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Der Israelit · 1925-09-03 · Heft 36 (3.9.1925) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 36 (3.9.1925)
Date
1925-09-03
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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WWW Seite 6 Nr. 36 Der Israei f1 3. September 1888 frankfurter Berichte. Eine Samson Raphael Hirsch-Stift?ing. Das jüdische Ostend hatte am Freitag seine Sensation. In den frühen Morgenstunden verbreitete sich das Gerücht, daß die alte Synagoge in der Schützenstraße, deren wechselvolles Geschick die Gemüter schon wiederholt in Erregung gesetzt hatte, am Freitag abend ihre Pforten wieder für einen Gottesdienst öffnen werde. Die Nachricht fand zuerst keinen Glauben, bestätigte sich aber dennoch. Die in Kopenhagen lebenden Brüder Cohn und deren Mutter Frau Emilie Cohn geh. P e r l st e i n , glühende Verehrer Rabbiner Hirschs denen aus Zeitungsmeldungen bekannt geworden war, daß die Israelitische Religionsgesellschaft in ihren Finanznöten außerstande war, die ungeheuren Summen für die Instandhaltung der baufälligen Gebäude aufzubringen und sich daher mit ihrer Umwandlung in ein Geschäftshaus einverstanden erklärt hatte, waren zu dem Entschluß gekommen, die Gebäude zu erwerben, um die Synagoge für alle Zeiten zu einer das Andenken S. R. Hirschs ehrenden Stiftung auszugestalten. Die Stifter waren in aller Heimlichkeit vorgegangen und hatten es verstanden, sowohl den Vorbesitzer als alle vermittelnden Instanzen über ihre wahren Absichten im Unklaren zu lassen. Wie wir hören, beabsichtigen die Stifter, nach jeder Richtung hin im Geiste S. R. Hirschs, dessen dauernde Ehrung ihr einziges Augenmerk ist, vorzugehen und bei der Ausgestaltung des Unternehmens sich in engster Fühlung mit der Gemeindeverwaltung zu halten, ohne deren Zustimmung die Gebäude vermöge des darauf ruhenden grundbuchamtlichen Servituts ohnedies nicht zu Kultuszwecken verwendet werden dürfen. Man denkt daran, neben einem Minjan auch ein Bes Hamidrasch und ein Hirsch-Museum einzurichten. Die erheblichen Summen, welche die Instandsetzung und Erhaltung der Gebäude erfordern wird, sollen, wie uns versichert wird, von den Stiftern bereitgestellt sein. Thoralehranstalt JeschiWuh. Ein prachtvolles Quartheft von 60 Seiten ist dieser Tage erschienen und gibt Kunde von der Frankfurter Jeschiwah (Thora-Lehranstalt des Herrn Rabbiner Dr. Breuer). Charakter und Geist, Methode und Struktur dieser ersten und in ihrer Art heute noch einzigen Thoraanstalt Deutschlands spiegeln sich wider in diesen Blättern. Eine halachische Einleitung über eine Sugja vom Herrn Rabbiner und Leiter der Jeschiwah ist an die Spitze des Berichtes gestellt. Dann folgen eine Schwuauspredigt von Rabbiner Hirsch und zwei Aufsätze über Rabbiner Hirsch, bzw. Auszüge aus den Schriften Hirschs, die klar dartün^ wie stark die Sehnsucht Hirschs nach einer Jeschiwah ging, ja wie klar ihm dieses Ziel vor Augen geschwebt hat. Eine von unserem Rabbiner bei Anlaß eines großen Sijum gehaltene Ansprache, die in Frankfurt noch