Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 26 (25.6.1925)
- Date
- 1925-06-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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25. Juni 1925 Nr. 26 Seite 3 Makkabi und Olymp. Die I. T. A. berichtet: „Der Makkabi- AZelt- Verb and hat beschlossen, als Vorbereitung für die erste jüdische Olympiade in Palästina, aus Anlaß des 14. Zionisten- Kongresses in Wien, ein großes Turn- und Sportfest zu veranstalten, und hat die gesamte Durchführung dem „Jüdischen Turn- und Sportverband Oesterreichs" übertragen. Das Turnend Sportfest wird zwischen 15. und 30. August stattfinden und soll sich zu einer gewaltigen Kundgebung für den jüdischen Regenerationsgedanken gestalten." Jüdische Olympiade in Palästina! Als vor mehr denn zweitausend Jahren jüdische Olympiaden in Palästina aufkamen, stand Makkabi — Juda Makkabi — auf, und mit den Besten hinter ihm, jagte er, heilige Gottesflamme im Herzen, den Feind über die Grenze, rettete und reinigte den Boden des jüdischen Landes und des jüdischen Lebens. Heute steht Makkabi — Makkabi-Weltverband — auf und bereitet eine jüdische Olympiade in Palästina vor. Und das zu Ehren des 14. Zionistenkongresses. als Kundgebung für den jüdischen Regenerationsgedanken. Wir wissen nicht, wie sich die zionistische Leitung zu diesem geplanten Auftakt für den Kongreß verhält. Daß die jüdische Welt in dieser Olympiade ein gutes Omen für die Kongreßarbeiten erblicken soll, wird sie wahrlich nicht erwarten dürfen. Vom Sinne des Judentums. (Schluß.) Die diese Artikelfolge einleitende umfangreiche Abhandlung Jechiel Jakob Weinbergs unter dem Titel: „Gedanken über Judentum" würde eine eingehendere Besprechung verdienen, als es in diesem Rahmen möglich erscheint. Es sind tiefe und schöne Gedanken über Glaube und Unglaube, über das Volk der Religion, über traditionelle Bindung und schöpferische Freiheit, über die seelische Erlösung des jüdischen Menschen, und sie gipfeln in der Ueberzeugung, daß nur die Wiedergeburt der Religion im Herzen des Juden die volle Gesundung des jüdischen Herzens bringen kann und wird. — Bemerkungen zur Grundlegung einer jüdischen Aesthetik bringt Jacob Rosenheiyr in einem: „Die Wurzel des Aesthetischen" überschriebenen was besagen will, daß mit dem Anlegen dieser Gewänder und mit dem damit verbundenen Gedanken an den Tod Stolz und Hochmut weichen. Im n’bnj? von Salomo Geiger wird die Vermutung ausgesprochen, daß die erste Silbe des Wortes mit dem deutschen „Sarg" Zusammenhänge, die zweite aber an „Begräbnis" anklingt. Daß Sargenes aus weißem Stoffe bestehen mutz, hat seinen Grund darin, daß .die Menschen an den Tagen des Gerichtes den Engeln gleich sein sollen, daher beschränkt sich das Tragen des Sargenes nach deutschem Ritus nur auf die Hohen Feiertage. Nach meiner unmaßgeblichen Meinung hängt das Wort mit dem aramäischen raa, ..ausbewahrenzusammen. Das Ganze würde dann heißen paa-“io: das von 'wn gegebene Pfand ist abgewendet, die Lebensfrist ist abgelaufen. Man lese auch im Talmud Nida, Seite 31 über den Psandcharakter unseres Lebens nach. Die weiße Farbe als das Symbol des Wiederauferstehens kennt und nennt auch Rabban Gamtiet mit der letztwilligen Verordnung 112p Q'a^hz TflK- Hiob sagt ivp narm* d. h. alles stellt sich wieder ein im früheren Gewände und rn alter Form, wie dieser Vers in Jeruschalmi, Traktat Kilajim gedeutet wird, ebenso in Babli Sanhedrin ntrna rp najpw D’pHS tPTny* gleicher Werse ist das Wort des Koheleth zu verstehen: arn1? irna rw ton« Es sei noch zum Schluß bemerkt, daß nach hiesigem Brauche jungverheiratete Ehemänner im ersten Jahre kein Sargenes besaßen, eventuell sich ein solches für die Hohen Feiertage leihweise verschafften, und erst im zweiten Jahre nach der Verheiratung an den