Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 36 (3.9.1925)
- Date
- 1925-09-03
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2450337-2450372--72483-2529859- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 16 Nr. 36 Der Israelit 3. September 1928 Er gab ihm seine Tochter zur Frau und noch die Hälfte seines Vermögens dazu. Der beschämte Hahn. Um die Mittagszeit sprang der Hahn auf das Hoftor, spreizte seine Flügel, und schrie: Ein T au sch h an d e l. Rüben, der Geldwechsler, hatte eine abgegriffene Münze, die ihm niemand abnahm und Simon, der Händler, hatte einen verfaulten Fisch ins Wasser ryerfen müssen und jetzt wird Simon die Münze auf den Schutthaufen und Rüben den Fisch ins Wasser werfen." Bilder aus Worriis BUS in die Alte Synagoge „Kikeriki", der Herd glüht, der Topf siedet, die Schüssel ist voll, es ist Mittagessenszeit." „Sei still, Vorwitziger," schalt ihn der kleine Cliab, „noch habe ich meine Aufgabe nicht eingeprägt. Das ist ein Zeichen dafür, daß es noch nicht Mittagszeit ist." Der Hahn schämte sich, sein Äomm wurde noch dunkler rot, er sprang hinab und versteckte sich bis zum Abend. Zur Abendmahlzeit sprang er auf das Dach des Kuhstalls, der gegenüber dem offenen Küchenfenster stand und schrie: „Kikeriki, die Sonne hat sich zurückgezogen, Finsternis ist gekommen, die Rosen schlummern, in den Gärten, Engel fliegen umher und schöne Träume.werden dem guten Kinde von Sternen überbracht," „Schweig', du Schwätzer," fuhr ihn die Magd an, „noch habe ich keine Betten für die Kinder gerichtet, und du rufst schon zum Schlafen." Da schämte sich der Hahn, sein Kamm wurde noch dunkler rot. er sprang hinunter und verbarg sich bis Mitternacht. Um Mitternacht sprang er auf den Schornstein und rief: „Kikeriki, die Himmelspfosten sind offen. Winde voll lieblicher Düfte durchziehen das Weltall. Die Rosen in den Gärten schmücken sich dem Morgen entgegen, und die Engel singen ein Lied: Steht auf, ihr Alten, schlaft nicht länger." Es war aber schon ein Schein vom Licht im Zimmer von Eliabs Großvater, der saß und Thora lernte. Da schämte sich der Hahn und verbarg sich, bis der Morgen erstrahlte. Dann sprang er auf einen Zweig und rief: „Kikeriki, es ist Morgen, die Sonne ist da, Licht strahlt durch die Zweige, Faulpelze, steht auf." L „Auf, du Langweiliger," rief ihm der kleine Eliab zu, ich habe schon gebetet und schon eine Lektion auswendig gelernt und du nennst mich Faulpelz." Da schämte sich der Hahn, sprang hinunter und verbarg sich fortab Tag und Nacht. Bilder aus W orms Frauen-Synagoge Fisch in seinem Faß, den niemand kaufte. Rüben ging fort, um irgend etwas für die ungültige Münze zu kaufen und kam zu Simon. Dieser verkaufte ihm den verdorbenen Fisch. Der Händler war fröhlich, und der Käufer vergnügt, und jeder dachte vom anderen: den habe : I j-//VÜ'V -.Bk 1 . v*.‘' ■ ' '7- S-.’ Jt \!f V J/j V'? * ' vT: ■ ■*. ■ ■ Bilder aus Worms Alter silberner Leuchter in der' Synagoge *) DH5?’ ft?? 'JTJ3 Dipo 1P’ 'D^V.3 oipa tPatPn ygtpn ab ♦oViyV natP D’s?n' nn Dtp iB'ü&an n'is '*7T ab Dtpan .D'DP-1 Dp-I? rrV> - P2il DU)'; lian )8tf - aVm Dw'' tpani •liai bni '130 - DtP T75 Vs?riVb dhV - jan - Ö*TMK •nVani jaaiK rDinyiL Dtf niKjioiVa 'tPi ]■>« asn ]■>« niaiy Dtp nipwai •tPaia ipirssa »am ntf D'yan riVipitP - ainosn lM Ni.l \3 ich hereingelegt. Ein kluger Mann stand dabei und sprach zu ihnen: „Ihr Betrüger, was nützt Euch Euer Kaufhandel, ursprünglich hätte Rüben seine Münze auf den Schutthaufen und Simon seinen ♦“ttr’isr rari *) Aus d’VtVt herausgegeben von M. Benelieser. Verlag Meier New-2)ork.