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Der Israelit · 1925-09-24 · Heft 39 (24.9.1925) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 39 (24.9.1925)
Date
1925-09-24
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Dfaffcr ftevausgegeßeit non den JCandcsonganifafion dev Agiidas^Jispocf in üeutfefiland U- Jahrgang Frankfurt a. M., 24. September *925/ 6. Tischri 5686 Nummer *9 TSÜgkeitsbenchk des deutschen Keren Hathora vom 15. Kistew bis 15. <£ttu( 5685. Das Landesdirektorium des Keren Hathora in Deutschland gestattet sich, im Anschluß an seinen auf der deutschen Keren Hathora-Tagung im Kislew erstatteten und durch die Presse bekanntgegebenen Bericht, der jüdischen Oeffentlichkeit von seinen weiteren Arbeiten im Laufe des Jahres 5685 Kenntnis zu geben. 1. Organisation. Die organisatorische Arbeit machte in der Berichtsperiode weitere Fortschritte. In. folgenden 29 Ortsn bestehen Keren Hathora Kommissariate (K. H. K.), die die sogenannte Hamburger Resolution mit ihrer vierfachen Forderung: Mitgliederwerbung auf Basis des Tagesbeitrages vün 10 Pfg. und des wöchentlich ein- Zürichtenden Inkassos, 'Einführung des Spendenbuches, Einsetzung des Keren Hathora Schabbos und Schnobern für K. H,, Organisierung der sogen. Barmizwoh-Aktion mit größerem oder geringerem Erfolge verwirklichen: Beuchen (Gottfried Altmünn, Ring 19), Kremen (R. Grünbetg, Meterstr. 25), Breslau (Rabb. Dr. Eohn, Gutenbergstr. 43), Dortmund (H. Stern, Königshof 1), Emden (Landrabbiner Blum), . Efchwege (Rabb. Br. Bahfreund), Frankfurt a. M. (Leopold Oppenheimer, Bärenstr. 12), Fürth (Rabb. Dr. Breslauer, Schwabacherstraße 15), ,Mlda (Räbb.Br. Eahn),, ' Gelfenkirchen (Dr. Max Meyer, Hindenburgstraße 75), ' Gießen (LäZarüs Levi, Mühlftr. 31), Mleiwitz (Paül Kohn, Markgrafenstr. 9), Guxhagen G, Kätzenberg),, Halberstadt (Göttfr. Goldschmidt, Unter den . Weiden. 3), . Hamburg (Jonas Strauß, Grindelallee 53), Hannover (Heinrich Eichelberg, Mendelsohnstraße 30), Hersfeld (Jos. Bachrach, Bahnhofstr. 3),!Karlsruhes (Markus Stern,' Kaiserstr.' 160), Kassel. (N. -Elzas, Königstor 33), Kiel (Rabb. Dr. Posner, Sophienblatt 60), Kitzmge'n' (Rabb. Dr. Wöhlgemuth), Köln (Dr. Edmund Meydr, Riehlerstr. 66). Königsberg (Rübb. Br. Jacobovits, Hintertragheim 20), Lübeck (Rabb. Dr. Winter), Magdeburg (Rabb. I. Mayer, Kl. Klosterstraße 1), (Rabb, Dr? Unna), Dtärburg a. Ü. (Selig Eohn, Schwanallee 15), Nürnberg (Jos. Goldschmidt, Obere Turn- . strckße 9), WürzbMg (Herm. Büxbäüm, Syboldstr. 3^). Jn Verlm (Rabb. Dr. Singermann, wteyerbeerstr. 10), ist,. nachdem eine einheitliche Erfassung aller in Betracht kommenden Kreise sich als unmöglich erwiesen hat, in den letzten Wochen mit der Gründung von sogen. Bezirkskommissariaten begonnen worden. Diese gruppieren sich um die einzelnen Synagogen, deren Rabbinen an der Spitze des betreffenden Bezirkskommissariats stehen. Nach beendeter Durchführung dieser Organisierung werden die einzelnen BezirkskvMMissariate zu einem Keren Hathora- Haupt-Kommisfariüt Groß-Berlin zusammengefaßt werden. Die K. H. K's. in Dresden (Paul Lehmann, Bürgerwiese 21), Düsseldorf (Julius Mogendorff, Adlerstr. 59), ^reiburg (S. Epstein, Hebelstr. 