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Der Israelit · 1925-07-02 · Heft 27 (2.7.1925) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 27 (2.7.1925)
Date
1925-07-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Sebe 4 Nr. 27 Der Israelit hier auf dem Tische zum Geschenk." Erfreut, den Weisen besiegt zu haben, greift er höchst geehrt nach der Siegestrophäe. Halt, ruft ihm der Rabbi zu, ich schenkte dir nur den Wein, nicht aber die Flasche. Und als der andere stutzte über die Zumutung, Wein ohne Gefäß zu entfernen, bedeutet ihm der Rabbi: „Siehst du, wie der Wein nicht aufbewahrt werden kann ohne Gesäß, die Perle ihren Wert nicht voll bewährt ohne Fassung, so bedarf auch jede Idee ihrer äußeren Ausdrucksform, um nicht in leeren Schall zu verflüchtigen. Die große ewige Wahrheit des onxa nx'L' hätte niemals der Nachwelt erhalten werden können ohne die alljährliche Feier des nvv' das gewaltige Erlebnis des n->in ]na nie ohne nwia?» die Tatsache der n'viv nnwn nicht ohne JTDO' so können die Ideen des naw nicht verwirklicht werden ohne die Erfüllung seiner Pflichten in Wort und Tat, denn der Mensch als leibliches Wesen bedarf der körperlichen Ausdrucksform, denn sie find-die Stufen der Leiter, die auf Erden steht, deren Spitze aber zum Himmel führt. Die Sprengung des Wand leumi (der Nationalversammlung) in Jerusalem. Jerusalem, 17. Juni. Der bereits mitgeteilte Bruch der gemäßigtorthodvXen Fraktion und des Misrachi mit der Abgeordnetenversammlung (Asefas Hanincharim) begann mit einem Schreiben des Rabbiner Ostrowski an das A. E. des Waad haleumi, m dem er seinen Austritt aus dem Waad haleumi ert'ärt. Als Begründung führt der Herr Rabbiner an: die Passivität des Waad haleumi gegenüber den Ueberfällen der Iaffaer Arbeiter auf ihre Kollegen von der Misrachiorganisation. Die von Herrn Rabbiner Ostrowski an den Waad haleumi gerichteten Beschwerden und Forderungen, insbesondere auch die Anregung, eine Sitzung des A. C. unter Hinzuziehung von Misxachivertretern zuc Beratung von geeigneten Schutzinaßnahmen einzuberufen, blieben unbeachtet und unbeantwortet, woraus der Herr Rabbiner, wie er schreibt, den Schluß zieht, daß der Waad haleumi ein Instrument in der Hand der Iaffaer Arbeiter sei. Er möchte daher in einer solchen Körperschaft nicht mehr länger Mitglied sein. Vor dem Zusammentritt der Abgeordnetenversammlung hatte Misrachi beschlossen, im Einvernehmen mit den anderen orthodoxen Vertretern des Hauses an den Beratungen eifrig teilzunehmen und auf dieselben Einfluß zu gewinnen. Mit einem Ausruf an alle Mitglieder führte die Organisation „Chaluze Hamisrach" noch einmal allen vor Augen, was Misrachi zur Wahrung und Förderung des religiösen Gedankens im öffentlichen Leben Palästinas geleistet hat und machte den religionstreuen Abgeordneten zur Pflicht, an den Sitzungen und Beratungen der dritten Abgeordnetenversammlung regen Anteil zu nehmen. Auch das Komitee, das den „Weltverband der Sefardim" vorbereitet und auch als Wortführer der Jemeniten gelten kann, beauftragte die zwei fefardischen Abgeordneten, in den Sitzungen die Interessen der Sefardim zu vertreten. Für die Sitzungen wurden viele Vorbereitungen getroffen, und es war von vornherein darauf angelegt, daß sie sich diesmal besonders feierlich gestalten. Er herrschte auch am 23. Siwan, am Tage der Eröffnung, so etwas wie Festesstimmung, die aber die latente Kriegsstimmung nicht ganz vertuschen konnte. Der Andrang des Publikums war groß. Draußen wurden Aufrufe verteilt, und zwar von beiden Parteien. Während der, eine für ' die Gleichberechtigung der Frau in der Verwaltung und im kommunalen Lehen plädierte, wies der andere, abgefaßt von der orthodoxen Fraktion, auf das Ungeheuerliche und Unjüdische dieser Neuerung hin. Die feierliche Sitzung eröffnete der Präsident des Waad haleumi, Herr Dr. Thon, mit einer Ansprache, in der er ganz