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Der Israelit · 1925-08-27 · Heft 35 (27.8.1925) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 35 (27.8.1925)
Date
1925-08-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seile 4 Nr. 35 wird, kurz: daß die Kehillo Kehillo bleibt. Die Jungen gehen fort, noch ein paar Jahre da, noch ein paar Jahrzehnte dort, dann wird Einer der Letzte sein. Es wird, wenn kein 02 geschieht, schneller oder langsamer gehen. Der Verfall der Landgemeinden ist sicher; kein Jammern hilft und kein Ach-wie-war-das-früherso-schön. Und nun erhebt sich die Frage, was noch geschehen kann, um das Vorhandene zu bewahren, die Jugend in die Pfade zu weisen, in denen wir sie wandeln sehen möchten, und um denen, die draußen Mw materiellen Gründen nicht in der Lage sind, selbst ihre Kehillos und deren Institutionen lebensfähig zu erhalten, zu helfen. Wir müssen unterscheiden: Gemeinden, die einem vorhandenen Organismus eingegliedert sind (Baden!) mögen zunächst ausscheiden. weil wir, wie oben gesagt, uns mit ihnen, ausgehend von den erwähnten Artikeln, besonders beschäftigen wollen. Diese, nennen wir sie Organisationsgemeinden, und alle anderen zerfallen nun wieder in jene winzigen Zwerggemeinden, die keinen eigenen Lehrer, keinen eigenen Schochet, kein eigenes Minjan mehr haben, und in jene anderen, größeren, denen es bis jetzt gelungen ist, unter Opfern alles Gewesene — cum grano salis — heute noch zu erhalten. Sie sind besser daran. Und wohnen in ihrer Mitte einige (materiell und in 2212-Wissen) begüterte Leute, die opferbereit nichts scheuen, um sich und ihren Kindern das Alte zu bewahren, dann wäre von ihnen nur insofern zu reden, als sich die Frage erhebt, _Der Israelit_._ ob denn das, was Ärr Uns unter der Persönlichkeit eines wahren jüdischen Lehrers vorstellen, überall so verwirklicht ist, wie es für unsere Jugend notwendig wäre.. Selbst wenn die selbstverständliche Forderung, erfüllt ist, daß die gute Eristenzsicherung eines solchen Lehrers in jeder Weise gewährleistet ist, und selbst wenn wir gar i nicht vergessen, daß in allen Berufsgruppen des Hand- und Kopfarbeiters das ideelle Wollen und das praktische Können recht oft weit hinter der Durchschnittsforderung zurückbleibt, so kann uns nichts — auch kein zu befürchtender Protestruf davon zurückhalten, zu sagen, daß neben der Schwäche der jüdischen Menschen da draußen auf dem Lande, neben der unzulänglichen Besoldung des Lehrers, neben der allzu geringen Opferwilligkeit des Einzelnen und neben einer unklugen, gewalttätigen „VorsleherpoMk" eben doch auch eine oft merkwürdig anmutende Geringwertigteit der Leistungen Hand in Hand ging, die bei dem „Lehrer des jüdischen Wissens" besonders auffällig konstatiert wurde. Ob das nun ein Kreislaufergebnis jener anderen Mißstände in der Gemeinde, ob es Mangel an guter Vorbildung war (und noch ist), das sei in diesem Zusammenhang nicht erörtert. Wir wollen nur das darlegen,, was geworden ist und ist. And was soll aus jenen bedauernswerten verzwergten Resten einer oft blühenden Kehillo werden, deren Kinder — wenn überhaupt — alle Woche, alle vierzehn Tage einmal ein Stündchen „Unterricht" Haben, deren „Schul" . _'_27. August 1925 I verödet, deren Balbattim kaum „zu. Jahrzeit'^ selten an P2V, höchstens i an Jomtow ein Minjan 'zusammenbekommen, deren Frauen und Töchter! kaum im Hause, geschweige denn in der Gemeinde , Jüdischkeit pflegen, lehren und lernen? Bezirksgemeinden? Bezirkslehrer? Bezirksschochtim? Ja,, es sind kleine, unumgängliche Hilfsmittel, die den . Verfalls etwas verzögern. ' And wenn m. G. H. alle Freunde der Erhaltung des Alten, des alten Gesetzes, alle in Betracht kommenden Organisationen, vo.n Wirtschaftskrisen befreit, unsere Sorgen materiell lindern können, dann werden sich auch für unsere, heute in ihren Einzelheiten aufgezeigte Landgemeinde-Fürsorge wieder großzügige Gönner