Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1925)
- Date
- 1925-09-17
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
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v.r~ 17. September 1W5 __ |ür Untersuch unT bv r Lage d er Ko h le-n - Industrie veröffentlicht Danach besteht die Kommission aus vier Mitgliedern, und zwar aus Sir Herbert Samuel als Präsident, ferner, aus Sir William Henry Beveridge, General Sir H. A. Lawrence und Mr. Mennech Lee. Personalien. München, ist. .September. Herr M Ernst Ehren- >treu, Sohn W Herrn Rabviners Dr. H. Ehrentreu, wurde als dessen Stellvertreter von der Israelitischen Kultusgemeinde im Einvernehmen mit der R e lig i o n sgesellfchaft „Ohel Jakob" berufen. Dr. Ernst Ebrentreu hat das Rabbinerseminar in Berlin absolviert. Wur in letzter Zeit Stellvertreter des Oberrabbiners in Baden siei Wien, wo er gleichzeitig Leiter des jüdischen Religionsschulwesens war. Herr Rabbiner Dr. Eyrentreu zählt zu unseren Besten, der neben seiner reichen literarischen Tätigkeit (Massora) auch noch Zeit findet, ich in der Oesfentlichkeit im Dienste der nnas zu betätigen. Besonders hervorzuheben sind seine Verdienste um die apV' n'2-Kurse in Robow, wie überhaupt für die m3-Mwegung. Dortmund, 13. September. Frau Sophie Wolf geb. Kahn, Dortmund, Schwanenstraße 1%, aus Mümling- Grumbach i. O: gebürtig, begeht am 21. d. Mts. in voller Rüstigkeit ihren 70. Geburtstag. Archshofen, 7. September. Heute bestatteten wir einen Mann, dessen Heimgang einen großen Verlust für unsere kleine Gemeinde bedeutet. Jsak Rosenheimer hat .infolge einer schweren-Operation vorzeitig das Zeitliche gesegnet. Seit langen Jahren war er der Vorsitzende des Äorsteheramtes und der Rechner der Gemeinde und hat sich nicht nur um die äußerlichen Notwendigkeiten und um die Finanzen der Gemeinde verdient gemacht in -vielen Arbeiten, Mühen, Gängen und Schreibereien,! sondern ist ihr ein Vorbild gewesen in Frömmigkeit, Gottesfurcht und Mizwauserfüllung. . Daß der tägliche■ Gottesdienst aufrecht erhalten wurde - bis zum heutigen Tage, ist neben Anderem hauptsächlich seiner Energie zuzuschreiben, ebenso, daß die Erteilung des Religionsunter-: achtes an die Kinder fortgesetzt wurde. In vorgerückteren Jahren hat er sich noch die große Mühe gegeben, die sabbatliche Thoraverlesung sich einzuüben und vorzutragen, obgleich er tagsüber im Geschäfte hart angestrengt war, Wie ernst war er bestrebt, seine drei Söhne zur Gottesfurcht und Mizwauserfüllung zu erziehen. Ein außerordentlich großes Gefolge, darunter auch der Kriegerverein, gab ihm das letzte Geleite. Möge der gebeugten Witwe -und den Söhnen Trost geben. Briefkasten. Geschw. G., Weitzenburg. Betrag dem Bestimmungszweck zugesührt. Mitglied der A. I Mädchengruppe Zürich. Man darf eine anekdotische Wendung in einem Feuilleton nicht so ernst und tragisch nehmen. Der Satz ist durch ein bedauerliches Versehen hineingeraten, wo er nicht hingehörte. Im übrigen nehmen svir gern von Ihrer erfreulichen Feststellung Kenntnis, daß die Agudas Jisroel Mädchengruppe, Zürich unter ihrer großen Mitgliederzahl fast gür keine Mädchen hat, die die neueste Modelaune mitmachen. Isch Pl a u n i in Altona. Ihre Zuschrift ist gewiß sehr gut gemeint, ermangelt aber der Kenntnis der Tatsachen und kommt deshalb zu falschen Schlußfolgerungen. Falls Sie uns Ihre Adresse