Hohen Feiertagen Sargenes aus eigener Anschaffung anlegten, ein Brauch, der viel- Der Israelit satze, der den innigen Zusammenhang zwischen den metaphysischen Grundlehren der jüdischen Üeberlieferung und der Lehre vom Schönen, «sie sie sich auch in den Gebeten spiegelt, aufweist. Weiter auf das tägliche Gebet und zwar auf die ethische Seite desselben, geht auch Meier Munk ein. „Bon jüdischer Gläubigkeit" nennt sich die fünfte Aufsatzgruppe, die an der Spitze aus dem Nachlaß Abraham Elijahu Kaplans „Gedanken über d ie Jira" bringt. Es sind die aus lichten Tiefen geschöpften Gedanken Rabbi Israel Salanters und seiner Nachfolger im Reiche des Muffar, durchdrungen von dem Wissen, daß Israel nicht verwitwet ist, und das Volk, zu Großem berufen, seine Aufgabe erfüllt, auch wenn die Wenigen, zu ihrem eigenen Schaden, ihm den Rücken kehren. — „Ausdem Reiche der Rätsel" berichtet Salomon Birnbaum. Hier aber ist Wissen die ErkenntnisdesNichtwissens. „Kein Pfad dringt an den Begriff Gottes heran, der nicht die Region der Rätsel durchschnitte. Keine Straße führt zu Gott, die nicht durchs Herz der Geheimnisse müßte/' „Religiöse Problematik und jüdische Religiosität" nennt sich ein Artikel von Bernhard Tag, der freilich noch religiöse Problematik da sieht, wo w i r die einzige und reinste Form der Religiosität erblicken. In einem eigenen Teil, bezeichnet: „Von jüdischer Art" sind Artikel untergebracht von Ernst Miller (Exstase und Kritik), Ernst Simon (Zur Wertung des Alters im Judentum) und Robert Weiß (Der Solidarismus der historischen jüdischen Familie). Weiß, ein Wirtschaftspolitiker, wertet auch die Solidarität der Familie in erster Reihe unter diesen Gesichtspunkten, aber er weiß auch von der Solidarität der Familie Gott gegenüber sehr schön und wahr zu sprechen und sie an Beispielen aus der Bibel aufzuzeigen. Ein bedeutsamer Artikel von Moses Auer b a ch über die Bildungsfrage der thoratreuen Judenheit Deutsch lands lenkt den Blick wieder auf die Gegenwart, und wir verharren in dieser auch bei dem Aufsatze Leo Deutschländers über d i e jüdische Schule. Die Ansichten Auerbachs über das Bildungsproblem, sowie die Forderungen Deutschländers für die Schule find unseren Lesern in der Hauptsache bekannt. — Zum Thema: „Religion und Wissenschaft" ergreift auch Oskar Wolfsberg das Wort. Die Religionsphilosophie hat nach ihm die Aufgabe, die reine ungetrübte Lehre sich anzueignen und ihre Gebäude unabhängig von den leicht ans der biblischen Vorschrift m'U*? nrw nnv herrührt. Jfaac M. Mainz. Die Sieben im Schmuaus-Pyuk. In Nr. 24 Ihres gesch. Blattes fragt Herr Dr. S. Adler, wie es komme, daß der Verfasser des by»b vom 2. Tag rnsnnw neun Dinge auszählt, die vor Erschaffung der Welt erschaffen worden feien, während er doch in der Einleitung nur von nsnw imp spricht? Die Quelle dieser vi'g-Stelle ist sowohl die rr^rn wie auch der In beiden wird dieses Thema der Priorität von sechs, resp. sieben Dingen häufig variiert. Während nun im izm» vom p ny und arm nicht die Rede ist, werden in der mm Va Q’nos und tr1? tr^na auch diese beiden erwähnt, dafür aber rnax und ^mvP weggelassen. ixin ns1’ zum nm Brno macht auf diese Verschiedenüeit aufmerksam und meint, der Midrasch zählt pp p und na^m darum nicht mit, weil er der Meinung ist, diese beiden seien erst nach rix'iu erschaffen worden. Die mm hingegen verlegt ihre Schöpfung vor nxna und läßt darum yiarr und weg. weil die rnin wohl ohne diese letzteren, nicht aber ohne wawi Existenzmöglichkeit hätte. Aus dieser Erklärung ergiebt sich jedenfalls mit Gewißheit, daß, wenn auch über die Dinge selbst, die vor vblvn nxm erschaffen wurden, zwischen mm und uma Meinungsverschiedenheiten herrschen, über die Zahl selbst, daß es nur sieben Dinge waren, es nur eine Ansicht gibt. Der Verfasser