Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 40-41 (1.10.1925)
- Date
- 1925-10-01
- Page
- – (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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1..Oktober 1925 ^räWWeu Mrd psychrüvMchen Studien die sich darauf aüfMuest Dünen, sondern nach Der bekannten Mahnung der Gemara: n»^>n ni'iic n~n bv . nrpp ib'D«» weil mM Äirch das .schemMre glsichgültige Gespräch der Tülmide Lhachamim Äufimirkfam achten mutz, da man dcrraus immer lernenckann. In dem .17,»«? 107.100, durch dessen Herausgabe der Distriksräbbiner von Kissingen uns eine höchst willkommene Wabe bietet, finden wir einen brieflichen Gedankenaustausch, der durch Thorawissen und Frömmigkeit äüsg^eichneten Familie Bamb e r g e r. Ein Teil der Familienkoxrefpondenz des unvergeßlichen Rabbi Simcha Bamb erger von Afchaffenburg wird vor Nns nüsZebreitet, Briefe des weltberühmten alteü.WürAurger Starr» vön seinem ältesten Sohn Rabbi Simcha begeßnen uns hier. Korrespondenz des Meisters von AfchäfMburg mit leinen gelehrten Brüdern in Kissingen, Frankfurt und Würzburg, mit dem Schwager Adler an Kitzingen und mit seinem damals das Rabbinat nn Schwerfenz nnnehabenden Sohne, dem gelehrten Herausgeber. Muß ein solcher Gedankenaustausch, beträfe .er .auch nur persönliche Angelegenheiten, unser Interesse noachrufenu m w i e vielmehr, wenn es sich bei Den hier ausgewählten Schriftstücken um wichtige Fraßen Les Religiansgefetzes .Handelt und deren Beantwortung und Anwendung ,für die Praxis. Auch illustre Namen, die nicht dem Familienkreis Rabbi Simchas .aygehören, finden wir sowohl in der langen Reihe der Fragenden, Als besonders unter Den Unterschriften, der Gutachten? R. Meüöel, Kärgaü in Fürth, R. Jizchäk, Elchanan .in Kowno, Jft. Elchanan Rosenstein in Berlin, ,R. Simon .Hurwitz .in Leipzig, .R. Meier Freimann in Ostrowo wollen wir nur aus der Zahl der uns hier mit ihren Antworten begegnenden Autoritäten hervorhebeu. Wertvolle, eingehende Anmerkungen hat der Herausgeber vielen Gutachten beigefügt, die durch die Belesenheit .in Den bezüglichen Zitaten und durch das gesunde Urteil bei der Anwendung überraschen. Nicht häufig begegnen wir einer Gutachtensammlung, in welcher .so zahlreiche .in bet Gegenwart mustauchende, für jeder- .mann wichtige Fragen beleuchtet werden. Die Hinweise auf die Wutachtenliteratur und Schriften für die praktische Entscheidung sind jäft IMenlos, so daß man sich bei vielen Problemen über das darauf Bezügliche erschöpfend .informieren kann. Sehr -häufig bietet so das vorliegende 'Werk eine willkommene-Ergänzung der 'an-: n3ivn und ähnlicher Sammelwerke. Wollte man aufzählen, was an.für unsere Zeit interessanter Fällen bearbeitet .ist, Müßte.man den größeren Teil des Inhalts- - Verzeichnisses wiedergeben. Einiges nur soll als Beispiel , hervorgehMen werden. Nr. 5. 'Wiederholung der Worte des Gebets durch .Vorbeter und Sänger. 6.' Gemeinschastliches .Bordeten des Kaddifch. 9. Hinzurechnen > eines in einer Anstalt ausgebildeten Taubstummen zum Minjan S. Dorfgemeinde, die sich.aus einem Kohen, 6 Leviten und 7 sonstigen Mitgliedern zusammensetzt. 