Mitteilen, werden wir Sie gerne brieflich allsklären. S, 9t in F. Daß man Margarine, egal welcher Art, nur dann genießen darf, wenn ste unter Aufsicht hergestellt wird, dürfte allgemein bekannt sein' Es wundert uns zu hören, daß viele darauf nicht achten sollten. Der Israelit Frankfurter Berichte. Die Synagoge in der Schützenstratzs. Auf die in voriger Nummer veröffentlichte Zuschrift des Herrn Moses B mm b e r g e r in W ü r z b u rg, die in' leicht verständlichen Andeutungen den Käufern der Synagoge überaus alarmierende Absichten, unterstellte, erhalten wir das folgende Telegramm aus Kopenhagen: Dementiere Moses Vambergers angebliche Berichtigung im Blatt; dieselbe völlig unbefugtunddurcha u s f a l s ch. Cohn. Wir nehmen von dieser entschiedenen Desavouierung der herausfordernden Bamberger'schen Erklärung mit Befriedigung Kenntnis. Sie eröffnet die erwünschte Aus¬ Aufruf. Noch ist der tragische Tod' des vor 5 Jahren von einem polnischen Standgerichte zum Tode verurteilten und erschossenen AabbiaeesZekapira voaAotzk in allgemeiner Erinnerung. Der unglückliche Mann hatte an einem Balkonfenster in lebhafter Bewegung sein Mincha-Gebet verrichtet und war daraufhin beschuldigt worden, den Bolschewisten verräterische Zeichen gegeben zu haben. Das noch immer schwebende Wiederaufnahmeverfahren zieht sich ins Unendliche hin und wird immer wieder vertagt. Inzwischen ist die unglückliche Witwe des Erschossenen, die mit 7 unversorgten Kindern verlasse« dastehk, auch wirtschaftlich ein Opfer der polnischen Krisis geworden. Sie ist, mit warmen Empfehlungen des Lodzer Rabbinaks ausgerüstet, nach Deutschland gekommen, um sich ein kleines Kapital zur Wiedereröffnung eines kleinen Geschäftes zu beschaffen. Die deutschen Juden werden sich trotz eigener Not diesem Liebesrverk an den Hinterbliebenen eines Märtyrers, der als Jude gestorben ist, nicht entziehen. Wir sind bereit, Spenden in jeder Höhe entgegenzunehmen unter der Bezeichnung: „Für Frau Rudel Schapira" Frankfurt a. M.. V'S'in mwn em Vertag dcs„3scae(if“§.m.f>.jj. sicht auf eine friedliche Verständigung in der Angelegenheit, zumal inzwischen durch eine unterm 14. September ergangene einstweilige Verfügung des Landgerichtes Frankfurt a. M., welche die rechtswidrige Benutzung des Synagogengebäudes inhibiert, den neuen Besitzern wohl klar geworden ist, daß sie ihre von Herrn Bamberger gewiß falsch interpretierten Absichten nur im Einklang mit der Gemeindeverwaltung, nicht aber im ausgesprochenen oder „neutralen" Gegensatz zu ihr verwirklichen können. Nr. 38 Sette 7 Dr. S. Ehrmann über Erez Jisroel. In der. Frankfurter Orts- und Jugendgruppe der Agudas Jisroel sprach kurz nach seiner Rückkehr aus Erez Jisroel Herr Dr. S. Ehrmann vor einer dichtgedrängten Zuhörerschaft über die Arbeit der Agudas Jisroel im heiligen.Lande und über die augenblickliche Lage der Kvldnisationsarbeit. Durch die Inangriffnahme der Arbeit in der Kolonie „Machaneh Jisroel", von der Redner fesselnd zu erzählen wußte, hat die Erez Jisroelarbeit der Agudas Jisroel auch in den Kreisen der anderen Organisationen verdiente Anerkennung gefunden. Trotzdem ist das Leben unserer Gesinnungsgenossen, vor ollem in den Städten, noch keineswegs unbehelligt von Beleidigungen und Angriffen aller Art; insbesondere von Seiten der radikalen Arbeiter werden, wo nur irgend möglich, unseren