Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1925-06-18 · Heft 25 (18.6.1925) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 25 (18.6.1925)
Date
1925-06-18
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2450337-2450361--72278-2529642
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Sette 8 Nr. 25 Der Israelit 18. Juni 1926 aber dennoch verlieren wir nicht die Zuversicht, daß sie , Bürgermeister Ragheb Bey Nashsshibi lehnte die 1 den neuen Städten am Meere gehört, sie Jerusalem versich endlich verflüchtigen werden und dann — dann kömmt Forderung der jüdischen Ratsmitglieder ab, was den hungern und verdursten lassen und kein Verständnis Sonnenjcyein. | Grund zu deren Rücktritt gab. zeigen für die Not der Bevölkerung in der ältesten. Mehr, als 2000 Männer und Frauen aus allen jüheiligsten Stadt, im Zentrum der jüdischen Geschichte und I Siedlungen in „Emek Jezreel" versammelten sich | des jüdischen Lebens, in den Schewuoth-Tagen in der Siedlung En Um den Sabbat. Eharod und feierten das E r n t e f e st. Es fanden Tänze | K 0 wn 0, 11. Juni. I und Umzüge statt. Alle waren mit Blumen und Aehren Wohnungsnot. 60 ganz unncrlcW ging doch lecker der Sabbat aus geschmückt. (Wir setzen daß da- Fest, mit dem Laut oss.ziellen Bekanntmachungen in den Tagedem eiilentat in der Farm der Zwang-,anntag-ruh-nicht längere Fahrten und Fußtouren verbunden waren, am z-j.ung-n sind die bisherigen Begrenzungen in der -au Heraar. In einer Rabbmeraersammlung d,° °l-,er Tage zweiten Festtage, dem in Palästina keinen Festcharakter den Hauseigentümern erhabenen Hausmiete au,schaben zukommt, stattgesunden hat. Die Red.) womit ein neues Kapitel der Not für die kleinen Leute, „...... .. ..... . «m s. Juni wurde in Jerusalem das n-uge,cha„endl, in Mietshäusern wohnen oder ihre Geschäfte treiben tagsruhe -m- Anzahl Mische Händler ihre Laden an jüdisch- Rational-Museum seierlich erd,,net. Der anhebt. Mit Ablaus des Jahres 1925 werden auch alle Md,scheu Festiagen assen halten Ewurde beschlossen. Direktor der Kunstschule „Bezalel". Pras. Boris Schatz. Mietsaertrage, unabhängig nan ihrer aargesehenen Zen. Personen. d,e den Sabbat nicht beobachten, von retigiosei. jJat sich seit zwäls Jahren um die Schassung des Raiianaldauer. ungültig, und den Hauseigentümern wird es von Funktionen auszuschließen, sie zur Thora nicht aufzu. Museums bemüht. Das Museum, das ebenfalls den dieser Zeit an möglich sein, auch trotz lausender »ertrage rusen, ihnen die religiöse Trauung-z-r°n,°nizu ver. Namen „Bezalel" sührt, enthält mehr als «m Objekte di- Mi-t-b°tr°g° nach Herzenslust zu erhöhen, sagen und ,m Falle ihres Tode- -in religiöses B-grabn,- ] alter und moderner Kunst, diin 18 Sälen untergebracht Ij- Not der Klelnmieter kam in einer össentlichen Pro. ftnütestversammlung, die von allen drei Konfessionen stark be- Am 31. Mai, dem ersten Tag" nach dem. Schewuothsucht war, zum heftigen Ausdruck. Die Eröffnungsrede Fest, versammelten sich der Tradition gemäß mehrere hielt der Präsident der Handelskammer Herr Schallt, tausend Juden zu einer Andacht am Grabe des S i m e o n der erzählte,. wie alle Unterhandlungen der Handels- H a z a d i k. Eine Gruppe Juden stießen in der Extase die f kammer mit der