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Der Israelit · 1925-09-24 · Heft 39 (24.9.1925) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 39 (24.9.1925)
Date
1925-09-24
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
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Sette 14 Nr. 39 __ jubiläum des allseits geachteten und beliebten Religioüslehrers und Kantors Herrn Naphtali Bamberger zu feiern. Der Saal des Eentral-Hdtels wär dicht besetzt von seiner dankbaren Gemeinde, und die Feier nahm einen erhebenden und erfreulichen Verlauf. Der zweite Vorsteher, Herr Eduard Sonder, begrüßte die zahlreich Erschienen. Herr Js. U l l m a n n als erster Vorsteher feierte in äußerst herzlichen Worten die Verdienste des Jubilars und überreichte ihm als äußeres Zeichen der Anerkennung ein wertvolles Ehrengeschenk der Gemeinde und eine Ehrengabe der Mitglieder der Gemeinde. Gleichzeitig gab er die Einreihung des Jubilars in eine höhere Gehaltsklasse bekannt. Herr Distriksrabbiner Dr. Wohlgemuth schilderte in großangelegter Rede den Gefeierten als einen Beamten, der der Gemeinde zur Zierde gereicht, der in seltener Gewissenhaftigkeit und Vorbildlichkeit seines Amtes waltet und zeichnete ihn dadurch noch ganz besonders aus, indem er ihm den 12a -Titel, den der Jubilar bereits schon früher einmal erhalten hatte, wieder erneuerte. Ferner sprachen noch die Herren Hauptlehrer Einstödter, B. Sonder, Löwenhaupt, Lustig, Dr. Bamberg er-Nürnberg und zum Schlüsse der Jubilar selbst. Die Reden waren umrahmt von Jubiläumsgedichten, die in vollendeter Weise von Schülern zum Vortrag gebracht wurden, Dialektgedichte und ein kleines Theaterstück mit lokalem Zuschnitt, bei dem die gesamte Jugend ihr schauspielerisches Talent entfalten konnte, trugen ganz besonders zur Hebung der Feier bei. Die Leitung der äußerst wirksamen deklamatorischen und theatralischen Darbietungen lag in den Händen des Herrn Hauptlehrer Einstädter. Herr Bamberger hat sich auch durch Leistungen, die außerhalb seines Berufes liegen, verdient gemacht. Anläßlich des 25jährigen Jubiläums der Synagoge veröffentlichte er 1908 als Festgabe eine Schrift, „Die Geschichte der Juden von Kitzingen". Es ist nur zu wünschen, daß diese fleißige Studie wenigstens anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Kitzinger Synagoge wieder ihre Auferstehung in der Druckerwerkstatt feiern möge. Möge es dem Jubilar vergönnt sein, sowohl in seinem Berufe wie auch außerhalb deseslben weiterhin segensreich zu wirken.- Vermischtes. Altona, 18. September. Am .mrpVin n ai’ fand unter außerordentlicher Anteiltahme die feierliche Amtseinführung des neuen Oberrabbiners Herrn Dr. Josef Carle b a ch in Gegenwart von Behörden, den Rabbinern und Gemeindevertretern von Hamburg, Lübeck und der schleswig-holsteinischen Gemeinden statt. Nach der Vereidigung vor geöffnetem Pi» hielt der Vorsitzende der Gemeinde, Herr Sanitätsrat Dr. F r a n ck, die Begrüßungsrede. Er gedachte der Verdienste, der geistreichen Predigten und Droschaus des leider aus Gesundheitsrücksichten zurückgetretenen Oberrabbiners Dr. Lerner imb sprach dem verehrten Manne die besten Wünsche für den Ruhestand aus. Sodann rühmte er die mannigfachen Verdienste s. Ehrw. des Herrn Rabb. Dukesz um die Gemeinde in vielen Jahren und besonders in den letzten Monaten. Dann wandte er sich an Herrn Dr. Carlebach ’n, der, aus der Nachbargemeinde Lübeck stammend, mit Altona durch mannigfache Fäden verbunden gewesen sei, die