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Der Israelit · 1925-07-16 · Heft 29 (16.7.1925) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 29 (16.7.1925)
Date
1925-07-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 29 Seite 3 ■ 16. fcpiüte dort tatsächlich ein Aufbau der Gemeinde, Wl!e Organisation der Jereim verwirklicht wird, Marirber braucht kein Wort verloren zu werden. Mei uns in Deutschland bestanden und bestehen Weben der deutschen Landesorganisation der Mgudas Jisroel Vereinigungen, die aus histo- Urrfchen, sachlichen, und zum Teil auch aus poli- Mschen Gründen, nicht von der Agudas Jisroel lausgesogen werden können. Diese selbst müssen laber wenigstens die klare Arbeitsabgrenzung mit »der Agudas Jisroel Landesorganisation und »ihren Unterorganisationen, sowie mit anderen, lähniiche oder gleiche Ziele verfolgenden Organi- Isationen, herbeiführen. Schon vor der Halber- Ijtäbter Tagung hatten sehr aussichtsvolle, schriftliche Verhandlungen zwischen dem Preußischen ILandesverband gesetzestreuer Synagogen-Ge- Imeinden und dem Landesdirektorium des Keren I Hathora in Hamburg über eine Arbeitsteilung Ibezw. Zusammenarbeit dieser beiden Organi- I sationen stattgefunden. Die schriftlichen Verl Handlungen wurden durch Aussprache bestätigt, I und auch zwischen allen in Halberstadt vertretenen Organisationen ist erfreulicherweise nunmehr das erwünschte Ziel der Zusammenarbeit in der Hauptsache erreicht. Die Durchführung des ganzen l Programms und die Ausarbeitung von Einzel- ' heilen wird Aufgabe der jetzt damit betrauten Führer der Organisationen sein. Die jüdische Deffentlichkeit hat aber ein Interesse daranbei dieser Gelegenheit über die Bestrebungen der selbständigen gesetzestreuen Organisationen näheres zu erfahren und auch darüber, wie in Zukunft die Arbeitsteilung gedacht ist. Schon feit der Begründung des Halberstädter Preuß. Landesverbandes gesetzestreuer Synag o g eng emeind en (für das Reich bezeichnet er sich Bund g e - fetzestreuer jüdischer Gemeinden Deutschlands) steht dieser in engster Fühlung mit der Freien Vereinigung in Frankfurt, wobei seitens der Freien Vereinigung in klarer Erkenntnis der Bedeutung des Landesverbandes für die Erhaltung des religiösen Lebens in den Gemeinden die Bereitschaft, mit dem Verband Hand in Hand ZU arbeiten, unzweideutig zum Ausdruck gebracht wurde. Bei der zur Zeit speziell in Preußen gemeindepolitisch herrschenden Konstellation ist ein Erstarken des Verbandes für die Wahrung der Stellung der Orthodoxie von einer kaum genug zu betonenden Wichtigkeit. Es darf^ mit Genugtuung ausgesprochen werden, daß die Vertreter der Regierung den Bestrebungen des Verbandes, d. h. dem Bestreben der Selbständigkeit und des Selbstbehauptens der selbständig organisierten Orthodoxie, vom Der Israelit ersten Augenblick an das größH Verständnis und das größte Entgegenkommen bewiesen haben. Da in manchen Kreisen der Judenheit selbst aber dieses Verständnis nicht immer in genügendem Maße vorhanden ist, so ist' der gesetzestreue Landesverband gezwungen, in einer Art von Defensive seine Stellung gegenüber ihm feindlichen Tendenzen immer wieder zu betonen, und dazu bedarf er des engsten Zusammenschlusses mit gleichgesinnten Organisationen, und andererseits der engsten Zusammenschließung aller gesetzestreu geleiteten Gemeinden. Neben dieser mehr politischen Tätigkeit ist es die Haftpflicht des Gemeindeverbandes, in allen Gemeinden, die ihm angeschlossen sind oder der Gesinnung nach nahe stehen, positive Aufbauarbeit zu leisten. Cr muß für die Erhaltung und den Aufbau der religiösen Institutionen innerhalb der Gemeinden und für die Erhaltung von Anstalten, welche Beamten für diese Gemeinden ausbilden sollen, sorgen. Bekannt ist die Not der Klein-Gemeinden, Landflucht und wirtschaftliche Krise der letzten Jahre haben sie ins Ungeheure gesteigert. Aber wäre die Gemeinde noch so klein, die Orthodoxie, und damit der für sie arbeitende Verband (Bund) muß, solange noch danach verlangende Juden in den Gemeinden leben, sich bemühen, die Institutionen und die Beamten zu erhalten. Für diese Erhaltung der Klein-Gemeinden, für