Kreisregierung an der Hartnäckigkeit der Rufe aus: „Samuel ist unser Vater, Palästina unser letzteren gescheitert sind. Cs sprachen noch einige Kauf- Vaterland! Lang lebe Valfour!" Die überwachende leute und Vertreter des Mietvereines. Eindruck machte zu verweigern. HumSitutt. Die Jassyer Judenheit verlangt Schuh. B u k a r e st, 7. Juni Hier traf eine Abordnung der Juden aus Jassy ein, die dem Ministerpräsidenten eine Denkschrift über die Belästigung der Juden in den Eisenbahnzügen und über die! Polizei glaubte anscheinend, es handle sich um eine vor-1 auch eine längere Rede des Rabbi Jesaja S ch a p i r o gefährliche antisemitische Hetze überreichten. Abschriften bereitete Demonstration und forderte die Menge zum im Namen des Waad haair. Es wurde eine RZokunon des Memorandums erhielten auch die Chefs der Oppo- Auseinandergehen auf. Als die Menge dem Befehl nicht angenommen, die das Präsidium der Handelskammer aufsition. Der Zustand der zwei jüdischen Mädchen, Maria sofort Folge leistete, trieb die Polizei sie mit Gewalt ausfordert, für den Fall, daß seine Forderungen nicht an- Weigel und Malta Riner, die von antisemitischen Etueinander, wobei mehrere Juden mißhandelt wurden, genommen werden, in korpore zurückzutreten, deuten orutal mißhandelt und aus dem fahrenden Zuge- Unter der Judenheit Palästinas herrscht wegen dieses Voraußerdem einen Proteststreik zu eröffnen, wobei alle hinausge,cyleudert wurden, ist lebensgefährlich. Einige gehens der Polizei große Aufregung und Entrüstung, Läden und Geschäfte bis zur Erfüllung der Forderungen andere'Juden, die aus dem gleichen Zuge hinausge-j wobei aber nicht verkannt wird, daß die Ausrufe hier geschlossen bleiben. Es bleibt nun abzuwarten, was die sehr deplaziert waren. Regierung angesichts der entschiedenen Meinung der Be- Jm Monat Mai d. I. sind 2900 Personen in| völkerung unternehmen wird. Palästina eingewandert Die Einwandererziffer im April betrug 2500, die im März 3300. Am 3. Juni, dem Geburtstag des britischen Königs, wurde in Jerusalem an verschiedenen Orten neben der schleudert wurden, sind schwer verletzt. (I. T. A.) Italien. Jüdische Ehrungen für den italienischen König. Rom, 5. Juni. Der Verband der jüdischen Gemeinden in Italien faßte I britischen Flagge auch die jüdische nationale Flagge ge- Personalien. Dr. während seiner letzten Tagung den Beschluß, in einem der großen Zentren, wahrscheinlich in Florenz, ein jüdisches Rabbiner- und Lehrerseminar zu errichten, welches den Namen des Königs Victor Emanuel tragen soll, der' im Juni d. I. das Jubiläum der fünfundhißt. Trotz der früher bekanntgegebenen offiziellen Norm, daß die zionistische Flagge nicht als Flagge eines ausländischen Staates gilt, und deshalb die Verordnung über die Hiffung ausländischer Flaggen auf sie keine Anwen- Iofef Goldfchmidt Hamburg, 14. Juni. In der Nacht von Freitag auf irHrma 's vnp na»- verschied plötzlich und unerwartet Herr Dir. Dr. Josef Goldschmidt im hohen Alter von 82 Jahren. In ihm betrauert die Hamburger Judenheit den Mann, der vom Jahre 1889 bis April 1921 als Direktor der Talniud- Thora-Realschule die führende Persönlichkeit in der Erdung findet, schritt die Jerusalemer Polizei gegen die _ _ _ ___ zwanzigsten Wiederkehr des