechnungen der Lieferanten um die sonst sehr bedeutenden Frachtspesen vermindert werden konnten. Die Hinfracht wurde me'stens für fremde Rechnung ausgeführt, so daß der Rücktransport von Waren für die Kolonie nicht nur ohne Kosten vor sich ging, sondern meistens auch einen Nutzen an Fuhrlohn einbrachte. Die Haustischlerei arbeitete hauptsächlich beim Bau, in letzter Zeit hat sie bereits mit der Möbelf a b r i k a t i o n begonnen. Zunächst wurden nur Einrichtungen für den Koloniebedarf hergestellt, in kürzester Zeit wird man jedoch auch an den Vertrieb außerhalb der Kolonie schreiten. Eine Ziegelei ist in Machaneh Jisroel in Gründung begriffen. Schließlich ist in der Kolonie derer s eine Brot- und Kuchenbäckerei, eine Großwäscherei und eine Restauration vorhanden, in der man sich für ungefähr 10 Piaster pro Tag gut und schmackhaft ve köstigen kann. Die Stimmung unter den Arbeitern ist eine vorzügliche, wenn man von kleinen Zwischenfällen absieht, die bei einer so bunt zusammengesetzten Belegschaft unvermeidlich sind. Das Wichtigste ist, daß ein jeder der Arbeiter von Machaneh Jisroel ohne Ausnahme sich bewußt ist, an einem Werke von heute noch unübersehbaren Konsequenzen mitzuarbeiten. 3. Dezember 1923 ' Dies alles wurde von den Hachscharahgeldern geschaffen, die von der Palästinazentrale der- Agudas Jisroel in Frankfurt am Main für die- Bodeneigentümer von Machaneh Jisroel vorgelegt wurde. Es ist dringend erforderlich, daß die vertragsmäßig einzuzahlenden Hachfcharahbeiträge der Bodenkäufer pünktlich eingehen, damit das so verheißungsvoll begonnene Werk in Machaneh Jisroel nicht zum Stillstände kommt/ , Sobald die ersten Arbeitergruppen in Machaneh Jisroel ihre Ausbildungszeit beendet haben, werden sie zu den Erschließungsarbeiten zu den 45 000 Dunam Land herangezogen, die von der Agudas Jisroel in der Nähe von Tiberias angekauft wurden. 3. Arbeitsvermittlung. Ein weiterer wichtiger Arbeitsbereich des Wirtschaftsarntes ist in der Arvensvermittlung gegeben. Die zunehmende Arbeitslosigkeit stellt das Wirtschäftsamt täglich vor die Aufgabe, arbeitslosen gesetzestreuen Arbeitern zu einem Erwerbe zu verhelfen. Da die gesetzestreuen Unternehmer und Geschäftsinhaber im Lande vollkommen desorganisiert sind und — was noch schlimmer ist — für die Schaffung eines Arbeitsnachweises für gesetzesfteue Poalim vor äufig wenigstens noch wenig Interesse bei den gesetzestreuen Unternehmern besteht, konnten nur wenige Arbeitsposten vom Wirtschaftsamt ausgeforscht und besetzt werden. Bereits im Monat Eheschwan dürfte durch die Anlage eines zuverlässigen Betriebskatästers, zunächst in Tel-Awiw, die Arbeitsvermittlung einigermaßen erleichtert werden. 4. Einwan der ungsorganis a t i o n. In 34 Fällen wurde in Zusammenarbeit mit der politischen Vertretung der Agudas Jisroel in Jerusalem bei der Regierung interveniert, um Zertifikate, Dauer-Visa, Anforderungen usw. zu beschaffen. Ferner wurde mit der Einweihung eines provisorischen Arbeiterheimes begonnen. Mitteilung. Das Wirtschaftsamt ist für den Publikumsverkehr täglich von 3—5 Uhr geöffnet. Die Büroräumlichkeiten befinden sich in der Rchow Lilienblum 36 a (neben dem Hauptpostamt). Die B r i e f a d r e s s e des Wirtschaftsamtes lautet: Tel-Awiw (Palestine) P. O. B. 36E Telegrammadresse: Ecaguda, Tel-Awiw- Tel-Awiw, 30. Tischri 5686. Agudas Iisroel-Wellorganisalion Mrtschaftsamt für Palästina gez. Dr. Robert Weiß The „Habaikh" Lo. Ltd. Die NilÄX-Arbeit in der Stadt. (Würzburger Referat.) Don Wotf 5. Iakobfon in Hamburg. (Fortsetzung.) Msere bishe igen Ausführungen haben zuw stillschweigenden Voraussetzung gehabt, daß dien^x-A.beit die der Schule, vor allem aber die des Elternhauses ergänzt und,.wo es sein mutz, kontrolliert oder gar korrigiert, schwie iger, aber deshalb auch wichtiger wird die A beit da. wo es sch um ortsfremde Menschen handelt, junge Menschen, die zur Absolvierung einer Lehre oder der höheren Schule in die Stadl mit ihren Gefahren kommen. Jüdische Eltern. Eltern, die es mit der jüdischen Zukunft ihrer Kinder ernst meinen, sollte man dazu bestimmen. daß sie ihre Kinder nur dann in die mjm Postsdiedt-Konien: Landesdirektorium des Keren Haiörah in Deutschland, Hamburg N., 24753 (P. Sch. A. Hamburg). Keren Hatorah-Kcmmissariat Frankfurt a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a.M Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr. 50131 (P. Sch. A, Köln) Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch. A. Leipzig) Keren Hatorah Kommissariat Berlin, P. Sch. A. Berlin Nr. 12594 für Abraham Rzeszewski. Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 für Iwan Möller. Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg, P. Sch. A. Nf; 40953für Dir. Julius Baer