besonders auf das Gemeindegesetz und die diesem zukommende Bedeutung eingeht. Er nennt die Opposition gegen das Gesetz eine Machenschaft der „Separatisten". Da die Bestätigung des Gemeindegesetzes wider Erwarten sich hinausgeschoben hat, so glaubte, man mit der Einberufung der Versammlung, die eigentlich schon nach dem neuen Gesetz hMe neu gewählt werden müssen, nicht mehr länger warten zu dürfen. Er bespricht die Lage des Jischuw. Eine Vereinigung mit Agudas Äisroel sei erwünscht, vorausgesetzt, daß Agudcis Jisroel sich nicht absondern will, und es sei von seiten des Waad haleumi nach einem Wege zu suchen, der die Kräfte zusammenführt. Der Personenwechsel im Oberkommissariat erfüllt die Judenheit mit Schmerz und Wehmut. Wenn auch oft berechtigte Kritik gegen Herbert Samuel einsetzte, so müsse doch gesagt werden, daß die Tatsache, daß es diesem Manne gelungen ist, das 'Vertrauen aller drei Nationalitäten zu gewinnen, dem ganzen jüdischen Volke zur Ehre gereicht. Der Waad haleumi habe seinerseits alles getan, um die poli'ische Leitung der zionistischen Orgäni- _ 2, Juli 1925 halten. Wenn in dieser. Beziehung etwas versäumt worden ist, so kann der Vorwurf nur der politischen Leitung der zionistischen Organisation treffen, nicht aber den - Waad haleumi. Zur Anbahnung guter Beziehungen zu beii. arabischen Nachbarn geschieht alles, was geschehen kann.. Es wird auch die arabische Sprache in den jüdischen Schulen gepflegt. Die Arbeit wird solange fortgesetzt werden, bis die Araber zur Einsicht kommen, daß ein Freundschaftsbund zwischen den beiden Völkern dem ganzen Orient unermeßlichen Segen bringen muß. Für die jüdische Erziehung geschehe vieles, allein die Negierung unterstütze nicht genügend das jüdische Schulwesen, und die zionistische Organisation habe die dafür nötigen Gelder nicht in genügendem Maße zur Verfügung. Die Lage der Lehrer setzt diese außerstande, ihre ganze Kraft ihrem großen Werke zu widmen. Wiewohl dem Waad haleumi keine Initiative nach dieser Richtung zusteht, habe er für Beseitigung der momentanen. Not doch gesorgt. Die endgültige Lösung stehr aber noch aus. Auf dem Gebiet von Handel und. Industrie sei viel geschehen. Eine befriedigende Regelung des Verhältnisses zwischen. Arbeitern und Arbeitgebern sei vom Waad haleumi angebahitt. Eine Fünfzehner-Kommission habe die Ausarbeitungen von Satzungen übernommen. Die Einwanderung hält - an und der Bodenankauf nimmt dementsprechend größere Dimensionen, an. In Emek Jsreel entstand der neue Typus des chassidischen Chaluz, der höchlichst zu begrüßen ist. „Der gesamte IischuÄ hat Interesse, diese ChaluziiN, die mit der Thora in der einen und dem Spaten in der anderen Hand das Land bebauen wollen, freudig zu begrüßen. Eine solche Einwanderung, die den jüdischen Geist stärkt, wollten wir. Es genügt nicht das Streben, ein Volk g. leich änderen Völkern mit all ihren. Schwä ch e n und GehrecheN zu / fein. Unsere Rückkehr in die Heima 1 entquillt dem Ideale, ein anderes, ein. n e u e s V ol k zu f e in, ein aus erw ä hl tos Volt." Die Aufgabe des Waad haleumi ist mehr eine repräsentative. Die faktische und praktische Arbeit obliegt der zionistischen Leitung. Gegen diese bringt der Redner eine Reihe von Beschwerden an, die darauf hinausgehen, daß die Leitung die Bedeutung des Organes in Palästina noch nicht ganz erfaßt hat. Es fei nötig, daß kürz vor dem vierzehnten Kongreß in der Abgeordnetenverfammlüng selbst volle Klarbeit erlangt wird über das Arbeitsprogramm des Waad haleumi und feine Stellung zur zionistides bekannten Rabbi Joses Teizok in Saloniki und wurde schon in jungen Jahren, 1438, als Rabbiner einer großen ägyptischen Gemeinde berufen, in der er 22 Jahre lang wirkte. Er galt auch als sehr reich und als ein größer Wohltäter. Aus unbekannten Gründen verließ er Aegypten und reiste über Zypern, wo er sich längere Zeit aushielt, nach