Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1925)
- Date
- 1925-08-13
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2450337-2450369--72430-2529802- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
?M'T« i .1 Seite 2 Nr. 16 Der Israelit Blätter 13. August 1828 Kommissionsberatung machten. Uns erschien eine Belastung des Status quo notwendig zu sein und der Struktur des Esra nicht nur seiner Seins-, sondern auch Sollens-Art am ehesten Rechnung zu tragen. Die Fürther Beschlüsse gelten nach wie vor. Um jedoch entstandene Jrrtümer und Mißdeutungen auszuschließen, nahm der Bundestag Folgendes als authentische Interpretation zur Kenntnis: „Der Esra ist auf Grund seiner Jdeengemeinschaft zur 2t..3. nicht neutral. Er steht jedoch auf dem Standpunkt, daß seine Erziehung unpolitisch sein muß. Demzufolge darf die Organisierung in einer jüdischen Organisation mit politischer Betätigung nicht propagiert werden." H. Im Mittelpunkte der Tagung stand das Erez Jisroel-Problem. Es mag Leute geben, für d.ie Erez Jisroel kein Problem mehr ist oder es noch nicht ist. Eine Erziehungsgemeinschaft jedoch, wie der Esra, darf an dieser Frage, die mehr ist als eine rein aktuelle, nicht vorübergehen. Ihr Hyperklugen, Ihr Uebergescheiten, wäret Ihr bei uns gewesen am unvergeßlich schönen NpV' als die nachmittags gehaltenen -Referate von Jsaac S ch n e r b -Frankfurt a. M. und Herbert Meyer -Betzenrod nur unterbrochen wurden von nmyo als das schon in Abenddämmerung getauchte, sonst so stille waldige Tal widerhallte von in echter gesungenen JvmaTU Und wäret ihr nach Nacht dabei gewesen, als die immer hilfsbereiten Münchener Jungens schnell ein hell loderndes Feuer am Vergabhang entfachten, und im Flammenscheine wir sprachen über unser Heimatland Es war lange nach Mitternacht, als wir uns trennten und unser auch dem Verwöhntesten und Verzärteltsten bald liebgewordenes Strohlager aufsuchten. Dann kam, in früher Morgenstunde am Sonntag hoch oben auf den Mauern der Ruine, die Beratung der Erez Jisroel-Kommission, welche die Meinungen klären, verdichten und zusammenfasten sollte. Zwei Anschauungen standen sich gegenüber, die Träger derselben von gleicher Verantwortung für den Bund beseelt und von gleicher prm getragen. Soll die Erziehung für '"K nur eine ideelle fein, soll sie lediglich bemüht sein, pnn ravi zu stärken, ohne die zu propagieren, oder soll der Bund die Erziehung für auch die praktische, als zu seinem Aufgabenkreis gehörig betrachten? Der Bund entschied sich für das letztere, stellte jedoch als Voraussetzung jeder praktischen Arbeit fest: 1. geistig-jüdische und sittliche Einstellung, 2. körperliche Eignung, 3. Prüfung und Abwägung der persönlichen Verhältnisse in bezug auf a) Verhalten der Eltern, b) Beruf, c) wirtschaftliche Verhältnisse. Nicht Erez Jisroel-Bewegung bedeutet diese Erweiterung des Aufgabenkreifes, da der Esra sich bewußt ist, welche Aufgaben unser noch hier im Goluth harren. III. Wie klar sich der Bund über diese Aufgaben des Goluth war, bezeugt das Lernreferat von Louis L e v i n g e r -München, bezeugt vor allem aber die daran sich anschließende Diskussion über das na'V'-Problem. Genügt es nicht, zu bemerken, daß die Leitung der Frankfurter bereitwillig jedem 11N2 gestattet hat, zu unserer Tagung zu kommen, daß viele von dieser Erlaubnis Gebrauch machten und