Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1925)
- Date
- 1925-06-04
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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WDMSWMM rer ' v •;/-V; Der Israeli! 4 Juni 1925 Es wären allwöchentlich zwei bis drei Blätter anrrai trinn» vn'S oy 'Oin *"wrj 'm mit den betreffenden nw*n zu lernen, die fortgeschrittenen Jahrgänge sollen auch mit den endgültigen halachischen Resultaten des gelernten Pensums bekannt, gemacht werden, wie dieselben in t> 'Niv npin und y"w mit hauptsächlichen a’Va kodifiziert sind. Zum Bekanntwerden mit Nim bV ibmbs. gefügte das zwei bis drei Wochen hindurch währende „Lernen" einer raD mit D’anmn Q’nwfrn am Beginne eines jeden Semesters. Außer diesem haben doch die Jünger die Gelegenheit in den Ferienmonaten Nissan und Tischri beim „Mitlernen" der landesüblichen niovin na^n für nrw und nnwn nnip sich im bisbo zu üben. Auch..glauben wir, daß man bei genauer Jnnehallung einer Methode des Talmudunterrichtes, die darin gipfelte, den fortgeschritteneren Jüngern neben dem klaren vws in nmvm O'IIVXIM die Art und die Weise zu vergegenwärtigen, wie aus den Bausteinen der von ihnen bearbeiteten Pensen allmählich die endgültigen Resultate in der Halacha heranwachsen, — wie inan hierdurch weit eher die stete Aufmerksamkeit und das lebendigste Interesse fürdas Talmudstudium in den Jüngern wachrufen und aufrecht halten könnte, als bei der leider zu sehr verbreiteten Methode, wobei ein künstlich konstruierter p-m auf eine künstliche konstruierte die Gipfelblüte des talmudischen Unterrichtes bildet.n) U) Wir wollen zwar nicht leugnen, daß rr^s sm, xns-nn daß der ’pis'ps von Vorteil für die Schärfung des Geistes ist. Dasselbe darf aber bloß xvovsein Gewürz bleiben und keinesfalls die ausschließliche Nahrung repräsentieren wollen, denn sonst gewöhnen sich die Jünger daran, in dem talmudischen Studium bloß ein scharfsinniges Gedankenspiel zu sehen und verlieren das Gefühl für den Ernst der halachischen Forschung. Man sehe nur, was vipn r\"bv diesbezüglich schreibt. (Folio 181, alte Ausgabe.) Noch eher wäre die allgemeine Verbreitung des „modernen Pilpuls" gewünscht, von dem Rabbiner Weinberg in seinem Aufsatz über die rustücben ra’iP’ in Wohlgemuts Jefchurun, 3, S. 117 u. f. berichtet, daß derselbe „den tiefsten Gehalt einer Halachah vermittelst einer Zusammenfassung ihrer Einzelheiten und Verzweigungen und deren Verschmelzung zu einem Gesamtbilde begreifen will, um dann den in den Einzelheiten liegenden Grundgedanken zu erfassen und zu einer looischen Definition des halachischen Hauptsatzes zu gelangen." (In Parenthese sei bemerkt, daß dieser Methode schon S. R. Hirsch das Wort redete, natürlich geschah es bei ihm hauptsächlich zur Ergründung des von ihm „Geist des Gesetzes" genannten religionsphilosophiscyen Kerngedankens, der sich in irgend einem Thoragebote ausspricht. Wir verweisen diesbezüglich auf den 18. seiner 19 Briefe, besonders auf die darin vorkommende Futznote, und aus die Borerinnerung zum Chaurew S. 10 und 11 der dritten Ausgabe. Auch sind zahllose Stellen in seinem -Pentateuchkommentare, vor allem aber seine Grundlinien einer jüdischen Symbolik (Ges. Wochenrundschau. Zur englischen Palästina-Politik. Die Ernennung des Feldmarschalls Lord Plumer zum Nachfolger des ersten „Naziw in Iehuda" hat allseitig als Ueberraschung gewirkt. Ueberrascht ist nicht nur die zionistische Organisation, deren Exekutive trotz ihrer quasi öffentlich-rechtlichen Stellung als Jewish Agency, von diesem für die Zukunft des national liome wichtigsten Staatsakt vorher nichts erfuhr, sondern die politische Welt überhaupt, die einen so schroffen Dekorationswechsel nicht erwartet hatte. Die Wahl des Juden Herbert Samuel zum High Commissioner of Palestine war eine Schriften, V. 3) klassische Beispiele dieser Methode, welche die halachischen Einzelheiten zu einem Gesamtbilde zusammenfassen und hieraus auf den Grundgedanken schließen will. Noch sei in dieser Beziehung auf Kap. 71 des Chaurew verwiesen, wo die wichtigen talmudischen Begriffe oonupvv p--vi ,j?so ,npm on in klassischer Kürze besprochen werden. Nur haben wir zu bemerken, daß dieser in akademischen Formen sich bewegende „moderne Pilpul", von dem Rabbiner Weinberg weiterhin