12), Leipzig (Rabb. Dr. Carlebach), Rtainz (Rabb. Dr. Bondi) München (Dr. Louis Levinger, Tierfchstr. 14) haben uns zwar wiederholt größere Einzel-Beiträge zukommenlassen, — insbesondere sind aus Leipzig bedeutende Beträge nach Hamburg geflossen — eine systematische Organisierung der 10 Pfg.-Tagesspende ließ sich in diesen Städten, jedoch noch nicht verwirklichen. In Darmstadt (Rabb. Dr. Merzbach, Rabb. Wassermann), wurde dieser Tage das K. H. K. gegründet. Im Hinblick auf die große ländliche Umgebung dürfen wir uns von diesem K. H. K. besonders' viel versprechen. Größere Beträge erhielten wir durch Vermittlung der Herren Rabbinen aus Hanau, Homburg v. d. H., Schwemfurt und Trier. Mit sämtlichen Keren Hathora Kommissariaten staNden wir in der Berichtsperiode in regem Briefwechsel, die meisten wurden von uns besucht. Eine zu S ch ew uaus zu Gunsten d er L a n d g e m e i n den unternommene Sonder- Aktion fand besonders in diesen starken Widerhall urid.zeitigte ein Ergebnis von zirka Mk. 4500.—. Nur geringe Erfolge hatte eine durch Vermittlung derjüdischen Wirte in den Badeorten vorgeNommene Bad e ra k t i 0 n; trotz dankenswerter tatkräftiger : Untetstützüng durch einzelne Wirte, scheiterte sie an der außerordentlich ungünstigen Wirtschaftslage. ' Entscheidend bestimmt würde die Arbeit der ganzen Berlchtsperiode durch die Tagung, welche der deutsche Keren Hathora a m 2 7. un d 2 8. K i s lew i n H a m b u r g abhielt. An ihr nähmen sieben den' Führern der Agudas Jisroel, 'neben ' räbbmischen' Größen des Ostens, neben vielen bekannten deutschen Rabbinern und prominenten Vertretern des deutschen Kaufmannsstandes Delegierte aus fast allen Kommissariaten teil. Am ersten Tage wurden ausschließlich deutsche Fragen besprochen; die gefaßten Entschließungen konnten, soweit sie in den Aufgabenkreis hes deutschen Keren Hathora fallen, 'Schaffung von Talmud Thoras in den Jnduustrie-Zentren, 1 Fürsorge für'die' JugeNd üuf dem Lande, z. T. -'bereits' verwirklicht werden, z. T. wurden Je/von ' der Mziehüngskönferenz, welche unsere Zentrale in Wien im Anschluß an unsere Tagung in Hamburg veranstaltete, übernommen. . -Am zweiten Täge berichteten Vertreter der litauischen Und pölnisch-lityuischen Jeschiwaus über die katastrophale Lage dieser Lehranstalten. Die"Tagung beschloß einstimmig, eine „Entschulduntzs-Aktiän" für diese dem Gesamfiudentum dienenden jüdischen Äkademien in Deutschland Unverzüglich üurchzuWren. Auf der am 6. und 7. Tammus vom Preußischen Landesverband gesetzesireuer jüdischer Gemeinde Halberstadt nach Hälberstadt einberufenen Konferenz waren wir vertreten. Es wurden därt, neben der Besprechung pädagogischer Fragen, die Arbeitsgebiete der einzelnen gesinnungsgenössifchen Organisationen in Deutschland genau abgegrenzt. 