18. Mach vielen Seiten intscessante Antwort R. Selig- .mann.Bär Bambergers wegen Almemors in der Mitte der Syncrgüge. Unter anderem wird auf die Frage, ob man.wegen des Gemeindefriedens bezüglich des Alme- -mor nachgeben könnte, geantwortet:;:»ra3 rn-roa in» mp'tf ppnni nms fisbi bpbpb mi'i nrvi' o»imv» „Mach meiner Meinurzg führen derartige Kompromisse Au größerem Schaden nnd weiterem Emreißen, als der zu erhoffende Gewinn .wert M." 19. Witter an der FMuensynagoge. 35. Darf ein Soldat außerdienstlich um Saöbat das Seitengewehr tragen. 67. Musikunterricht .in den erstün?Tagen des Monats Ab. 70. Thora- .oorlesungM am Fasttag vor wemZer als erinem Minjan SastMder. 93. Ueber Himbeersaft. 100 u. a. Ueber das efeillgen r>on Fruchtbäümen. 113. Ueber bas Besehen von Käse. 219. Automatisches Auslöfchen von Gasflammen. 220. Abholenlaffeu von Bahngütern am Sabbat. 219, 220 enthalten Abhandlungen von .R. Meier Fre-iMMN (prächtig stilisiert) und von R. Simcha selbst über das Thema: i'nnp inin r« nvrrv osn mit Beziehung auf die Kontroverse Hirsch—Bamberger. Es fei offen gefagH daß es beMr gewesen.wäre, wenn die beiden Nummern: 219, 220 weggelässen worden wären,: und nicht an die verhängnisvolle Fehde der beiden ruhmgekrönten,.Wrrüchen Führer ennüert worden wäre Lurch Beröffentüchung von' Schriftstücken,, die in erregter Zeit nur für diese Zeit geschrieben waren. Ebenso wie man den Herausgeber dex „Gesammelten Schriften von SLR.. Hirsch" versteht, daß er die „Offenen Briefe" in Äre Sammlung angenommen hat, ist es erklärlich, däß^der.! Kissinger Rabhmer bei. dieser Gelegenheit Abhandlutttzenbekannt gibt, die nach feiner Meinung zur Klärung uM: Verteidigung der Ansicht feines. von ihm mit vielen anderen ehrfürchtig verehrten Wroßoäters dienen. Das große Publikum wünscht aber, daß endlich einmal unter bie’ bald ein halbes Jahrhundert zurückliegenden, , tief schmerz-: lichen Vorgänge ein Strich gemacht werde. Die Gutachten-, sammlung .-rat? i27 Mit ihrem reichen Inhalt wird uns: in einem übersichtlichen, handlichen, vorzüglich ausgestatteten Band überreiche Herausgeber und Verleger! haben dadurch Anspruch auf unseren herzlichen.Dank.' Für eine neue Auflage hätten wir den Wunsch, daß: mit der Unterzeichnung der Gutachten, und besonders hei: denen - des- R?', Sinichä -'selbst, nicht?so sparsam umge-: gäützen-tverde? Jn^ den -Schriften sind wir gewohnt,! jedesmal- -den? NaMen des" Auskunft Erteilenden am! Schluffe feiner Antwort, zu findend In das vorliegende! Buch, wo neben dem altenAschaffenburger Rabbiner-; zahlreiche andere Autoritäten Antwort erteilen, bringst diese Unterlassung eine gewisse Unklarheit. Ebenso wäre es von Vorteil gewesen, wenn bei jeder Rümmer des Index, die auf Auskünfte hinweist,; die nicht von R. Simcha gegeben wurden, -er Name -es betreffenden D e r I s r a e l i 1 Autors genannt worden wäre.. Diese Monita treten jedoch den vielen Lichtseiten der Edition gegenüber weit zurück und verringern, unser lebhaftes Dankgefühl für die. Mühewaltung des geehrten Herausgebers nicht. , nn»D 121 iso wird viele aufmerksame Leser finden. So ist. es zu erwarten, daß uns sehr bald eine Neuauflage erfreut m welcher das, was wir jetzt-nicht gerne sehen, fehlt, und das, wäs wir heute vermissen, hinzugefügt ist. . ... , , . , ,> . : Untersuchungen über die Massora. Demnächst erscheint im Verlage der Orient- Buchhandlung H e i n z L a f a i r e in H a n - n o v e r aus der Feder Dr. Ernst Ehrenh e u s in M ü n ch e n eine gründliche Arbeit über die „Massora", aus der im folgenden ein interessantes Kapitel im Vorabdruck