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Der Israelit · 1925-06-11 · Heft 24 (11.6.1925) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 24 (11.6.1925)
Date
1925-06-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 24 Sette 3 11. Juni 1928 lehruntz nicht entziehen. Und die Kanzel, von der aus das Wort Gottes an die Gemeinde verkündet wird, muß zur Stätte der eindringlichen Mahnung werden, wie es einstens die Standorte der Propheten und die Lehrhallen der Tanaim und Amoraim waren, wenn nicht Würdelosigkeit im höchsten Grade die reinen Brunnen unseres Lebens vergiften und Israels Namen der Schande preisgeben soll; wenn sich nicht unsere Zeit, wie schon eine frühere, den Vorwurf zuflehen soll nnwv bnnip nrr“7? Dieser Vorwurf wird in erster Reihe diejenige^ uessen, die es in der Hand und in der "Nacht habt hätten, zu wehren und es nicht tuten, -in'» xVi mnafr b*pa 'vn? Und erschwerend wird diese Anklage wirken -m Anblicke der Proteste, die, nach Art der bischöflichen Mahnung aus Limburg, die Hüter anderer Konfessionen, wenigstens für den Bereich ihrer Kirche, erhoben und andauernd erheben. Wochenrundschau. WM Ein sachverständiges Urteil. Der in München neu entfachte Kampf um das Schächten hat, wie zu erwarten war, ein besonders lebhaftes Echo in der Fachpresse gefunden. Aus der Diskussion über dieses Thema in der „Allgemeinen Fleischerzeitung" ist überaus beachtenswert eine Art Richtigstellung des Ehrenaltmeisters und gerichtlichen Sachverständigen im Schlächter- und Fleischergewerbe, Herrn Herman Hübner, Berlin. Hübner, ein hervorragender und anerkannter Fachmann, schreibt in einer Erwiderung an einen Herrn, der im gleichen Blatte das Schächten als die schlechteste aller Schlachtmethoden darzustellen versuchte, u. a.: „Die sämtlichen heutigen Schlachtmethoden, wenn sie sicher und gut ausgesührt werden, sind gut und zum größten Teile schmerzlos. Der Vorzug gebührt derjenigen Methode, bei der kein Fehlhieb und kein Fehlschnitt vorkommt. Diejenige Methode, bei der alle Fehler wegsallen, ist die beste. Es wird jedem erfahrenen und praktischen Schlächter schon passiert sein und wird auch heute noch passieren, daß bei schweren Rindern, hauptsächlich Bullen, und schweren Schweinen hin und wieder mal ein Fehlhieb vorkommt, wo das Lier nicht gleich bei dem ersten Hieb betäubt wird, sondern erst bei dem nächstfolgenden. Ebenso liegt die Sache beim Erschießen binatsentscheidung zu unterwerfen. Die Juden sprechen die arabische Landessprache, sind aber zumeist auch mit dem Hebräischen gut vertraut. Mit ungeheuerer Pietät und Liebe werden die alten Gräber gepflegt. Unweit der Hauptstadt, in der Gegend von Marokes, befindet sich das Grab des jüdischen Brüderpaars Rabbi Raphael und Rabbi Mosche. Bei Dogmat ist es wiederum das Grab des David Ahro n ben Mosche, zu dem alle Welt wie zu einer Wunderstätte pilgert. Nicht allein Juden. Man kann sogar sagen, dotz die Mohammedaner den heiligen Gräbern in ihrer überschwenglichen Art noch mehr Ehre erweisen als die Juden, Einer besonderen Verehrung erfreut sich aber unter all den heiligen Gräbern das Grab eines dreizehnjährigen Mädchens, Sulüikü genannt, das in der Umgegend von Tanger eine ungeheuere Anziehungskrast auf die Frommen aller Teile Marokkos ausübt. Am Grabe steht ein kleines Bethaus, in dem ein Bild an der Wand eine grauenerregende Episode darftellt. Ein Kind von blendender Schönheit wird auf dem Schaffot vom Henker langsam zu Tode gemartert. Die Züge des Kindes sind in unsäglichem Glücke verklärt. Das Bild in goldenem Nahmen trägt als Ueberschrift in hebräischer Sprache:?.Es ist dieses Mädchen die Sulaika. ein Muster >ür jüdische Töchter". Unter deM,Bilde liest man die Wortei: „Ich bin als Jüdin geboren und will als solche sterben!" Wenn man nach den inneren Zusammenhängen des Bildes und der Wallfahrtsstätte fragt, erfährt man folgende Geschichte: Vor hundert Jahren lebte in Tanger die dreizehnjährige Sulaika bei ihren Eltern Und setzte schon m diesem Alter mit ihrer blendenden Schönheit alle Welt in Entzücken. Zu ihrer äußeren Schönheit Der Israelit und : eim Schlagbolzen. Auch kann beim Abstechen der Sch bittere mal ein Fehlstich Vorkommen, so daß das Tier itatt in der Herzgrube unter der