2. Leistungen. a) In unseren finanziellenLeistungen waren wir in der Berichtsperiode durch die sich immer mehr verschlechternde wirtschaftliche Lage sehr beengt. Welche Beträge wir für die einzelnen Zwecke verausgabten, ergibt die Aufstellllung ad. 3. b)TalmudThoras. Im Laufe der Berichtsperiode gründeten wir im Sinne der oben erwähnten Beschlüsse vier Talmud Thoras, und zwar: in Dortmund am 2. Jjar mit 3 Lehrkräften und zirka 140 Schülern; in Magdeburg am 1. Siwan mit 3 Lehrkräften und zirka 60 Schülern; in G e l f e n k i r ch e n am 15. Siwan mit 2 Lehrkräften und zirka 50 Schülern: in H a n n 0 v e r am 3. Ellul mit 3 Lehrkräften und zirka 70 Schülern. Sämtliche Lehrer sind von uns angestellt; die Kosten der Schulen werden z. T. durch Schulgelder, z. T. durch Garantien einzelner solventer Interessenten aufgebracht; vorläufig erfordern sämtliche Talmud Thoras selbstverständlich Zuschüsse von unserer Seite. Besonderen Dank schulden wir Herrn Dr. Max Meyer, Gelsenkirchen, der in Dortmund und Gelsenkirchen als unser Vertreter die-Aufsicht führt, während in Magdeburg Herr Rabbiner Dr. Auerbach die Kontrolle ausübt, und Hannover von hier aus beaufsichtigt wird. Durch diese Organisierung eines geordneten Limud, sowohl für Knaben als auch für Mädchen, hoffen wir, eine mit der Zeit sich steigernde segensreiche Wirkung zu erreichen. e) Fürsorge für die Jugend auf dem Lande. Um eine einigermaßen zuverlässige Uebersicht über die Situation zu gewinnen, verschickten wir genau spezifizierte Fragebogen an über 600 Lehrer. Deren Bearbeitung durch Herrn Lehrer Freudenberger, Flieden ergab, — und manchen deutschen -Landstrich konnten wir überhaupt noch nicht erfassen — daß in über 150 Gemeinden die Kinder ohne jede religiöse Unterweisung heranwachsen. Zu einer großen und umfassenden Hilfe fehlen uns die Mittel. Wir beschränken uns daher vorläufig darauf, Religionsunterricht in Gemeinden, welche zu den Bezirken uns nahestehender Rabbiner gehören, durch Vermittlung dieser Rabbiner, durch Subventionierung der von ihnen mit dem Unterricht beauftragten Lehrkräfte, durch systematischen Ausbau von Filial-Unterricht, einzurichten. In enger Zusammenarbeit mit den Rabbinern von Allenstein, Darmstadt, Emden, Ems, Efchwege, Fulda. Gießen, Hanau, Marburg, Mosbach, Oldenburg und Prenzlau hoffen wir, auf diese Weise in 55 Gemeinden einen, wenn auch vorerst nur primitiven jüdischen Unterricht einführen zu können. Wir beteiligen Uns an der Besoldung der von der Agudas Jisroel-Jugendorganisation angestellten „Lernsektetäre". Wir sind uns bewußt, daß auf diesem Gebiete noch besonders viel zu tun übrig bleibt. So erlaubten unsere Mittel es uns nicht, die „Freie Bereinigung" in der Berichtsperiode zu subventionieren, trotz ihrer anerkannt bewährten „Ländlichen Fürsorge". d) Litauische Entschuldungs-Aktion. Zur Entschuldung der unter ihre» Schulden fast zusammenbrechenden litauischem ruckt polnisch-litauischen Jeschiwaus sammelte» wir in Deutschland in wenigen Monaten 2ttyM Dollars welche durch ein Bes Din, bestehend aus dem Chofez Chajim, Rabbi Chaim Oiser Grodzenski und dem Suwalkier Raw, verteilt wurden. In besonders dankenswerter Weise wurden wir durch Herrn Max M. Marburg, Hamburg, bei der Aufbringung der Gelder unterstützt. Bei der mannigfachen Befruchtung des deutschen „Lernens" durch die großen Jeschiwaus in Litauen, sah sich der deutsche Keren Hathora zu dieser Aktion nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, verpflichtet um so mehr, weil diese „Entschuldungs-Aktion" allein die Möglichkeit bot, Hunderten von jungen Talmide Chachomim das Asylrecht, dessen Verlust

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