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Der Israelit · 1925-07-09 · Heft 28 (9.7.1925) · page 16

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 28 (9.7.1925)
Date
1925-07-09
Page
– (sequence 16)
Language
German
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I...Ü5S Seite 2 Nr. 14 D er I s raeltt DlLiter . 9, Juki 192^ Esra und Agudah. Von ben Jehuda. Soll der Esra eine Erez- Jisroel-Be wegung werden oder nicht? Um eine eindeutige Festlegung kommen wir nicht herum möge der Bundestag sie uns bringen. Harry Abt. Wir müssen uns unsere Jungen zur begeistern und erziehen. Carl Hamburger: Man stellt den einzelnen Esräern frei wofür sie sich entscheiden, für den Palästina fonds der Agudo oder für den Keren Kaje meth zu arbeiten. Mit Politik hat dieses nichts zu tun. Erich' Rosenblüth. Diese Blutenlese ist dem eben erschienenen Tamus-Hest der „Esra Führer-Blätter", das '"K (Erez Jisroel) gewidmet ist, entnommen.. Die Zitate zeigen, in welchen Bahnen sich zur Zeit die Esra-Bewegung — die von Agudas Jisroel ge schaffen und ihr — entglitten — wandelt. Die Zitate machen denen, die im Esra den Nachwuchs von Agudas Jisroel erblicken, zur Pflicht, sich ein gehend mit der sogenannten „Erez Jwroel-Frage im Esra" zu befassen.!. ° Für wen wurde Esra geschaffen? Schulkinder jeglichen Alters sollten in Esra eine jüdische Erziehung erhalten. Unter jüdischer Erziehung verstand man alles, es war ein Sammelbegriff. Nun ist etwas ganz Neues hinzugekommen. Idealisten, die palästinozentrifch eingestellt sind, verlangen, der Esräer soll für erzogen werden Kurz gesagt, Esra, die Schulkinderbewegung, soll eine '"8 Bewegung werden! Wie soll das geschehen? Ein einziger von all denen, die in den letzten Monaten über die v,x Frage in den Führerschaftsblättern schrieben, macht positive Angaben. Rosenblüth schreibt: „Praktische Arbeit würde ich mir, abgesehen von der Ausbildung, folgendermaßen vorstellen: Auf Heimabenden wird '"X mit seiner Geographie, Reisebeschreibungen und Geschichte der Kolonisation besprochen." Und dann? Und wenn dann alle Esräer für '"k begeistert sein werden, und entschlossen zur Heimkehr, was geschieht mit ihnen? Wo sind die Ausbildungsstätten, wer sorgt im Lande für sie? II. Aus diese in die Zukunft weisenden Fragen gibt keiner der Artikelschreiber Antwort. Warum wohl? Sind sie denn alle nur Phantasten? Es wäre eine niedrige Einschätzung für die Führer, wollte man diese Frage bejahen. Nein, es sind alle junge Menschen, die im Leben stehen, die das kennen, aber die noch nicht wagten, den Stein der „Neutralität" aus dem Wege zu räumen. Die Neutralität ist schuld, daß hier nicht zu Ende gedacht wird. "Esra ist neutral, sie bekennt sich seit jenem unseligen Halberstädter Bundestag zu keiner Organisation. Aber das '"8-Problem in seiner ganzen Breite — wie es im Esra geschieht — aufrolley, heißt Farbe bekennen: Esra kann doch wahrlich keine Palästina-Organisation schaffen, es muß Anlehnung suchen, und wo? Aguda? Misrachi? . ' * Und ist man hier zur Klarheit gekommen — Esra wird und muß sich zur Aguda bekennen, denn wo ist das Kind,.das seine Mutter verrät, dann wird die Frage von H. Abt „Soll Esra eine '"rr -Bewegung werden"? von selbst beantwotret werden und zwar mit nein! Denn auch Agudas Jisroel ist keine Nur--Bewegung. Wohl steht heute '"K im Mittelpunkt der Agudaarbeit, aber daneben kennt Agudas Jisroel die Aufgaben des Golus. Und zu diesen Aufgaben des Golus, zu dem Verstehen