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Der Israelit · 1925-12-03 · Heft 49 (3.12.1925) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 49 (3.12.1925)
Date
1925-12-03
Page
– (sequence 17)
Language
German
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fiepausgege6en von der fandcsopggnifaeion de«? flgudas-Jirpoef in Dcutfefiland Zahrgäng Frankfurt a. M., 3. Dezember 1A25/ ^6. Lislew 5686 Nummer 24 Bericht des Mrkschaflsamies der Agvdas Israel für Palästina. TischriSSSS. Allgemeines. Ursprünglich hätte das Wirtschaftsamt der Agudas Jisroel für Palästina erst am 1. Marcheschwan mit der Kolonisations¬ und Jnformationsarbeit beginnen sollen. Aber bereits im Tifchri wurde das Wirtschaftsamt vom Publikum weitgehendst in Anspruch genommen. Die Wirtschaftslage in Palästina hat sich einigermaßen stabilisiert, Nach der Periode des starken Anschwellens der Einwanderungsziffern folgte eine ziemlich gleichbleibende Monatsimmigration, die (nach Abzug der Rückwanderer) auch weiterhin um die Zahl 3000 schwanken dürfte. Damit war ein Warnungszeichen für die größte Industrie des Landes — für das Vau- und Vaumaterialiengewerbe gegeben worden, der Häuserspekulation nicht allzuweite Kredite zu gewähren. Die Krise, die derzeit die' Bauindustrie erfaßt hat und wieder die Arbeitslosenzissern anschwellen läßt, kann daher zu einer Gesundung und Normalisierung der wirtschaftlichen Verhältnisse führen. Palästina, das eine noch viel zu wenig gewürdigte wirtschaftliche Aktivität besitzt, kann dann in absehbarer Zeit den Kapitalzustrom erwarten, um den man sich jahrelang bemüht hat. Solange aber nicht nur eine schwache Krise — wie jetzt — sondern ein vollständiger Zusammenbruch der führenden Industrie des Landes zu erwarten war, ist es unmöglich gewesen, langfristige Kredite auch für die solidesten Projekte und Unternehmungen aufzunehmen. Die Kredittätigkeit der Banken beschränkte sich daher lediglich auf das laufende Diskontgeschäft. Es ist zu erwarten, daß, sobald die gegenwärtige Depression ihren Höhepunkt erreicht haben wird, jene neuen Kapitalien ins Land strömen werden, die allein imstande sind, die wirtschaftliche Basis für eine steigende Einwanderungszahl zu schaffen. Denn die Tätigkeit der im Lande arbeitenden Kolonisationsorganisationen — Pica (Verwaltung der Rothschildkolonien), Jca, Agudas Jisroel, Zionistische Organisation — wird solange nur Stückwerk bleiben, als nicht das internationale Weltkapital sich für die Anlagemöglichkeiten in Palästina ebenso interessiert wie für jedes andere Land im vorderen Orient. Die verheißungsvolle Eröffnung der Tel- Awiwer Messe weist deutlich den Weg, der der wirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes gegeben ist: Nur eine möglichst vollkommene, ja restlose Eingliederung der industriellen und landwirtschaftlichen Produktion des Landes in die Warenerzeugung und in den Warenverkehr des vorderen Orients kann für Palästina jene gefunden, stabilen wirtschaftlichen Verhältnisse schaffen, die Voraussetzung sind zu einer tiefdringenden kulturellen Arbeit im Lande. Die Qualität der jüdischen Arbeit. Der Großteil der ins Land strömenden Einwanderer sind nach wie vor ungelernte Arbeitskräfte, gleichgültig, ob es sich um junge oder alte Immigranten handelt. Neben der Kapitalarmut ist diese, fast bei jedem Wirtschaftsdetail bemerkbare MinderqualitätderArbeitund der Arbeitsorganisation eines der schwersten Hindernisse zur Entwicklung des Landes. .Die Ursache ist in einem fast allgemeinen professionellen Hochmut zu suchen, der vermeint, daß ein halbes Jahr Ausbildung außerhalb oder innnerhalb des Landes genüge, um aus Kaufleuten „Fachleute für alles" heranzuziehen. Nach wie vor wird Qualitätsarbeit in der Möbel-, Kleider- und Schuhwarenbranche zum. größten iDas ist und was leistet ff 44 Keren Hajischuw Keren Hajischuw für Erez Jisroel. Keren Hajischuw von Erez jisroel im Geiste der Thora und Tradition, ist der einzige Erez )isroelfond, dessen Gelder lt. Statut nur für solche Siedlungen verwandt werden dürfen, welche auf der Grundlage des Thoragesetzes errichtet und geführt werden. Keren Hajischuw lonie „Machaneh Jisroel" in Emek Oesreel ermöglicht. Keren ^ailscbuw burd? 6ic Sitten fung Baumaterialien die Errichtung billiger und solider Heimstätten in Erez Jisroel gefördert. Keren Hajischuw & die erste Unterkunft mittelloser Ein- ' Wanderer errichtet. Keren Hajischuw ® m Tel Aviv eine von