Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 31 (30.7.1925)
- Date
- 1925-07-30
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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«'eite 8 Nr. 31 mäße Auffassung möchte die äutzere, plötzliche Offenbarung in eine allmähliche innere um deuten; wenn das gelingt, dann ist das Judentum rational zu erfassen; wenn nicht, dann bedeute dieses Mißlingen den Zusammenbruch des ganzen Systems der modernen Wissenschaft. Diese mutz daher wohl oder übel mit der Geschichte der Offenbarung in ihrer Weise fertig werden, oder sie ist verloren. Wir können daher wohl be greisen, datz Cohen von der Orthodorie sich ab wandte mit ihrem zentralen jenseitigen Offen barungsbegriff und im Liberalismus eine Zuflucht suchte, wo er die Inspiration, die alle Vernunft revolutionierende Absolutheit einer direkten Verbindung des Prophetengeistes mi Gott umgehen konnte. Aber es ist ja nur ein Umgehen. Denn selbst wenn es nur innere Offen barung gibt, diese aber nur in einem Volke, im Laufe einer tausendjährigen Geschichte immer wieder bestätigt in einer nie unterbrochenen Kontinuität: wo bleibt die gleichmacherische All heit der Vernunft, woher die historische Besonderheit und Einzigkeit der Träger dieser Offenbarung? Die Tatsache des Judentums ist als solche Vernunft- und wissenschaftswidrig, selbst wenn es zu der Form des „sich entwickelnden nicht buchstabengläubigen und geletzgebundenen liberalen Judentums verblatzt und sich verflüchtigt. Bei Cohen kommt daher immer wieder, wie Rosenzweig sagt: „ein Ausdruck des Staunens vor dem Wunder des jüdischen Volkes, seines Geschichtsgangs und seines Offenbarungsbesitzes. Es ist in Cohens Worten, wenn er davon spricht, etwas von dem Niederstürzen des Volks bei der Aboda des Jom Kippur." Er sagt vom Ursprung des prophetischen Ge dankens: „Wie? wann? man wird es ms verstehen können, wollen." „Der Monotheismus ist ein psychologisches Mysterium. Wer das nicht anerkennt, der versteht ihn nicht in seiner Tiefe." Hier gibt Cohen seiner Weisheit letzten Schlutz, hier schreitet er über sich selbst hinaus und steht an der Schwelle der ewigen jüdischen Wahrheit. Von hier ist kein Schritt mehr übrig bis züm Heiligtum, wo der lebendige Gott Israels zwischen den Cherubim redet. In dem Ernst dieser Wahrhaftigkeit steht Cohen und seine Schriften himmelhoch über Geiger, Holdheim und anderen der Reform. Das wissenschaftliche Gewissen und der Geist reiner Sittlichkeit führen ihn zu solcher Selbstverleugnung und machen ihn zum erhabenen Künder des „Ursprungs" der Wahrheit wie des Messianismus, des Reichs des Allmächtigen. Auch hier ist das Ziel, das Ideal, die Zukunft des Judentums ihm aus den Propheten zur Klarheit gekommen, wenngleich er, weil der „kalte Stern der Aufklärung" sein Führer war, die übernatürliche Kraft, aus der dieses Ziel geboren ward, das Gesetz, den Wegebahner des Messiasreiches, den Schrittmacher Gottes zum Wellziele nicht immer voll erkannte. Und so vermag Cohen dich bis dahin zu leiten und zu führen, wo du ein Ohr empfängst für die Wahrheit, wo die Stimmen von oben für dich hörbar werden. Ein eigenartiges Gefühl liefe mich nicht los, als ich die grotzangelegten Aufsätze Cohens las. Immer wieder fragte ich mich: haben diese Arbeiten Ewigkeitsgeltung im jüdischen Kreise? Werden sie gewürdigt sein, in die Werke der grotzen Religionsphilosophen unsrer Nation mit eingereiht zu werden? Mit bitterer Wehmut mutz ich darauf mit Nein! antworten. Trotzdem das Gold reinster jüdischer Gedankengänge in ihnen erglänzt, trotzdem das sittliche Pathos des Verfassers so echt und kraftvoll tönt wie der Schofar, ist solche Hoffnung doch unmöglich. Und es ist nicht etwa der rationale Standpunkt des grotzen Gelehrten. Im Gegenteil: für jedermann ist die rationalistische Problemstellung bedeutsam, ist es wichtig, zu wissen: wieviel vom Judentum tarnt mno kann aus Kraft und Gewißheit der