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Der Israelit · 1925-07-23 · Heft 30 (23.7.1925) · page 15

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 30 (23.7.1925)
Date
1925-07-23
Page
– (sequence 15)
Language
German
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V. 2S- Juli 1925 v Ein undrres Bild diene zur EhurakterisierMg der Lage: Wenn' wirklich Esra der Agudöh liebstes Kind ist, dann hat die Agudvh einzusehen, daß ein Kind auch einmal erwachsen wird und sich dem unmittelbaren Einfluß des Vaters in einem gewissen Stadium entziehen must, wenn anders es nicht ein Baby bleiben soll. Weist uns nach, daß wir ungehorsam waren und MS irgendwie gegen den Geist unseres Vaters vergangen haben, — und dann klagt über uns. Solange aber das nicht gelingt, laßt uns nebeneinander gehen, in der engen Zusammenarbeit, wie sie faktisch auch nach jenen „unseligen" Halberstädter Beschlüssen besteht, Ägudoh und Esra zum Nutzen. H a r r y A b t. Beginn der Arbeiten auf dem Ikfalboden der Agudas Jisroel in Smek Iisreel. - Am Dienstag, den 15. Tammus, begann de Arbeit auf dem von der Agudas Jisroel vor einiger Zeit käuflich erworbenen Jksal-Voden in Eyiek Iißreel. Es entsprach der Bedeutung dieses denkmürdigen Tages, daß Vertreter der Agudas Jisroels aus Jerusalem teilnahmen an dem Beginne der Bearbeitung des Landes. U. a. war auch Herr Dr. S. Ehrmann aus Frankfurt a. M„ der zurzeit sich in Palästina aufhält, zusammen mit Herrn Porusch aus Jerusalem, dem dortigen j Sekretär der Agudas Jisroel, erschienen. In Gemeinschaft mit den arabischen Scheichs und den Dorfältesten von Jksal erwartete man die Ankunft der 20 agudistifcheN Arbeiter, die zunächst aus diesem Gelände beschäftigt werden. Unter allseitigem Jubel, auch der arabischen Bevölkerung, trafen die Erwarteten unter fröhlichem Gesang gegen Mittag ein, aus das herzlichste von Herrn Dr. Ehrmann und anderen Anwesenden begrüßt. Die erste Arbeit war naturgemäß das Errichten -eines Zeltes als provisorische Wohnung und.es wurde Herrn Dr. Ehrmann die ehrenvolle Auf- - gäbe zuteil, den ersten Pflock in die Erde zu rammen. Dann begann das Graben nach Wasser. Der äußere Umriß des Brunnen war bald hergestellt, und. man rechnete damit, daß der Rest des Tages dazu benutzt werden muffe, bis zur Quellwäffer-Tiefe zu gelangen. Zur größten Freude jedoch ergab sich schon bei einer Tiefe von 5 Meter * klarstes Wasser. Es ist bemerkenswert, daß während all dieser Arbeiten die arabische Dorfbevölkerung lebhaftesten Anteil nahm und mehr als einmal der Versicherung Ausdruck gab, daß auf das Wärmste die tätige Mitarbeit der agudistischen Arbeiter auf dem Boden in Emek Iißreel von ihnen affen begrüßt würde. Gegen Abend versammelte man sich, um in Festesstimmung das Ereignis bei leiblichen und geistigen Genüssen zu feiern. Erst die späte Nacht trennte die Teilnehmer, von denen Herr Dr. Ehrmann sich nach Jerusalem zurückbegab. Die Kolonie erhielt den sinnvollen Namen: Mach an e h I i s r o e l. Palästinensische Pisa. Rabbi Jakob Bermann charakterisiert in einem Aufsatz ,^Zur Spaltung des Poel Hamisrachi" die Praxis der antireligiösen Zionisten, welche die Palästina-Aemter beherrschen, wie folgt: Die gegnerische Haltung gegenüber den religiös Eingestellten oder doch die Beargwöhnung tritt allzu deutlich in den ausländischen Palästina-Aemtern in Erscheinung. Der Numerus clausus, welchen diese Aemter für die religiösen Petenten eingeführt haben, erinnert nur zu deutlich an^ die bekannten Beschränkungen auf den Universitäten Rumäniens und Polens. Es wäre doch leichter, einen Elefanten durch ein Nadelöhr zu ziehen, als ein Zertifikat für einen religiösen Chaluz zu erlangen. Und viele von den Misrachigenoffen, sogar von den heute links Gerichteten, können ein Liedchen davon, singen und bezeugen, daß sie, um einen Einwanderungsschein bewilligt zu erkälten, -gezwungen waren, ihre AnKhörigM züm °Mis- ' Der I s r a"e i t t Bl ü t t e r_• rachi zu verleugnen: . . . Noch schlimmer.ist es in Erez Jisroel selbst, wo, wie sich deutlich beobachten läßt, die Allg. Arb.