dort oben selbst wieder für die WEn werben konnten? Das Referat von Carl Hamburger -Frankfurt a. M. an die jüngeren Esrüer, die gesonderte Mädchensitzung, das alles waren als notwendig empfundene Gelegenheiten, um über'für den Esra bedeutungsvolle Einzelfragen gründlich sich auszusprechen. Run noch ein Wort über den ww- Wem sollen wir mehr danken, Herrn Dr. Neubauer aus Würzburg, der mit Frau und Kindern unter und mit uns lebte, dessen mehrstündige ntzm im Mittelpunkte des 7,2V-Lernens stand, oder den braven Würzburger Jungen und Mädchen, die für alles nur Erdenkliche gesorgt hatten, um uns 300 Menschen einen naw zu machen? Eine solche Schar hat Appetit und Durst, für alles war reichlich gesorgt. Da saßen sie nun am mw -Morgen, auf der durch einen 211'p eingezäunten Wiese, die Jüngeren, die mit einem älteren Führer die mio durchnahmen; auf der Terrasse die Mädchen, mit zwei anderen Führern npy mosn lernend; und oben am Bergabhang, an schattiger Stelle, um Dr. Neubauer versammelt, die große Schar der Esra-Führer, mit denen er die von ',vq iwnp '2 lernte. Das war jüdisches Milieu, wie wir es anderswo in dieser Geschlossenheit niemals hätten schaffen können. IV. Am Sonntag nachmittag fand die Tagung ihren Abschluß durch die Wahl der Bundesleitung (Louis L e v i n g e r , Eli Munk), die sich ihre weiteren Mitglieder selbst wählt, und Bildung einiger anderer Gremien (wie '"ü-Amt, Schiedsgericht). Es mag Außenstehende geben, die von einer Tagung ohne viel Beschlüsse und Resolutionen reden, die als neunmalweise Philister fragen: Was ist denn nun praktisch herausgekommen? Praktisch sehr wenig. Aber das Wichtigste an der gesamten Esra-Arbeit bleibt immer noch die ideologische Einstellung. Diese klar und präzise herausgearbeitet und allen Mitgliedern des Bundes nahegebracht zu haben, war der große Erfolg unserer Tagung. Herzlichen Dank und ipm denen, die zu ihrem Gelingen beigetragen haben. Harry Abt. Der Chofez Ehajim reist nach Erez Iisroel. Nachdem schon mehrmals verlautet hatte, der Chofez Chajim wolle nach Palästina übersiedeln, bestätigt sich jetzt, daß der greise Rabbi sich rvffksich in den nächsten Tagen nach dem heiligen Lande begeben wird und in der Kolonie Pethach Tikwo seinen Wohnsitz zu nehmen gedenkt, wo bereits ein eigenes Haus für ihn im Vau begriffen ist. Die ungewöhnlich reiche Bibliothek des Gaon ist schon zum Teile nach der Kolonie überführt worden, wo auch eine Jeschiwo nach der Art der Rabiner, die der Gaon fast 70 Jahre lang geleitet hat, errichtet werben soll. Der Chofez Chaüm wirb von seiner Familie begleitet. Zum Abschiede wird in Warschau eine große Nabbinerkonferenz tagen. »Der Friede mit der Aguda". Unter dieser Ueberschrift finden wir im Jerusalemer „Doar Hajorn" vom 28. Juli einen mit Meir L. gezeichneten Artikel, den wir trotz seiner scharfen Angriffe auf die Aguda — deren Lächerlichkeit keiner Widerlegung bedarf — wegen seines positiven Inhaltes im Wortlaut wiedergeben. Der Verfasser unterschätzt wahrscheinlich die Schwierigkeiten, die dem „Frieden" noch entgegenstehen, insbesondere deshalb, weil es fraglich erscheint, ob die zionistische Leitung kräftig genug ist, mit ihrer Erkenntnis der Notwendigkeit eines Ausgleichs sowohl gegenüber der Linken des Waad leumi, als gegenüber dem „Misrachi" die praktischen Consequenzen zu ziehen. Die Verhandlungen mit der