in aller Erinnerung sein dürste, kann man hier im Drucke noch einmal Nachlesen. Es folgt das Programm der Jeschiwah, das in den 30 Jahren ihres Bestehens bei der gewaltigen Vorwärtsarbeit in der Hauptsache das gleiche geblieben ist. Dreißig Jahre lang hat die Jeschiwah auf harten, kargen Boden gesät. Jetzt, da ein wahrer Schrei nach Thorawissen durch die Besten unserer Jugend geht, ist die Zeit des Erntens. Aus dem Bericht des Kuratoriums erfährt man, daß in den letzten Jahren der größere Teil der Prima unserer Schule zur Jeschiwah übergegangen ist. In den Untergruppen für Schüler werden in 13 Klassen 150 Schüler von neun Lehrern unterrichtet. Es ist ein Lehrgang für Neligionslehrer, Schochtim ufw. eingerichtet. Die Methode der Jeschiwah im einzelnen ist in einem Aufsatze „Lehrverfassung der Jeschiwah" festgelegt. Acht Bilder zeigen die Untergruppepn mitsamt ihren Lehrern, und Listen im Anhänge bieten eine Uebersicht über den Lehrstoff und über die Schülerfrequenz der früheren und letzten Jahre. Auch sind die gegenwärtigen Hörer alle mit Namen aufgezählt. Cs sind im Ganzen 52 Namen. Wir werden auf das prachtvolle Buch, das nur der schwache Reflex einer großen Sache, einer Lebensinstitution für das Thorajudentum ist, an anderer Stelle noch einmal zurückkommen. - Vett- und Leibwäsche. Von der Jüdischen Frauenvereinigung wird uns geschrieben: An unsere Hausfrauen ergeht die dringende Bitte um Ueberlassung von irgend entbehrlicher Wäsche speziell Bettwäsche für bedürftige Wöchnerinnen und deren Säuglinge. Alle, die den Vorzug einer hygienisch einwandfreien Pflege während KrankWi^ oder Geburtszeit genießen dürfen, werden unfern Ruf nicht ungehört oorübergehen lassen, denn erschütternd wirkt auf uns der meist vollkommene Mangel an Bett- und Leibwäsche bei Wöchnerinnen und neugeborenen Kindern; jedes auch noch so geflickte Stück nehmen wir dankbar entgegen in unserer Geschäftsstelle Uhlandstraße 46, Hinterh, 1. Stock. Frauenbund. Die Ortsgruppe des jüdischen Frauenbundes Frankfurt a. M. veranstaltet als Vorbereitung für die hohen Feiertage eine Arbeitsgemeinschaft, in der Herr Dr. Ernst Simon, Bockenheimer Landstr. 115, über die hauptsächlichsten Feiertagsgebete spricht. Anmeldungen an Frau Dr. Nassauer, Rheinstr. 25, Frau Paula Salomon, Brüder Grimmstr. 3. Dr. Josrph Pscsitz Man spricht so oft von Menschen, die die Synthese von Ost- und Westjudentum darflellen, und man findet doch nur selten solche Menschen, die von beiden Seiten die besten Eigenschaften in sich vereinigen. Ein Mann, der diese Vereinigung in harmonischer und edelster Form verkörperte, war Dr. Joseph Persitz ~"t- Sein Tod ist zu jäh und seine Person ist uns noch zu gegenwärtig, um schon von ihm als nicht mehr daseiend sprechen zu können. Für die, die ihn nicht kannten, wollen wir versuchen, ihn zu schildern. Er war ein Mann, der die „Innigkeit der Tesilloh" und die rma nnas? der Chassidim hatte, ein umfassendes Thorawissen und einen steten Eifer des Thoralernens, die Sehnsucht nach Erez Jisroel und die Liebe zur hebräischen Sprache, die Glaubenstreue