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Der Israelit · 1925-07-23 · Heft 30 (23.7.1925) · page 14

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 30 (23.7.1925)
Date
1925-07-23
Page
– (sequence 14)
Language
German
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' Sette 2 Vlx, 15 6) Herr Dr. Kaatz wendet sich dann mit besonderer Vehemenz gegen die Bestimmung, daß nur solche Männer wählbar sein sollen, die den Gesetzen der Thora in ihrem Lebenswandel Gehorsam leisten, und weist darauf hin, daß diese Vorschrift fast nirgends in der ganzen Welt, auch nicht in den frömmsten Gemeinden der Diaspora, verwirklicht sei. Diese traurige Tatsache war auch den Verfassern des agudistischen Entwurfes nicht unbekannt. Abex es geht „Agudas Iisroel" nicht darum, allen Jammer der Diaspora nun auch nach Erez Iisroel zu verpflanzen, dorthin, wo die jüdische Gemeinschaft ein neues Leben auf dem goldenen Grunde ihrer alten Lehre entfalten soll! Wir bedauern Herrn Dr. Kaatz, daß er für den idealen Schwung des agudistischen Entwurfes, der, soweit es irgend realisierbar erscheint, die Absolutheit der jüdischen Gesetzesfordsrung unterstreicht, kein Verständnis hat und daß er die häßlichsten Beweggründe unterschiebt, wo die Liebe zum Gottesgesetz allein es war, die sich legislatorisch ausgewirkt hat. 7) Herr Dr. Kaatz sucht seine seltsame Formulierung von den Juden, die „zwar den Willen zum Judentum, aber nicht zum Schul ch a n A r u ch" haben, dadurch zu rechtfertigen, daß er sagt, es gebe nun eben Juden, die ihren „eigenen Schulchan Aruch" haben, die nur einen Teil des Schulchan Aruch und zwar oft mit peinlichster Gewissenhaftigkeit halten. Diese aber könne man doch nicht, so ansehen wie etwa getaufte Juden. (Natürlich wird ganz vorsichtig — die herrliche Gelegenheit darf man sich doch als Achtduthist nicht entgehen lassen — im Fragesatz angedeutet, daß die Aguda wohl fähig wäre, diese Exkommunizierung der D’p’ns D’nai Di’Kw vorzunehmen!) Nun, wenn das der Sinn der Aeußerung war, sind wir ganz einig. Selbstverständlich ist es' denkbar, daß jemand, der nicht den ganzen Schulchan Aruch hält — wer könnte das in Vollkommenheit? —, deshalb doch den glühend st e n W i l l e n zum Judentum hat, denn das Fleisch ist oft schwach, auch wenn der Geist stark ist. Dagegen ist der Wille zum Schulchan Aruch, d. h. die prinzipielle Anerkennung der Verpflichtungskraft des Thoragesetzes — hw» - allerdings ein unentbehrlicher Bestandteil des Begriffes „W i l l e zum I u d e n t u m", denn ein Judentum ohne verpflichtendes Thoragesetz kennt ja wohl auch Herr Dr. Kaatz nicht. Was Herr Dr. Kaatz sonst darüher schreibt, haben wir bereits oben im ersten Teile unserer Ausführungen gekennzeichnet; es bewegt sich, frei von aller Sachlichkeit, völlig auf dem Boden der persönlichen Verrufserklärung. Herr - Dr. Kaatz hat zu diesem Zwecke offenbar die alten Jahrgänge der Zeitschrift „Jüdische Monatshefte" eifrig durchsucht, um daraus wie ein echter Staatsanwalt Material gegen alles, was auf Erden den verhaßten Namen „Breuer" trägt, aufzustöbern. Wir werden ihn in diesem wahrhaft edlen Bemühen nicht stören. •nnwn rix n«np k'wono. Von Rabbiner LLwy in Hamburg. U. Alles ist ewig! Da der Ewige, Unbegreifliche Sein W^rk geschaffen hat, ist dieses nicht Spielball einer Laune, sondern Ausdruck Seines ewigen D e»r - I s r a tz l r t Blätter Willens. Dies ist nun der Segem d.er nzip'-sich zu erheben über Körper- und Erdenschwere, daß Such unser Wollen, unsere Gedanken und unsere Gefühle, .wenn mit g a n z e r K r a f t der Seele gedacht, gewollt und gefühlt, seelisch, dasist ewig sind. Ist dann unser irdisches Leben zw Ende, dann findet die Seele zu ihrem Urquell heim, getragen durch die Kräfte, die sie betätigt, emporgehoben durch die Harmonien, die sie geschaffen hat.