Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 35 (27.8.1925)
- Date
- 1925-08-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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- Absalom 1× ep/1003203
- Rashi 1× ep/1002670
- Zabrze 1× ep/1048183
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Nr. 35 Seite 3 27. August 1925 Der Israelit dürfte es ihr erscheinen, mit einer Verordnung die Cafes, den Handel mit Süßigkeiten am Tage oder mindestens am Abend des neunten Uw zu verbieten. Wenn es ihr möglich ist, in den Ehanukanächten mit Anordnung bessere Beleuchtung durchzuführen, warum sollte es ihr nicht gerade so möglich sein, in der Tischobeaw- Nacht das Licht zu vermindern? Zu unserem Leidwesen ist auch keiner unter den gesetzestreuen Vertretern in der Stadtverwaltung, der darauf gedrungen hätte und sich die Sache angelegen sein ließe." Soweit der „Haarez". Der Schmerz multipliziert sich aber ins Ungeheure, wenn man die Sache, nicht wie der „Haarez" vom rein nationalen, sondern vom religiösen Gesichtswinkel aus betrachtet. Es ist aber immerhin gut, 'wenn auch diesen Kreisen einmal die Augen aufgehen über die traurigen Folgen eines von religiösen Momenten losgelösten Kulturwerkes von Jahrzehnten. Stürmische Jugend kennt eben keine halbe Arbeit, sie geht aufs Ganze. Sie versteht die Formel, die Religion als Privatsache erklärt, so, daß es ihr privates Recht sei, die Religion mit Füßen zu treten und alle religiösen Gefühle des Volkes in schändlichster Weise zu verletzen. Dieses zu bedenken, obliegt in erster Reihe den nationalen Kreisen um den heute gewiß mit ehrlichem Schmerze erfüllten „Haarez". Landgemeinden. Von V- I. Allgemeines. Wie ein roter Faden zieht sich — seit wie lange schon? — durch die Debatten aller Tagungen das Thema von der Not der Landgemeinden. Ob die Synode der badischen Neligionsgesellschaft tagt, ob man in Württemberg, in Preußen, in Hessen berät, in der Freien Vereinigung, . im Preußischen Landesverband, im Halberstädter Verband, im L. V. und in der A. I., im Direktorium des Keren Hatorah, bei Rabbiner- und Lehrerzusammenkünften »überall ist die Rede von diesen, unseren Schmerzenskindern, dort mehr von ihrer materiellen, hier mehr von ihrer religiös-geistigen Notlage. Es wäre recht verlockend, einmal der ganzen Entwicklung der Kleingemeinde auf dem Lande nachzugehen, aber das soll nicht der Zweck dieser Ausführungen sein, zumal ihr unmittelbarer Anlaß ausgeht von einem Artikel in Nr. 29 dieses Blattes, vom 16. Juli 1925 („Die religiösen Verhältnisse in den badischen Landgemeinden") und einer damit zusammenhängenden Sprechsaal-Kontroverse in Nr. 32 vom 6. August 1925. Auf die hier berührten besonderen, badischen Verhältnisse soll später eingegangen werden. * Wie ist denn die Lage? Die Landgemeinden, früher einmal der Jungbrunnen, aus dem die nähere oder fernere Stadt ihre Nahrung sog, sich immer und immer wieder den wertvollen Kern ihrer thoratreuen Gemeinschaft herausholte, sind im wesentlichen auf den Aussterbeetat gesetzt. Es spielt gar keine Rolle, daß in bestimmten» kleineren Zentren auf dem Land noch immer — oder vielmehr: m. G. H. wieder — eine Jugend heramoächst, die, möge sie in der Heimat bleiben oder in die Städte ziehen, zu schönem Hoffen berechtigt. Wer aber nicht die Selbsttäuschung liebt, muß klar sehen: das Land versagt und versiegt. Denn neben den ganz wenigen Jungen, die da draußen neben ihrer beruflichen Betätigung noch Zeit finden zum Lernen, zum Beschäftigen mit jüdischen Problemen, zum Aneignen der Fähigkeiten eines Baal Koreh, eines Schliach zibbur, zur Erlernung der Schechitoh, ja nur zum Ausüben einfachster Dinim und Mizwaus (Fleischporschen, Lulowbinden, Zizzis-Anbringen u. a.). neben diesen steht die große, übergroße Zahl der Anderen, d. h. — von den Alten zunächst abgesehen — jener Jungen, die entweder (selten) auf dem Lande selbst tätig sind, zur nahen Stadt fahren oder sonst irgendwo ihre Stellung haben und dem Elternhaus und der Kehilloh ihren Jomtowbesuch abstatten. (Daß