Unterstützung der gesetzestreuen Bildungsanstalten, sind gerade in unserer Zeit große Mittel notwendig. Dafür stehen ihm die Jahresbeiträge der ihm angeschlossenen Gemeinden und die Spenden eifriger Freunde zur Verfügung, dazu erwartet er die Beihilfen des Staates und nach den neuen geführten Verhandlungen auch die Beihilfen von anderen gesetzestreuen Organisationen. Die Freie Vereinigung, welche seit ihrer Begründung durch Samson Raphael Hirsch in erfolgreichster Weise in Stadt und Land zerstreut wohnende Gesetzestreue gesammelt und erzogen hat, erstrebt, das wurde auf der Tagung ausgeführt, neben der notwendigen Aufklärung, als wichtigste praktische Aufgabe die Fürsorge für Ritualien aller Art und die Beschaffung derselben zu erschwinglichen Preisen. Die ländliche Fürsorge der Freien Vereinigung, d. h. die Versorgung der lehrerlosen Gemeinden und Ortschaften mit Religions-Unterricht für die I u - gendundderUnterweifungauchfür die Erwachsenen, gehört im eigentlichen Sinne zum Arbeitsgebiet des Keren Hathora. Hier trifft sie sich aber auch mit der Agudas Jisroel-Jugendorganisation, die während der letzten Jahre mit nicht genug anzuergewonnen. — jedenfalls nicht mehr, als wenn wir die Originalstelle .itte sehen" ungeändert lassen. Vielmehr will Raschi durch Heranziehung des targumischen innnnni die reflexive, nach innen gehende, Wirkung andeuten, wie an zahlreichen anderen Stellen livLV vgl. z. B. MT2 in Bamidbar VH 89). Wir haben also zu übersetzen: Nun kamen sie zur (inneren) Einsicht", Warum? „Weil Ahron gestorben war." Jetzt kann man allerdings nur mit „weil" und nicht mehr mit „daß" übersetzen. (Vgl. meine kleine Abhandlung „die Partikel '2 nach Auslegung des Talmuds" S. 14, Iahrb. d. jüd. lii. Ges. XIV.) Ich benutze die Gelegenheit, um aus eine vor längerer Zeit von H. Dr. Winkler gebrachte Ausführung kurz einzugehen. Er brachte fein großes Befremden zum Ausdrück, daß das Fürwort nr>K io oft mit „einige" übersetzt wild. Das Wort fei nur Fragefürwort und bedeute nur „welche?" (Die Ausführungen gebe ich nur nach Erinnerung: die betr. Nummer des Israelit liegt mir z.Zt. nicht vor). — Dagegen ist zu bemerken, daß in allen Kultursprachen dieser Uebergang der Frage und Relativpronomina?.u allgemeinen Fürwörtern zu beobachten ist. Ich erinnere nur an das deutsche .irgendwelche" oder Nos „welche" als solches indefinite Fürwort. Ich darf aber. Herrn - Dr. Winkler auch an das aramäische, urspr. „wie viele?" und trotzdem so oft auch „sehr viele" erinnern, um ihm zu zeigen, daß im Mischen Schrifttum dieselbe Beobachtung zu machen -st. Ja vielleicht können wir sogar das biblische hier heranziehen. An den Stellen Denk 20,5 ff. ip'NN '» fällt die stagende Bedeutung fort. Man kann dort, geradezu übersetzen „derjenige" oder -.jeder Mann". ' Es führt hier zu weit, nächzuweiftzn, wie ln allen derartigen Fällen sprachphilofophisch die ursprüngliche Frage — oder Relativbedeutung nicht ganz verloren gegangen ist. — Man gebe daher unbedenklich auch weiterhin „einige" mit nr>K wieder. Neumarkt f. Oberpfalz. Rabbiner Dr. Weinberg. III. In der Tat ist Raschi's, bzw. Tosfos Erklärung absolut einwandfrei und unanfechtbar. Beide Genannten wußten auch daß irn"i mit doppelt fürchten bedeutet, wollten aber nicht nur den np mit dem 2'tw, sondern auch die beiden nicht von einander zu trennenden Stellen der genannten a’nm w»jn /*oi tim ’aay ip^noai pri» nw yaw 1X","1 KV« 1XT1 T)"X 1.12X '*) 1281 ,TTJW1 fc) IXI'I in richtigen Zusammenhang bringen und die Furcht die sich des Volkes beim Ableben Aharons bemächtigte, obwohl rrsn» doch noch am Leben war und ihm zur Seite stand, mit dem Wort iVjinj auch begründen. Also: „lies nicht ikt>i ..sie sahen", sondern ix-i"i „sie wurden gesehen (i^ni)' was die Furcht zur Folge hatte, d. h. letztere kam ihnen dadurch zum Bewußtsein, weil 1^7,2. da sie nach dem Ableben Aharons die sie (Israel) bis dahin einhüllenden und schützenden TiM plötzlich schwinden sahen und glaubten, daß- Men' somit ihr Schutz sichtbar entzogen worden wäre, so daß sie sich dem Feinde gegenüber 'entdeckst blosgele'ghentbößt und preisgegeben fühltenganz sinngemäß der Midraschworte whd riiPXD ixii und hmzielend aus den i?m des IXT’T ihax "Hohne diesen wörtlich zu zitieren. '(Siehe auch zu 'd >n jnsm und trna zur Stelle).