Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 66 (1925)
- Issue
- Heft 23 (4.6.1925)
- Date
- 1925-06-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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UWMSWWWWWWWWWWM«N«MWWMMWWWW Seite 2 Nr. 23 Der Israelit 4. Juni 1928 etwas Schönes gebe wie — Petöfi! Ich könnte in Hülle und Fülle derartige Erscheinungen anführen. All solche und ähnliche Erfahrungen beweisen, daß man in den ma'E?' neben dem np'v' dem Studium von D'paiai v"E? auch dem gründlichen pn-Studium ein Plätzchen einräumen muß, und zwar — wie Ben Usiel es so schön und treffend ausführt * 5) — nicht zwecks philologischer oder antiquarischer Forschungen, aber auch nicht zwecks ästhetischer Untersuchungen oder ästhetischer Genüsse, wie man ein der Phantasie dargereichtes Gedicht studiert, sondern zwecks Gewinnung einer urjüvtschen Lebensanschauung und Lebensweisheit, damit wir mit den heiligen Empfindungen eines Königs David die Natur zu betrachten, und mit den Ohren eines Jesaia die Lehren der Geschichte zu vernehmen uns gewöhnen. Aber auch das Studium vom enm muß in den ma»v' viel intensiver betrieben werden als solches bisher geschah. Der '"En -Kommentar und in höheren Jahrgängen der des pnan6 7) muß intensiv studiert werden. Denn während der erste zahllose Goldkörnlein aus der s"'vaV mirv und zwar sowohl aus dem Gebiete der nabn wie der nun enthält, befruchtet der andere mit den erhabensten und jüdischsten?) Ideen die Seele des Thorajüngers. Beide aber werden dann wie ein eiserner Wissensfond den Jeschibahjünger ins Leben hinausbegleiten. Und auch die jüdische Geschichte muß ein Plätzchen im Unterrichtsplan der zu reorganisierenden na’w erhalten. Denn unendlich groß kann der jüdisch-erzieherische Wert eines im echtjüdischen Geiste erteilten jüdischen Geschichtsunterrichtes sein. Ich verweise diesbezüglich auf die herrlichen und markigen Ausführungen des Dr. Josef Breuer 8 *), die es ohnedies verdienten, der größten Oeffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden und deren markanteste Stellen ich bloß aus dem Grunde hier nicht anführe, weil der die betreffenden Ausführungen enthaltende Band mir abhanden gekommen ist. Da die na'N' nicht bloße akademische Zwecke verfolgen, sondern fürs Leben erziehen soll, so muß in derselben auch darauf geachtet werden, daß die na'w'-Jünger mit den im alltäglichen Leben eines echten Jehudi zu befolgenden halachischen Resultaten, mit den sogenannten d^h aufs allerengste bekannt werden werden sollen, was heutzutage in den allerseltensten Fällen geb) In den 19 Briefen. 6) i8i2 o"nn pflegte allwöchentlich den rnai mit feiner nn’i?’ durchzunehmen. 7) S. R. Hir' nannte >"211 bekanntlich den „jüdischsten" unserer Religionsphilosophen. s) Jüdische Monatshefte, 2. S. 110 u. f. schieht. So, daß es keine Seltenheit ist, daß anina* die ihr Blatt xnm ausgezeichnet „leinen", mit den notwendigsten D'i'n nicht vertraut find. Daher ein täglicher, obligatorischer nW in d,ivt nixp wie anx "N oder a"N mix mit av'nnxa- Da bei diesem Schiur es eben nicht soweit auf die quellenmäßige und logische Begründung oder Ableitung der Halachah, wie vielmehr darauf ankommt, daß die amna die präzise Kenntnis der fürs praktische jüdische Leben nötigen ä'j'i sich aneignen sollen, so muß hierbei auf das tägliche Memorieren der a'2n ntsp abgesehen werden. Auch soll in den ma-w' ein täglicher niv^Mischnajoth mit Bertinora-Commentar eingeführt werden. Denn ein, Jahre hindurch, in täglichen Pensen fortgesetzes Studium der mwn mo hew xnuana ay führt zur Kenntnis des Umrisses der ganzen na hxaD nun. so daß mark hierdurch zur Gewinnung eines Ueberblickes über die ganze traditionelle Lehre gelangt, was doch von unendlichem Gewinn für das allgemeine Thorawissen des Thorajüngers ist. Auch das tägliche Studium von ethischen Werken, den sogen., nai» nao muß zu den obligatorischen Pflichten in den nia'E?' gehören. Wir schließen uns vollkommen den diesbezüglichen Ausführungen von Rabbiner Weinberg in Wohlgemuts Jeschurun (3, S. 113) an: „Vermag nun das soziale Milieu nicht allein de ' Thorageiste Schutz und Rückhalt zu gewähren, so ist das Leben dem Geiste der Religion entfremdet; ist dem Juden des materialistischen Zeitalters jene befreiende Kraft idealistischer. Begeisterung abhanden gekommen, die ihn die schwere Last des Lebens ertragen läßt, so lassen sich wohl vermittelst einer sittlichen Erziehungsarbeit die erschöpften sittlichen Kräfte erneuern und fruchtbar machen. Der M u s s a r wendet sich an das Individuelle der menschlichen Natur, seine Aufgabe erblickt er in der Steigerung der sittlichen Energie und in der Wehrhaftmachung der seelischen Motive und Triebkräfte in einem Maße, daß der Mensch Herr seiner selbst, unbeugsam und der Gesellschaft nicht untertan ist. Die Grundidee der neuen Morallehre ist mithin: Der ideal veranlagte Mensch muß sich leidend und kämpfend bewähren. Der Jude ist an das religiöse Martyrium gewöhnt. Die Tugend des Duldens ist ihm von Natur eigen. Allein wer hat die Grenzen dieser Tugend ermessen? Er muß von Jugend auf zu einer Lebensanschauung und Ordnung erzogen werden, die die Lebens- °) Dieser Ausdruck bedarf einer Korrektur, da die ganze heilige Literatur der Vergangenheit dieser Idee voll ist. Wir verweisen bloß' auf das 'ist mm u. bedürfnisse aus das niedrigste Maß zu reduzieren lehrt; dabei muh sein Sinn für die Sittlichkeit in einem Maße entwickelt und geläutert werden, daß er für das „Licht der Thora" und die göttlichen Gebote empfänglich wird, so daß' er frohen Mutes und erfüllt von sittlicher Begeisterung in den schweren Lebenskampf ziehe und sich darin bewähre." Der Lebensnerv des na'E?'-Unterrichts muß aber selbstverständlich auch weiterhin der Unterricht in v'pvisi sein. Aber damit auch der diesbezügliche Unterricht in der Zukunft hin fruchtbarer und da die nia'W — wie wir es schon mehrmals hervorgehoben — nach unserem Dafürhalten nicht fachgemäße Vorbereitungsschulen für den Rabbinerberuf, sondern allgemeine Pflanzstätten für die größtmögliche Verbreitung eines intensiven Thorawissens inmitten der weitesten jüdischen Volksschichten zu sein haben, — also damit auch der diesbezügliche Unterricht fruchtbarer und ein den zukünftigen Lebensberuf der Jünger, die größtenteils keine Rabbiner oder Kultusbeamte, sondern thoragelehrte ■»bin sein werden, mehr berücksichtigender sein soll, muß auch der Talmudunterricht vereinfacht und systematischer gestaltet werden. Man müßte eben das Beispiel der russischen nia'EP befolgen 10y, wo nur e i n talmudischer ^roff zu gleicher Zeit behandelt wird, dies "intensivereWeife, damit die Zeit und die Eneraie nicht auf zwei, oder sogar wie in manchen ni >V' auf drei verschiedene talmudische Stoffe: S. iur, Nebenschiur und Extra- Nebenschiur zersplit. rt wird. Denn nur eine derartige Bereinfaä ng des Talmudstudiums möchte dabei, daß sie >er Jntensiivität desselben keinen Abbruch tut, zugleich auch dem Unterrichte in den früher angeführten anderen jüdischen Gegenständen Zeit lassen. In den neu zu organisierenden nia'E?'müßte auch dafür gesorgt werden, daß sowohl das Sommerwie das Wintersemester volle fünf Monate dauern soll, nicht so wie heute, wo sie nur je vier, eventuell auch nur drei Monate dauern Wir glauben, daß dieser Zeitgewinn den etwaigen Bedenken wegen der von uns empfohlenen Vereinfachung des Talmudunterrichtes ganz gut das Gleichgewicht halten würde. Also wir möchten in Bezug auf den talmudischen Unterricht das fortlaufende eindringende Studium eines talmudischen Traktates, wie es in den russischen nia'E?' gang und gäbe ist, empfehlen. '0) Wir schrieben diesen Aussatz lange. vor dem Erscheinen der Arbeit von Räbb. Jakobovitz in Nr. 11 d. Bl. Kleines Feuilleton. Eine schwierige Stelle in TVPltf VV12- Es ist auffällig, daß das Verbot an der Versündigung an der eignen Schwester in ninv nEna doppelt enthalten ist, einmal inj Lev. 18, 9 in den Worten: -jax na ix fax na ßninx nn?' und dann noch einmal im Vers 11: mVia px nwx na nny sin -jninx fax- Dieser letzte Vers erscheint von vornherein sogar überflüssig, da das hier Verbotene bereitsin den Worten V. 9: fna na “pinx enthalten ist. Diese Schwierigkeit findet schon in der a"sr awa niva' 'm ihre Diskussion und zwei Deutungen. Eine neue Pschat-Erklärung versucht in seinem Leviticus-Commentar Prof. Hofsmann Um ihrer Originalität willen und weil sie für die Art des Meisters charakteristisch ist, sei sie hier weiteren Kreisen mitgeteilt: Vdr der Gesetzgebung am Sinai war nur die Schwester mütterlicherseits verboten, (stehe p X'XI' axn p winx xw: -X"7 m pnnia 'm .