der Erfordernisse des Golus, muß die Jugend erzogen werden, muß die Esra die ihr anvertraute Jugend, soweit dieses in den jungen Jahren schonmöglich ist, erziehen, Wehe der Zeit, die eine Jugend hat, die nur eine Aufgabe kennt, die um des Landes willen, die Gauloh vergißt, die nimmer wissen will, daß wir gewaltige Aufgaben im Golus zu lösen. Ich bin kein Schwarzseher, aber die Gefahr aufzeichnen, halte ich für Pflicht! > - V* III.; Ich skizzierte im Vorstehenden die organisatorische "^eiie der Wsge und nun die wirtschaftliche! Ist LrvixßlM das Land, das so ungeheuer viel Menschen'WorL aufnehmen kann, daß wir wirklich wagen dürfen unsere Jungens zur zu erziehen? Kennt Ihr, die dieses fordern, die wahren Verhältnisse im Lande? Laßt Ei von denen, die drüben arbeiten, die Chausseen bauen, die Sümpfe trocken legen, die das Land urbar machen, sagen, wie langsam '"rr seine Neuankömmlinge ausnimmt. Orientiert Euch, Ihr Rufer, und Ihr werdet die Frage Harry Abts verneinen. IV. Nun wird man fragen: Sollen wir garnicht nach dem Lande unserer Wehnsucht, in unsere Heimat? Ja, Ihr sollt Euch rüsten zur Heimkehr, sollt jüdische Menschen in Golus schaffen, sie — diese Einzelnen — diese von Euch geschaffenen jüdischen Menschen, werden heimfinden! In ihnen wird wahre Chibath Hoorez entflammen und sie werden die Vortruppen sein! Arbeitet an Euch und den Euch Anvertrauten! Erziehet sie zu wahren Gliedern Klall Jisroels! v. Esra und Aguda überschrieb ich diese Zeilen. Aguda hat Esra geschaffen. Esra geht feine eigenen Wege. Was sagt Aguda dazu? Es ist still, sehr still im Agudakreise. Ich merke nirgends einen Funken von dem idealen Schwünge, für Erez Jisroel, für Klall Jisroel, der in Esra ist, in der Aguda Jugend organisation. Wo sind die Postscheck - Konto der LandessroanisaliOD: Gruppenverband der „Agudas Jisroel“ in Deutschland, Halberstadt: Nf. 18901 Berlin. Führer, die den Gruppen auf der Bahn voraus- 'chreiten? Gerson Schnerb sagte schon früher: ie sind in Esra! Esra-Führer! Weg mit dem Stein, der Eurer Entfaltung hindernd im Wege j legt, kommt heim zu Eurer Mutter, denn sie braucht Euch! Der Kampf um dieIewish Agency. Von CH. 3. Eiß in Zürich. Die Zusammenkunft zwischen den agudistiichen und zionistischen Führern in. London hat einer Anzahl von Schriftstellern Veranlassung gegeben, die Gegensätze, die zwischen beiden Organisationen bestehen, erneut zur Erörterung zu stellen, um zu untersuchen, auf welchen Wegen ein Zusammenwirken der beiden Organisationen auf den Gebieten der praktischen Arbeit herbeigeführt werden könne. So lese ich z. B. in Nr. 103 des „Hajaum" einen Vorschlag von zionistischer Seite, es solle fortan von den Gaben, die denverschiedenen zionistischen Fonds für Jifchuw Hoorez zugewendet werden, nichts mehr ür das Schulwesen und Erziehungswesen in Erez Jisroel verwendet werden. Die Zionisten könnten einen neuen Fonds unter dem Namen Kulturfonds" schaffen, und so wie die Aguda einen Keren Haihora zur Unterstützung der Jeschiwaus errichtet habe, solle dieser Kulturfonds ganz der Pflege der hebräischen Sprache und des hebräischen Unterrichte^' im) Lande geweiht -sein. Ein anderer. Schriftsteller Mt-rrc Nr. 17 des „Hajaum" den Vorschlag hinm, man solle beim Keren•, Hajessöd markierte Zeichnungen A und B einführen. Die. A-Zeichnungen sollen bedeuten, daß die Spender damit lediglich ein Erziehungswefen im" Geiste der A gu d a. fördern wollen, während die B-Zeichnungen für den Chinnuch