und die wahre einfache Frömmigkeit der alten „gehämmerten" Jehudim und dazu die gediegene Bildung und die geschäftliche Tüchtigkeit und Großzügigkeit des modernen Westeuropäers. — Das sind in großen Zügen die Merkmale seines äußeren Menschen. Von innen ein bescheidener, gütiger, zarter Mensch, voll Liebe für seine Familie, seine Freunde, sein Haus und voll von dem feinen Humor, der jede Gemeinschaft, in der er weilte, erfreute und jeder Simcha, an der er teilnahm, erst die richtige Stimmung gab. Als Sohn seines edlen, gelehrten Vaters, S. Versitz aus Moskau, dessen Name überall bekannt war, hat er schon in ganz jungen Jahren eine ihm gleichgesinnte edle Frau heimgeführt und mit ihr ein Haus gegründet, in dem alle Thoragrößen, alle für das Judentum wirkende Juden aus- und eingingen. Als sie dann, infolge der politischen Lage, von Rußland unter vielen Mühen und Gefahren fortzogen, da blieb dieses Haus, wo es sich auch befand, ein Versammlungsort für viele, viele Juden von Ost und West, von Nord und Süd.! Es gibt wohl wenige, die nicht in irgend eine Be- | ziehung zu diesem Haus getreten sind, die nicht etwas für j sich selbst davon gelernt haben, von diesem edlen, feinen, j echt jüdischen Ton, den selbst schon die kleinen Kinder i verkörpern, die unbekümmert um die Unwelt und um die j Mitmenschen nach dem Prinzip p« qnii mm die ge-! pflegteste, sorgfältigste Erziehung erhalten. Das Ideal! dieser Erziehung, das Dr. Persitz V't vorschwebte,! war: das reichste und gründlichste jüdische Wissen zu- ' (ammen mit Gottesfurcht und Erfüllung der jms» in einem Leben in Erez Jisroel in schönster Weise zu verwirklichen. In diesem winne hat er versucht, mit der Hilfe seiner Frau seine Kinder zu erziehen. Und jetzt an der Schwelle eines neuen Lebens, da er mit seiner Familie nach Erez Jisroel übersiedeln wollte, um der Erfüllung jahrelanger Sehnsucht entgegenzugehen, wird er hinweg- 1 gerafft gleich wm nwn< Möge es seiner Frau vergönnt sein, das Erziehungswerk der beiden Eltern allein weiterzuführen, und möge ihr dabei helfen, daß es ihr glücken möge. Wir aber, die wir das Glück hatten, Dr. Persitz einige Jahre in unserem Lande zu haben, ihn, sein Heim und seine Erziehung kennen zu lernen, wir werden sein Andenken stets in edelster, heiligster Erinnerung bewahren. Berichtigung. In der Fußnote zum Artikel „Der Poffuk" haben sich zwei stnnstörende Fehler (besonders der zweite) eingeschlichen. In Zeile 8 mutz es statt VXps wsot heißen; in Zeile 11 ist statt des v ein 2 zu lesen. Vereinskälender. Verein Meter Lhajim. Säm-Stag morgen nach Schul Dtnim. Herr Dr. C Posen, — mittags 12^4 Uhr in der Frauen» fynagoge der Klaus muH 'q, Herr Professor Weyl. — nachmittags 4 Uhr im Vereinslokale r/^ifrw>“, Herr^ Dr.^W. Hofm-ann — eine Stunde vor Nacht, iry Htzesaal, „Midrasch" Schlußvortrag. Herr Joseph Sänger. * ’ Sonntag nach Schul ..Mizwas Haschern" (auch Mittwoch), Herr Red. ©. Schachnowitz. — vorm. 9/4 Uhr (auch Dienstag eine Stunde vor Mincho) im Vereinslokale„Gemoro"; Herr Dajan Posen. — Monta g bis einfchl. Fr ei ta g nach Schul Mlfchna, — abends 7 Uhr (auch Mittwoch) Gemoro; Herr Rabb. Dr. Iof. Breuer. — abends 83/4 Uhr (auch Donnerstag) Gemoro; Herr Dr. El. Posen. Allabendlich 83U Uhr Schatz-Lernen. Jeden Nachmittag 2—7 Uhr Lerngelegenheit imVereinslokale. 