infolge der großen Abnahme der Kinderzahl die Jugend des. Landes, nicht anders wie in der Stadt, überhaupt verschwindend klein ist, ist bekannteste Wahrheit.) ' Was ist das für eine Jugend? Die Frage wirft eine andere, nicht weniger wichtige auf: Was ist es für ein Elternhaus, was sind es für „Alte",, unter deren Obhut die „neue" Jugend heranwuchs und heranwächst? Man möge uns nicht falsch verstehen. Es sind vielfach' brave Menschen, fleißig, arbeitsam, von früh bis spät unterwegs, immer bedacht auf Parnossoh, bereit zu Gemilus chesed und Zedokoh, pietätvoll anhänglich an ihre Gemeinde, und selbst wenn ihnen vieles schon fremd geworden ist im jüdischen Pflichtenleben, so verbergen sie doch oft noch das Fremdsein unter (äußerlicher) Teilnahme am Gottesdienst der Gemeinde. Aber von Tauroh und Awaudo fast schon keine Spur mehr. Lernen steht nicht mehr im Vildungsprogramm dieser Menschen, für Merke jüdischen Wissens ist kein Betrag im Haushallsbudget vorgesehen, jüdische Zeitungen und Zeitschriften werden selten gelesen. Für Erez Jisroel hat man kaum Verständnis, für die brennendsten Fragen der Iudennot in Ost und West fehlt das Interesse. Und für die Schwächen einer Jugend, die aus Wirtschaftsnot und — leugnen wir es doch gar nicht! — aus häufigem qualvollem Schwanken und schließlichem Verzweifeln oder aus gleichgültigem Wozu - dir - darüber - Gedanken - machen heraus den Schabbos und Jomtow zum Arbeitstag erniedrigt, hat dieses eben geschilderte Alter heute noch ein Wort der Rüge, morgen ein mitleidiges, bedauerndes Verstehen („ich sehe es ja gar nicht gern, daß der Junge und das Mädchen am raff arbeitet, aber was ist zu machen?") und — übermorgen und schließlich ein selbstverständliches Sichabfinden: Es wäre schon ein Wunder, wenn es anders wäre ... So ist der jüdische Werdegang dieser jungen Menschen. Aus mechallel-Schabbos-sein wird Mißachtung der Speisegesetze, wird Vernachlässigung. des Gotteshauses und Gottesdienstes wird Vergessen dessen, was einst gelernt worden ist (es war ja an und für sich schon wenig genug!) und der Sohn und die Tochter, die dann und wann in Urlaub oder am Jomtow „aufs Land" gehen, in die Heimat, freuen sich, -wieder einmal gut und lang ausschlafen zu können, gut zu essen und — wenn gerade Pfingstmontag und Sch'wuos zusammenfällt, auch noch tanzen zu dürfen . . . Fürwahr, diese „Reserve" der jüdischen Großstadtgemeinde, die vielleicht noch das Blatt des C. V. und die Mitteilungen des Bundes jüdischer Frontsoldaten als höchste jüdische Lebensweisheit schätzt, diese Jugend, die eben gerade noch — beurteilen wir sie lechaf sechus — den Außenfeinden des Judentums stolz gegenübertritt, bräuchte denen, die um das thoratreue Geschlecht der Jugend auf dem Lande sich mühen, nicht viel Sorgen zu machen, — wenn die große, alle umfassende, alle mit gleicher Liebe hegende Sorge der Rahel-Mutter nicht wäre, die ihre Kinder beweint, weil sie nicht mehr sind . . . Fügen wir hinzu, um nicht mißverstanden zu werden, weil sie nicht mehr sind, wie einst ihre Ahnen waren ... * * * So ergibt sich das Bild der Landgemeinde. Wenig Jugend, diese selbst mehr oder minder Echt-Jüdischem entfremdet,- die paar Alten, die noch die Kehillo stützen, werden bleiben, sich ^nutzen, daß ihnen ihr Minjan erhalten bleibt, daß die Kinder, so weit noch welche da sind, Unterricht genießen, daß die Schechitoh versehen König David lebendig ist. Man steinigt symbolisch den Toten. Nun hatte aber bisher die Wissenschaft nicht den geringsten Anhaltpunkt dafür geliefert, daß es sich bei der ..Iad Abschalom" um ein Grab aus biblischer Feit handelt. Im Gegenteil: die meisten Forscher nahmen im Gegensatz zur jüdischen Tradition an, daß die Erbauung dieses mächtigen »ganz aus dem Felsen gehauenen Baues" aus nachchristlicher Zeit stammt. Dafür sprachen scheinbar die jonischen Säulen, der Oberbau mit seinem ägyptischen Stilgemisch, der einfache Fries, der aus der Verfallszeit t griechisch-- römischer Kunst zu stammen schien. Die Ausgrabungen Slousch's haben alle