im zionistischen Geiste bestimmt seien. Derartige Anregungen sind geeignet, die Begriffe zu verwirren. Denn - in Wirklichkeit sind es nicht die tatsächlichen Aktionen und Handlungen der Zionistischen Organisation, welche die Gegnerschaft der Orthodoxie hauptsächlich bedingen, sondern die Anschauung, die diesen Handlungen zugrunde liegt. Sie ist -es, die zwischen dem. überlieferten Judentum und der Zionistischen Organisation eine eiserne Mauer errichtet. - Es ist wahr, daß man auf den ersten Blick in dem zionistischen Programm, das die Errichtung „einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk" erstrebt, nichts Böses' sehen kann. Aber wenn man etwas tiefer schürft und die Beweggründe dieses Programmes zu erforschen sucht, dann dürfen wir uns über fein Ergebnis nicht mehr wundern, nicht erstaunt darüber sein, daß die Schulen und die Kwuzaus des Zionismus erfüllt sind von Leugnung und Untreue gegenüber den Grundlagen des Judentums. Wir sehen, daß auch die „Alliance israellte" Schulen und Kwuzaus unterstützt und unterhält, die hinsichtlich ihres religiösen Radikalismus denen der Zionisten in keiner Weise nachstehen. Trotzdem erblickt'das orthodoxe Judentum in diesen Stätten lange nicht die umfassende Gefahr wie in den Institutionen der Zionistischen Organisation. Die „Alllance" will lediglich eine philantropische Institution sein, ein Privatverein. Wie viel also auch immer das Judentum über die geistige und kulturelle Wirksamkeit dieses Vereins zu klagen haben möge, es hat keine Veranlassung, mit ihm in einen direkten Kampf einzutreten. Denn die „Alliance“ tritt nicht mit dem. Anspruch auf, die Vertreterin des Volkes zu sein. Sie spricht nicht im Namen der jüdischen Gesamtheit und was sie tut, tut sie auf eigene Verantwortung. Die Basis, auf der sie steht, ist eine rein humanitäre, die/Gelder, die sie ausgibt, gibt sie. nicht, im Namen des Klall Jisroel aus — es fehlt hier also vollkommen das Herausfordernde und Provokatorische. . Ganz anders verhält es sich mit der Ziynisti- 'chen Organisation. Sie ist geschaffen worden als jüdische V o.l k s Organisation und saugt ihre Kraft uus,einem fälschlicher Weise sich als jüdisch bezeichnenden, modern iegriffenen Volkstum. Diese Organisation will das jüdische V o l k s e l b e r sein, will dem jüdischen Volke ein Programm geben, das aufs Haar angepaßt und nachgeahmt ist dem nationalen Programm der anderen Völker, und das Gott, den Gott Israels,, totschweigt, als ob das jüdische Volkstum mit seiner Seele, mit der tiefsten Quelle seines Lebens keinerlei Gemeinschaft habe. Die Zionistische Organisation. holt das Banner des Heiligtums, das Banner der Thora, nieder, das alle. Jahrtausende hindurch über dem Lager des jüdischen Volkes geweht, hat und. an seiner Stelle richtet es eine fremde Fahne über ihm auf, ein unheiliges.Panier, auf dem geschrieben steht: „Haus Israels, laßt uns werden wie alle V.ö Iler." Lediglich als Konsequenz dieser Weltanschauung und dieses programmatischen Bestrebens muß die Gründung von Schulen und Gruppen angesehen werden, die. im Sinne des überlieferten Judentums als Pflanzstätten. des Abfalles zu betrachten sind. Diese Pflanzstätten, sind, ja nur die Verwirklichung der. zionistischen Anschauung, wonach die Religion eine Privatangelegenheit ist, die mit der Nation nichts zu tun hat und die..aufhören muß, im Haufe Jakobs MachttrStzerin Md Alleinherrscherin zu feim

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