wiedergegeben werden soll. Das Werk wird nicht nur für Wissenschaftler, sondern für - jeden an gründlichem Textstudium interessierten Talmudgelehrten wertvoll sein. ,F 31. Zu Sabbat L5 b: Der Inhalt der Gemarastelle, astf welche sich Räschis. Bemerkung bezieht, ist folgender: Es soll bewiesen werden, daß nicht die' b eid en Söhne Clls.gesündigt haben, sondern nur Chofni. Dagegen ist aber einzuwenden, daß die betreffenden Worte in 1 S. 2, 22^-24 dach im Plural sprechen. Deshalb deutet die Gemara die beiden dort stehenden Plurals -mv und :»23 als Singularformeo und zwar das defektiv geschriebene als das »23 als »2?- Dann fragt sie nach dem Verbum a»i»3sra, welches doch die beiden Söhne Elis Äls Subjekt habe; denn, o'i'iso bedeute ja „f i e verführen". Darauf antwortet die Gemara: Es steht . oi-ay» (ohne das Jod der männlichen Pluralendung) und diese Form deutet an, daß nur einer gesündigt hat. Soweit der Tert. der Gemara. ' (Es ist zu erklären, wieso die Gemara 122«,' und vi'2V» als Singulare auffasien kann. Man könnte wohl sagen, 'daß die Plural be d e u t u n g beider Wörter dadurch cabge.fchwächt sei, daß sie bezüglich der Plural- ChavrLteristika Wau (bei "> v) und Jod (bei n'2s») defektiv geschrieben seien. .Es gibt aber noch eine bessere Erklärung: ist eine richtige grammatische Form, nämlich —; inirr^ebenso ai’ay» — oni« t??»*) Raschi nun hält diese Gemarastelle für unrichtig; denn ' sie setze voraus, daß das zweite Jud von oi’2v» fehle,; was unserem massoretischen Texte wiedetzsxreche. Auch der Massora gedola sei dies zu entnehmen; denn in der Masioraängabe, welche alle Wörter auszähle, in welchen ein Jod gelesen werde, das nicht geschrieben sei, stehe dieses oi'3S7» nicht, was (nach unserer Gemara) umso auffälliger sei, da diese Massoraangabe eine genaue Zahl der Beispiele angebe. Daraus fei zu schließen, daß das Wort ai'ay» die in dieser Liste behandelte Eigentümlich-! reit nicht zeige und als zu schreiben fei. Mithin ergibt sich nach Ras.chis Auffassung, daß die in der Gemara gegebene Antwort nicht rnhtig sein kann. Andererseits sei aber auch ihre Frage unberechtigt: denn das Subjekt zu o'i'ov», welches tatsächlich im rich- NMN Plural stehe, Mn nicht „die Söhne Elis", sondern sei „das Volk", welches Wort als Kollektivbegriff den Plural regieren könne. Die Bedeutung von o'-*2s» sei „verlauten lassen" (oder ähnlich) und nicht „verleiten"; denn diese Bedeutung würde.inhaltlich gar nicht passen, da die Söhne Elis — angenommen sie hätten beide gesündigt — das Volk nicht „verleitet", sondern nur selbst „eine Sünde begangen hätten", was hebräisch cisijj hieße. Die Worte . . .' v» o'i-ay» x»v '22« ivrr nV»vn > - - seien demnach zu übersetzen: „. . . die Kunde, welche ich höre, nämlich, daß ihr das Volk zur Sünde verleitet. . ." Soweit ist Raschi wenigstens verständlich, wenn auch manches angezweifelt werden kann. Schwierig für das Verständnis ist nur: In welchem Zusammenhang steht der Satzteil i« 12,in Dbnn r>v wvz n©p mit dem Folgenden? Die beste Erklärung ist diese: Da Raschi die zur Behandlung gehende Gemarastelle für eine falsche Interpolation'hält, so meint er, müsse man annehmen, üe stamme von der Hand eines unkundigen Schülers; In Wirklichkeit fei diese Annahme nicht möglich; denn gerade für die Stelle ito Tiran v2nn werde in der Gemara der Name eines Lehrers als Gewährsmann angeführt und die Annahme sei doch schwierig, daß der Interpolator einen Lehrer nenne, der dieses Thema gar milcht behandelt habe, d. h. zu dem falschen' Zusatz auch poch einen erdichteten Namen hinzugefügt haben solle." . Der Verfasser weist dann nach, daß dre in der ed pr. Soncino stehende Lesart in Raschi 3102«? jrav, *0 tw'jwürw 1’ip «i>i tt» ina die richtige war und zu Unrecht später geändert wurde.