Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1925)
- Date
- 1925-09-24
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr.! 19 D er 3 s t a e 111 SB l tt t t e t 24. September 1925 für sie Rücksendung nach Sowjet-Rußland und zumindest Verbannung nach Sibirien bedeutet hätte, weiter zu sichern. e) Bes Jaakauw Schulwesen. Aus Veranlassung unserer Zentrale in Wien ermunterten wir unsere weibliche Jugend zu Sammlungen für dieses Schulwerk, von dessen Durchführung es abhängt, ob die weibliche Jugend Polens der vollen Erfassung des Judentums zugeführt wird. Unsere freundlichen Helferinnen haben die Genugtuung, daß die von ihnen aufgebrachten Mk. 3000.— es in erster Reihe ermöglichten, den jetzt mit so schönem Erfolge beendeten Lehrerinnenkursus in Robow abzuhalten. 3. Finanzen. (Die Beträge in Klammern sind die Summen, welche vom 17. Jjar 5664 bis 15. Kislew o685 zur Auszahlung glangten. In der Summe Jefchiwaus und Talmud Thoras sind auch die Eingänge aus Schulgeld usw. verrechnet.) Wir zahlten: für deutsche Zwecke: Jeichiwaus und Talmud Thoras . ... JI 15 575.— (Ji 15 420.—) Entsendung deutscher Bachurim auf Jeschiwaus.Ji 2 120.— (Ji 850.—) ländliche Fürsorge: A. I. I. O. und Freie Vereinigung Ji 3 330.50 (JI 1 870.—) Subventionierung einzelner Lehrer u. Vereinigung, s. Unterricht .M 1 284.45 (Ji 835.55) Subvention v. Lehrersem. u. Präp. . M 1 800.— (Ji —.—) Ji 24 109.95 (Ji 18 975.55) Für Zwecke der K. H. Zentrale: diverse Zahlungen . Ji 15 685— (Ji 32 797.75) Bes Jaakauw Schulwesen . .Ji 2 890.— (Ji —.—) Litauische Jeschiwaus: Kowno-Litauen . . Ji 25 200.— (Ji —.—) poln. Litauen . . . Ji 58 800.— (Ji —.—) ingesgefamt Ji 126 684.95 (Ji 51 773.30) 4. SlUgemeines. Wenn der deutsche Keren Hathora in der Berrchtsperiode für außerdeutsche Zwecke ziffernmäßig mehr als für deutsche Zwecke geleistet hat, so glaubt er dennoch, auch vom deutschen Standpunkt aus, das ihm von Agudas Jisroel übertragene Mandat getreulich ausgeübt zu haben: Haromas Keren Hathora war uns zur Aufgabe gestellt worden, dafür Sorge zu tragen, daß in allen Kreisen des jüdischen Volkes Tauroh wieder zum ausschließlichen Mittelpunkte aller Bestrebungen gemacht wird. Es bleibt uns für die Zukunft noch unendlich viel zu tun: Neben dem weiterem Aufbau in Deutschland und für Deutschland gilt es, auf Grund der durch die Keren Hathora- Zentrale zu erlassenden Weisungen das Meschullochim-Wesen — es fei ausdrücklich betont, daß beirrt jetzigen Stand des Keren Hathora die Send- WttrstKMev'kommen werden und weiter kommen Müffd-nj-^mtaktvoller Weise zu überwachen, es gikt/i weiterhin mit erhöhtem Einsatz von Kraft und' Ausdauer für Stadt und Land zu sorgen. Wir können die Aufgaben nur lösen, wenn das gesamte deutsche Judentum, weit mehr als bisher, fördernd, materiell und ideell, helfend uns zur Seite steht. H a M b u r g, den 2. Ellul 5685. Das Landesdirektorium des „Keren Hathora" in Deutschland Oberrabbiner Dr. Spitzer, Vorsitzender. Protokoll des Delegiertentages der Agudas Jisroel- Iusendorganisation vom 2. bis 4. August 1925 — 12. bis 14. Aw 5685 —, in Würzburg. 1. Sitzung Sonntag, den 2. August 1925. Leo Munk-Köln eröffnet die Tagung, begrüßt die Delegierten und Gäste und schlägt zu Mitgliedern der Leitung des Delegiertentages vor: 1. Vorsitzender: Dr. Siegmund Stein-Verlin, stellv. Vorsitzender: Dr. Münz-Nürnberg, Lehrer Ruda-Kiel und Eerson Schmrb-Frantfmt a. M. Die Wahl erfolgt per Akklamation. Dr. Sie gm und Stein-Berlin übernimmt den Vorsitz und erteilt Leo Munk- Köln das Wort zur Erstattung des Berichtes des Or ganisations Vorstand e s. Munk überreicht den Delegierten den nachstehend gedruckt vorliegenden Bericht: Wir haben Rechenschaft abzulegen über 5 Jahre. Im Jahre 1920 — 5680 — wurde uns auf der Nürnberger Tagung die Aufgabe erteilt, die Geschäfte der Jugendorganisation zu führen. Z)ie Nachwirkungen der schweren K ieg-zcn beherrschten die ganze Geschäftsperiode. Es galt die Heranwachsende Jugend, namentlich Pie schulet.ilasjcne. mit den Ideen der Thauro wieder