5labrzeits-Stiftungen: Montag, 7. Sept. Jacob Marburger-Stistung. Agndas Iisroel-Jugendgruppe. Sonntag, 8 Uhr vormillugs, .Gemoro"; Herr Leop.Oppenheimer. — 2 Uhr nachm., ..Mifchna"; Herr Jacob Landau (ebenso Samstag 6 Uhr abends). —9 Ubr abends ..Lektüre-; Herr Dr. Abt. Montag, ty*9 Uhr abends. ..Gemoro für Fortgeschrittene"; (auch Donnerstag) Herr Hirschberg, Hegelstratze 13. — ^9 Uhr, (gemeinsam mit der Esr-.H Turnkurfus. — V.9 Uhr Dinim Herr G. Schn erb. — 9 Ubr Gemoro Herr Halpern. Dienstag, ^9 Uhr abends (auch Donnerstag),1 -Gemoro"; Herr Dr. Willy Hofmann (auch Samstag 3 Uhr). — 3/49 ..Gemoro" H rr Schnerb. Mittwoch, t/s9Ühr abends, Zvanglofe Aussprache — 129 Uhr „Dinim für Fortgeschrittene"; Herr G. Schnerb (ebenso Samstag 5 Uhl). Donnerstag abend 1/z9 Uhr (auch Sabbat 4 Uhr) ..Sugiaus"; Herr L. Kurzweil. — l/29 Uhr Besprechung verschiedener. Themen. Samstag, 10 Uhr morgens, „Gemoro": Herr Dr. Posen, Am Tiergarten 42. — 10 Uhr, „Kizzur Schulchan Aruch' für Anfänger. Herr Louis Kahn. — 11 Uhr „Tnach"; Herr Dr. Hofmann, Eschenheimer Anlage 1. — 12 Uhr, ..Mischna" für Fortgeschrittene Herr Lehrer Hirschberg. — tyjS Ubr, „Sidro; Herr Halpern. — 4-‘5’/2 Uhr, „Gemoro"; Herr Leo Schnerb. — Vs7 Uhr, „Mischna für Anfänger'; Herr G. Schnerb- Alltäglich ist Vormittag Gelegenheit geboten, unter Leitung eines Dozenten zu lernen- Jeden Mittag 12 Uhr „Das Jaumi". Während der Renovierung des Agudoheims, Hanuerlandstraße 17 finden die Deranstalmugen in anderen Lokalitäten statt. Rädern er sichtlich durch Anschlag am Einpana, Hanauerlandpr. 17 pt. Agudas Jisroel Mädchengruppe. Montag, 1/29 Uhr Einfühlung tnmeGebetordnung, Frl. B. Katz. — 9 Uhr abends. ..Newiim", Herr Lehrer Unna. Dienstag, abends x(ß Uhr, ,Dinim", Herr Dr. Weg er. Mittwoch, abends ‘/s9 Uhr, zweicer Heimabend. Hanauerlandstraße 17. Donnerstag, abends Vs9 Uhr, ..19 Briefe". Samstag, 1/2il Uhr „Tillim'^ Herr Louis Kahn. — 11 Uhr jvnx •»pifl; Herr H. Frankenthal. — 4 Uhr,"nV' -^err SMrer Llirschberg. Liwjath Chen-Verein. Samstag, nach 'TMncho iö1/«) im Histsaale Friedberger-Anlage „Miorajch", Herr Redakteur S. Schachnowiß. Gebetzeiten. Kinn Freitag Abend 6.30 Samstagmorgen 8.— Samstag nachmittag 5.— Samstag abend 7.50 Wochengottesdienst: Morgens 6.15 Nachmittags 6.30 Testlin-Cegen am Morgen 4.45 Detailreisender für ein geführte Tcu en' zu baldigem Eintritt gesucht.. Off. mit Lichtbild u. Zeugnisabschriften an 1K083 Leopold Selling, Manutakturwaren, Lehrberg. Mfr. Suche Stellung als Lagerist. Kassierer oder Reiselätigkeit. Bin durchaus erfahr. Kaufmann u. rel. Prima Refcr. vorhanden. Bin geneigt ev. Kaution zu stellen. Osf. unter 1808°; an die Erp. Cha/en sucht Stelle für Rosch Haschonoh und Jom Kippur. Off. u. 18067 a. d. Erp. «trevsamer jg. Manu, 21 Jahre, seit 5 fahren in Getreide-u. 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