Rippe gestochen wirk Und nun möchte ich fragen: Kommt ein Fehlschn ‘ bei dem koscheren Schlachten auch vor? Das wir man unbedingt verneinen müssen. Ich ben ke, daß bei der koscheren Schlachtung der Sc ichtschnitt immer sicher ist, und ebenso fit er - uaj der schnellste und sicherste Tod des Schlachttieres." Nachdem Hübner die Unmöglichkeit der angebl'.hen Quälerei beim Fesseln und Niederwerfen ' achgewiesen, schildert er die Schächthandlung wie fnlgt^ „Hetzt kommt der Schächter mit dem dazu gehörigen großen, passenden, haarscharf geschliffenen und abgezogenen Messer und vollzieht den Schächtschnitt. Der Schnitt ist schnell und sicher und ist ein Fehlschnitt hier beim Schächten ausgeschlossen. Bei diesem Schnitt ist der Kopf von dem Tierkörper mit allen zusammengewachsenen Fleischteilen, sowie die kleinen Kreuzadern, die beiden großen Blutschlagadern, die Speiseröhre und die Luftröhre durchschnitten und vollständig getrennt, so daß der fast abgetrennte Kopf mit dem Tierkörper nur noch durch Wirbelsäule, Genickmuskeln und Haut zusammenhängt. In diesem Augenblick stürzt sämtliches Blut des Tieres aus allen Blutadern sowie hauptsächlich das Blut aus dem Kopf und Gehirn mit voller Kraft und Gewalt aus dem Körper. Die Ohnmacht und Gefühllosigkeit des geschnittenen Tieres tritt sofort ein. Es kann von einer schmerzlichen oder überhaupt einer Tierquälerei in diesem Falle beim Schächten gar keine Rede sein. Die Ausblutung des geschlachteten Tierkörpers ist hier mindestens ebenso gut und sogar noch besser, als bei allen anderen Schlachtmethoden. Dasselbe trifft auch zu, wenn Kälber und Hammel geschlachtet werden." Hübner lenkt sodann das Auge der Tierschutzler auf die I a g d und andere Tierquälereien außerhalb der Schlachthäuser hin: „Wieviele Fehlschüsse kommen wohl bei der Jagd vor, wo das Wild nicht gleich beim ersten Schuß unterm Feuer bleibt, sondern einen Fehlschuß in die Keule oder Bauchhöhle bekommt und das Tier schwer verwundet öfters stundenlang mit großen Schmerzen herumläuft. ehe es zusammenbricht und verendet. Selbst dann, wenn ein Keulenjmuß zur Ausheilung kommt, hat das Tier noch viel länger Schmerzen zu ertragen, bis es vollständig ausgeheilt ist. Dies kommt ja auch bei der Fischerei vor, hauptsächlich beim Angeln, sowie beim Legen von Aalhaken und anderen Methoden. Da könnte eher eine Tierquälerei in Frage kommen. Es kommt vor, daß die gefangenen Fische mit dem Angelhaken sich den ganzen Rachen zerreißen und so ein Fisch lange Zeit mit großen Schmerzen, bis er abstirbt, herumfchimmt. Ich bemerke weiter, daß nur rohe und gefühllose Menschen Tiere mutwillig und nutzlos Schmerzen bereiten werden. Jeder nutzlose und scharfe Peitschenhieb bei dem -^uhrwerksrvesen verursacht dem Tiere mehr Schmerzen als die angeführten Schlachtmethoden." Man sollte glauben dürfen, daß dem gründlichen. Fachmanne in dieser Frage nicht allein in der „Allgemeinen Fleischerzeitung", sondern auch im Tierschutzverbande das Schlußwort überlassen wird. kam noch ein goldenes Herz und Manieren, die alle gefangen nahmen. Die nichtjüdischen Nachbarn neideten dem Juden die schöne Tochter und ersannen einen teuflischen Plan. Sie ließen durch gekaufte Zeugen verbreiten. Sulaika hätte den Wunsch geäußert, zum mohammedanischen Glauben überzutreien. .Aus diese Weise wurde das Mädchen gewaltsam den Eltern entrissen und dem Thronfolger in Fez zugeführt, der vom ersten Augenblicke an Gefallen an ihr fand und Sulaika bedrängte, dem jüdischen Glauben den Rücken zu kehren und sein Weib zu werden. Sulaika blieb aber standhast und sprach: „Aller Reichtum der Welt kann mich nicht locken, den Glauben der Väter zu verlassen. Ich lege mein Schicksal in die Hand dessen, der Herr über Leben und Tod ist". Als der Kronprinz eingesehen hatte, daß alles gütliche Zureden nutzlos sei, ließ er das Kind in das Gefängnis sperren. Er ließ dann alle Rabbiner und weisen Männer der Judenstadt kommen und drohte, sie alle zu vernichten, wenn es ihnen nicht gelingen sollte. Sulaika für seine Pläne willig zu stimmen. Da sich die Sache zu einer Gefahr für das ganze jüdische Volk in Marokko ausbildete, waren welche der Meinung. Sulaika den Schritt zu empfehlen, in Erwartung, daß, wie zu Esthers Zeiten, durch sie