vertraut zu machen: und bei ihr das Verständnis für das gemeinsame Band, das uns alle umfaßt, Agudas Jisroel, zu wecken. Schon die frühere Leitung hatte erkannt, daß vor ollen Dingen in den kleineren Orten, bei öer Landbevölkerung, die vornehmste Tätigkeit der Jugendorganisation einzusetzen habe. Die jungen Menschen, die teils jmlid; .ulbert aus dem Felde heimkamen, teils in Abwe-i—i cit der Väter ohne richtige Erziehung ausgewachsen waren, standen der großen Vergangenheit unseres Volkes fren:d gegenuoer. Während in den Großstädten, in denen jüdische Zentren sich befanden, G. f. D. noch Kräfte vorhanden waren, die die Jugend zum Quell der Thauro zurücksuhrten, sah es auf dem Lande trostlos aus. Unsere Tätigkeit erstreckt sich nach zwei Richtungen hin: 1. auch in den kleinsten Orten die Liebe zu Thauco zu wecken und 2. sämtliche Gruppen durch das Band der Agudas Jisroel zusammenzufassen. Bezirkssekretäre: Bereits die frühere Leitung, die in Frankfurt ihren Sitz hatte, beauftragte Herrn Dr. Herz in Fulda, in der hessischen Jugend die Agudas- Jisroel-Jdee wachzurufen; wir haben das segensreiche Werk in diesem Sinne fortgesetzt. Durch Besprechung mit den verschiedenen maßgebenden Persönlichkeiten in Sachsen, Ostfriesland, Bayern, Baden, Württemberg, verschafften wir uns im Laufe der Jahre Uebersicht über die Lage der gesetzestreuen Jugendbewegung, und es war unser Bestreben, nach und nach an jedem der größeren Landbezirke Deutschlands, in denen noch die Hoffnung, jüdisches Leben zu erwecken, nicht vergeblich schien, Bezirkssekretariate zu errichten. In den ersten Jahren fanden sich die geeigneten Persönlichkeiten nicht. Die Inflationszeit drängte sehr viele Menschen aus geistigen Berufen heraus und trübte das Verständnis für geistige Bestrebungen. Wir fanden weder die geeignete Kraft, die als Generalsekretär die Verbindung zwischen der Leitung und den einzelnen Gruppen herstellte auf aufrecht erhielt, noch Bezirkssekretäre, die in den verschiedenen Gegenden Deutschlands durch Einrichtung von Schiurim, durch Vorträge, durch Treffahrten usw. es verstanden, der Idee der Agudoh zu dienen. Hessen: Herr Dr. Herz widmete sich mit außerordentlichem, nie versagenden Eifer seiner Aufgabe, und die allgemeine Beliebtheit und Anerkennung, die ihm in der Fuldaer Gegend zuteil wurde, bewies, daß er mit großem Erfolg gewirkt hatte. Herr Dr. Herz bearbeitete in der Hauptsache den engen Fuldaer Bezirk, in dem er nach kurzer Unterbrechung auch heute noch mit großem Erfolg arbeitet. Der Schwerpunkt unserer Arbeit in Hessen liegt jedoch in Cassel, und der für uns in Betracht kommende Bezirkssekretär müßte dort seinen Sitz haben. Obwohl wir dort noch keinen Sekretär haben, stellen wir mit großer Freude fest, daß der Ort Cassel und mit ihm Guxhagen seit einigen Jahren ein reges Agudohleben entfaltet. Die Jugendorganisation weiß hierfür Frt. Blanko Dannenberg und Herrn Moses Elzas aus Cassel und Herrn Jsaac Katzenberger aus Guxhagen vornehmlich, aber auch sämtlichen anderen Mitgliedern der dortigen Vorstände großen Dank. Sachsen: Anders als in Hessen liegen die Verhältnisse im sächsischen Bezirk. Während unsere Haupttätigkeit dort darin besteht, der Jugend die primitivsten Kenntnisse von Thauro und Mizwäus beizubringen, finden wir in Sachsen Kinder ostjüdischer Eltern, die von Jugend auf bereits jüdischen Geist und jüdisches Leben in sich ausgenommen haben. Dort ist die Haupttätigkeit auf die organisatorische Zusammenfassung zu richten. Die Organisation fehlt vollkommen, und es war uns bisher trotz verschiedener Versuche nicht möglich, die geeignete Persönlichkeit für Sachsen zu finden. Allerdings konnten wir uns auch eine Zeitlang nicht hierum bemühen, weil die wirtschaftlichen Sorgen, das bisher Aufgebaute zu erhalten, zu drückend waren. Wir glauben aber, daß, wenn dort eine geeignete ostjüdische Persönlichkeit mit Organisationsverständnis gewonnen werden könnte, viel für unsere Idee geleistet werden würde. Der zentrale Sitz dieses Sekretariats müßte Leipzig