- Denn es war üblich, bei den paärweisen Listen der Massora die U e b er sch rift der ersten, zu zitieren, während g e m e int die zugehörige G e g e n l i st e .ist, die i'ipi mx>n ^vroa ivn enthält. Der Verfasfer sucht ferNer zu beweisen, daß der Gemara unsprüstglich d a s 3Ü 0 r t 1' i' a »7» i n a n d e r e r Sich r-e id ü n g pörgele'gen -hat als die in unseren AusgäbensiH?oo'rfim»ende. Wr glaubt einM Beweis dafür -vor allem - in dem bHrühmien - M ü n ch n e r Talmud - k d d e x 'gefunden zu haben,' dessen Lesart an unserer Stelle erheblick» von der gewöhnlichen Lesart abweicht. Mr Werfäffexschreibt!! wörtlich:;?- : inMir Hetzen vdn> der? Annahme .aus-i daß .in dem Ge« maratext ein außerordentlich kleiner Muckbezw? Schreibfehler steht, der zu der irrtümlichen Auffassung Veranlassung gegeben hat. Es soll dort nicht a'ns dt3s» (ohne das letzte Jod), sondern a'712 o?i3^o (ohne das erste Jod) heißen. Der Sinn der Gemarastelle ist dann fol- Nr^ 40/41 Seite 23 gender: Die Annahme, daß ni ch t die beiden Söhne Elis gesündigt haben, läßt sich doch ichon aus dem Grunde nicht aufrecht erhalten, weil in dem Vers o'i'os» in der Mehrzahl steht und bedeutet: „s i e verleiten das Volk". Daraus antwortete die Gemara: Es steht doch o-nayn (ohne das. erste Jod), was gelesen werden kann o'lZV ie setzen ab". Das Subjekt dazu ist das (sonst als kkufativ-Objekt aufgefaßte) unmittelbar folgende 0?. Durch die neue Auffassung wird eine alte in der Gemara stehende Lesart erklärt, die umso mehr Wahrheitsgehalt in sich trägt, je auffälliger sie ist. Rabbinovlcz. (a. a. O.) führt aus dem wegen seiner alten korrekten Lesarten berühmten Münchener Talmudkodex folgende Lesart an, die er für die schlechtere hält: m o'vsy» s'nnm 1*S ’33 3'712N1 3VI2 a’T>357» '"11 N'13 R17H 1*« 'H D57 -3'V2 '23 2K 1»N2 Diese Lesart unterscheidet sich von der unseren neben anderem auch vor allem dadurch, daß die Frage nach D'1'35» (unmittelbar) vor der Frage nach '23 steht. Dies ist sehr auffällig: dem im Bibeltext ist die Reihenfolge umgekehrt. a) Nach der von uns gegebenen Erklärung ist diese Umstellung berechtigt, nach der allgemeinen üblichen unmöglich: denn nachdem einmal bewiesen ist, daß oi'3y» die Bedeutung hat: „er hat sie verführt", kann ich doch nicht mehr nach b« fragen. Denn dieser Plural hat nichts Auffallendes mehr. Eli spricht eben zuerst seine beiden Söhne an und sagt zu ihnen: . doch, meine Söhne, nicht gut ist die Kunde...., daß einer von euch das Volk verführt". Ganz anders ist es aoer nach unserer Erklärung. Nach der Antwort o'i3jm „absetzen" fragt die Gemara weiter: Wer soll abgesetzt werden? Was ist das Objekt zu diesem Verbum? Doch sicher das am Anfang stehende '.3 Wenn nun das Volk beide Söhne absetzen will, so ist aus dieser Tatsache doch bewiesen daß beide Söhne gesündigt haben. Dies ist nun die Frage in der Gemara, und sie antwortet darauf: »2.1 kann auch als »2? gelesen werden. Wir haben also