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Der Israelit · 1925-06-25 · Heft 26 (25.6.1925) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 26 (25.6.1925)
Date
1925-06-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Sei<e 4 Nr. 26 Der Israelit 25. Juni 1925 m « n n, Frankfurt am Main, referiert über „Schopenhauer und Nietzsche in ihrer Bedeutung für das Judentum." Ein literarischer Artikel von Dr. Moses Auerbach behandelt den „Bann gegen Rabbi E l i f e r." Eine Skizze von Nathan Hafofer und Lieder von Varnasch stellen den schöngeistigen Teil. Wie man steht, auch dieses ein Buch, in dem Wissenschaft und Kunst, Geschichte und Literatur, Ost und West sich die Hand reichen, um einen Mann zu ehren, dessen Namen eine Entwicklung und ein Programm bedeutet. m. & Tagung des Preußischen Landesverbandes Jüdischer Gemeinden. tBon unserem Korrespondenten). Berlin, 22. Juni. Er st er Verhandlungstag. Im alten Herrenhause weht Vergangenheit; alteingesessene Herren waren einst die Mitglieder dieses Parlamentes. Jetzt tagen hier Vertreter jener Gemeinden, deren Ahnen aus preußischem Boden ansässig waren, bevor deutsche Siedler im Kreuzeszeichen ins Land kamen. Wird dieses „Parlament" den Faden finden, der durch die Wirrsale der Gegenwart rückblickend uns mit jenen Anfängen der Kultur auf deutschem Boden, der jüdischen Glanzzeit des Frühmittelalters verbindet? Gehröcke in großer Zahl geistern durch die Wandelgänge, Vertreter „staatserhaltender" Mode und ü tuu. prix einheiterhaltender Parteien. Allmählich nehmen die Abgeordneten Platz; der Raum ist zwar nach Fraktionen geteilt, aber die Grenzen werden — auch dies ein Symbol — nicht allzu peinlich eingehalten. Vom Morgen an schon hatten die einzelnen Fraktionen in Sonderberatungen getagt. Jetzt strömen sie in kleinen Scharen aus allen Wandelgängen in dem großen Saal zusammen. Die Berliner Delegierten erscheinen als Gastgeber in besonders feierlicher Kleidung. Die Presse ist auf eine Galerie verbannt worden, von der sie den zur Verteilung kommenden Druckschriften weniger nahe ist als dem Himmel. Die jüdische Pünktlichkeit, das einzige Echtjüdische an dieser Versammlung, läßt uns Zeit, auf das Getriebe von oben herabzublicken und den langsam zahlreicher werdenden Kreis markanter Typen (Weiße, Stolpe, Vogelstein, Breslau, Löwe, Rb. Löwenthal. Stern, Galewski, Loeb) zu betrachten. 1. In seiner Eröffnungsrede begrüßt Herr Kommerzienrat Wolff die erschienen Vertreter staat- OBMBHHHBHHHBHHnHUHBHBaHB Abonnemenlsgebühren für das dritte Quartal. Wir ziehen die Abonnemenlsgebühren für das dritte Quartal vom 1. Juli ab, wie üblich, durch Nachnahme ein und bitten unsre verehrl. Leser um prompte Einlösung. Frankfurt a. M., 25. Juni 1925. Verlag des „Israelit" G. m. b. H. kicher und städtischer Behörden und des sächsischen und anhaltischen Gemeindeverbandes und bezeichnet die Arbeit des Preußischen Landesverbandes sowie der entsprechenden Organisationen anderer Bundesstaaten als Vorbedingung des Gedeihens einer künfiigen Gesamtorganisation der deutschen Juden. Auf Grund der bekannten Zusage, die Herr Wolfs als Vertreter der deutschen Judenheit vom Reichspräsidenten erhalten hat, spricht er die Hossnung aus, daß eine Zeit staatlicher Anerkennung für die jüdische Religionsgemeinschaft anbrechen werde. Obwohl der Verband vorläufig nur privaten Charakter trage, betrachte, so berichtet Herr Wolff, ein großer Teil der politischen Behörden und Ortsverwaltungen Preußens, schon jetzt den Verband als die berufene Vertretung der preußischen Judenheit. Im Namen des Berliner Gemeindevorstandes, der bisher die Geschäfte des Verbandes geführt hat, legt Herr Wolff dieses Amt in die Hände des Verbandes zurück. Er bittet die Versammlung, „das Trennende zurückzustellen" und „das Einende heroorzuheben". — „Nur das Oberflächliche," sagte zur Bestätigung dazu Herr Rabb. Dr. B a e ck wörtlich, „trennt ims; alle aber seien wir, wie ein Thoragelehrter zu Zeiten schwerer Verfolgung gesagt haben soll (?), Kinder der Thora. Mangel an Gemeinsamkeitsempfinden sei Mangel an jüdischer Gesinnung von Gotteskindschaft." Es folgt die Begrüßung seitens des Magistratsvertreters T r e i t e l, sowie seitens der sächsisch-anhaltischen Verbände mit Hinweis auf den zu gründenden Reichsverband jüdischer Gemeinden. Im gleichen Sinne ist eine Begrüßung seitens des bayrischen Verbandes und der badischen Landessynode gehalten, welche verlesen werden. 