vom Hause seines ausgezeichneten Vaters zum Altonaer Rabbinate gesponnen waren. Auch hätte man Gelegenheit gehabt, sein Wirken innerhalb der Gemeinde Hamburg aus nächster Nähe zu beobachten, so daß uns die Wahl nicht schwer geworden sei. Daß Herr Dr. Carlebach trotz großer Bemühungen anderer großer Wirkungskreise den Ruf nach Altona angenommen habe, sei eine Ehre für uns und ein Ruhmestitel für ihn. Nunmehr ergriff Herr Dr. Carlebach in , tiefer Richtung das Wort, um der Vorsehung zu danken, die ihn an den Platz so großer Führer in Israel geführt habe, den zu betreten, sein Fuß zagen müsse. Doch beglücke es ihn, daß sein verehrter Vorgänger, der durch seine min und mawn den Ruhm des Altonaer Rabbinats hochgehalten habe, seine Hände segnend auf sein Haupt gelegt habe. Sodann wandte er sich anschließend an das osn nrr -npn der Sidra an die Gemeinde, die er in beredten Worten in ihrer Gesamtheit zur Arbeit aufforderte. — Die ergreifende Feier war von prachtvollen Tehillimgesängen des Chors umrahmt. Möge es dem Herrn Oberrabbiner gelingen, das entwickelte reiche Programm großzügig zur Ausführung zu bringen wrr- Königsberg i. Pr., 10. September. Am Dienstag nachmittag hatten sich die Mitglieder der Königsbergsr Ortsgruppe des Jüdischen Frauenbundes, sowie zahlreiche Gäste aus der Provinz und aus dem Reiche in der Kantloge zur Gründung eines Provinzialvereins zusammengefunden. Frau Regina Freitag begrüßte die Anwesenden im Namen der Ortsgruppe. Frau Helene M e y e r-Stargard sprach dann über „Neue Wege für die Altersversorgung". Zum Schluß gab Frau Brenner einen Bericht über die Genfer Kinderfchutzkonferenz. Einen würdigen Abschluß fand die Tagung Mittwoch abend im Körtesaal der Stadthalle durch den Vortrag von Fräulein Hannah Karminski- Berlin über „EntwickmngsmvgNchkeiten jüdischer Frauenarbeit". , Sprechsaal. Eine Anfrage. In unserm nnrnc' werden im nmn -Gebet am ’P'am w die 2 o’sk 11« "rr eingeschaltet, die, wie bekannt, in 2 nirmoi> deutscher und polnischer Ritus D er 3« 1 a e 1 i t gesagt werden. Der Sinn dieser beiden Riten ist fast der gleiche (in üatfü sagt matt Sn in» 'v-vi.ii 73x2 während man in Polen sn Hs» 'sh's.si ’j»» *pB soso *>« spricht). Was mag wohl den Autor dieser Gebete zu dieser nixnvi^ ■’itpw veranlaßt haben? Verschiedene Kommentatoren, wie der vnlnivrr und v'-ua ayn, versuchen es in ihrer Weise zu deuten. Der will darauf Hinweisen, daß während der Ausdruck nviv', eine Hilfe aus Not und Gefahr, in der man sich gegenwärtig befindet, bedeutet, das Wort n h rr n auf Rettung vor kommender Gefahr die Man in Zukunft befürchtet, hinweist. Doch geht auch nach dieser Deutung noch nicht ganz klar hervor, weshalb man in Deutschland und in Polen nb'xm sagt? Um aber die Erklärung des emV in ein richtiges Licht zu bringen, möchte ich sagen, daß das ws« 11« "x-Gebet wahrscheinlich im 17. Jahrhundert entstanden ist, in einer Zeit, wo die Juden Deutschlands von schrecklichen Verfolgungen'heimgesucht, nach Polen auswanderten, wo sie unter den damaligen polnischen Königen gut ausgehoben waren. Demnach dürfte sich der Sinn des anaV wie folgt ergeben. In na®». wo die Juden furchtbar drangsaliert wurden, betete man jn ina uj’cini lanmn -jaxa Vk. die gegenwärtige Not, in der sie sich befanden, auszudrücken, während in Polen, nur die Zukunft fürchtend, („Wir wollen es nur nicht schlechter haben ) der Ausdruck sn hs» ' 2 h' 8 01 '2»» t>23 nnon sehr angebracht war. Briefkasten. I. W. in D. Besten Dank. K. D. in