Jahrestages seiner Thron- I zionistische Flagge ein und forderte jüdische Hausbesitzer! ziehung der jüdischen Jugend Hamburgs war. Nach besteigung begeht. Auch die italienischen Zionisten planen | auf, dieselbe zu entfernen. Auch die- Zionistische Exekutive Abschluß seiner Gymnasialjahre und Universitätsstudien einen Sympathieausdruck für den König, der seine Zu-, wurde in halb-offizieller Form verständigt, daß es $alte fast 10 Jahre lang (1867—76) als Lehrer ftimmuns, zum Misch-» N°,i°n°>h-im m Pvlästi,,» wüusch-nsm-rt wäre, dizivnistischcn Fnhn-n vvm S°. Q S« tt uni“"” wiederholt bekundet hat. Am Jubüaumstage wird der bäude des Hauptbüros zu entfernen. Die Exekutive er- Kollegium vertraut geworden. Dis zwölf folgenden König eine jüdische Abordnung empfangen, die ihm übe die ihm zugedachten Ehrungen berichten wird. (I. T. A.) widerte, wenn schon die Fahnen weggeschafft werden müssen, so möge die Polizei dies selber besorgen. Palästina Jerusalemer Brief. Auch der jüdische Gencraistaatsanwalt und jüdische Stadt rate gehe». — Erntefest. — Nationalmuseum. — Gestörte Andacht. — Einwand rung. Ierusal e nt, 3. Juni. Wie die Palästinensische Telegraphenagentur erfährt, Wasser! . . . Jerusalem, 4. Juni. Die Wassernot in Jerusalem hält an und gesellt sich zu den anderen Leiden, der Wohnungsnot, der Geldnot usw. als die drückendste aller Nöte. Die Wasserbehälter an einigen Zentralpunkten der wird der Generalstaatsanwalt der Palästina-Regierung, Stadt reichen nicht aus und die dürstende- Menge steht Mr. Norman V e n t w i ch, in kurzer Zeit von seinem in großen Scharen von morgens bis abends und von Posten zurücktreten. Der Rücktritt Norman Ventwichs,! abends bis morgens an Und wartet geduldig auf die zur Zeit, da auch Oberkommissar Sir Herbert Samuel! knappe Wasserspende. Halbe und ganze Tage werden die feinen Posten veläßt, bedeutet, daß nunmehr kein einziger Männer ihrer Arbeit und die Frauen ihrem Haushalte Jude auf einem hohen administrativen Posten in entzogen, Kinder ihren Schulen. Zank und Streit eni- Palästina verbleibt. Im Verlaus der Palästina-Debatte steht in den Reihen der Wartenden, deren Nerven aus das im englischen Oberhaus von Juni 1923 berichtete der daäußerste angespannt sind. Und wenn es endlich den Bemalige Kolonienminister Herzog von Devonshire, amten beliebt, den Segen der Brunnen zu öffnen, so daß unter den 36 Personen, die damals die höchsten | kommen doch zunächst ihre Freunde dran und alle dieadministrativen Posten in Palästina bekleideten, 33 I jenigen, die Gnade in den Augen der Gewaltigen finden. Christen und drei Juden waren. Mit den drei Juden Es wird gedrängt und gejagt und sogar mit Stöcken drein' meinte er den Oberkommissar Sir Herbert Samuel, den geschlagen, wenn sich die Dürstenden mit ihrer Bitte um Oberstaatsanwalt Norman Bentwich und den Leiter des Wasser vorwagen. Die Qualen des Durstes sind ja weit Handelsdcpardements Oberstleutnant H. I. Solomon. Mr. Solomon trat Ende 1923 von seinem Posten zurück. schlimmer als die des Hungers. Es leidet darunter ausschtießlich nur der arme und ärmste Teil der Bevölkerung. Nun haben auch zwei jüdische Mitglieder der S t a d t - Unter den Jemeniten hat eine wahre Massenslucht aus der Verwaltung von