2. Sodann bildet Herr Kommerzienrat Wolfs mit Herrn Justizrat Blau -Frankfurt und Herrn G a - l e w s k i -Berlin ein vorläufiges Präsidium. Zum Präsidenten der Tagung wird Justizrat Sonnenfeld per Akklamation bestimmt. Auf gleichem Wege werden Justizrat Kollenscher und Dr. Ist Kahn zu Beisitzern und Sanitätsrat Dr. F r a n ck -Altona, sowie Dr. Fleischer -Schneidemühl zu Schriftführern gewählt, sowie zum Stellvertreter Rb. Dr. Braunschweiger- Oppeln. 3. Beim Festlegen der Geschäftsordnung beantragt die konservative Fraktion eine Kommission von 15 Leuten, da diese nicht genügend Schutz f.ür die Minderheiten biete, will aber für vorläufig die vorgelegte Ordnung anerkennen. Die Angelegenheit wird vertagt. 4. Als rabbinische Mitglieder des Rates werden seitens eines konservativ-religiösen Gremiums die Herren Rabb. Dr. Bäck-Berlin,; Horovitz-Frankfurt a. M. und Seligmann ebendort, sowie je ein Dozent der drei preußischen Rabbinerlehranstalten — Guttmann, Weinberg, Elbogen — vorgeschlagen. Als volksparteilicher Gegenvorschlag wird Herr Rabbiner Dr. Emil Leoy benannt. Ein Vertagungsprojekt findet starken Widerspruch. Cs erfolgt Zurückstellung zum zweiten Verhandlungstag. 5. Als Ergebnis der Wahl von 4 Mitgliedern des Rates gemäß Art. 21,3 der Verfassung werden 2 Sitze für die liberale, je 1 für die konservative und die volksparteiliche Liste verkündet. 6. In fernem Tätigkeitsbericht erörtert Dr. Freund- Berlin zunächst die staatliche Zuständigkeit des Verbandes. Bisher hatte der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Berlin die Vollmacht zu eventuellen Verhandlungen mit der Regierung, falls der Verband als Korporation staatlich anerkannt werden sollte. Diese Vollmacht kam nicht zur Anwendung, weil die schon 1922 zugesagte Anerkenunng staatlicherseits noch jetzt nicht erfolgt ist. Differenzen zwischen dem Reich und Preußen seien die erste Ursache gowesen. Eine Vorlage an den Landtag, die die gesonderte Regelung der Angelegenheiten der jüdischen Religionsgemeinschaft betrisst, sei erst in Vorarbeit. Während in Anhalt dem dortigen Landesverband ipso jure staatliche Funktion zugesprochen worden ist, steht eine solche Vergünstigung in Preußen noch heute wie 1922 aus. In einzelnen, insbesondere in finanziellen Fragen, habe jedoch das Staatsministerium immer die nötige Wirkungsfreiheit zugestanden. Als günstiges Vorzeichen begrüßt Dr. Freund die Teilnahme eines Vertreters des Kultusministeriums an heutiger Verhandlung. Aus dem Halberstädter Bunde seien seit dessen Begründung einige Gemeinden ausgeschieden; dem Landesverbände sei jedoch bis aus Allenstein, Frankfurt a. O. und Schneidemühl keine bedeutende Gemeinde (?) serngeblieben. Vom Landesverband seien schon Stützungsaktionen für kleinere Gemeinden und Institutionen unternommen, ein Verwaltungsblatt geschaffen und eine Beamtenstellenvermittlung eingerichtet worden. In Preußen seien 900 Gemeinden vorhanden, deren Mehrheit äußerst stützungsbedürftig fei. 650 gehören den. Verbände an; davon haben nur 63 einen Rabbiner. 80ll von den 900 Gemeinden haben überhaupt keinen Religionslehrer, 200 auch nicht einen Aushilfslehrer. 225 (mehr nicht?) Gemeinden sind ohne die notwendigsten religionsgesetzlichen Institutionen. Die Gemeinden hätten z. T. über alle Kräfte Steuern ausgebracht; trotzdem seien sie nicht mehr im Stande, ihre Beamten selbständig zu besolden Man suche vergebens, selbst Eine Pschak-Erklärung. Die Pschat-Erklürung zu v^piix Kap. 18. Vers 9 und 11, die Herr Merzbach im Namen des Herrn Pros. Hosmann mitteilt, bedarf vielleicht noch einer Erläuterung: o^pnx übersetzt die Worte rn^ia ja irr '-mix xrmx ja -pax ja xi^'i yin m^ia m .'jvnpsd pmx 121 *]!