diese Vermutungen widerlegt. Ein Berg von Schutt mutzte entfernt werden, um das Grab Absaloms so darzustellen, wie es vom Erbauer hergestellt war. In den „Debris" (Schuttmaffen), die das Monument umgaben, fand man zunächst Tongesätztrümmer aus der Periode, wo Jerusalem „Aelia Capololina" hieß — (noch 130 p C.). Außer diesen Tonscherben fand man 70 Münzen, von denen eine der Makkabäerzeit angehört, eine der Zeit Agrippas 2., 9 aus der Zeit römischer Prokuratoren. Wichtiger als diese Funde, die schon ein weit höheres Alter des Monuments wahrscheinlich machten, war aber die Freilegung des Nord- und Ostganges zwischen dem Monument und der sie umgebenden Felsenwand, die von einer Friedhosmauer gekrönt ist. Hier fand man zunächst eine prächtige erhaltene Reihe von 5 Stufen, bei der dritten Säule der Nordwand beginnend, die zu einem bisher verschüttet gewesenen herrlichen Portikus mit einem dreieckigen Fries führen, der jüdische Embleme— Weintrauben Phanthus und Blumen — zeigt. Prof. Slousch verlegt die Entstehungszeit dieses Portikus in die Zeit vor den Makkabäern und findet in der ganzen Anlage starke persische Anklänge. Das Portal führt in eine schon stüher bekannt gewesene Reihe von 9 Zimmern, die sämtlich in den Felsen gehauen sind und als „Gräber des Iehoshaphoth" bekannt sind. Durch die Aussindung des Portals ist der Zusammenhang zwischen dem Grab Absaloms und dem Grab Iehoshaphots klargestellt und die Entstehungszeit des Denkmals auf spätestens des 3. Jahrhunderts vor d. ü. Zlr. laxiert. Nach Meinung Pros. Slousch's. für die er vorläufig' keine zwingenden Beweise ansühren kann, ist aber das Absalom-Monument noch weit älter und dürste in die Zeit des ersten Tempels zurückreichen. Erst später, meint er, sei in den Felsen im Rücken des Monuments das Grab des Iehoshaphot eingebaut worden. Die Ausgrabungen hatten unter großen Schwierigkeiten zu leiden, da die Gräber des Iehoshaphot mit Leichen gefüllt sind und nach jüdischem Gesetz eine Störung der Ruhe von Gräbern verboten ist. Aus dem gleichen Grunde mußten die Ausgrabungen beim Grabe des Propheten Zacharias, das etwa 100 Meter vom Absalom-Denkmal entfernt ist. eingestellt werden. (Aus „Der Schild"): Der possuk. Zu der unter obigem Titel im „Israelit" erschienenen fesselnden Abhandlung des Herrn Dr. Kohn sei eine kleine Ergänzung gestaltet, welche sich aus die vom Herrn Verfasser mehrfach zitierte Meinung des rT"Vff bezieht, daß bei den Namen es auch auf die Bedeutung wesentlich ankomme. Hierfür bietet, was ich einem Hinweis des rühmlick bekannten Rabbinätsaffesfors Herrn Mugdan in Breslau verdanke. der rr!?ff ein sehr interessantes und geistreiches Beispiel. Dasselbe knüpft an eine Bemerkung von ->ff5 zur min (4. Buch Moses 26. 16) an. wo es heißt, daß gleichbedeutend ist mit ms#- Hierzu bemerkt nun rr^ff in seinen Erläuterungen zu 'q onrs» daß viele sich darüber wunderten, welche innere Beziehung zwischen dem Namen und dem Namen jasK bestünde. Aber die Lösung sei, daß jasK einen Anklang an was** habe. Nun heiße es im Talmud ('n nana), daß der Finger des Menschen deshalb die Form eines Pflockes habe, damit man, wenn man häßliche Worte höre» was« rrr den Finger ins Ohr stecke. Dies sei der pm, durch den die Bedeutung von *»atK und nnxN Zusammenhänge. Hinsichtlich des von Herrn Dr. Kohn behandelten Namens wonach derselbe ein Kompositum von..schön" und ,Gesetz" bilde, sei bemerkt, daß einer andern Etymologie von der Vorzug zu geben ist. nämlich ..schön" und .Name" d> h. aff aiv und daß ein Vers, der dieser Bedeutung von entspricht, leicht zu finden ist. stuä. Emmerich Kaatz in Hindenburg O. S. Zu den diesen Titel tragenden Ausführungen des Herrn Dr. P. I. Kohn möchte ich folgendes bemerken: 1. Das Wort nKT in ('ö' 'i naa) *j»ff nrn' ^ffim bedeutet nach der ma» nickt ..fürchten", sondern „sehen". Die targumische Wiedergabe ist nur ein ffY7- 2. Das Zitat aus Raschi daselbst rührt nicht von Raschi selbst her» sondern ist eine spätere Glosse, daher eingeklammert. 3. Die Frage, welchen Possuk sagen