Vernunft verstanden und erkannt werden. Was diesen an sich so unendlich wertvollen Arbeiten ihre jüdische Legitimation raubt, das ist die unselige bibelkcitische I trifft, so findet sich im Talmud nichts davon Afterwissenschaft, die der große Mann leider erwähnt. Wohl kehrt die Redewendung in seiner „Wissenschaftsgläubigkeit" übernommen ipivs in der xnaa häufig wieder, (f. Ehagj. hat. Er sah nicht, datz diese Wissenschaft nicht aus gah 15, Taanith 9, Gitin 57, 68. Chulin 95) vorurteilsloser Forschung, sondern aus enger in all diesen Stellen aber bedeutet diese Wenchristologischer, ja oft antisemitischer Voreingenomdüng stets eine Art Vorbedeutung, in der Weise menheit erwachsen ist, er sah es nicht, obwohl er wie es in Berachot 57 heißt: Hischkim wenafg selbst Lagarde an den Pranger Wissenschaftnewuah beloch piw hare sü newuah ketanH licher Oberflächlichkeit gestellt, obwohl er mit (wem morgens beim Aufstehen ein Bibelverz Kautzsch und anderen die philologische Klinge nt den Sinn kommt, der mag es als eine Art gewechselt, um die falsche Deutung des „Nächsten" Vorbedeutung betrachten). Nach der Meinung in UH* rmnM zu entlarven, obwohl er des Talmuds ist, seitdem die Prophetie ausdie Lügen der christlichen Geschichtsschreiber über gehört hat. den Kindern ein Teil dieser Gabe die Pharisäer bekämpft und stolz seinen Zuverblieben (Mijom schecharab bet-hamikdosch njssammeuhang mit den Propheten und — Phari- M newuah min hanewiim wenitnah latinokot säern betonte. Mit Wellhausen, dem akademischen Vaba-bathra 12). Es wurden darum oft Schul'. Kollegen von der Marburger Universität, verlinder nach dem Verse, den sie an diesem Tage band ihn persönliche Freundschaft; dem damaligen m der Schule gelernt, befragt und dessen Inriumphzug, den Wellhausens Kritik erlebte, halt als eine Art Vorbedeutung für ein Unterschlotz er sich vielleicht um so williger an, weil Nehmen betrachtet. Der piDS als d. h er von diesem Theologen nicht die blöde judenals Mittel gegen Strafen nach dem Tode, wird feindliche Ablehnung erfahren hatte, wie von so zum ersten Male von Raschi zu der Stelle manchem seiner Fakultätskollegen. So hat er Michah 6, 9: wetuschijah jireh schemecha (Rettung die Thesen nachgesprochen, die die Thora Mosche ist es, deinen Namen zu fürchten) erwähnt Rabbenus zu einem *inöI73' einer s. v. v. histo- „Hieraus ist zu entnehmen" — bemerkt Raschi rischen Fälschung machen wollten. Um der Welt — „daß jeder, der täglich einen Bibelvers sagt, zu lehren: du sollst nicht lügen, hätten die Verder wie sein Name beginnt und endigt, den fasser des Bibelbuches selbst gelogen. Das ist Strafen des Gehinnom entgeht." Noch ausdie Tragik in Cohens Lebenswerk: er. der das führlicher wird dieses Thema im TO Christentum als Idee so scharf durchschaute und Buchstabe p behandelt. Es wird dort ein als verkappten Pantheismus bekämpfte, der wie Midrasch 'folgenden Inhaltes zitiert: ein Märtyrer und Held seiner jüdischen Treue „Man fragte den Rabbi Elieser: In welcher und Ueberzeugung um seine Karriere betrogen Meise richtet Gott den Menschen nach seinem ward, dessen höchste philosophische Konzeptionen Tode? Er erwiderte: Nachdem ein Mensch aus ignoriert, verkleinert und geschmäht wurden, weil dieser Welt geschieden ist, kommt der Todessie das Primat des Judentums mutig aus- Umi und läßt sich auf seinem Grabe niedsr sprachen, er hat sich, weil er glaubte, Vorurteils- und sagt zu ihm: Auf. sage mir deinen Namen! los genug sein zu müssen, die Eeschichtsklckterung Antwortet nun der Gefragte darauf: „Dem, der kaiserlich deutschen Theologieprofessoren durch dessen Wort die Welt entstanden, ist es pseudo-liberaler Tendenz anzuerkennen, um die offenkundig und bekannt, datz ich meinen Namen höchste Würde im Judentum gebracht, um die nicht weiß," so läßt er sogleich Geist und Seele Unsterblichkeit des *)Vmu mw um die \n dessen Körper zurückkehren und verurteilt ihn. ewige Geltung m