Italien. In Venedig entbrannte aber ein Streit zwischen ihm und Rabbi Meir aus Padua, und wohl infolge dieses Streites begab sich Rabbi Aschkenasy 1561 nach Prag. 1575 sehen wir ihn als Leiter der Jefchiwah in Posen, von wo er nach kürzet Wirksamkeit nach Italien zurückkehrte. Im «Zemach David" des bekannten Historikers David Ganz wird Rabbi Aschkenasy aus Seite 46 bezeugt, daß fein Ruf durch alle Lande ging warn pxrr ^aa Er wird auch erwähnt in den Responsen des Rabbi Mosche Jsserles, auch im „Bes Joses", und von vielen zeitgenössischen und späteren Gelehrten apostrophiert. Andere Quellen erzählen, was man sich auch leicht erklären kann, daß Rabbi Aschkenasy in Polen keinen Anklang fand und sich dort chlcht einleben konnte. Seine Art und seine Lehre war doch mehr auf den Orient eingestellt. Immerhin genießen seine Werke großen Rus auch im Abendland. Wir nennen von diesen „Joflef Lekach". Kommentar zu Megillas Esther, gedruckt noch zu Lebzeiten des Verfassers, ebenso „Maasse Haschem", eine Sarvmlung von Erzählungen zur Thora und Kommentar zur Pessach-Hagada,. ferner acht Selichausnäch böhmischem Ritus. Eine „Tochacha" (Strafpredigt), Erklärungen zum Kommentare des Nachmanides und Randglossen zum „93es Jossef", die im Drucke noch nicht erschienen sind. Belletristrifch ausgebeutet wurden die Lebensfchicksale des Rabbi Aschkenasy von Dr. Markus Lehmann in einer Erzählung, die 1889 im Israelit und später in Buchform erschienen ist. Neben den historischen Daten ist in dieser Erzählung auch Vieles, das der Volksmund vom Leben des großen Rabbi erhalten hat, zur Gestaltung gelangt. Wie der Sohn des Verfassers, Herr Oskar Lehmann in Mainz, in der „Frankfurter Zeitung" mitteilt, soll in Kürze eine Neuausgabe der vergriffenen Erzählung hergestellt werden, was angesichts der Grabwiederauffindung gewiß allgemeines Interesse auslösen wird. Sinai. Hinaus ringt sich aus Mutterarm die Nacht. In Finsternissen schlägt das Herz der Erde. Und Ahnung flüstert, die kein Mensch erdacht, Daß endlich aller Welt Erlösung werde. Durch Bergesengen klettert schwer und scheu Noch Dämmerung, noch Nebel ohne Ende. Und drüber her schwillt Segen, jung und neu, Und Ewigkeiten reichen sich die Hände. Geöffnet streut ein himmelsnaher Quell Glückstropfen über niedre Menschenpfade. Und durch die Wolken rauscht es heilig-hell. — An unsere Leiden rüttelt Sturm der Gnade. I. Raphael. (Sine wichtige atrfäoCogifrfe Entdeckung des Prof. Stoüsch). Pros. Nahum Slousch, der die Ausgrabungen der Jüdischen Archäologischen Gesellschaft leitet, entdeckte im Zentrum Jerusalems Reste einer alten Mauer, deren Riesenquadern denen der Klagemauer ähnlich.sind. Der Fundort , ist in der Mhe des Musraick-Biertels. Man ninickt an, daß. es sich um einen Teil .jener Mauer handelt, die der König von Judäa, Agrippa I (36 bis 44 n. ühl. Ztr ) erbauen ließ und die von Jofephus Flavius erwähnt wird. Diese Mauer begann im Hippicus, lief zuerst nordwestlich, dann nordöstlich der Denkmäler der Helena, umschloß das Grab der Könige und endigte an der alten Mauer im Kidron-Tal. (Die unmögtiche Snntyefe), Wir lesen-in der hypermodernen Zeitschrift «Die Synthese", Jahrg. I. Heft 3, Seite 191 umen: „Ecce Homo! Man sieht den bleichen Israeliten im schütteren Haar, mit den geröteten Lidern der heißen Arbeit und des nächtlichen Gebetes, angetan mit den Tefelin, im Schern der Sabbatlanrpe, in den sich die farbigen Schatten der großen Vision beugen und in welchem das Geisterreich. Und die Gebetsriemen lösen sich von dem gesegneten Juden..." Das mußten sie eigentlich vor Schabbos. Wochenkalender 4.—11. Juli 1825. I 12.-19. Tamus 5885. Samstag Juli 4 pVa npn 12 nan 'i 'n 'Tpia : . Sonntag - 5 13 Montag 6 14 vienstag 7 15 Mittwoch 8 16 .naipn Donnerstag 9 17 nana mrw nsw Zrettag 10 18 Samstag i 11 onrs 19 ■y ■ r- - V . r r; 9(b

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