*) nvnyn b'D *n na« nam na Vxw 'n na« ■pm 'aw a"n?a vish na^m inanpa rrroa rin« niLa (•my) isv«' n niaai npns : „Wer eine Guttat hinieden tut,, dem kommt sie in künftiger Welt entgegen; so sagt auch der Prophet (Jes. 58): Vor dir einher geht die Tugend, wenn die Herrlichkeit Gottes dich aufnimmt." Freilich lebt dann auch jede Sünde, die der Mensch in seinem Crdendasem getan hat, ewig. Dadurch ist. die Schwere des nnav mmrv das sichgedank - lich in verbotene Taten Vertiefen, erklärt. Nicht bloß als Vorstufe zur Sündentat selbst, sondern als Vergehen an sich ist der sündhafte Gedanke zu werten, denn seelische Kräfte — zum Vergehen gerichtet — werden wach. So hätte nun jeder Mensch, vom strengen Rechtsstandpunkte aus, wenn er sich seiner Seelenreinheit begeben hat, ewig die Folgen seiner Tat zu tragen.:,naanb nsn nnnn v'Xvn b"« oim na «vin Man fragte die Weisheit: „Was ist die Strafe des Sünders?" Sie antwortete: „Den Sündern folgt immer die Missetat."" vsin toc 'WJj? na rrvin :nxiajb ibxr? nian «nn nxtmn Man fragte die Propheten: „Was ist die Strafe des Sünders?" Sie antworteten: „Die sündige Seele sterbe." Sowohl klare, nüchterne Erwägung naan)' als auch glühende Begeisterung und prophetischer Scharfblick sehen die Folgen der Sünde deutlich und können gar nicht anders antworten. Jetzt aber tritt das unendliche Wunder der Güte und des göttlichen Erbarmens, hervorgerufen durch die näu^n' die der liebende Vater geschaffen, noch bevor die irdische Welt geworden (Thilim 90) — da nur durch sie die Welt Bestand hat — auf den Plan, und als man die Frage nach der Strafe des Sünders vor den göttlichen Thron niederlegt, so antwortet Gott selbst: tiawn riw* "nsarm — Durch Tschubah — durch Rückkehr und Abkehr wird Sühne Onn Dip»* Die allüberwindende Gütemnd Gnade Gottes läßt die Folgen der Tat de^-Bösen'verschwinden, wenn der Mensch durch nanpn seinem bisherigen Tun entsagt. Dies ist das gewaltigste Gnadenerlebnis, dessen der Staubgeborene teilhaftig werden kann. Die innere Wandlung des : bimnaifrn, die reinigende Kraft der Träne, die Erneuerung des inneren Selbst, lösen solch gewaltige Kräfte aus, daß der Allerbarmer das Wunder tut, die Vergangenheit zu löschen und die Folgen der Tat verschwinden zu machen. Hier — aber nurindies e m Falle — gibt es ein Vernichten und ein Verschwinden, "“piws nma «w ’PJ« ■ojx" *) Das Licht mancher Sterne, die wir jetzt ent-' decken, braucht Jahrtausende, um auf unsere Erde zu gelangen. Vielleicht sind jene Weltenkörv'er schon längst erloicben, die Zeugen ih^es Daseins, dieLichtstrählen, die sie einst aussondten, treffen.aber erst jetzt unser Auge und wandern weiter im Welträume in ungelrannte und ungeahnte Weiten. Kann nicht ebenso unser irdisches Dasein —unserem körperlichen Auge unfaßbar — sich wiederspiegeln im Raume, in Seiten, in denen wir die letzte Spur unseres Erdenwallens abgellreift haben? Sollten die Veflrxe unseres Seins nicht ebenso nach Jahrtausenden noch im Welträume schwingen und dadurch unserem Wirken auch in diesem Sinne Dauer geben? 