üx Vers 9 wirpss übersetzt, ist unter >j'2X m unzweideutig die Halbschwester zu verstehen. Nur wenn die Worte ivpia ix m pn nach dem um, den '»vm ansührt, zu verstehen sind, dann wäre vielleicht ein Mißverständnis möglich. Doch sagt uns die Wiederholung in Vers li auch nicht mit Sicherheit, daß unter -pa« rwx m die Halbschwester gemeint ist. ' A. Wolfsohn—Nürnberg. Helft der „Lkama"! In dein' jetzt erschienenen 8. Jahresberichte des Hilfsvereins für jüdische Lungenkranke in der Schweiz für 1924 lesen wir: Inmitten der schneebedeckten Alpenwelt liegt in einem anmutigen, rings von schützenden Bergen umschlossenen Wiesental, der bekannte Lungenkurort Davos. Der ausgesprochene Hochgebirgscharakter, die außerordentlich geringe Feuchtigkeit, die intensive Sonnenbestrahlung, das fast völlige Fehlen von Nebeln und eine bis 6 Monate anhaltende, vor Staub schützende Schneedecke, sind die wesentlichsten Faktoren, die den Ruf von Davos als Weltkurort für Lungenleidende begründet haben. Davos ist heute, dank der Vorzüge, mit welchem die Natur es ausgestattet hat, zu einem Weltkurort par exellence geworden. - T>abei versteht sich auch ohne weiteres, daß Davos, die „Stadt im Gebirge", wie es mit Recht bezeichnet wird, alle gesellschaftlichen und bildenden Einrichtungen eines modernen Kurortes in reichem Maße besitzt. Hier oben, in schönster Lage des Ortes, erhebt sich ein leuchtendes Denkmal jüdischer Solidarität und Nächstenliebe, die „Jüdische Heilstätte Etania", Eigentum des Hilfsvereins für jüdische Lungenkranke in der Schweiz. Die „Etania" ist für ihre Zweckbestimmung aus das beste geeignet; die Frönt des Hauses liegt nach Süden, so daß der größte Teil der Zimmer intensive und größtmögliche Ausnutzung der Sonnenbestrahlung gestattet. Alle Südzimmer verfügen über eine gutgebaute, breite und gedeckte Liegehalle, und außerdem befindet sich im Parterre eine allgemeine Liegehalle für die Bewohner der Nordzimmer. Freundliche und gediegen möblierte Zimmer, sorgsamst mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet, bieten dem Patienten angenehmen Aufenthalt. Jede Etage enthält einen breiten Korridor und je ein moder eingerichtetes Badezimmer. Im Parterre befinden sich die schön ausgestatteten Speise- und Gesellschaftsräume. Ern Blick in ben Speisesaal während der Essenszeit wird jeden Besucher überzeugen, daß für reichliche und schmackhaft zubereitete Kost gesorgt ist und daß vor allem keinerlei Unterschied nach arm oder reich besteht. Besonders erwähnenswert ist die ebenfalls im Parterre sich befindliche Synagoge. Der rege Besuch bestätigt, wie notwendig und erwünscht diese Einrichtung für die Patienten ist. Es ist unnötig, zu betonen, daß die Etania in reichstem Maße über alle sanitären und hygienischen Einrichtungen eines modernen Sanatoriums, so auch über ein vorzügliches Röntgenkabinett,, verfügt. Die ärztliche Leitung liegt in den bewährten Hättdeen unseres Chefarztes Herrn )V .-! ' '• Dr. F. Oeri und unseres Hausarztes Herrn Dr. A. Wolowelsky. Eines der erfreulichsten Momente der Etania bildet der im Hause herrschende jüdische Geist. So sehen wir in der Etania ein uyones jüdisches Zusammenleben in des Wortes edelster Bedeutung, das nicht hoch genug eingeschätzt werden kann, da es dem aus seiner Familie herausgerissenen Patienten die Möglichkeit gibt, seine Kur durchzumachen, ohne vor allem seine religiösen Pflichten und Gewohnheiten verletzen zu müssen. Gerade von Aerzten ist darauf hingewiesen worden, in wie günstigem Maße das psychologische Moment den Heilungsprozeß beeeinflußt. Dem Zusammenspiel all dieser Faktoren ist es zu verdanken, daß die „Etania" ein wahrhaft jüdischer' Sanatorium ist, auf das die gesamte Judenheit stolz sein darf, dem hilfreich und opferwillig beizustehen, sie aber auch als ihre heilige Pflicht ansehen muß. Wochenkalender. 27. Juni bis 4. Juli 1828. / 8.-12. Tamus 6683. Samstag Juni 27 mp 5 nan 'i. 'a 'K pS’ Sonntag 28 6 Montag 29 7 Vienstag 30, 8 Mittwoch Juli 1 9 Donnerstag - 2 10 miapiaa mrsn ’sn Freitag 3 11 Samstag - 4 pVa ftpn 12 '•>'.i't paa ■' .{ ,

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