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Der Israelit · 1925-09-17 · Heft 38 (17.9.1925) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 38 (17.9.1925)
Date
1925-09-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Nr. 38_ Schöpfer der Welt, in seinen Händen liegt das Schicksal der ganzen Welt. Die Anerkennung Gottes als pKn bs bs -jbo jjt bas Zukunftsideal bes jübifdjen fSoltes, an ihm ist es, diesen Gedanken durch die Welt zu tragen, bis er in seiner höchsten Vervollkommnung Wirtlichkeit geworden ist. Es tritt ferner in den a’avs das besondere Verhältnis Israels zu seinem Gotte hervor. Von den nmrr her, die für den a^a» rro^a* Gedanken eingetreten sind, für ihn gelebt und gelitten haben, bis auf viele Generationen, die im flito unter den größten Schwierigkeiten und unter unsäglichen Leiden der Gottesidee die Treue gehalten haben. Hierzu kommt aber noch die gewaltige erzieherische Bedeutung dieses Teiles unserer Liturgie. Wir haben bereits erwähnt, daß die a'vi's einen hohen Zweck erfüllen sollten. Sie wollen dem jüdischen Menschen besagen, daß ihm Tage der Einkehr, der Besinnung auf sich selbst gegeben worden sind, damit er nicht völlig in den Nichtigkeiten der Welt aufgehe, damit er nicht seines wahren Menschtums, des Zusammenhanges mit Gott verlustig gehe. Der Gedanke soll ihn erfüllen, daß zu Höherem der Mensch berufen ist, daß er nicht dem Tiere gleich zur Welt kam, um wieder spurlos von ihr zu verschwinden. Das Ewige im Menschen, die Seele, muß ihrem Ursprünge zustreben, ihrem Gotte, von dem sie ausgegangen. Dies ist aber nur dann möglich, wenn der Mensch von dem Gedanken erfüllt ist. daß ein höheres Wesen über ihm steht, das Rechenschaft von ihm fordert über sein Tun auf dieser Welt. Nun steht aber der Mensch im ewigen Kampfe ums Dasein. Dieser Kampf bringt es mit sich, daß das Körperliche im Menschen, die Sorge um das materielle Wohlergehen überwiegt, während das Seelenleben in den Hintergrund treten muß. irrn ai’-m dk nawm «p aip 1^21', so heißt es in einer bekannten nrr^o über diesen ewigen Widerstreit im Menschen. Es ist daher als eine liebevolle Fürsorge Gottes anzusehen, daß er uns Zeilen und Tage bestimmt hat, an denen wir in uns gehen, an denen wir über Ziel" und Zweck des menschlichen Daseins ganz besonders Nachdenken sollen. Tage, an denen wir uns bewußt werden sollen, daß wir Geschöpfe aus Gottes Hand find, die sich auch ihres göttlichen Ursprunges würdig zeigen sollen. Wir sollen wissen, daß Er, der pKfl-to bv *^a ist, von uns Rechenschaft fordert über unser Leben und Tun. Wir sollen ferner wissen, daß Er, der pN,7 V2 vsiv>, für eine gerechte Weltordnung eintritt. Wir sollen aber auch dessen Kalender-Delrachkung zum Jahr 5686. Das beginnende Jahr ist ein vollzähliges (na*?v naw) und ein gewöhnliches (naive)' d. h. es hat die in gewöhnlichen Jahren vorkommende größte Anzahl von Tagen, d. i. 355 oder 50 Wochen und 5 Tage (das überzählige Schaltjahr hat 8 Monate zu 30 Tagen, und hält 385 Tage oder grade 55 Wochen). In praktischer Auswirkung bedeutet dies, daß der Monat Kislew 2 Tage nn hat, und das Chanukafest bereits am 2. Teweth endet. Der astronomische Vorgang, der zu einem vollzähligen Jahre führt, resultiert daher, daß von einem Moled zum anderen 29 Tage, 12 Stunden und 793 Teil? (v'P^N)' oder 44 Minuten und Sekunden verstreichen, sind diese 793 Teile des fynodischen Monats zu einem Tage angewachsen, so wird dieser dem neuen Juhre, und zwar dem Monat Cheschwan angefügt. Das Jahr beginnt mit mip' und es dürfte als Merkwürdigkeit registriert werden, daß in den nächsten 10 Jahren yi nicht weniger als 6 mal auf N2v fällt, uNd zwar außer in diesem Jahre in den Jahren 1928, 1929, 1931, 1932 und 1935, hierbei ist besonders zu erwähnen, daß 1929 nn aus den denkbar spätesten Termin (5. Oktober) fällt. Das Jahr 6686 bietet die Seltenheit von 2 Schabbos Chanukko, es kommt dies nur bei der Konstellation sowohl im einfachen als überzähligen Jahre vor. Das beginnende Jahr bringt kalendarisch nicht die Gruppierung von 2 Tagen y*i mit vorode» nachfolgenden rav (im Volksmunde . 