bemerkt, daß „diese Anwendung der induktiven und deduktiven Methode auf das talmudische Forschungsgebiet dazu angetan war, dem gesamten Studium frisches Leben einzuhauchen und denen, die sich ihm Hingaben, durch die produktive Tätigkeit Befriedigung zu gewähren," — daß diese Methode nur in solchen JTirpff' durchführbar ist, die, was talmudifches Wissen anbelangt, auf höchstem Niveau sich befinden, und ist dieselbe wahrscheinlich auch dort nur für die höchsten Jahrgänge eingebürgert, jedoch im allgemeinen nicht zu empfehlen, da sie sich ein allzuhohes, also für die Mehrheit der Jünger unerreichbares Ziel sich >etzt. Wenn aber Rabbiner Weinberg hervorhebt, daß dieser „moderne Pilpul" geeignet ist, auch denen Befriedigung für ihre geistige Tätigkeit zu gewähren, denen sonst die Gedankenwelt des Talmuds zu eng und einförmig dünkte, und die sonst „auf fremden Feldern herumirrend," durch europäische Bildung den tiefen Drang der Menschenseele nach voller Selbstentfaltung und schöpferischem Wirken zusriedenzustellen sich bestrebten, — so sind wir der Meinung, daß auch die Befolgung der von uns befürworteten Methode, wonach die Jünger geübt werden, -ipot6 sroVrn rra-Hx bei jedem Pensum, welches sie durchnehmen, die endgültige Halachah in allen ihren Verzweigungen a us dem eben behandelten talmudischen Thema hervorgehen zu sehen, sehr geeignet ist, denselben höchste Befriedigung ihres geinigen Schaffensdranges zu gewahren, da sie durch diese Methode veranlaßt werden, den „trockenen" pi im Tn? pnVup aus den warmen, lebensfrohen Controversen im Talmud und Rischonim mit herauszuschöpfen. 9ir. 23 Seite 3 ästhetisch geradezu wohltuend wirkende Geste der englischen Politik: sie fügte sich harmonisch der durch die Balfour-Deklaration und die feierliche, vom Atem der Geschichte erfüllte Präambel zum Mandat geschaffenen romantischen Stimmung ein und entsprach auch — wie man jetzt deutlich aus der an anderer Stelle dieser Nummer veröffentlichten bedeutsamen Rede Lloyd Georges ersieht — dem idealen Grundgedanken, der für das d a m a l i g e englische Kabinett Lloyd Eeorge- Balfour bei seiner Palästina-Politik zum mindesten mitbestimmend war. Wenn der Feuerkopf Lloyd George jetzt im Momente der Ernennung Lord Plumers den Augenblick für gekommen Hält, um die Balfour-Erklärung öffentlich in einer Weise zu unterstreichen, wie man es in den zahlreichen Reden des derzeitigen Kolonialministers während der letzten Zeit niemals gehört hat, so ist es wohl keine attzugewagte Konjektur, wenn' man darin eine Mahnung des liberalen Führers an die konservative Regierung aus Anlaß der Neuernennung des High-Commissioner erblickt. Lloyd George kehrt in seiner Rede die Gefühlsmomente stark hervor, die England für die Dalfour-Erklärung als Instrument zur „Restauration des jüdischen Volkes nach Palästina" gewonnen haben — er fügt jedesmal gewissenhaft hinzu, daß daneben für die britische Regierung auch Momente des politischen Interesses mitgespielt hätten, vergißt aber ebenso gewissenhaft jedesmal, zu sagen, worin dieses Interesse an einem „jüdischen Palästina" denn nun bestand. Die etwas sentimental anmutende Dankbarkeit für das chemische Erfindergenie Dr. Weizmanns kann es doch unmöglich gewesen sein, was das englische Kabinett zur einstimmigen Annahme des Balfour-Vriefes an Lord Rothschild bestimmte. War man ja immerhin nüchtern und vorsichtig genug, um das vorgeschlagene „Palästina als nationales Heim" noch in letzter Stunde in ein „nationales Heim in Palästina" umzuwandeln. Offenbar waren vielmehr politische Momente — der Wunsch, ein Gegengewicht gegen das Arabertum zu schaffen — und vor allem strategische, die in der ganzen Lage Palästinas als europäischasiatisch-afrikanischen Brückenkopfs begründet find, entscheidend. Das Gewicht dieser letzteren Erwägungen tritt nun in der Ernennung eines der bedeutendsten englischen Militärs zum Nachfolger des jüdischen Erez-Iisroel-Statthalters besonders prägnant in die Erscheinung. Der historischromantische Motivenkompler für die englische Palästinapolitik, symbolisiert in der Person des jüdischen Naziw, taucht unter, und auf der Bühne der Zeitgeschichte erscheint — die Militär- Raucher zuführen. Es muß ein Tabak produziert werden, der ebenso berühmt wird, wie das Land, das ihn erzeugt. Herr Lubliner schloß: Zu meiner Arbeit in Palästina hat mich nicht das geschäftliche Motiv geführt; ich will mein Teil haben an dem Aufbau des Landes, dem ich nicht nur Kapital, sondern auch meine 30jährige Erfahrung in der Tabak-Produktion zur Verfügung stelle. PoimefeldtsTee H seir ioo Jahren bewährt - von Millionen getrunken.0 IVochenkalender. 