Aguda ziehen sich seit einigen Wochen bereits hin, ohne daß uns bis heute über den Gang der Debatte etwas Näheres bekannt geworden wäre. Cs hat den Anschein, als hätten beide Seiten sich dahin geeinigt, nichts in die Öffentlichkeit zu bringen vor Abschluß der Verhandlungen. Es ist klar, daß der Ansporn zur Verständigung aus der Erkenntnis der Schäden entsprungen ist, die die fortdauernden Zusammenstöße zwischen Aguda und Zionistischer Organisation in Palästina wie in der Diaspora angerichtet haben. , Die Taktik der Agudas Jisroel, über jeden, der zum Zionismus hält, herzufallen und auf die Zerstörung, die vom Zionismus für die Religion droht, andauernd Hinzumeisen, hatte keinen Erfolg (? Red.), und in dem Maße, wie die Agudas Jisroel ihre Anklagen übertrieb, strauchelte sie (? Red.), während die zionistische Arbeit in Palästina immer weitere Fortschritte machte. Die Ehrlichen in der Aguda haben mehr als einmal zugegeben, daß der Zionismus in Europa gar viele verlorene Seelen aus dem Kreise der Assimilanten dem Judentum nähergebracht hat. Die Kenesfio, die die Aguda vor zwei Jahren in Wien, abhielt, brachte eine Aenderung im Arbeitsplan der Aguda. Nach all den leeren Redensarten ging man doch zur praktischen Arbeit über und die Agudazentrale in Palästina fing wirklich an, eine reale Tätigkeit zu entfalten. Im Laufe der letzten zwei Jahre erwarb die Agudas Jisroel 4200 Dunam Boden in Emek Jsreel, und 50 000 Dunam in Untergaliläa. Außerdem erwarb sie käuflich 65 000 Ellen Stadtboden in der Nähe von Jerusalem, sie gründete dann die erste Kolonie in Emek Jsreel. Sonach hat Agudas Jisroel in diesem Jahre Boden im Betrage von Zehntausenden Pfund ausgeläst. Es erübrigt sich, zu bemerken, daß seitdem diese praktische Palästina-Arbeit die Kraft der Aguda absorviert, ihr wenig Zeit für den politischen Kampf übrig bleibt, wodurch (! Red.) sich eine Türe zum Frieden öffnete. Eine Aenderung zum Besseren machte sich auch im Erziehungssystem der Aguda bemerkbar. Die Erziehungsarbeit der Agudas Jisroel erstreckt sich in der Hauptsache auf die Kinder , der orientalischen Gemeinden, in deren Talmud-Thora- Schulen Hebräisch Unterrichtssprache ist. Sie unterhält auf ihre Rechnung zwei Schulen in Jerusalem, für Bucharen und Grusinier, eine in Tel Awiw, ebenso in Pethach Tikwa und Bne Brak. Drei. Mädchenschulen wirken in Jerusalem, je eine in Liberias und in Safe. Außerdem unterstützt die Aguda die Talmud Thora der Jemeniten und die in Giwath Schaul. Was die Jeschiwa für Talmudwissenschaft, die demnächst eröffnet werden soll, betrifft, so ist es fraglich, ob die hebräische Sprache dort Unterrichtssprache S&MAlS Postscheck-Konten: Landesdirektorium des Keren Haiorah in Deutschland, Hamburg Nr. 24753 (P. Sch, A, Hamburg). Keren Halorah-Kommissariät Frankfuit" a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A. Frankfurt a.M. Keren Hatorah-Kommissariat Nürnberg Nr. 18440 (P. Sch. A. Nürnberg) Keren Hatorah-Kommissariat Köln Nr. 50131 (P. Sch. A. Köln) Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr. .70147 (P. Sch. A. Leipzig) Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P. Sch. A, Berlin Nr, 12594 für Abraham Rzeszewski.! , ■ ~ Keren Hatorah-Kommissariat Breslau, P. Sch. A. Breslau Nr. 60510 fü^Iwan Möller. Keren Hatorah-Kommissariat Hamburg, P, Sch, A. Nr., 40 953 für Dr. Julius Baer