mehreren Hundertest täglich frequentierte rituelle Arbeiterküche eingerichtet. Keren Hajischuw Erez Jisroel Arbeits- und Verdienstmöglichkeit aesch affen. Keren Haj.schuw & Bauarbeiter ausbilden lassen. Keren Hajischuw hatmitd-nv-rarbÄ-n ® h ' 7 zur Gründung einer Siedlerschule in Emek Iesreel begonnen. Keren Hajischuw Beratung von Emigranten in allen wirtschaftlichen Angelegenheiten eingerichtet. Keren Hajischuw Yi -T frT$ tu h \ j sechs zigtausend Dimcnn Boden in Erez Jisroel für agudistische Aolonisationszwecke ermöglicht Keren Hajischuw weitere Bodenkäufe tätigen — dem Strom der orthodoxen Einwanderer durch Arbeit Verdien stnwglichkeit verschaffen — Industrie und Handwerk im alten und neuen Iischuw fördern — die agudistische Arbeiterorganisation ausbauen — Lehrfarmen und Lehrwerkstätten für Aulim und Handwerker auch in Thuzoh Loorez sinrichten. Unterstützt den Aufbau des heiligen Landes iw Geiste der Thora. 81 Palästina-Zentrale der HguSaz Hirroel JranKfurt am Main Postscheckksnto Frankfurt a. M., No. 53 90V. Teile aus dem Auslande eingeführt. Gewiß gibt es einige gut arbeitende Betriebe, aber die durchschnittliche Qualifikation des Gewerbetreibenden und Handwerkers in Palästina steht auf einem beschämend niedrigen Niveau. Die Ansiedlungs Möglichkeiten. Aus all dem ergibt sich, daß eine dauernde Ansiedlung in Erez Jisroel nur dort möglich ist, wo entweder über ausreichende Kapitalien oder über wirklich ausreichende Fachkenntnisse verfügt wird. Speziell Qualitätsarbeiter mit dem Niveau, das man z. B. in Deutschland durchschnittlich vom gelernten Arbeiter verlangt, sind nach wie vor im Lande stark nachgefragt. Aber nicht genug gewarnt werden kann vor einer unüberlegten Einwanderung ohne Kapitalien oder ohne langjährige und tiefgehende Fachkenntnisse. Das sichere Elend wartet in Erez Jisroel ebenso wie in anderen Ländern auf denjenigen, der unzulänglich ausgerüstet an seine Arbeit herantritt. Erez Jisroel ist kein Wirtschaftsasyl für Existenzen, die in Europa Schiffbruch erlitten haben. Der Händlerberuf ist derart überfüllt, daß die Einnahmen der Krämerlädchen, die es in Tel- Awiw zu Tausenden gibt, täglich mehr zusammenschmelzen. Nur Produzenten — Handwerker, Gärtner und Landwirte — können hier erfolgreich arbeiten, wenn die oben erwähnten Voraussetzungen, gegeben sind. Die Hauptschuld an der wirtschaftlichen Not der mangelhaft ausgebildeten und mangelhaft ausgerüsteten Einwanderer tragen die utopistischen Meldungen mancher Zeitungen in Europa, die phantastische Stimmungsberichte verbreiten, denen jede Basis fehlt. Es empfiehlt sich, vor der Auswanderung sich in jedem Falle mit dem Wirtschaftsamte der Agudas Jisroel für Palästina (Tel-Awiw, Palästine, P. O. B. 366) in Verbindung zu setzen, bas Interessenten jederzeit alle gewünschten Auskünfte erteilt. Der Arbeitsbereich des Wirtschaftsamtes umfaßt vier Gruppen: 1. Informationsbüro; 2. Kolonieverwaltung: 3. Arbeitsvermittlung; 4. Einwanderungsangelegenheiten. 1. I n f o r m a t i o n s b ü ro. Das Informationsbüro bearbeitete außer dem täglichen Publikumsverkehr 58 Jnformationsfölle, Anfragen auf Errichtung einer Großbäckererei, Spielwarenindustrie, Konserven- und Marmeladenfabrikation, Schuhwarenerzeugung, Großweinkellerei usw. Ferner Anfragen, die oie Errichtung einer Geflügelfarm und einer modernen Milchwirtschaft betrafen. Außerdem wurden über die Existenzmöglichkeiten im Gärtnerei- und Handwerkerberufe ständig Auskünfte erteilt. In manchen Fällen ist es geglückt, Kapitalien mit wirklich qualifizierten Fachleuten zu einer gemeinsamen Firma zu vereinigen. 2. Kolonieverwaltung. Die Hauptaufgabe der Kolonie- und Terrain- Verwaltung war die Administration der Agudakolonie „M achneh Jisroe l", ferner die Leitung der Parzellierungsarb/Aen auf den Ländereien der Agudas Jisroel, oie Entgegennahme von Offerten über verkäufliche Landstrecken, sowie die Besichtigung der angebotenen Komplexe; das Letztere in Zusammenarbeit mit der zentralen Vodenkaufskommission der Agudas Jisroel, die ihren Sitz in Jeruscholojim hat. Machneh Jisroel, die erste Kolonie der Agudas Jisroel im fruchtbaren Emek, hat heute bereits 86 Einwohner, darunter 40 Poalim und drei Gärtnerinnen. Alle arbeiten im Dienste der „Habajith" (in Deutschland eingetragen als „Habajis", Heimstätten-Gesellschaft für Palästina"), der die Ausführung der Haschscharaharbeiten von der \

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