6.-13. Juni 1925. / 14-21. Siwan 5685. Samstag Juni 6 14 p'v Sonntag 7 15 Montag 8 16 Dienstag 9 17 Mittwoch 10 18 Donnerstag 11 19 Freitag 12 20 Samstag 13 •pym 21 nfs die „schönste Perle von Indien" bekannt war. Nun hat ein indischer Prinz Osana ins Herz geschlossen. Die Eltern, durch Erfahrung gewitzigt, wollten sich nun beeilen, ihre Tochter mit einem jüdischen Manne zu vermählen. Wie überrascht waren sie aber, als der indhcye Maharadscha eines Tages im Haufe der bescheidenen Leute erschien und in aller Form um die End ihrer Tochter anhielt. Er kam gerade von einer Reife nach London und hatte dort „unter Einhaltung aller Vorschriften" die jüdische Religion angenommen. Wie, die englischen Zeitung berichten, wird die Hochzeit demnächst stattfinden. Leider wird nicht gesagt, wie und w o der Uebertritt zum Judentum in London vor s, ging. War die Liebe zum jüdischen. Mädchen der einzige Grund dieses Uebertrittes, so dürfte er doch bei frommen Rabbinern auf einige Schwierigkeiten gestoßen haben. Es ist auf alle Fälle der so gesuchten „schönen Perle von Indien" zu gönnen, daß sie nun als Frau des M a -!> a r a d s ch a vor weiteren Nachstellungen und Gefahren geschützt ist. (Die Tabak-Vroduktion in Palästina.) In Anbetracht bes wichtigen Platzes, den. der Tabak-Bau in der Paästina-Aufbau-Arbeit einnimt, ersuchte der I. T. A.-Verreter den bekannten Berliner Tabakindustriellen Herrn Samuel Lubliner um seine Meinungsäußerung über die Aussichten der palästinensischenTabak-Produktion. Herr Lubliner hat sich die gesamte Tabak-Produknon von Galiläa gesichert und hat vor kurzem zwei große ,-stgaretten-Fabriken, die eine in Tel Aviv, die andere in New Jork, errichtet, die ausschließlich- Palästina-Tabake verarbeiten; außerdem läßt er in seinen Fabriken in Deutschland drei bereits sehr populär gewordene Ziga- ' etten-Sorten aus Palästina-Tabaken Herstellen. Herr Lubliner teilte dem I. T. A.-Vertreter folgendes über seine Unternebmungen und seine Erwartungen mit: Es ist mein Streben, aus den Palästina-Tabaken ein besonders delikates Fabrikat herzustellen und zugleich einer großen Zahl Menschen in Palästina Existenz-Möglichkoit zu verschaffen. Sollte mein Plan gelingen — es hängt sehr viel von dem breiten jüdischen Publikum ab — so ist es möglich, daß Palästina in den kommenden fünf Jahren zwei bis drei Millionen' Klo edelsten Tabaks produzieren wird, wobei 40 000 bis 60 000 Personen in der Tabak-Industrie direkt bescbäftigt werden würden. Es wird mit der Zeit möglich sein, 15 Prozent der gesamten Valästina-Vevölkeruna in der Tabakindustrie eine gute Eristenz-Möglichkeit zu schaffen. Man muß aber bei der Produktion sehr sorgfältig zu Werke gehen und nur die edelsten Tabake der Welt produzieren. Herr Lubliner, der den Kolonisten von Galiläa die gesamte Produktion abgekauft hat und ihnen Vorschüsse für später gegeben hat, holte die besten Fachleute des Orients zwecks fachlicher Unterweisung der Pflanzer heran und finanziert 15 Versuchsstellen, in denen das gesamte Problem der palästinensischen Tabak-KultUr unter Aufsicht der zionistischen Versuchsstation studiert wird. Die bisherigen Resultate, sagte Herr Lubliner, sind dazu angetan, alle Freunde des jüdischen Nationalheims mit Genugtuung zu erfüllen. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß, wenn man in Palästina türkischen Tabaksamen sät, die Pflanze dann ein weit edleres Produkt darstellt, als es der türkische Tabak aus gleichem Samen ist. Der Boden und dis Sonne Palästinas geben dem Produkt ein spezifisches Aroma und einen Geschmack, wie sie in keinem anderen Lande erreicht sind. Palästina eignet sich nicht für Massenproduktion, die Welt ist an billgen Tabaken übersättigt, in Palästina ziehen wir nur edelste Sorten, die sich für den Tabakbauer finanziell auch besser rentieren. Palästina soll dem Weltmarkt drei bis fünf Millionen Kilogramm edelsten Tabaks für die verwöhntesten