^ 1 Jacob Teßler, Nürnberg. kennendem Eifer und mit sichtlichem Erfolge durch ihre Bezirksorganisationen viel erreicht hat. Ein engeres Zusammenarbeiten ist auch hier angebahnt worden. Der Keren Hathora selbst hat in rühriger Aufklärungsarbeit verstanden, in den Masten das Bewußtsein zu wecken und zu stärken, daß ohne intensiv dauerndes Lernen ein Kehilloleben im wahren Sinne des Wortes nicht erblühen kann. Er ist mit Freuden bereit, das Schwergewicht seiner Tätigkeit noch mehr als bisher auf Deutschland zu konzentrieren und er hofft hier von selbst eine Erleichterung für seine nicht geringen finanziellen Sorgen. Bekanntlich ist in dem von der Kenefsio Gedaulo in Wien beschlossenen Statut des Keren Hathora vorgesehen, daß die Hälfte aller in dem betreffenden Lande gesammelten Gelder für allgemeine Thaurozwecke, d. h. in erster Linie für die großen Jeschiwos des Ostens, der Zentrale in Wien zu überweisen sind, während die restlichen 50 Prozent für die eigenen Zwecke im Lande zurückbehalten werden sollen. Nun wurden aber durch die seitens der Jeschiwos in großer Zahl nach Deutschland entsandten Boten große Beträge absorbiert, und naturgemäß wird dadurch die Sammeltätigkeit des Keren Hathora in Deutschland beträchtlich gestört. Es würde dem Sinne der Initiatoren der Keren Hathora-Jdee sicherlich nicht entsprechen, wollte man durch das Radikalmittel der Sperrung für alle Jefchiwo- Sendboten einen Ausweg aus dem Dilema schaffen. Dagegen erscheint der Vorschlag, der in Halberstadt gemacht wurde, daß unbedingt von der Zentrale des Keren Hathora mit Rücksicht auf die ungünstige wirtschaftliche Lage bei uns selbst die Zuweisung einer erhöhten Quote für die innerdeutschen Zwecke, etwa 75 Prozent, beansprucht werden müßten, durchaus gangbar und es steht zu hoffen, daß dieser Antrag die Genehmigung des Landesdirektoriums des Keren Hathora findet.*) Der deutschen Landesorganisation der Agudas Jisroel bleibt es in diesem Zusammenhang als wichtige Aufgabe, als Führerin und Beraterin der ihr angefchlostenen Unterverbände diese in ihrer Arbeit und ihren Geldmitteln zu stärken und dabei die Zusammenarbeit mit den anderen gesetzestreuen Organisationen in den nunmehr abgegrenzten Tätigkeitsgebieten immer bester zu gestalten. Die an Anregungen und praktischen Vorschlägen reiche, durch die lange Aussprache schon erfolgreiche Verhandlung, hat sämtliche Teilnehmer befriedigt und es ist zu hoffen, daß die in *) Ein solcher Beschluß könnte niemals vom Landesdirektorium, sondern nur von der Keren Hathora- Zentrale gefaßt werden. Red. Bemerkungen zu 'vvvi nivv 'S- I. 32,20: 'ui nm nnnn m jw»n du „Wenn ihr das tut, wenn ihr euch rüstet vor Gott" usw. — Wozu war es nötig, den Söhnen Gods und Rubens, was sie ihren Stammesbrüdern schulden, so eindringlich einzuschärfen? Allein oben Vers 1 wird von ihnen berichtet, daß sie ausgedehnte Reichtümer befaßen. Den Begüterten ober mangelt sehr oft das richtige Verständnis für die. Lage der minder begünstigten Brüder, daher die nachdrückliche und wiederholte Mahnung Mofes. — II. 33,15: uw 12-W2 nm „Sie lagerten in der Wüste Sinai." — Warum ist mit keinem Wort hier der Gesetzgebung am Sinai gedacht?! Das läßt sich nur dadurch erklären, daß die Thauro nach deren Uebergabe an Israel weder zeitlich noch räumlich mehr begrenzt fei. (Vom Vater des nrw-) III. 33,.39: mtr?. nnvi Qymt. ybv p pnai „Aron war 123 Jahre, alt, als er starb." „Dieser Zahl entsprechend preist Israel, den göttlichen Namen durch 123 Hallelujas, die mit dem letzten Psalm „Halelu El bekodschau" schließen. „Bekodschau , zu Ehren Seines Geheiligten, nämlich Arons." Rambam, Hilchot Chanuko 3,12. Der gibt dort als Quelle „Midrasch Tillim" an. — Er sstjeiNl wohl übersehen zu haben, daß diese Auslegung sich im Talmud, u. z. im Traktat Soferim Abfchn. 9, Hal. 12, befindet. IV. 34,6: Vmi Vmn wn ddV "Ni w Vöm „Das große Meer, das wird auch die Westgrenze fein." Nach

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