des konnte darum nur die Zahl Sieben annehmen. Da er aber nicht entscheiden kann, welche sieben Strömungen zu errichten, die andere nicht remgeistige Tendenzen haben. — So etwas kann man unserer gebildeten Jugend gar nicht oft genug sagen. Damit das jüdische Gemüt nicht leer ausgeht, bringt das Sammelbuch zum Schluß eine gute Auslese aus jüdischer Dichtung. Es sind vertreten Uriel Birnbaum, Hermann W e y l, Franz Rosen zweig, S. I. A g - n 0 n, Mar B r 0 d , Emil Cohn und Nahum Norbert G l a tz e r. Warum neben diesen Namen, die zum Teil aus dem anderen Lager geholt sind, nicht auch die wenigen bekannten Vertreter der schöngeistigen Literatur, die dem heutigen Birnbaum in ihrer Art und Gssinnung weit näher stehen, zu finden sind, bleibt das Geheimnis des Herausgebers. Das Sammeibuch ist, unabhängig davon, wie wir uns grundsätzlich zur geistigen Heldenoerehrung stellen, eine eminente Bereicherung der jüdischen Literatur, der wissenschaftlichen sowohl, wie der publizistische.? und schöngeistigen, und sollte in keinem Haust, wo das schöne jüdische Buch Achtung genießt, fehlen. Nicht weniger beachtenswert als dieses deutsche Sammelbuch ist das im Umfange freilich kleinere Birnbaumbuch in j i d d i s ch e r Sprache. (Jubiläumsbuch zum sechzigsten Geburtstag von Dr. Nathan Birnbaum, Verlag Jeschurun Warschau.) Das schön ausgestattete Werk umfaßt auf beinahe 200 Seiten drei Artikelfolgen, deren erste biographische Notizen bringt, während die zweite den Jubilar und sein System betrifft und die dritte allgemeine Artikel, zum Jubiläum gewidmet, bietet. In der ersten Abteilung kommen neben Birnbaum selbst, Dr. L ö w , Benzion Feßler und Rabbi Tobias H 0 r 0 v i tz zu Wort. Die zwei Letztgenannten wissen aber in der zweiten Artikelfolge auch sehr anschaulich und erschöpfend, über die Gedankenwelt Birnbaums zu referieren. Ihnen schließen sich an M. I. Gutmann, L. N i m z e w i t s ch , Raw I e h u d er, (Birnbaum als Wegweiser für die irrende Jugend), S. Schuster, A. S. Friedmann (Dr. Nathan Birnbaum und Aguda), I. K. O r l e a n und Elijahu B 0 tschk 0 („Der Sucher vonr wahren Emes.") Im dritten Teile stoßen wir auf bekannte Namen, die aus ihren Geistesschätzen Einiges zum Jubiläum widmen. Josef Wohlgemut!) schreibt über die „Moral der Nichtreligiösen und die aus der Grundlage der Religion." Salomon Birnbaum spricht über das „Verhältnis von Jiddisch zur Jiddischkeit". Dr. Salomon Ehr - Dinge dies sind, muß er natürlich alle aufzählen, die in mm und zusammen ausgezählt werden. Dr. P. I. Kohn. * * * Es ist anzunehmen, daß der die in verschiedenen Quellen angegebenen Voraussetzungen der Weltschöpfung der Bedeutung der Siebenzahl entsprechend gruppieren wollte. Die sieben bedeutet immer die Zusammenfassung dreier Paare von Gegensätzen. Als Voraussetzung der Weltschöpsung gelten drei Gegensätze: 1. Für das Denken der Gegensatz zwischen Geist und Körper, oder zwischen Himmel und Erde, wie er häufig ausgedrückt wird. Dieser Gegensatz wird durch nnan xdd und ^mw' xod, der Gottesidee und ihrem irdischen Zentrum, dem mpan jpa zum Ausdruck gebracht. 2. Für das Wollen der Gegensatz zwischen Gut und Bös. Die Vertreter des Sittiichkeitsideals sind die niax, das Böse wird durch ,i2wr> und deren Betätiger ^mw ausgedrückt. , 3. Für das Fühlen der Gegensatz zwischen Lust und Unlust. Auf Lohn und Strafe für die ausgeführte Tat angewendet, heißt er py p und oavu. Das zeitliche Ende der Welt ist der Messiasgedanke. Alle sieben Voraussetzungen entspringen wiederum der Urquelle, der min-Jdee. die daher mm D*Tp, d. h. Voraussetzung aller Voraussetzung genannt wird. Dr. Meier Munk. (Zu der Frage ist uns noch eine große Reihe von Zuschriften zugegangen, die sofern sie noch etwas Neues enthalten, zur Veröffentlichung gelangen. D. Red.)