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Der Israelit · 1925-09-03 · Heft 36 (3.9.1925) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 36 (3.9.1925)
Date
1925-09-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 36 Teile 5 3. September 3.926 Und dazu noch quälende Fragen: Weshalb fremdes Haar und nicht Mein eigenes, wenn es doch — nach heutigem VMuch — nicht als fremdes auffallen soll? Da trage ich also tagsüber im Hause ein sogenanntes Morgenhäubchen, wie man es in jedem Wäschegeschäft aus toeitzem waschbaren Stoff bekommen kann. Das ist leicht, keine Last auf dem Aopf, läßt Licht und Luft durch, ohne durchsichtig zu sein. Für den Abend, wenn Gäste da sind, habe ich eine dunkle sogenannte Sportmütze aus einfarbigem Seidenirikot. Die trage ich auch beim Besuchmachen unter dem Hut. Auch sie wird, was Hygiene und Leichtigkeit anbetrifft, allen Ansprüchen gerecht. Aber es ist gar nicht nötig, sich etwas fertig Gekauftes auf den Kopf zu setzen. Viele Frauen werden hier ihre Geschicklichkeit im Herstellen von Häubchen aus Seide oder ähnlichen Geweben in passenden Farben beweisen können. Einer wird dieses, einer andern jenes besser zu Gesicht stehen, und jede wird ihrer Umgebung, besonders dem eigenen Mann einen erfreulichen Anblick bieten, dabei hie Befriedigung der, eignen gelungenen Arbeit haben und vor allem das Bewußtsein, das Gesetz voll und ganz zu erfüllen. (Die von der Verfasserin empfohlene Rückkehr zum sogenannten „Tiefgehn" wäre an sich höchst erfreulich, nur setzt sie den Mut voraus, auch vor Fremden und in der Oeffentlichkeit an der selbst geschaffenen Kopfbedeckung festzuhalten. Wer diesen Mut nicht besitzt, tut besser daran, bei der von den rabbinischen Größen des letzten Jahrhunderts gebilligten Form der Haarverhüllung zu bleiben. Red.) (Korrespondenzen: Seite 17—20.) Personalien. Homburg v. d. H., 31. August. Sonntag, 10. Cllul, nachmittags 6 Uhr fand im Hause der Frau Dr. Persitz vor einer zahlreichen Zuhörerschaft, unter denen auch bekannte Fankfurter Persönlichkeiten vertreten waren, eine stimmungsvolle Gedenkfeier für den so jäh dahingegangenen Dr. Joseph P e r s i tz Vst statt. Nach dem Minchohgebet leitete Herr Kantor Herz die Feier durch das wirkungsvolle cm n» "i ein, worauf Herr Rabbiner Dr. Wrefchner die Gedenkrede hielt. Ausgebend von dem Ausspruch des Rabbi Jochanan a mim bnw '» •nws „Heil dem, der groß wird in der Thora, sein Mühen aus die Thora richtet, wirkt zum Wohlgefallen seines Schöpfers, groß wird unter gutem Namen und von hinnen scheidet mit gutem Namen" würdigte er insbesondere die bewunderungswürdige Vielseitigkeit des Hingeschiedenen, mit dem ein v'rr Via»« ,a bsnv, ein Mann, in dem das Ganze des wahrhaft jüdischen Wesens sich verkörperte, dahingegangen, seine pietätvolle Fortentwicklung des ihm anerzogenen Thorageistes, sein Geschick H8 T1“1 DS? n->in harmonisch zu vereinigen, vor allem aber die gesinnungsfeste Uebereinstimmung seines Wissens mit seinem Wesen, seines Lebens mit der Lehre, die sich in der gewissenhaften Erfüllung unserer heiligen ms». in seiner glühenden chassidischen Gottesbegeisterung, in der idealen Gestaltung seines vorbildlich jüdischen Hauses wie in seiner unvergleichlich opferfreudigen Gastfreundlichkeit und: Unterstützung aller humanitären