-Hist. deutlich, bestrebt ist, den neuen Siedlungen und erst recht bm Kwuzoth und weiteren Siedlungsgemeinschäften jeden religiösen Charakter zu nehmen. - Ja, nach der neuesten Phase der Entwicklung erscheint uns bereits die Vermutung als begründet, daß neben dem erhabenen Ideale des Aufbaues des Landes und der Befreiung vom Galuth — welches sicherlich das hauptsächlichste Motiv für die Hingebungssreudigkeit selbst des freiesten Chaluz bildet — doch gleichzeitig auch das bewußte Streben nach Beseitigung der Religion und der Ueberlieferung aus dem eigenen Leben und dem Leben der Kolonien als begeisternder Antrieb mitwirke. Außer allem Zweifel steht es jedenfalls, daß dieses letztere Moment eines der Grundideale der „Achduth Haawodah" und .ihrer Mitläufer bildet, die aus ihrer negierenden Haltung gegenüber Thora und Mizwoth, in welchen sie ein Hemmnis für Befreiung und Geulah erblicken (!), kein Hehl mehr machen. Postscheck - Konto äer Landesorganisation: Gruppenverband der „Agudas Jisroel“ in Deutschland, Halberstadl: Nr. 18901 Berlin. | Aus der Bewegung. Löln. Die Agudas Jisroel Jugendorganisation veranstaltet ihren diesjährigen. Bundes- und Delegiertentag vom 2. bis 4. August (12. bis.14. Aw) in Würzburg in sämtlichen Räumen des Huttenschen Gartens. Referate werden u a. gehalten von den Herren Dr. Robert Weiß- Wien, Dr. Klein-Nürnberg, Ruda-Wilhelmshaven, Wolf S. Jacobson-Hamburg, Gutmann.-Nürnberg usw. Alle aktuellen Probleme der jüdischen Jugendbewegung im allgemeinen und der Agudas Jisroel im besonderen werden zur Erörterung gelangen. Die, Tagung verspricht einen hochinteressanten Verlauf zu nehmen. Der Besuch ist dringend anzuraten und kann ohne jede Mühe mit dem Besuch der Esra-Tagung, die im Anschluß an die Aguda- Tagung in der Nähe Würzburgs stattfindet, verbunden werden. Anmeldungen zwecks Unterbringung, Verpflegung usw. sind zu richten an das Lokal-Komitee, Ädr. Herrn Marcus Posen, Hotel Pauly, Würzburg. Straßburg. Die Straßburger orthodoxe Gemeinde „Ez' Chaim" hat beschlossen, ihre Sympathie für den Keren Hathora durch offiziellen Anschluß kündzugeben und dieses durch jährliche Subventionen zu fördern. Wien. Der Kassabericht des Keren Hathora meldet für das erste Halbjahr 1923 Ein- und Ausgänge in der Höhe von 40 000 Dollars. Wien. Oberrabbiner Elias Grünewald in Szatmar bittet, bekannt zu geben, daß für die Jeschiwa in Szatmar kein Abgesandter unterwegs ist. Wenn also im Namen der Szatmarer Jeschiwa in Deutschland irgend jemand Geld sammle, so sei er ein Betrüger, und es wird gebeten, ihn nicht zu unterstützen. Guxhagen. Herr Jacobson aus Hamburg hielt hier in einer großen Versammlung vor über. 100 Personen, die zum Teil aus Kassel und Melsungen erschienen waren, einen Vortrag über die Bedeutung und Ausgaben des Keren Hathora. Anlehnend an Schir haschirim Vers 1, machte, der geschätzte Redner die Zuhörer mit einer sehr interessanten Stelle aus Gmoroh Schabbos vertraut, in der die Kinder ihrem eigenen Lehrer klarmachten, daß dex ganze Sinn des Judentums, das Thorastudium im jüdischen Alphabet dargestellt ist. Er führte ferner aus, daß gerade der Krieg besonders^ in den Pflanzstätten des Thorastudiums im Osten große Verwüstungen angerWet hat. Zahlreiche rvo’tf’ sind vom schwersten Schicksal be- Mr. 13 Seite 3 troffen, auch in Deutschland sind zurzeit tausende von Kinder ohne Religionsunterricht. .Hier helfend einzugreifen ist die Aufabe des Keren Hathora. An der sich anschließenden Ausspräche beteiligten sich djI Herren Isidor Katz-Guxhagen und Lehrer Löwenstein-Melsuvgen.. Bereits vor dem Besuche des Herrn Jacobsohn war eine Ortsgruppe des Keren Hathora von den Herren Moses Plaut und Isaak Katzenberg ins Leben gerufen. Die Versammlung, die Herr M. Plaut sehr gut führte, wurde erst in später Abendstunde geschlossen. Cassel, 30. Juli. Die Ortsgruppe der A. I. (Jugend- . gruppe Cassel), tfielt