3 Tage d",,‘ genannt), ebenso nicht rVwan nrw» und hat nur einen a"nin nnff- ' ri i‘] Der Israelit sicher sein, daß Er in seinem D’atzr JYDba erstrahlen wird, wenn die von uns so sehr erhoffte und ersehnte Zeit der n^ir» gekommen sein wird. Noch ein weiteres Moment ist es, das uns die große Bedeutung der D'ws vor Augen führen kann. Sie alle haben sich als a’Hxrnanai nbn bn owdji nbn jo in potent Maß erwiesen. So des Menschen Herz nicht verstockt ist, so es sich nicht gewaltsam verschließt vor der Einwirkung des Gedankenreichtums, den sie enthalten, von der Innigkeit der Hingabe an Gott, die sie auf das einigermaßen empfängliche Herz und Gemüt ausströmen lassen, wird reiche Belohnung empfangen durch den Gewinn, den sie dem religiös empfindenden Menschen bringen. Eine Einwirkung, wie sie etwa die Worte der Propheten, die ja in den v'vi'S reichlich mitenthalten sind, auf das Gemüt des wahrhaft jüdischen Menschen zu allen Zeiten ausgeübt hat. Die Wirkung der mwn bwi äußert sich daher in erster Reihe darin, daß wir an diesen a’tmpn tra’ gar nicht an uns selber denken. Nicht an das eigene Wohlergehen, oder der Familie und des Volksganzen. Sie lassen vielmehr in erster Reihe den tiefinnigen Wunsch in uns rege werden, daß das aw nia^a baldigst zur Geltung kommen möge, daß sich die. Erkenntnis Gottes in der gesamten Welt durchringen möge. Daß die von Irrlehren erfüllte und dadurch zerrissene Welt durch die Erfüllung, der prophetischen Verheißung ^2 ftr *]^ vn pKn geeint und innerlich gesunden möge, xb p “jatf*7 an '2 'n Nicht um uns ist es uns hierbei zu tun, als vielmehr um die Heiligkeit Seines Namens. Nicht der Gedanke an das eigene nV?i ist es, das in diesen heiligen Tagen uns erfüllt und eine Wendung zum Besseren herbeisehnen läßt, als vielmehr die tiefe Sehnsucht nach mwn pp nann-die mit uns im mVa sich befindet. Diese Gedanken bilden den Mittelpunkt der mwjr nnaw nV?sn dieser Tage und die aws haben diesen Grundgedanken durch a^ima und andere Aussprüche der v'a2ni a^ai erweitert. Sie alle verfolgen den Zweck, die Sehnsucht nach seelischer Verbindung mit Gott zu erwecken und ^den Menschen zu Ihm zu erheben, uns über das gewöhnliche Leben, wie es der Kampf ums Dasein häufig mit sich bringt, zu erheben. Sie lehren uns das menschliche Leben von einer höheren Warte zu betrachten,.von dem Gesichtspunkte der Ewigkeit anzusehen. Diese höhere Betrachtung des Lebens soll uns über so manches Ungemach im Leben des Einzelnen wie auch des Volksganzen hinwegtrösten. Denn der 17. September 1825 Mensch ist vergänglich und auch Völker.sind nicht von ewiger Dauer. Ewig ist einzig und allein Er, der Schöpfer der Welt, an den wir. uns mit allen Fasern unseres Herzens klammern. Als einzig wird Er von uns verherrlicht, und die erhabenen Gebete dieser Tage.lassen uns das. was unser Herz ersehnt, beinahe mit Augen schauen, die Zeiten nämlich, da Gott von bei* ganzen Welt anerkannt sein wird und .Alles Ihm zustreben wird. . * Außer diesen universalistischen Gedanken, die in den «wn vrrn wfl vielfach behandelt werden, ja, in ihnen ihren Höhepunkt erreichen, findet in ihnen das Thema. der besonderen Verbundenheit des Volkes der mit Ihm, dem rn-pn vielfache Erwähnung und Behandlung. Von Stammvater Abrahams Zeiten her steht ja dieses Volk in einem besonderen Verhältnis zu Gott, ein Verhältnis der Treue .und der aufopferungsvollen Hingabe, das in. jeder neuen Generation neu besiegelt worden ist. Wie sie, unsere Ahnen, unter den schwierigsten Verhältnissen Gott die Treue gehalten, haben, so sollen wir aus der Geschichte unserer' JTDK lernen, wie man Treue wahrt, wie wir die Treue wahren sollen unserem besten, unserem einzigen Freunde. Dies sind nur einige wenige Gedanken aus dem reichen Inhalte dernivn WKi die die vi'sn '82N uns für die twnpn a'a' gereicht haben. Sie zeigen uns diese Tage in ihrer wahren und hohen Bedeutung, als die Tage, an. denen b> jno ’iaa jmjr an denen das Schicksal jedes Menschen