Unternehmungen zur Förderung des Wohles des brriv' kundgab. Mit einer auf den Midrasch über das frühe Ableben des Rabbi Vun gestützten Trostbetrachtung und Aufforderung, den edlen jüdischen Geist namentlich im Kreise seiner Angehörigen wach zu erhalten und demwvni »bv 's -Gebet schloß die ergreifende Feier. Schweinfurt, 31 August. Durch einen traurigen Unglücksfall, der sich in Nürnberg abspielte, hat unsere Gemeinde in Siegmund Heußinger einen ihrer Besten verloren. Vor etwa 30 Jahren aus Oberlauringen hierher übergesiedelt, wurde der weitausschauende, tatkräftige Mann zum bewährten Ratgeber der Gemeinde und jedes einzelnen ihrer Mitglieder. Ein streng konservativer Jehudi, hat er den Idealen der Awaudoh und des Gemilus chassodim sich in beispielgebender Art und Weise gewidmet und die Jdealsorderung des Thoralernens durch reiche Unterstützung aller Schulen und Lehranstalten zu Wochenkalender. vom 6.—IZ.Sept. 1923. / 18.-83. Elul 5683. Samstag Sept. 6 man 'a 16 Ws Sonntag 7 17 Montag 8 18 Dienstag 9 19 Mittwoch 10 20 Donnerstag 11 21 Freitag 12 man 22 Samstage 13 23 Der Israelit erfüllen gewußt. Sein? ganzes Leben war exft - n »np* In Bescheidenheit lehnte er die Erhenämter in der Gemeinde ab; nur das Amt des Distriktsrabbinatskassiers hat er auf dringendes Zureden 8 Jahre lang vorbildlich verwaltet. Ganz.besonders stellte er in Fragen der Abwehr seinen Mann. 'Die Armen der Stadt und des Umkreises, und zwar jüdische und nichtjüdische in gleicher Weise, erblickten mit Recht in dem Verstorbenen einen gütigen Vater. Zahllos sind die Mizwaus, die er erfüllt hat, nicht minder groß die Zahl derer, zu denen er angeregt hat. Um die Uebertretung religiöser Gebote zu verhindern, hat er öfters große Summen hergegeben. Die Beerdigung fand in Nürnberg statt, woselbst der aus der Sommerfrische herbeigerufene Rabbiner Dr. Hein ein den Tatsachen entsprechendes Lebensbild in tiefer Ergriffenheit vor der überaus großen Traueroersammlung zeichnete. Die Gemeinde Schweinfurt ist sich bewußt, daß ,Siegmund Heußinger nicht leicht ersetzt werden kann, und wird in Dankbarkeit sein Andenken festhalten. -PN2NV» tön "-N81 ‘»s Van Rotenburg, 31. August. In größter Rüstigkeit beging der Hofschlossermeister Moses Gans, dahier, seinen 80. Geburtstag. Von allen Seiten wurden dem hochgeachteten Mann an seinem Ehrentag Gratulationen dargebracht. Gans ist auch in weiteren jüdischen Kreisen vor vielen Jahren durch die Anfertigung von Schabbos- Oefcben bekannt geworden. Wüstensachsen, 30. August. Am kommenden Sonntag kann Herr Lehrer Günters heim in Wüstensachsen auf eine 25 jährige Tätigkeit in der Kultusgemeinde zurückblicken. Der Tag wird durch eine kleine Feier gedacht. Markelsheim, 30. August. Allgemeine tiefe Trauer löste im hiesigen Städtchen und weit darüber hinaus die schmerzliche Nachricht aus, daß Frau Laura Wolfsh e i m e r geb. Friedsam nach nur Ojähriger glücklicher Ehe einer schweren Erkrankung erlegen ist. Wer, wie Schreiber dieses, das Glück gehabt hatte, die seltene Herzensgüte und die anmutigen Charaktereigenschaften dieser Frau kennen zu lernen, wird den tiefen Schmerz ermessen könnnen, der sich der hiesigen Gemeinde ermächtigt hat. Mildtätigkeit war ihr Pflicht und Lebensbedürfnis; kein Wunder, wenn ihr gastliches Haus der Zielpunkt für so