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Der Israelit · 1925-09-10 · Heft 37 (10.9.1925) · page 21

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 37 (10.9.1925)
Date
1925-09-10
Page
– (sequence 21)
Language
German
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^yyw&j •''otv, *:■• *-y.-vf.i\\ Dtüttsv fierousgegefien von der Eondcsopganifotton der flgudos-jlscoef In Dcutfcfiland U- Jahrgang Frankfurt a. M., kO. September k925 / 2V Elul 5685 Nummer J8 OQOOO OöoOO PooO®. O000O O000O 2W2 Acren HatoraKLenivate in Wien Aufruf an die CondesvenoaKungen, Ods- Comifcs und Vevfeauensteufe des Keren fäaforafi! Die Eingänge im Sommersemester ^925 sind leider erheblich hinter denen des Wintersemesters zurückgeblieben. Mehr als HO dringende Unterstützungsgesuche von den berühmtesten ivn»ip* konnten deshalb nicht berücksichtigt werden. * wir bitten alle Vorbereitungen zu treffen, damit im *Htpn prm überall des Keren L^atorah gedacht werde. * Insbesondere bitten wir am yn in den '?>2 Büchsen für den Keren L^atorah ausstellen zu lassen. * Es steht ein Winter vor der Mir, dem unsere rvn*w* ’tpjn und Tausende amnü mit Zittern entgegenschauen. Jlur dev Steren ßoforah feann Steifung bringen? Keren HaloraK-Lerilrate in 1Dien qOOOö QooÖ^ O<2r^>2O o000° OqoQO Selbständige orthodoxe Gemeinden in Polen. Von Sejmabgeordnetem Llias kirfchbraun in Warschau. Der Gedanke, daß eines Tages auch die polnische Orthodoxie sich gezwungen sehen wird, nach dem Muster Westeuropas an das Problem der s e l b st ä n d i g e n orthodoxen hillos heranzugehen, ist mir zuerst vor drei Jahren auf einer Sitzung der Warschauer Gemeindeverwaltung .aufgegangen, als der Beschluß gefaßt wurde, ein „Oberrabbinat" einzurichten. Auf Grund meines Mandates in der Verwaltung bemühte ich mich, meine Kollegen im Rate davon zu überzeugen, wie unsinnig und unberechtigt ein solcher Schritt sei und zu welchen weitgehenden Konsequenzen er führen würde. Ich fand in der Kehilloh-Verwaltung vom Jahre 1922 taube Ohren. Auch die von orthodoxen Stimmen gewählten Abgeordneten verstanden mich nicht, und so wurde mit Stimmenmehrheit das Projekt angenommen. Es nützten auch nicht die großen Demonstrationen der Tausende vor den Toren der Verwaltung, die Delegationen der Gelehrten und Philantropen, der Protest der orthodoxen Deputierten mit Prywes s. A. an der Spitze, die Intervention des gesamten Rabbinates. Die Kehilloh-Verwaltung gab den Plan nicht auf und führte ihn mit Hilfe ihres Gesinnungsgenossen Adelsberg durch. Damals schon gelangte ich zur Ueberzeugung, daß je früher es uns gelingt, unser Gemeindewesen selbständig auf der Grundlage von Thora und Aeberlieferung zu organisieren, umsomehr und zweckmäßiger wir unsere Kraft ohne Störung von außen positiv entfalten können. Auf ein Referat über dieses Thema im A. C. der polnischen Aguda erhielt ich die Antwort: „In Polen besitze d^e Orthodoxie Macht genug, sich innerhalb der Gemeinden dmchzusetzen, darum sei die Trennung verfrüht." Inzwischen aber häuften sich die Beweise für die Notwendigkeit unserer Autonomie. Es kam die Uebergabe des Grundstückes für ein Studentenheim neben der Mikwoh, es kamen die Machenschaften bei den Rabbinerwahlen, die Beleidigung und Herabsetzung von bekannten Rabbinern, die bis zum tätlichen Angriff auf offener Straße gingen. Am drastischsten taten aber die Notwendigkeit der Trennung die letzten Wahlen zur Kehillohverwaltung dar. Es ist noch in aller Erinnerung, mit welchen schändlichen Mitteln gegen unsere Kandidatenliste gekämpft worden ist. Zionisten und Assimilatoren, die sich das ganze Jahr hindurch in den Haaren liegen, reichten sich die Hand zum Kampfe gegen Agudas Iisroel (so in Kalisch). Bezahlte Annoncen von der Kanzlei der Aguda fanden in der Presse keine Aufnahme. Man wagte es sogar, einem Aufruf, der von den berühmtesten Thoragrößen unterschrieben war, die Spalten auch gegen Bezahlung zu verweigern. Da trotzdem in Warschau, Lodz, Lublin usw. die größte Stimmenzahl der orthodoxen Liste zufiel, wurde überall ein Block geschaffen, in dem sich Bundisten, Zionisten und alle Mitläufer der antireligiösen Parteien gegen die Orthodoxie vereinigten, welche es gewagt hatte, in ihrer Organisation „Agudas Iisroel" gegen die organisierte Gottesleugnung in den Kampf zu treten. Und was erleben wir in den neuen Gemeindeverwaltungen? In Lodz wird der dem Gemeinderate angehörende Rabbiner boykottiert und zu den Sitzungen nicht zugelassen. Es kam so weit, daß der christliche Beamte die Herren Räte ermahnen mußte, ihrem

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