L. Die Zurückstellung ergab sich aus der Anhäufung aktuellen Materials, das nach den 2"'überholt wäre. Die Fortsetzung erscheint möglichst in nächster Nummer. M. N. Leider zu spät für Jomkippur-Nummer eingetroffen- Besten Dank. S. S. in M. Es ist selbstverständlich ein Unding, Persönlichkeiten, die öffentlich den Sabbat entweihen, zu Mitgliedern einer Derwaltungskörperschast zu wählen, der die Schechita unterstellt ist. Wir bitten um Angabe der näheren Adresse. M- I. in Breslau. Sie fragen: 1. Ist die Möglichkeit vorhanden und sind Belege dafür gegeben, daß das deutsche Wort „selig" von der Abkürzug b"T abgeleitet werden kann? Nach den üblichen Regeln der jiddischen Sprache wäre dies möglich, man bildet dort nämlich das Adjektiv durch Anhängung von „ig" an Substantiva etc. Das Wort mag zuerst „salig" geheißen haben und dann im deutschen Sprachgebrauch mit „Seele" zusammengebracht worden sein. — Da die Bezeichnung auch bei Nichtjuden üblich ist. so ist anzunehmen, daß sie mit „Seele" zusammenhängt. 2. Ist die Möglichkeit einer Identität zwischen 828 12 8"n '21 und 82m vorhanden? Der zweite Name scheint doch Abkürzung des ersten zu fein. Einen weiteren Anhaltspunkt gibt yjb mmn Kim 2"jr. Es heißt dort: K”n '2-11 viz?2 8i’T '21 1V8 TB» 81»1 821LQ XBVQw 'imi T'TT 11'2 828 12 in Kn'limsi 82112- Es wird hier gesagt, daß 828 12 8"1 'i ebenso wie 82N1 die Eigenschaft hatte, die Worte seines Lehrers sich genau zu merken. — Rabbi Chijah bar Aba lebte 200 nach der übl. Zeitrechnung, war jüngerer Zeitgenosse und Schüler von Rabbi Jehuda Hanossi, Onkel von Raw und ist keineswegs identisch mit Rachba, der Schüler vom Amora Raw Jehuda in Pumpedtta ist. Zn der angeführten Stelle ist nicht 82112» sondern #2112 zu lesen, womit R. Sera sagen will: R. Chija war so korrekt, wie Rachba, der zur Zeit R. Seros als Muster der Gründlichkeit bekannt war. R. Sera und Rachba lebten später als R. Ehijah b. Aba. (Siehe auch Seder Hadoroth Warschau 1876, Seite 227). Familiennachrichten. Geburten. Eine Tochter: Lehrer Max Goldschmidt und Frau Lea geb. Falk. Sandweg 74. Barmizwo: Manfred. Sohn der Frau Henny Katz Wwe., Bierstein. Synagoge Waisenhaus, Röoerbergweg 87. Frankfurter Berichte. Frau Henny Schwarzschild,i"p- In der Nacht vom Freitag zum »nn n me? ging Frau Henny Schwarzschild geb. Goldschmidt nach kurzer Krankheit zum ewigen Sabbat ein. Sie entstammte einer Frankfurter Patrizierfamilie. Ihr Vater, Seligmann Goldschmidt S>"xt war viele Jahre lang Baal Tefilloh an den hohen Feiertagen. Er durfte vor dem Omed stehen, denn sein ganzes Leben war Gottesdienst. So kam es, daß die einzige Tochter, die auch in ihrer erst vor einigen Jahren ihr im Tode vorausgegangenen Mutter nur das beste Vorbild gesehen hatte, von einer Innigkeit des Glaubens war, wie man es selten findet. Das reiche jüdische Wissen, das ihr Schule und Haus gewährten, genügte ihr bei ihrer heißen Verehrung für die heilige Lehre nicht und bis zu ihrem Ende suchte sie Gelegenheit, es zu erweitern. Ihre Gewissenhaftigkeit in Bezug aus Mizwaus wie Kaschrus, Zedokoh und Gemilus Chesed stellte größte Anforderungen an ihre Körperkräfte. Die peinlichste Pflichterfüllung in allem, was Vorschrift ist, sowie ihre vorbildliche Be- 24. Sestt-mbet iStzS fcheidenheit.zeichnete sie vor anderen aus. Cs gab für sie keine kleinen Mizwaus und die ihr am schwersten fielen, erfüllte sie arn meistön. Sie gehörte der Frauen-. tipno an, wo sie auch als Kassiererin bis kurz vor ihrem Ende tätig