manches beklommene Herz war; fand es doch bei ihr stets eine offene Hand und ein freundliches Wort. Demgemäß sie sich auch einer wirklich großen Beliebtheit und Hoachtung bei jedermann, von welcher das überaus zahlreiche Trauergeleite ein glänzendes Zeugnis abgelegt hat. In schmerzbewegten Worten schilderte Herr Lehrer Ottensoser am Trauerhause, wie durch den plötzlichen Tod der treuen Verblichenen ein inniges Familienleben jäh zerstört wurde, sprach dem tiefgebeugten Gatten sowie den trauernden Geschwistern wirkliche nvn: zu. Möge es ihnen allen ein Trost sein, daß ihr Andenken weiter lebt in den Herzen vieler. - n^axon* Aub, 20. August. Am 19. Aw verschied nach kurzem Leiden im Alter von 66 Jahren ein treues Mitglied unserer Gemeinde, Hirsch Oppenheimer Seine Kinder beklagen in ihm einen liebevollen und treubesorgten Vater, der ihnen in seinem fleißigen Streben stets ein leuchtendes Vorbild fein wird. Durch seinen gesunden Humor und seine Hilssbereitschast in Rat und Tat hat er sich die Liebe und Achtung weiter, auch nichtjüdischer, Kreise erworben. Die jüdische Gemeinde Aub verliert in ihm ein frommes und rühriges Mitglied. Trotz seines Beinleidens war er ein fleißiger Synagogenbesucher voll inniger Teilnahme an Leid und Freud. Die Renovierung des Friedhofes war nicht zuletzt sein Verdienst. Die israelitische Gemeinde wird ihm ein treues Andenken bewahren, n-asw Cassel, 24. August. Im 95. Lebensjahre verstarb hier Frau H. Heinemann, eine der ältesten Einwohnerinnen Cassels, die sich bis kurz vor ihrem Lebensende körperlicher Rüstigkeit und geistiger Regsamkeit erfreute. Sie erfreute sich der nicht allzu häufig vorkommenden Würde einer Ururgroßmutter. Abterode bei Efchwege, 31. August. Im 76. Lebensjahr starb hier Joseph Oppenheim, ein Mann von seltenen Gaben des Herzens und des Geistes. Vier Jahrzehnte Gemeindeältester, sorgte er vorbildlicherweise fiir das Wohl der Gemeinde. Er wirkte als Hilfsvorbeter rm& wV. an allen Festtagen und Mohel eines großen Bekanntenkreises, eine Mizwoh, die er unentgeltlich geübt und für die sich viel Geld kosten ließ. Selten groß in Gottesfurcht und Göttvertrauen, hatten die drei Säulen des Judentums: Thauroh, Awaudoh und Gemilus chasodim einen ausgezeichneten Vertreter an ihm, wie solche in den kleineren Gemeinden zur großen Seltenheit geworden sind. Der Lehrer der Gemeinde, sowie sein Vorgänger schilderten in ihren Gedenkreden das vielseitige Wirken dieses ',n nay* Seine 8 Kinder, darunter 5 Söhne, einer derselben Mohel, wandeln in seinen Wegen. Der jüngste Sohn, der an der Vorbereitung hierzu stand und ein besonderer awn war, fiel im Weltkrieg. n~ax:m* Stuttgart, 23. August. Am Schabbos ntn fand in dem ausgeschmückten Betlokal der Israelitischen Religionsgesellschaft die Einführung unseres neuen Rabbiners, des Herrn Dr. Bamberger statt. Nach dem Einheben richtete der Vorsitzende Herr Siegfried Kahn warme Begrüßungsworte an den Rabbiner und gedachte auch in dankbarer Anerkennung dessen trefflichen Vorgängers, des Herrn Rabb. Dr. Ansbacher ->"3, Wiesbaden. Ein aus jüngeren Mitgliedern der Gemeinde zusammengesetzter Chor sang ein feierliches san -p-o* Tiefbewegt entwickelte dann unser neuer Raw sein reichhaltiges Programm. Wir haben allen Grund, hoffnungsvoll zu unserem jungen Führer