Jerusalem nach einer Beratung mit Stadt des Durstes eingesetzt. Dabei vergeht kein Tag ohne dem Präsidium der jüdischen Gemeinde ihren Rückberuhigende Nachrichten und Bekanntmachungen über getritt erklärt. Die jüdischen Stadtverwaltungsmitglieder troffene und zu treffende Verbesserungen in der Wasser - hatten die Ernennung eines jüdischen Sekretärs gefordert, Versorgung. Man zieht große Steuersummen zu dem der als Beigeordneter des Stadtsekretariats den Sitzungen Zwecke ein. Aber von einer Abhilfe ist nichts zu sehen des Rates der Stadtverwaltung beiwohnen und die Proto- und die Verzweiflung wächst mit jedem Tage. Den Mänkolle in hebräischer Sprache abfassen sollte. Gegenwärtig j nern des Aufbaus kann der Vorwurf nicht erspart werden die Protokolle über die Ratssitzungen nur in bleiben, — er wird im „Doar Hajom" mit aller Schärfe arabischer Sprache abgefaßt. Der Jerusalemer erhoben — daß, während die ganze Liebe ihres Herzens Zahre (1876 bis April 1889) unterrichtete er als festangestellter Lehrer in den oberen Klaffen der Realschule der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Frankfurt a. M. Als er im Jahre 1889 das Amt des Direktors der Talmud-Thora-Nealfchule als Nachfolger des km Jahre 1883 verstorbenen Oberrabblners A. Stern ^"xr antrat, konnte sich das bunte Getriebe der Schule zum ersten Mal feit ihrem Bestehen um einen festen Mittelpunkt kristallisieren, während bis dahin alle Angelegenheiten der Schule bis auf den eigentlichen Unterricht von dem Vorstand erledigt worden waren, also im wesentlichen erner Laicngemeinschaft. Seine nie ermüdende Arbeitssreudigkeit, die ihn oft vom frühen Morgen bis in die späte Nacht an der Stätte seines Wirkens festhielt, schreckte nicht zurück vor der scheinbar so undankbaren Kleinarbeit, dis der Alltag des Schulbetriebs fordert. Bedeutsame Neuerungen waren sein Werk: Einführung des für alle Schüler verbindlichen Turnunterrichts, einer Gesangstunde, durchgehende Schulzeit, die die Kinder von dem Zwang des zwei mal täglichen Schulbesuchs befreite, Ausbau der Ferienfrage in Angleichung an die Staatsschulen, Gründung der Lehrerwitwenkasse, Bau: einer Turnhalle, endgültige Regelung und Einteilung des hebräischen Unterrichtes auch den staatlichen Behörden, gegenüber. Ein langgehegter Wunsch erfüllte sich ihm, als im Jahre 1911 der herrliche Neubau des Schulhauses am Grindekhof seiner Bestimmung übergeben werden konnte. In den schweren Jahren der Kriegs- und Nachkriegszeit hielt er trottz vorgerückten Alters das Schnlsteuer fest in Händen. In voller Rüstigkeit und geistiger Frische trat er im Jahre 1921 von seinem Posten zurück. Aber auch sein schöner Lebensabend kannte keine gemetzsrischs Ruhe,' bi; zum letzten Lebeirstage ging er auf nießerifche Ruhe; bis zum letzten Lebenslage ging er auf lichen Arbeit. An ihm erfüllte sich das Wort des Psalmisteu: Vm inm rrblmbpi vwa irr» irnv -.vn ava bv i>inv fsa mm M^X' iH2?5P UTK Von Frankfurt schreibt mau uns: Es war eine Persönlichkeit von seltener Kraft und Originalität, die mit Jos. Goldschmidt ins Grab gesunken ist. Ein begnadeter Pädagoge von reicher Erfahrung und Erfindungsgabe, lebte er seinen Schülern ganze Kapitel

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.