war. Niemals kam während des Gottesdienstes ein Wort von ihren Lippen, das nicht Tefilloh oder Tehilloh war. Wie hütete sie ihre Zunge vor Lofchaun Hora". Daß die teure Entschlafene eine treue unermüdliche Gattin ihrem vor ihr Heimgegangenen Gatten Sigmund Schwarzschild war, daß sie ihre Kinder zu Tauroy, Awauvöh und Gemilus erzogen hat, bedarf bei solchen Eigenschaften nicht der Erwähnung Bewundernswert war die vornehme Ruhe, mit der sie Leiden und Sorgen ertrug, ohne ihren Mund und ihre Seele durch Klagen -zu entweihen. Ihre Zedokoh war nicht die gleichgültige Gabe der Vielbeschäftigten, sie kam wie aus der Hand einer gütigen Mutter, die heimlich gibt und Trost und Heilung spendet. Die Tränen der Armen, die über ihren Heimgang vergossen wurden, sind bei dem Höchsten wertvoller als Perlen. Jn diesen kurzen Worten ein so innerliches volles und reiches Leben ausschöpfen zu wollen, ist Unmöglichkeit, aber wie es von denen heißt, die sich mit Gemilus Chesed beschäftigen, daß ihr Lohn'sehr groß sein wird, so darf auch sie sich der ewigen Ruhe im Anblick der Schechina hingeben. Denn ihr Leben war Gottsuchen und ihr Todi Gottsinden. Ihr Andenken wird allen, die sie gekannt haben, unvergessen bleiben. n"282v! Kinderfest des Keren Hathora. Der Keren Hathora veranstaltet s. G. w. am Simchoz Tauroh, nachm. 4 Uhr, tn der Aula der Realschule, Am! Tiergarten 8, ein großes Kinderfest mit Ueberraschungen , aller Art. Alle großen und kleinen Kinder sind herzlich i eingeladen. Vereinskalender. Verein Mekor Chajim. Samstag morgen nach Schul Dinim. Herr Dr. E. Posen, I— nachmittags 4 Uhr im Vereinslokale „Mikro", Herr Dr. W. Hofmann. — eine Stunde vor Nacht "Midrasch", Herr Herz Halpern. Sonntag nach Schul „Mizwas Haschem über Teschuwah" (auch Mittwoch). Herr Redakt. S. Schachnowitz. — vorm. 9lU Uhr (auch Dienstag eine Stunde vor Minchoj im Dereinslokale „Gemoro"; HerrDajan Posen. Mittwoch abends 7 Uhr. „Gemoro", Herr Rabb. Dr. Jos. Breuer. Donnerstag, abends 8% Uhr „Gemoro". Herr Dr. Posen. Jeden Morgen Mischna. Allabendlich 83/4 Uhr Schatz-Lernen. ' Jeden Nachmittag 2—7 Uhr Lerngelegenheit im Vereinslokale. Jahrzeits-Stiftunaen: Sonntag, 27. Sept. Jsaac Nothschild-Stistg. Dienstag, 29. Sept. Moses Aumann-Stiftg. f Agndas Jisroel-Iugendgruppe. Dienstag, VS Uhr abends (auch. Donnerstag), „Gemoro"; Herr Dr. Willy Hofmann (auch Samstag 3 Uhr). — 3/49 „Gemoro" Herr Schneid. Mittwoch, 1k9 Uhr abends, Zwanglose Aussprache — VS Uhr „Dinim für Fortgeschrittene": Herr G. Schn erb (ebenso Samstag 5 Uhr). Donnerstag abend *hd Uhr (auch Sabbat 4 Uhr) „Sugiaus"; Herr L. Kurzweil. — Vs9 Uhr Besprechung verschiedener Themen. Agudas Iisroel Mädchengruppe. Dienstag, abends ^9 Uhr, „Dinim", Herr Dr. t Weger.! Mittwoch, abends i/-9 Uhr, zweiter Heimabeck Hanauerlandstraße 17. Donnerstag, abends V29 Uhr, „19 Briefe". . Liwjalh Ehen-Verein. Samstag nachmittag (%5 Uhr) im Hörsaale Friedberger Anlage, Herr Redakt. S. Schachnowitz über „Tschuwa-Gedanken in Haasinu". Veshamldrasch, Oslendstraße IS. Samstag mittag 4Vz Uhr „Droscho" des Herrn Rabbiner M. Karpel. Gebetzeilen. . u'Txn Frertag Abend 5.45 Samstagmorgen 8.— predigt Samstag nachmittag 4.30 Samstag abend 7.— A)ochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 5.30 Erew Jaumkippur 4.30 Tefilin-Legen am Morgen 5.20 Versöhnungstag: Lonntag Nachmittag 2.15 Sonntag Abend 6.10 Morgens 5.55 Predigt Nachmittag 2.55 Netto 5.15 Festausgang 6.50

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