eine gut besuchte Versammlung ab. Frl. Blanko Dannenberg, die sich demnächst verheiratet, und der der Vorsitzende, Herr Elzas, den Dank der Gruppe aussprach, wurde zum Ehrenmitglied ernannt und als Nachfolgerin Frl. Johanna Dannenberg in den Vorstand gewählt. Zu dem in Würzburg stattfindenden Delegiertentag wurden die Herren Elzas und S. Nußbaum gewählt. Danach fand noch eine Aussprache über die Schiurim und die Beschaffung von i?7j Milch, Butter und Käse statt. £ Warschau. Der kürzlich gegründete Waad Hajeschiwaus für Polen chat sich dem Keren Hathora agnefchlosfen und wird im Monate Ab eine Keren Hathora-Kapagne führen. - Warschau. Am 6. Tammus veranstaltete die orthodoxe Siedlungsgesellschaft „Awodas Jisroel" eine Sijum-Haffefer-Feier verbunden mit einem Abschiedsabend zu Ehren der abreifenden sechzehn Aulim, welche als die erste Gruppe der „Awodas Jisroel" an die Besiedlung des gekauften Bodens im heiligen Lande gehen- Krakau. Anfang August beginnt bei Krakau der Lehrerbildungskurs von Veth-Jakob, an dem Lehrerinnen von 30 Schulen beteiligt sind. Die Leitung liegt in den Händen von Dir. Dr. Leo Deutschländer, und den Doz. Rabbiner Dr. Ehrentreu-Baden, Fräulein Rosa Mannes- Zürich und Fräulein Judith Rosenbaum-Frankfurt a. M.' Lehrgegenstände sind: Ehumesch, Thilim, Dinim, Pädagogik, Psychologie und Geschichte. Vrakislawo. . Am 13. Tammus fand in Vratislawa anläßlich des fünfjährigen Bestandes der Agudas Jisroel Jugendorganisation eine außerordentliche Delegiertenversammlung der slowakischen Gruppen unter zahlreicher Beteiligung statt. Den Vorsitz führte Herr Desidor Unger, der die Begrüßungsrede hielt. In das Tagespräsidium wurden die Herren Dr. K. Rosenbaum, Paul Link und M. Bock gewählt. Lisko. Großrabbiner M. Friedmann aus Sadagora hat Lisko besucht und wurde unter Führung des Herrn Joel Fink von einer Delegation der Orts- und Jugendgruppen feierlichst begrüßt. Der ehrwürdige Großrabbi ließ sich über alle Details der mustergültig geführten Ortsgruppen eingehend informieren und' erwiderte in warmen eindrucksvollen Worten die Begrüßungsansprachen. Grohrabbiner Friedmann erörterte in einer langen Konferenz alle Hauptfragen des Agudaprogrammes und veränlaßte bie Gründung einer Beth-Jäkob- und Jessode-Hathora- Schule. Unter den zahlreichen Anhängern, die zu Ehren des in Lisko weilenden Sadagoraer Rebben dorthinströmten, war auch der Oberräbbiner Szynom, Parcanczowski aus Jeffowof-Lubelska,. Gründer der dortigen, den Namen des ehrwürdigen Sadagoraer Rebben führenden Jeschiwah „Meschiwath Nofesch". Dieser hielt auf Anregung von. Großrabbiner Friedmann in zwei Massenversammlungen Vorträge über „Keren Hathora" und „Erziehung von Knaben und Mädchen". — Der Sadagoraer Rebbe ist nach Wien zurückgekehrt. Jaroslau. Die Jaroslauer Jugend- und Ortsgruppe entwickelt sich überaus gut. Der 'Das-Jomi wird eisrigst studiert. Die Jawslauer Kultusgemeinde hat beschlossen, dem Keren-Hajischuw der Agudas Jisroel eine Subvention von 200 Zloty zu bewilligen. Sie hat dadurch als erste Kultusgemeinde Polens ihre Sympathie für die Arbeit der Aguda auch durch finanzielle Förderung kundgetan. Wie verlautet, werden diesem Beispiel viele andere Gemeinden folgen. Buczacz. Anläßlich der Durchreise von Rabbiner Lau aus Kolomea wurde in Buczacz eine Ortsgruppe der Agudas Jisroel gegründet. Der berühmte Propagandaredner hielt ein glänzendes Referat im Kossower Rathaus, das die zahlreich erschienenen Gäste nicht fassen konnte. Der Zutritt zum Saale mußte wegen der Uebersüllung frühzeitig geschlossen werden und es mußten viele hunderte Juden, 'dem mit großem Interesse erwarteten Vorträge sernbleiben. Es wurden Komitees für Keren Hathora, Erez Jisroel, Schmirath Schabbos, Presse und Jugendorganisation gebildet. Delatyn. Ueber Aufforderung der Kolomeaer Aguda wurde von 'per Warschauer Zentrale Herr Elijahu Seradcki als Organisator für OstgalizM entsendet. In Be-

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