•Dpi axn). Als Beweis hierfür führt H. Raschi zu Gen. 20, 12 an: max s'xv n: pV mnia ax nai aih'hä inamh. Da man also vor dieser Zeit unter ninx ohne Weiteres die Schwester mütterlicherseits verstanden hat, so könnte man von vornherein pinx “pax na im D. 9 als die Schwester mütterlicherseits erklären, die zugleich die Tochter deines Vaters ist, also als die Vollfchwester; px na ix würde dann nur die Halbschwester mütterlicherseits hinzufügen. Dagegen hätten wir für die Halbschwester väterlicherseits kein Verbot gesunden. Diesem möglichen Mißverständnisse will die Nachtragsbestimmung in D. 11 Vorbeugen, indem hier hinzugefügt wird am “pinx fax nwx na nrw — auch die Halbschwester väterlicherseits ist verbeten, auch sie ist deine Schwester, wiewohl sie bisher nicht als Schwester galt und die Ehe mit ihr gestattet war. — Uebrigens bringt auch j"a»n zur Stelle eine Bemerkung, die H's. Erklärung bestätigt: x^i axn p ninxn niv'x m 'ian n'.nw mayai niv'xa mw ]Via hxnw'a 'a ainan Ena' axn p Arnold Merzbach. Heidenheims Korrektheit. In allen mir zugänglichen ->Bn Ausgaben, auch Berliner 1863, ist die erste Erklärung von *an zu xnv'l, Kap. tVers auseinander« eriffen, als ob rjvjnV ein neues Stichwort wäre. Nur in Heidenheimv ,-n'ah jnia wird die •»»an Erklärung zusammenhängend gegeben. L. L. Die Perle von Indien. Man würde es einen Schundroman nennen, wenn ihn nicht das wirkliche Leben gezeichnet hätte. Im fMiueU punkte der Geschichte steht als Heldin ein junges jüdisches Mädchen von bestrickender Schönheit. Die Sache wird in englischen Blättern wie. folgt berichtet: O s n a M i r a s ist in Bagdad geboren und von ihren Eltern, frommen kleinen Leuten, in Liebe erzogen worden. Schon mit dreizehn Jahren erregte sie mit iyrer strahlenden Schönheit allgemeine Bewunderung, und die Eltern, Böses ahnend, pflegten ihre Tochter möglichst im Hause zu halten, um sie der Aufmerksamkeit der Straße zu entziehen. Das hinderte aber nicht, daß nach zwei Jahren der junge Scheich eines angesehenen arabischen Stammes sich in die Fünfzehnjährige sterblich verliebte und nach arabischem Muster dem Vater eine große Summe anbot, um sich dafür-die schöne Osana als Weib zu erkaufen. Er wird schroff abgewiesen, und seitdem Hub eine Geschicks anhaltender Leiden und Verfolqungen für die FamiUv an. Zuletzt wurde ihr das Dach über dem Kopf in Brand gesteckt, so daß sie kaum das nackte Leben retten konnten. Die Familie siedelte sich in Damaskus an. Aber die Hoffnung, hier Ruhe zu finden, zeigte sich wiederum trügerisch, reiche Araber, die das schöne Weib vergeblich gegen große Summen zu erstehen suchten, schwuren Rache, und eine Tages war Osana wirklich verschwunden. Mau konnte nur soviel erfahren, daß Söhne des arabischen Stammes Huawas im Auftrags ihres Scheich das Mädchen gestohlen und in die Wüste entführt hätten. Alle Bemühungen und Anstrengungen des Vaters waren vergebens, die Polizei rührte sich nicht. Erst nachdem die Ge meinde von Damaskus sich ins Mittel legte und soviel Geld aufbrachte, daß es der Polizei genug schien, brachte si enach zwei Monaten das Mädchen aus der Wüste. Osana befand sich in einem elenoen Zustande, abgerissen, halbverhungert und krank. Sie hatte siegreich um ihre Ehre gekämpft. Run hatte die Familie genug im Lande der Araber und wauderts nach Kalkutta in Indien aus, wo fit ein Paar Jahr in Ruhe lebte. Osana erholte sich in zwischen und erblühte mit achtzehn Jahren von neuem in nock größerer Schönheit, so daß sie in der Zeit allgemein mim mmm mmim üiüüüia