fein. Württemberg-Baden: Sei mehr als einem Jahr besteht ein württemberg-badisches Sekretariat, dessen Leitung Herr Marcus Posen inne hat. Demselben ist es in verhältnismäßig kurzer Zeit gelungen, eine ganze Reihe von württembergischen und badischen Orten zu einem Bezirksverband zusammenzuschließen Bisher hatte Herr Posen seinen Sitz in Heilbronn. Ueber 30 von Herrn Posen neu gegründete Gruppen sind diesem Sekretariat angeschlossen. Die in der dortigen Gegend amtierenden Herren Rabbiner Dr. Michalski-Karlsruhe, Dr. Feinberg- Heilbronn, Dr. Kahn-Mergentheim, Dr. Ansbacher-Stuttgart und Dr. Verlinger-Hall haben unsere Tätigkeit durch ihr Wirken und ihre segensreiche Unterstützung sehr gefördert. Wir sprechen denselben hierdurch unseren herzlichsten Dank aus. Bapern: Ein besonderes Ruhmesblatt in der Geschichte unserer Jugendorganisation hat sich die in Nürnberg amtierende Leitung^ des Verbandes gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine Bayerns erworben. In unausgesetzten Bemühungen haben sich dort junge, thaurobeflissene Menschen gefunden, die allwöchentlich die jüdische Landbevölkerung besuchen und durch regelmäßige Vorträge und besondere Fühlungnahme es verstanden haben, die Tkjauro und den Namen der Agudoh zu Ehren zu bringen. Ihnen, sowie ihrem geistigen Führer, Herrn Rabbiner Dr. Klein-Nürnberg, gebührt großer Dank. Ostfriesland: In Ostfriesland hat sich seit einigen Jahren ein reges Agudohleben entfaltet. Wenn schon in früheren Zeiten die Tätigkeit der Herren Jacob und Max v. d. Walde in Emden für uns in Emden selbst von großem segensreichen Einfluß war, fo hat sich die Agudohtätigkeit erst voll entfaltet, als Herr Sally Boley das Bezirkssekretariat Ostfrieslund, Emsland, Oldenburg-übernahm.: Herr- Boley, der erst. ganz, selbstlos Kindern an kleinen ' Orten, die ohne jeden Thauro-Unterricht aufwuchsen, kostenlos Unterricht erteilte, ist in aufopferungsvollster Weife die ganze Woche über im Bezirk tätig, und die in den letzten Jahren stattgefundenen 5 oder 6 Bezirkstagungen' haben bewiesen, wie sehr der Gedanke der Agudas Jisroel Wurzel gefaßt hat. Wir können den Bericht über dieses Sekretariat nicht schließen, ohne auch den Herren Rabbinern Dr. Blum-Emden, Dr. de Haas-Oldenburg und Dr. Aber-Bremen unseren herzlichsten Dank für ihre aufopferungsvolle Mitarbeit zum Ausdruck zu bringen. Auch wollen wir nicht verfehlen, Herrn Lehrer Wolfs in Aurich, der unter Beteiligung von Hunderten von Personen sein ZOjähriges Amtsjubiläum vor mehreren Monaten zu feiern, unseren Dank für feine Hilfe und unsere Wünsche für sein zukünftiges Leben zum Ausdruck zu bringen. Rheinland: Gemeinsam mit bem Hierein für die jüdischen Interessen Rheinlands haben wir Herrn Lehrer Fein in Boppard beauftragt, in einer ganzen Reihe oberrheinischer Gemeinden Religionsunterricht zu erteilen. * 4- -i- Unfere zweite Aufgabe wäre gewesen, auch die Großstadtgruppen regelmäßig zu besuchen und durch'Austausch der gemeinsamen Interessen den Zusammenhang und den Zusammenhalt der Gruppen untereinander zu fördern, und damit eine machtvolle Jugendorganisation für die Agudoh-Jdee zu schaffen. Dazu hätte sich aber ein Generalsekretär finden müssen, der dauernd die Gruppen besucht hätte. Unseren vielfachen Bemühungen, einen solchen zu finden, ist bisher kein Erfolg zuteil geworden. Unsere vielfachen Rundschreiben haben nie genützt, und Poslscheck-Konlen: Landesdirektorium des Keren Hatorah in Deutschland, Hamburg Nr. 24753 (P. Sch. A. Hamburg). Keren Hatorah-Kommissariat Frankfurt a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a.M Keren Hatörah-Kommissairiat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr. 50131 (P. Sch. A. Köln) Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. 70147 (P. Sch, A. Leipzig) Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P< Sch. A, Berlin Nr. 12594 für Abraham Rzeszewski. Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 für,Iwan Möller. Keren 'Üatorah-Kommissariat Hamburg, P. Sch. A. Nr. 40953 für Dr. Julius Baer