Freunden Schikanen in den Weg gelegt. In einem Sinne erfreulich ist es, daß der Haß dieser Kreise sich in gleichem Maße heute gegen Aguda wie gegen Misrachi wendet: Möge dieser „Einheit des Hasses" auch bald die Einheit der Liebe folgen. Das Schul- und Erziehungswerk der Agudas Jisroel ist in stetem Aufblühen begriffen, große Mittel sind jedoch noch erforedrlich, um noch viel mehr als bisher weiten Kreisen der palästinensischen Bevölkerung Gelegenheit zu geben, ihre Kinder, die Zukunft des heiligen Landes, im Geiste der Tauroh erziehen zu lassen. Möge die Orthodoxie hier ihre Pflicht rechtzeitig erkennen. Es ist unsere dringende Aufgabe, der sich niemand entziehen darf, daran mitzuwirken, daß das so hoffnungsvoll begonnene Werk der Agudas Jisroel in Erez Jisroel fortgesetzt werde, damit im heiligen Lande eine Gemeinschaft entstehe, die aus heiligem Boden die heilige Tauroh zur Verwirklichung bringe. Der Vortrag fand große Aufmerksamkeit und reichen Beifall. Jüdische Frauenvereinisung E. V. Werbetätigkeit für unsere Zwecke, für die hohen Ziele unserer jüdischen Frauenvereimgung, Propaganda für die geistige und materielle Mitarbeit an unserer Ausgabe drängt uns zu einem neuen Aufruf an unsere Frauen und Mädchen. Die traurige Geschäftslage, die stets größer werdende Arbeitslosigkeit, die Verarmung weiter Mittelstandskreise stellen erhöhte Anforderungen an unsere Kraft, die wir ohne erweiterten Mitgliederkreis nur schwer bewältigen können. Unsere Freunde und treuen Mitglieder werden Ihnen bestätigen, welche Arbeitsleistung von uns geliefert wurde und w. G. mit Ihrer Mitwirkung weitergeliefert wird und geliefert werden muß. In erster. Linie ist es unsere Fürsorge für Arme und Armgewordene, für Alte, Kranke, Schwache und Erwerbsunfähige, dann unser „Hort für jüdische Mädchen" mit annähernd 100 Kindern armer Eltern» denen wir Heim, Erziehung, Pflege, Licht, Wärme und Liebe im wahren Sinne des Wortes besorgen. Wir haben dringend Ihre Teilnahme an unserer Wöchnerinnen- und Säuglingsfürsorge nötig, unsere „Kinderhilfe" unsere heiligste Arbeit haben wir nach jeder Richtung ausgebaut, Kinder aufs Land, nach Dürrheim, nach Kreuznach, Hofheim, Kolberg und Nauheim in Heime entsandt, 60 Kindern aus Mittelstandsfamilien eine Ferienerholung unter Leitung geeigneter Führer verschafft. Wir sind überall, wo es notwendig war, mit Lebensmitteln, Heizmaterial, Möbeln, Mietbeiträgen und Maschinen, mit Stiefeln, Kleidern und Wäsche zu Hilfe gekommen, und da ist es denn unsere leistungsfähige „Nähstube", die noch heute feit 1914 mit einer Reihe tüchtiger Damen aus unseren Mitgliederreihen schöne und praktische Wäsche und Kleidungsstücke anfertigt. Wir haben auch einen „Nachhilfeunterricht" für schwächer begabte Kinder des Mittelstandes kostenlos eingerichtet, und unsere „Stellenvermittlung" bezweckt, religiös lebende Hausangestellte, Aushilfen, Pflegerinnen und Erzieherinnen in religiös geführte Häuser unentgeltlich unterzubringen. Den hebräischen Unterricht in der Hermann Lehmann-Schule in Ofsenbach, einer Erbschaft des sel. hochverdienten Herrn Hermann Lehmann haben wir neu organisiert und hassen wir diese heilige Gründung, die infolge der Nachkriegswirren und der leider zurück- AuQergewöhnlich preiswerte Herbst-Neuheiten Beachten Sie unsere diesbezüglichen Fenster. OB INSOHN Zeit 127, gegenüber der Hauptwache.