bewiesen, daß die Frage »ia an letzter Stelle nur nach unserer Erklärung möglich ist. b) Es ist nur noch zu erklären, weshalb überhaupt die Gemarah nach der alten Lesart im Münchener Talmudkodex die Reihenfolge der Worte ändert. Das hat nun folgenden Grund, der gleichzeitig die Erklärung für eine andere Auffälligkeit der Gemara gibt. Es ist nämlich fchweroerständlich, daß sie, nach der Behauptung, Pinchas habe nicht gesündigt, einige Pluralformen auffällig findet und andere wieder nicht, nämlich V. 22: nw und V. 23 pvyn usw. Wir müssen daher'sagen, daß, wenn auw Rinchas nicht als Mittäter in Betracht kommt, er doch auf alle Fälle dem Hohenpriester und Vater gegenüber als mitverantwortlich gilt, weil er nicht rechtzeitig auf irgend eine Weife (z. B. durch Benachrichttgung des Vaters) dafür gesorgt hat, daß die Unbescholtenheit des Priestertums und der Familie' erhalten bleibe. Daher schließt der Vater in den Worten usw. den Täter und den Mitverantwortlichen ein. Wenn Eli nun im Vers 24 »23 bx sägt, so ist ebenfalls nichts auffällig, selbst wenn Pinchas nicht als T ä t e r in Betracht kommt. Daher kann die Gemara z u e r st an '23!>» keine Fraae anknüpfen. Nachdem aber ci3s» in der Bedeutung „absetzen" erklärt worden ist, muß das nach der ursprünglichen Auslegung als Objekt aufgefaßte nv als S ub - j e k t gelten und, da kein anderes Objekt vorhanden ist. muß dann »;? als solches fungieren: „meine Söhne,... das Volk fetzt sie ab". I e tz t ist die Gemara berechtigt zu fragen: Wenn das Volk beide Söhne absetzen will, müssen doch beide als Täter in Betracht kommen; denn wenn auch Eli als der Hohepriester und Vater den Pinchas als Bruder und Mitpriester von Chofni für dessen Vergehungen verantwortlich machen kann, darf das Volk trotzdem nicht so tun, geschweige denn Pinchas absetzen — wenn nicht auch dieser Täter ist. Da also -22 dalleht, muß auch er selbst die Sünde begangen haben. Darauf lautet die Antwort: Das Konsonantenbild von '23 kann auch als »r? gelesen werden. Hiermit ist also bewiesen, daß üie Lesart des Rcunchener Ms die richtige ist, Und da diese die von uns angenommene Lesart oiiav» zur Voraussetzung hat, ist (durch eine lange und komplizierte Deduktion) der vierte Beweis erbracht, daß diese die richtige sein muß. Bücherbesprechungen. Juden und Judenkum von heute. Von I. Kreppel. 11 und 891 S. 30 Mk. Zürich, Wien, Leipzig. A m a lthea-Verlag. . , Vor einem dickleibigen Buche bebt der Leser, zumal er beim Durchblättern oft Reihen statistischer Zahlen findet. Vorliegendes Buch macht eine rühmliche Ausnahme davän. Es behandelt die Verhältnisse des gesamten heutigen Judentums auf Erden, selbst in den Einzelheiten, auch den statistischen, sehr genau. ' Zuerst gibt Verfasser eine eingehende Skizze der Vorkriegszeit von 1900 an, ein fehr ansprechender Teil des Ganzen,- weil et uns?in die Zeit zurückversetzt, welche Heute, bereits wie im Träum hinter uns liegt. Diese Daxstellung läßt die wichtigsten Wendepunkte unserer neuesten Geschichte, itt unsere Erinnerung zurückkehren Md. Meti so pm 7besten.in.die Zeit des Krieges über. Haltung Her Iuden während des Krttges ist in bezeichnenden Zügen und Kundgebungen ohne Voreingenommenheit für und wider dargestellt, so daß ein deutliches Gesamtbild der Leistungen, wie der Schicksale unserer Glaubensgenossen in jenen schweren Jahren hervortrilt.