23. Juli 1925 . j — Ich, nur Ich l ö s ch e/ aus "dein Vergehen, (Jes. 43/25)" **pnKtjn psbi ava •mna/' Ich verlösche deine Sünde wie die Wolke. (Jes. 44/22.) Gewaltiges Wunder erlebt der naivn byy. Verlöschen und Verschwinden der Vergangenheit - und Erneuerung des Lebens. Ihm geschieht ein größeres Wunder, als es ein mm pns je erlebt.' Otrs pnnnw\y,x? mana) So ist es jedem Menschen gegeben — und wäre er noch so tief gesunken das Wunder der göttlichen Gnade und Liebe zu erleben. Nur mutz er es e r a r b e i t e n. Nicht passives Hindämmern und tatenloses Glaubensbekenntnis bringt ihn zu diesem Gnadenerlebnis. Er muß die Gnade erarbeiten mit der ganzen Kraft seiner Seele, er muß sie ersehnen Mit jeder Regung seines Herzens, und er wird sie dann erreichen. Der Gedanke und die Tat, Wollen und Ausführung/ Streben u n d Verwirklichung — nichts anderes als: S e e l e u n d K ö r p e r verbunden zu einer Einheit, verschmolzen in einerq Streben, im Streben der n;h3 das Aufgehen im Remheitsideale führen zur höchsten Glückseligkeit, zum Ziele: na^naa n^p qadaß der Gedanke — die njia — den Menschenleib und die Menschenseele hinausträgt aus Enge und Not zur Freiheit und Befeligüng n *]Snn« o”nn nianxa* _ N Agudoh-Esra. Ben Iehudoh zur Antwort, Es gibt Dinge, die zwangsläufig und mit einer gewissen Gesetzmäßigkeit sich einstellen. So oft in den letzten 5 Jahren eine Esra-Tagung bevorstand, vollzog sich seitens der A. I. I. O. ein liebendes Werben um den Esra, das stets unvergleichlich drängender und ungeduldiger war als die augenblicklich abrollende Liebesfzene zwischen Gruppenverband und A. I." I. O., in der letztere die unnahbare Schöne und Spröde spielt. Esra geht von anderen Grundlagen aus wie Agudas Iisroel. Esrcr stellt Forderungen an jeden Einzelnen, erst deren Erfüllung ermöglicht die Aufnahme in die Führer-Organisation. Agudas Iisroel kann und darf das nicht. Sollte Agudas Iisroel sich nicht, freuen, daß fast alle Csra-Führer Agudisten sind und ihre Zeit und Kraft der Agudas Iisroel heute schon mindestens in demselben Maße opfern wie die Nicht-Esräer? Woher kommt es, baß vielerorts Esra-Fuhrerschaft und Vorstand der Jugendgruppe identisch sind? Ihr befürchtet, Esra könne sich in der Arbeit dem Misrachi anschließen. Ist es an und für sich schön eine falsche Voraussetzung, die Frage der '"«-Arbeit im Bund mit der Frage Agudoh- Esra zu . verbindenen, so hat doch diese Befürchtung wohl nur rhetorischen Wert und dient lediglich zur Ausschmückung.. Ich bestreite auf das Entschiedenste, daß im Esra misrachistische Strömungen von irgendwelcher Bedeutung vorhanden sind. Und ist es schon unfair, zusammenhangslos einzelne Sätze aus einem Aussatz zu reihen, so ist es das erst recht, wenn man einen „verdächtigen" Satz heryuszerrt und — — verschweigt, daß die Schrrftleitung der Esra-Führerblätter in einem Nachwort die betreffende- Aeußerung nachdrücklichst zurückweist. Im Uebrigen sei bemerkt, daß das letzte Führerhest in keinem Artikel die offizielle Meinung des Bundes wiedergibt, da eine solche noch nicht besteht, sondern es sollte nur-die Aussprache über als Auftakt zum kommenden Bundestag einleiten. ' Poslscheck-Konlen: Landesdirektorium des Keren Hatorah in Deutschland, Hamburg Nr. 24753 (P. Sch, A. Hamburg). .. ■ - Keren Hatorah-Kommissariat.Frankfutt a. M. Nr. 41666 (P. Sch. A, Frankfurt a M. Keren ^atorah-Kommissariit /Nürnberg Nr. 1844Ö (K Sch. A. Nürnberg) *' Kererr Hatorah-Kommissariat Köln Nr. 50131 (P9S(b. A. .Köln) Keren Hatorah-Kommissariat Leipzig Nr, 70147 (P. Sch.' A. 'Leipzig)' Keren Hatorah-Kommissariat Berlin, P. Sch. A, Berlin Nr. 1)591 für Abraham? Rzeszewski; ■ . ' Keren Hatorah-fcommissariat Breslau, P. Scb. A, Breslau Nr. 60510 für Iwan Möller.. Keren Hatörah-Kommijsariat'Hamh'ö'rg, P. Sch'. A. Nr. '40953 lüf'ijDr,' ‘iüfius-Baer^

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