finden. Ia, es scheint uns, als könnte manche Reichsmark, die heute für ewige, endlose Wortpropaganda — oft recht nutzlos — verwendet wird, unseren Zwecken nutzbringender zugeführt werden. Ob wir viel erreichen? Ob wir neue Jugend um Unser Banner scharen, hervorgeholt aus jenen fast verödeten Halbruinen? Ob es. gelingt, jüdischen Mädchen, die dort wissenlos und jüdischkeitZfremd heranwachsen, das zu geben, was die künftige jüdische Frau, lichtverbreiiend, in ihr jüdisches Haus tragen soll? — — Wir müssen, so schwer es uns fällt, Pessimisten sein; aber vielleicht gibt das Gefühl, fast ohnmächtig zu sein, jene Verzweiflungsenergie, jenen fanatischen Eifer, der . die Bürgen der Gotteslehre und des Gotteswortes — uns selbst — zwingt, in die Wüsten zu gehen und Wege zu bahnen der Lehre des ewigen Gottes. Korrespondenzen « ßacfcricfcten Veutsehes Jictctj. Aus dem Schneidemiihler Optantenlager. B e r l i n, 19. August. Wie schon mitgeteilt, befinden sich im Lager der aus Polen ausgewiesenen deutschen Optanten in Schneidemühl mehrere jüdische Familien, obwohl in der Regel die Juden in den neupolnischen Gebieten, die für Deutschland ^optiert haben, den Termin der Ausweisung nicht abwarteten, sondern bereits in der früheren Wochen und Monaten die Ueberfiedlung nach Deutschland vollzogen haben. Die Meldung über völkische Agitation im Schneidemühler Optantenlager veranlaßte den „Zentraloerein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", einen Mitarbeiter an Ort und Stelle zu entsenden, der die nötigen Schritte tun sollte. Gleichzeitig war seine Ausgabe, die Anzahl jüdischer Deutscher im Optantenlager einwandfrei festzustellen. Dem Bericht der nach Schneidemühl entsandten Frau Dr. Margarete Edelheim ist zu entnehmen: Im Lager selbst ist jede politische Agitation aufs Strengste unterbunden. Auch einige jüdische Optanten, die gerade in der sogenannten „Hakenkreuzlerecke" des Lagers untergebracht sind, fühlten sich in keiner Weise belästigt oder zurückgesetzt. In der Lagerstadt von Schneidemühl befinden sich etwa 100 Juden, Greise und Greisinnen, Familienväter mit Frauen und Kindern jeden Alters, bis hinunter zu dem drei Monate alten Säugling. Mit Hilfe der jüdischen Gemeinde in Schneidemühl wurde eine Anzahl kranker unö alter jüdischer Optanten in jüdischen Häusern untergebracht. Für alle alten und kränklichen Leute, zu denen unter den jüdischen Optanten eine prozentual ausfallend große Zahl gehören, sollen jetzt besondere Baracken ausgestellt werden. Außerdem wird das Hauptaugenmerk darauf gerichtet, sie möglichst schnell weiter zu befördern. Bei den arbeitsfähigen jüdischen Optanten werden, wie bei allen anderen, zunächst die Wünsche berücksichtigt, die sie selbst für ihre neue Heimat hegen. Die Unterbringung sollte, würde ich anders entscheiden: Die abgekürzte Form von nämlich ist pV,> vgl. Bes Schnmel zu >p nix v"2j? "vv srnX' und für Kalman ist schon leichter einen entsprechenden Possuk zu finden, z. B. ->nrr nx ',2 i2rr>'i ö*m 221^ 'n Vii? TiinVn- Rabb. Dr. Winkler, Kovenhagen. (Ein Denkmal für Maimonides) Ein Komitee ans Juden» Spaniern und Marokkanern hat.sich gebildet, um dem großen Maimonides jetzt. 721 Jahre nach seinem Tode, ein Denkmal zu setzen. Das Denkmal soll sich über dem Grab des Maimonides am User des Tiberias-See in Palästina erheben. Ein spezielles Sammelkomitee mit dem Präsidenten der jüdischen Gemeinden Spaniens, dem Bankier Jgnacio Bauer an der Spitze, hat es übernommen, für diesen Zweck 100.000 Pesetas aufzubringen. Das Grab des Maimonides ist seit langer Zeit das Ziel jüdischer und arabischer Pilger. Rabbi Moses Ben Matmon (Rambam), in der arabischen Literatur als Abu. Jmran Mosa ben Maimun Jbn Abd Allah bekannt, wurde am 30. März 1136 in der spanischen Stadt Cordova geboren und starb am 13. Dezember 1201 in Kairo. Ec wurde jedoch auf seinen letztwilligen Wunsch im heiligen Lande bestattet. Die erste Spende