Erlösung für Israel entstehen würde. Aber auch dieses Zureden blieb nutzlos. „Esther", so sagte Sulaika. „war auch nicht gezwungen worden, von ihrem Glauben abtrünnig zu werden". Es gelang-noch mit schwerem Gelde, die Gefahr von der Judensckast und ihren Führern abzuwenden. Aber Sulaika endete auf der Richtstätte. Todesängste zeigte sie nicht und auch die langsamen Todesqualen vermochten sie nicht in ihrem Ausharren wankend machen. „Ich bin als Jüdin geboren und Dir Lage i« Pole«. Die Lage unserer Brüder in Polen schreit zum Himmel. Nüchterne Beobachter, die von dort kommen, sind entsetzt über die furchtbaren Wirkungen der unblutigen Steuer-Pogrome, die man gegen den jüdschen Kaufmannsstand mit berechnender und zielsicherer Konsequenz ins Werk gesetzt hat, und die durch ein System politischer Kränkung und Rechtsverkürzung verschärft werden. So hat denn wilde Verzweiflung weiteste Kreise ersaßt, die durch den neuesten Gewaltakt, die Konzessionsentziehung für 32 000 jüdische Familien, bis zum Wahnsinn gesteigert werden wird. Nicht nur die S e l b st m o r d - Epidemie, ein ewiges Denkmal der Schande für die Urheber der Finanz-Pogrome, ist Zeuge dieser Verzweiflung, sondern auch der kopflose Auswanderungssturm nach Erez I i s r o e l, den nur Gottes Wundergüte zu einem glücklichen Ende zu führen vermag. Allein im allerbesten Falle wird ja nur ein verschwindender Bruchteil der polnischen Juden nach dem heiligen Lande auswandern können. Der großen Maste mußinPoflenselber geholfen werden. Das scheint man nun auch in polnischen Regierungskreisen oder wenigstens scheinen es einzelne vorurteilsfreiere Politiker einzusehen, und so dürste es als kein unerfreuliches Symptom zu deuten sein, daß man — privat, nicht offiziell — einen Mann wie Lucien Wolfs aus London nach Warschau gebeten hat, um „zwischen den Juden und der Regierung zu vermitteln." Wir bedauern, daß man es nicht verstanden hat, diese „Berufung" und die ganze Reise im stillen abzumachen, denn, was sich jetzt an Preste-Polemik an die Mission Lucien Wolfs anknüpft, ist^nicht gerade geeignet, große Hoffnungen zu erwecken. Gewiß haben formell diejenigen recht, die sagen, daß ein Ausländer sich nicht in die inneren Beziehungen zwischen Polen und seinen jüdischen Bürgern einmischen sollte; wir sehen nicht einmal in der fortwährenden Berufung auf den Völkerbund, als außenstehende Instanz, ein taugliches Mittel, um den „Minoritäten" Recht und Ruhe zu schaffen. Aber die Situation in Polen ist so verfahren, die Beziehung zwischen Regierung und jüdischem Parlamentsklub dermaßen vergiftet, daß ein von jeder nationalistischen Verstiegenheit freier, bei der Regierung und mindestens bei allen nichtzionistischen Juden Polens Vertrauen genießender Mann wie Lucien Wolfs, hinter dem die englische Finanz steht, doch wohl manches Gute stiften könnte. Auf dem Wege parlamentarischer will als solche sterben". Das waren ihre letzten Worte. And diese Worte trägt nun auch das Bild an ihrem Grabe als Inschrift. Aus dem Grabe der kleinen Glaubensheldin, so glaubt alles in Marokko, ströme heute noch Heil und Heilung für alle, die mit ihrer Rot und ihrem Schmerze sich hier niederwerscn. Eine Anstage. Von Dr. S. Adler. In dem i;m rpwm 'iip n dts vom 2. Tag mjnaw finden wir folgende Stelle: o'nm px 'mpa px^> i»ip nsnW' woraus dann eine Anzahl Dinge ausgezäh t werden, von denen der an verschiedenen Stellen berichtet, daß sie a^ip iznp, der Weltschöpsung schon vorausgingen, oder wenigstens nawnna r?v schon vorher im Plarw des göttlichen Schöpfers festgelegt waren. Ohne auf den tieferen Sinn dieser Worte einzugehen, möchte ich hier auf folgendes Hinweisen: Obwohl von sieben Dingen die Rede ist, werden hier 9 ausgezählt: 1) *naan xo> 2) vnp»n ira» 3) mnx' 4) iaw N'V»' 5) p. 6) ayn> 7) 8) nawrv 9) mm. Diese 9 Dinge werden an verschiedenen Stellen genannt, teils mit, teils ohne Zahlenangabe. Merkwürdig ist, daß in unserem vl'S einleitend von 7 die Rede ist, dann aber 9 genannt werden. Sind etwa 2 später interpoliert worden? Alte Drucke, die mir zugänglich waren, haben alle unsere Lesart, auch unter den mir zugänglichen ö'tzns» weist keiner darauf hin. Kann jemand darüber Auskunft geben?

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