Geisterreich unsres Volkes. Es sagte Rabbi Iosua ben Lewi: Pfeile und Es ist eme ergreifende Tragik, ebenso für eiserne Ketten hält er (der Todesengel) in der Hermann Cohen als für die Literatur des Hand. damit schlägt er ihn mit großer Gewalt, Judentums. I dis seine Glieder und Knochen zerfallen, und jeden Tag straft man ihn in dieser Weise." ©££ Vomt Darum — schreibt der Verfasser des *11x7 Bon Dr. P. 2°-°d Sohn in r-Ixzig. ™ AnschlußMN diesen Midrasch - wählsich ieber einen j?ivs der mit dem ersten Buch- In Nr. 5 der Jüdischen Iugendblätter (5. staben seines Namens beginnt und mit dessen Jahrgang) findet sich eine Briefkastennotiz folletztem schließt; z. B. wer heißt, wähle sich einen Vers, der mi' * beginnt und mit 2 schließt. (Schluß folgt.) Bücherbesprechungen. genden Inhaltes: Es gibt in *1*311 keinen plDB' der mit einem p anfängt und mit einem schließt. Wir haben deshalb wegen eines pios für dich eine nVxp gemacht und die Antwort ist, du sollst einen deinem Namen ähnlichen j?1VL nehmen, z. V. rr '»*i*ap D’Vhjv der I vom Unbewußten zum Bewußten. Von Dr. Gustav Mi! -> beginnt, jedoch Mi! n endigt," In- Deutsche üb-rtr°g°n und mit einem ^zch zitiere diese Briefkastenantwort desgart 1925. Union Deutsche Verlagsgesellschaft halb, weil sie auf eine Merkwürdigkeit auf- 260 S. Preis geh. Mk. 8.—, gebunden Mk. 10.- merksam macht, die nicht allgemein bekannt ist. Der Verfasser dieser für jeden religiös interessiertest daß es nämlich jüdische Namen -gibt, für die gebildeten Menschen bedeutsamen Schrift ist ein franm Y'jn ein aeeianeler pios d fl ein solcher öösischer Arzt, der im Verlause seiner praktischen'.und m l jo em ymyiiaei|/iuj u.u.em Ivmier, wissenschaftlichen Tätigkeit allmählich auf die parapsychoder mrt dem ersten Buchstaben des betreffenden logischen (okkulten) Phänomene aufmerksam wurde, sich Namens beginnt und mit dessen Schlutzbuchnach speziellen Studien bei Flournoy in Genf ihrer staben endet, schlechterdings nicht zu finden ist. Crfoschung widmete und kurz vor seinem Ableben im 2» besitze ein 64 Seiten starkes „Scfct Sch-M Jisroel" betitelt (Pttbburg 1880). Rüstig gründlich« naturwih-nschasUch-r Kenntnis welches v'plvs — nach den 22 Buchstaben ausgestatteter kritischer Kopf ist, unterliegt keinem Zweifel. des 2"X in einer Weise zusammenstellt, datz fÜr Er hat die Welt der von der zünftigen Naturphilosophie jeden iüdiikben Namen ein aeeianeter vivs lick ^st gestrssentlich übersehenen oder m Abrede gestellten leoen lUpisMN pcainen ein geeigrterer pios sUY Erscheinungen nicht gesucht, sondern sie hat sich seiner ergibt. -0n einem Vorwort weist der Verfasser Beobachtungsfähigkeit und feinem Wahrheitssinn aufdarauf hin, daß es 52 Namensmöglichkeiten g e d r ä n g t, so daß man von der Zuverlässigkeit seiner gibt, (z. 'i-3 .v-3 usw.) für die einFeststellungenüber die metaphysischen Phünomene übeventlnrecbender vinv in niibt nnrkommt ^"gt wird. Trotzdem ist die geschlossene Philosophie, die eni,precyenoet pwO. m an mcyr vorromml. @efClJ m seinem Buche gibt, keineswegs auf die okkulte» Dieser Umstand ist um so auffallender, als die Erscheinungen allein aufgebaut, sondern er entwickelt Urheber der Verordnung, datz sich jeder Iehudi nach einer kritischen Prüfung der geltenden naturwifseneinen jnos aus ™ möble, bet mit Ifangs* Rotten »on entoidhmg ur.ö und Endbuchstabe Um. Namen entspricht, da- Ln^i«rGNK H°»esch bei gewiß auf alle vorkommenden Mischen vitalistische Weltanschauung, die ihren eigenen Wert Hot Namen Rücksicht genommen haben und nicht und nur insofern neu ist, als sie die mediumistischen eine ganze Zahl Namen von der Wohltat dieser p-rim-ntolerzebnisle in den Kreis der zu erklärenden Tmfachen aufmmmt. Am meisten ist Geleys Werttheorie dc-- N713V ausgeschlossen haben durften. jenigen Sch 0 penh au e r s und Ha r t m a n n s vee- Was nun die Quelle dieser Vorschrift be-ftwändt, nur daß sie im Gegensatz zü diesen in der ph>i^'