für das Maimonides-Denkmal in Höhe von 5000 Pesetas leistete der Jude Jgnacio Bauer, woraufhin der Spanier Don Manuel L. Ortega eine Spende in gleicher Höhe gab. Die „Casa Universal de los Sefardies" in Spanien und die „Affociaciones Hispano Sefardies" in Marokko übernahmen es, den Rest der nötigen Summe auszubrirchen. Das christliche Spanien, welches in Maimonides den „großen Kordovaer. den Ruhm Spaniens und Israels' verehrt, reagierte auf die Mitteilung von dem Denkmalsplan mit Enthusiasmus. Ein schöneres Denkmal als sich Maimonides in seinen Werken gesetzt und wir ihm durch das Studium dieser Werke dauernd setzen, wird sich nirgends erheben. Auch ,Rambam" bringt die jüdische Auffassung: v.2'21227 2.2 L>2d» wiederholt und in verschiedenen Danationen zum Ausdruck. Briefkasten. M. P. Berlin. Der Satz: ,2122.2 22X *1212,2 V2 *1212 2122,2 '2122,2 p 2212,2 ^21 Uö» 2212 2122,2 p->nrr, befindet sich Talmud Taanith 18. G. D. in Berlin Die Hilcholh Teschubo sind zu Ende. Es werden aber im Anschluß daran die Hilchoth Deoth erscheinen und es ist ratsam, diese beiden zusammenbinden zu lassen. kvochenkalender. vom 29. Aua, bis 6. Cent. 1925. > 9.-16. Elul 8688. Samstag Slug. 30 X3W7 >5 9 Sonntag 31 10 Montag 1 11 vienstag 2 12 Mittwoch 3 13 Vonnerstag 4 14 freitag 5 15 Srmstag. 6 Kinn 16 der stellungssuchenden jüdischen Optanten ist vielfach deshalb schwierig, weil sie nach allen ausgestandenen Chikanen jetzt nicht wieder in Gegenden verpflanzt werden dürfen, in denen ausgesprochener Judenhaß herrscht. Die jüdischen Optanten, die jetzt in Schneidemühl sind, haben ihr ganzes Vermögen teils bei der deutschen, teils bei der polnischen Inflation verloren. Der Erlös aus Haus und Geschäft wurde von den Polen fast ganz weggesteuert, und manchen von ihnen pfändete noch im letzten Augenblick die Behörde die Möbel wegen angeblich rückständiger Steuern. So sind selbst vermögende Leute jetzt in großer Bedrängnis. Nach den Erzählungen der jüdischen Optanten sind zahlreiche jüdische Gemeinden im jetzigen Neu-Polen bis zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken. So sind in L i f s a , wo zur Zeit der Option, also vor 5 Jahren, noch etwa 150 deutsch-jüdische Familien waren, noch 6 von diesen alten jüdischen Familien. In W o n g r o w i tz waren 1910 87 jüdische Familien, heute sind noch 9 oder 10 dieser alten Familien dort. Und so sieht es fast in allen jüdischen Gemeinden aus. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß durchschnittlich 90 Prozent aller deutschen Juden aus den abgetretenen Gebieten für Deutschland optiert haben. Andererseits wandern jüdische Familien aus Kongreßpolen nach Neupolen zu. (I. T. A.) Hilfe für die jüdischen Optanten. Berlin, 19. August. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Schneidemühl veröffentlicht einen Aufruf zur Hilfe für die jüdischen Optanten in Schneidemühl, in welchem es u. a. heißt: Wir brauchen sofort größere Beträge, um das Liebeswerk fortsetzen zu können und den Opfern einer barbarischen Zwangsmaßregel zur Wrederaufrichtung ihrer Existenz behilflich zu sein. Cs gilt daher, nicht nur reichlich zu spenden, sondern auch den Flüchtlingen Niederlassungsmöglichkeiten und Gelegenheit zur Berufsausbildung nachzuweisen! Endlich bitten wir alle diejenigen, die Kinder oder Erwachsene bei sich aufnehmen wollen, sich zu melden. Geldspenden und Zuschriften sind an den Vorstand der Jüdischen Gemeinde Schneidemühl, zu Händen des Stadtrats Louis Schneider in Schneidemühl zu richten. Mesterveieh. Der 14. Zionistenkongretz. Wien, 20. August. Wie schon berichtet, verlies die Eröffnungssitzung am Dienstag abend bei größeren Ansprachen von Weizmann, Sokolow und Chajes und den üblichen Begrüßungen ruhig und harmonisch. Nach außen wie nach innen. Am Mittwoch begann die zweite Sitzung^ gegen 11 ^sihr mox- ' -fl--' .. /V, ü ff': ' 3- M,

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