bestimmt wird. Diese Tage der Gnade sollen Marksteine im menschlichen Leben bedeuten, sie sollen ihn über das Gewöhnliche erheben, ihn für alles Gute und Erhabene empfänglich machen. Sie sollen, mit ihrem Schofarton den Menschen aus seiner Lethargie erwecken und an das Göttliche in ihm mahnen. Sie sind daher ein Gnadengeschenk für den jüdischen Menschen, der eine schwere Aufgabe zu erfüllen, der mehr als alle anderen dem Ungefähr der Zeiten ausgesetzt ist. So gesehen, bedeuten die a'vi'2 einen großen Geistesschatz, der zur Vertiefung der Idee der v'aiv a*»»* führen kann und soll. An uns ist es, diesen reichen Schatz zu heben und für die Betrachtung der a'X-mn B'B' fruchtbar zu gestalten. Es dürste von Interesse sein, daß, wenn man unsere Jahre von Nissan an rechnet, da wir bekanntlich einen doppelten Zeitzyklus haben» ein Weltjahr, das mit Tischri, und ein jüdisches Jahr, das mit Nissan beginnt (siehe Hirsch's Kommentar zu map Seite 101) — in jedem Jahre mindestens einmal die Konstellation von „3 Tagen y"'" Vorkommen mutz. — Ebenso muß von den bestehenden 13 v"'- Tagen in jedem Jahre mindestens einer aus pzv fallen. Das nächste Jahr rsin wird ein Schaltjahr sein, in welchem alle v""Tage. mit Ausnahme des 2»', auf Wochentage fallen werden. Frankfurt a. M.. n'^inn avn nm Joseph Bender. (hundert deutsche Fliegerbilder aus Palästina.) Aus München berichtet Die I. T. A.: Von den zahlreichen Luftaufnahmen, den die Fliegerabteilung 301 trotz des jähen Zusammenbruches der Palästina- Front nach Deutschland gerettet hat und die jetzt dem bayerischen Kriegsarchiv einverleibt sind, hat Dr. Gustav Dalman IM der besten ausgewählt und im Rahmen der .Schriften des Deutschen Palästina- Instituts" herausgegeben. (Line neue Tefillo.) Der Verlag I. Bulka in Nürnberg hat die Reihe seiner gediegenen und glücklich gewählten Neuerscheinungen abermals um ein Werk erweitert.' Er bringt mit dem n^an tto ein tito auf den Markt, welches unter sämtlichen heute vorliegenden jv&'an zu den ausgezeichnetsten gerechnet werden muh. Als vornehmster der Vorzüge des Werkes spricht sich die Ausnahme sämtlicher für n^sn einschlägigen a’j’T in die Ausgabe an. Welcher Dienst damit der Praxis erwiesen ist, bedarf keiner näheren. Ausführung. Diese Aufgabe der Belehrung über den fr erfüllt der im Vorwort und an gegebener Stelle im Text beigebrachte bekannte mmn -pi von Jakauw Lissa und der angefügte Kommentar des anaa asm- Der ein Werk des Verfassers des ana» '->s mit seinen zahlreichen Hinweisen auf n-awn mb D’poia ist ungefähr 70 Jahre auf dem Büchermärkte nicht erschienen und daher dem Publikum weniger bekannt, seine Neuherausgabe ist aufs dankbarste zu begrüßen. — Der Verlag bringt eine Ausgabe nach aschkenasischem und eine nach sefardischem am» so daß sämtlichen Jnteressentengruppen Rechnung getragen ist. Eine gebührende Sonderberücksichtigung erfährt das Frankfurter Lokalinteresse. Alle Frankfurt auszeichnenden Minhogim sind nach der zuverlässigen Zusammenstellung von Aron Fuld W in das Werk recipiert. — Hervorgehoben sei noch, daß neben ffrov» u. d. übl. mn'-o -Sammlung usw. enVnn der Ausgabe beigedruckt sind. — Einer rfra/i von derartiger Zusammenstellung kann ein Sonderrang auf dem heutigen Markt tatsächlich zugesprochen werden. — Die Ausgabe weist alle äußeren Vorzüge auf: in erster Linie handliches Format, das die nba/i neben dem Synagogengebrauch auch für Reise und Haus verwendbar macht, sehr gutes Papier, klarer, tiefschwarzer Druck sowie gediegener Einband und geschmackvolle Ausstattung. Der Preis ist ein verhältnismäßig geringer, seine Ansetzung mit Mark 5.— ermöglicht jedem die Anschaffung der n^an> Alles in allem: Zusammenstellung des Inhalts, die Ausstattung, vor allem die hier gegebene glückliche Vereinigung mit einem praktischen Format stempeln die Tefillo zu einem erstklassigen Erzeugnis. Der -na bsrw» des Verlegers Bulka wird sich den Weg in den Synagogenstand und ins Haus zweifellos rasch erkämpfen. H. K. 0 I!

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