emporzuschauen, der, wie aus seinen zu Herzen gehenden Worten hervorging, mit seiner ganzen Kraft bereit ist, die Verantwortung einer Kehilloh zu übernehmen und dem es auch mit Gottes Hilfe gelingen möge, die Thauro in unserer Gemeinde weiter zu festigen und zu verbreiten. Abterode bei Efchwege» 31. August. Die Eheleute Levi Ronsheim und Marianne geb. Goldschmidt, 87 bzw. 81 Jahre alt, konnten heute im Kreise ihrer großen Kinder, Enkel und Urenkel die Diamantene Hochzeit feiern. Das Ehepaar hatte 12 Kinder; 8 sind noch am Leben^ Herr Ronsheim war über vier Jahrzehnte Gemeindeältester. Kassel, 31. August. Die hiesige israelitische Gemeinde, ca. 800 Familien stark, stellte eine Fürsorgerin und eine Gemeindeschwester an, eine zweite wird folgen. Briestasten. M. S ch. in O. E. Ihr Auftrag wird von der Expedition erledigt. — Die Tatsache, daß der Chasan noch laut und gut singt, ändert an der Leere in Synagoge leider nichts. Besten Gruß. Rabb. Dr- C. 22t. Es ist höchst bedauerlich, daß die arme Frau Opfer eines so dreisten Schwindlers geworden ist. Einen Steckbrief gegen den Mann zu erlassen, der sich in dieseiii Falle ,Löwenstein aus Dortmund" nannte, anderswo wohl unter anderem Namen auftritt, dürfte Kaum einen Zweck haben. Jsch Iehudi. Selbstverständlich darf sich Keine Gemeinde vorbeien lassen von einem Manne, der den Sabbat öffentlich entweiht und sich rasteren läßt- Es ist eine Ungeheuerlichkeit, aus dem Ehumifch statt aus dem Sefer vorzuleienen und darauf die.Brocho« zu sagen. Loksch. Unter dem Gesichtspunkte des nixöö *m *n*n *pxan, aus welchem Verse die Talmudweisen schließen, daß man selbst in der Art des Gehens und Redens den Sabbat von anderen Tagen unterscheide, sollte man den Besuch des Sportplatzes am Sabbat, auch wenn man keine direkte Sabbatentweihung damit verbindet, vermeid en. A. M. in H. Wir sind zur Zeit mit Arbeiten dieser Art reichlich versehen. Besten Dank. Cs ist ausschließlich Sache der Leser, die im Inseratenteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesehlichen Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. in unerreichter Au8wah1 und jeder Preislage Beratung und Besichtigung ohne Kaufzwang Laboratoriums-Arbeiten /PhoioAj3Darate\ Schlesicky — Ströhlein G. m. b. H. Telefon Hansa 2208 Kaiserplatz 17 KARL KISSINGER Herrenschneiderei " Massanfertigung in höchster Vollendung ZEIL 123' (Zeilpalast) Tel. Taunus 429 Im schönsten Teil des Riefengebirges, Krummhübel, ist seit Beginn des Sommers ein Restaurant eröffnet worden, das der Aufsicht des Hamburger Speisevereins sowie des Breslauer Rabbinats untersteht. Damit ist dem rituell lebenden Publikum erfreulicherweise Gelegenheit geboten, sich im Riesengebirge der Erholung und Kräftigung zu widmen. Die Giftpflanze des Antisemitismus hat sich hier nicht entfaltet; rem wie die herrliche Gebirgsluft ist die Atmosphäre von diesem Sumpsgewächs geblieben. Das Restaurant und Pension Waldgarten soll auch während der Sukkothseiertage sowie insbesondere im Winter geöffnet bleiben und das Publikum wird durch lebhaften Zuspruch hoffentlich das Seinige dazu tun, daß der Betrieb zu einer bleibenden Einrichtung gestaliet und zu Nutz und Frommen der Besucher immer weiter ausgebaut werden kann. Dr. S. K. a. B.

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