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Der Israelit · 1925-05-28 · Heft 22 (28.5.1925) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 22 (28.5.1925)
Date
1925-05-28
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Sslre 22 Nr. 22 Der Israelit 28. Mai 1925 mußte die Gerechtigkeit dem Erbarmen ihren Platz einräumen. Und von den Kindern wird auch dereinst die Erlösung ausgehen. Mag amalekitische grause Gier nach unserem Leben trachten, mögen Orkane unser Leben umbrausen gleich jenen des Hiob, des Jona, Elijah, solange reine Kinderlippen in gläubiger Hingebung zu Gott stehen, solange wird keine irdische Macht den festgefügten Bau zu erschüttern vermögen. Stolze Reiche sanken zu Boden, uns trug die Lehre Gottes, das einzige, was wir aus der Zerstörung mitnehmen dursten, eingepflanzt in die Herzen unserer Jugend, lebendig und kraftvoll durch die Jahrtausende; denn der Weg der Wahrheit allein führt zum Frieden. Frieden im Hause, in der Familie, Frieden im Leben da draußen. Ohne Frieden der Seele kein Bestand des Einzelnen, Friedlosigkeit des Einzelnen, Vernichtung der menschlichen Gesellschaft. Frieden bedeutet Leben, Krieg ist Tod. Und der Midrasch führt aus, daß alle Wege der Thauro Pfade der Anmut, daß das kleinste Gebot dem Frieden dient. Und das ist ja auch der Sinn der Aumerzeit, in Wahrheit zum Frieden uns und die Welt zu führen. In diesem Monat Jjar war's vor fast drei Jahrtausenden, da der Grundstein gelegt wurde zum Bau des Heiligtums. Aber lange zuvor hatte König David einen einzigen Stein eingesenkt in die Stelle, auf der das sichtbare Zeichen der Gottesverehrung, die Krönung des maamod har sinai, in ragender Pracht sich erheben sollte. Und der Talmud berichtet uns: die Elemente tosten und drohten die Welt zu vernichten. Denn nicht in e i n Haus läßt sich Gottes Majestät bannen, das Haus, die Schule, das ganze Leben muß sein Geist durchweben. Und um des Friedens der Welt wiuen wurde erlaubt, was sonst als strenges Verbot gilt: den Namen Gottes auszutilgen und so die Fluten zu bannen, wie der Gottesname ausgelöscht werden mußte, wenn es galt, den verlorenen Frieden der Ehe wiederkehren zu machen. Dem Frieden sollte das Haus dienen, das längst in Trümmer zerfiel, weil Recht zu Unrecht, Wahrheit zur Lüge, Frieden zum Krieg geworden, der Welt gestürzte Säule gilt es zu wahren und zu mehren, wenn der Zionstempel neuerstehen soll. Den wie Zeder ragenden Stolz bannte einst das niedre Jsop, die stolz wie ein Vogel die Schwingen regende Gier wurde erstickt im erdwärts fließenden Wasser und die Mißgunst mußte im Emporopfer werden zur ungeteilten Hingabe an den Vater aller Menschen. Oder anders ausgedrückt: Was der odom gefehlt, die Gedanken des bosor, des woher, wozu und wohin unseres Lebens sühnen, sichern uns die Wiederkehr der Gortesherrlichkeit zu. Jubelnder Dank, weil wir Menschen, Krone der Schöpfung sind, Demut, da wir doch nur Menschen, sterblich schwach uns nennen, sind die Grundlagen unseres Seins; ihre Ausführung und ihre segensreiche Erfüllung, das Endziel des Erziehungsweges, der am Sinai begann, kleidet der Prophet in die herrlichen Worte: „Und es wird fein, wenn der Schabdos an seiner Stelle und die Zählung unsrer Jahre nach Mondmonaten in ihrer Bedeutung erkannt sein wird, dann kommt alles Fleischliche — in eindeutiger Erkenntnis und freudiger Erfüllung reinen Menschentums — sich niederzuwerfen vor mir, ist der Spruch Gottes." Nachdem wir im vorigen Jahre eine allge meine Betrachtung über den Dekalog angestellt haben, mögen jetzt einzelne Bemerkungen folgen II 20,4 heißt es nmart toi V 5, 8 rmsn to* Vielleicht dürfte die ganz einfache Erwägung nicht unzutreffend sein, daß insofern das Wow zur Unklarheit beigetragen hätte, als unter tos — wörtlich genommen — ein aus Stein ausge hauenes Bild verstanden werden konnte, und unter nairan ein solches, das der Künstler aus anderem Material herstellt. Das Kalb II. 32, 2< war aber von selbst entstanden. Das zählten sie daher nicht mit unter das Verbot. Darum bleibt 5,8 das Wow fort und es tritt ein Genetiv Verhältnis ein. tos bedeutet dann jede plastische Darstellung. Dann ist natürlich tos sofort nicht mehr im Sinne eines lediglich aus Stein ausgehauenen Bildes zu verstehen, oder es ist ein einheitlicher Begriff. Denn es gibt ja jetzt ein tos ■Ulan to* Es wird als jede Figur zu erklären sein, worunter auch das Kalb fällt. In diesem Sinne will vielleicht der Baal Hathurim zu V. 5, 8 in dem Wow alle sechs möglichen Darstellungen Verein für die jüdischen Interessen Rheinlands. Köln, den 4. Juni 1925. Hohenstaufenring 14. Einladung zum Bezirkstag in Aachen am 14. Juni nachmittags 3 Uhr im Mittelstands haus, Wirichsbongardstraße 45. Tagesordnung: 1. Begrüßung durch den Vorsitzenden Herrn Nathan Kahn, Köln. 2. Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Wolf, Köln, über: Die Jahrtausendfeier im Rheinlande und das Judentum 3. Freie Aussprache. 4. Gemütliches Beisammensein. Um zahlreiches Erscheinen mit Familie wird gebeten. Gäste herzlich willkommen. Der Vorstand: I. A. Nathan Kahn.! angedeutet wissen. Das Bild eines männlichen, eines weiblichen Wesens, Landtiere, Vögel, Würmer, Fische. Wenn hier V. 5 S'Dto to und V, 5, 9 toi steht, so soll nach Nachmanides betont werden, daß kein Geschlecht mehr hinzugesügt wird, sondern das verbindende Wow soll das antoti? mit v'22 enger verbinden, und zwar als Apposition. Vielleicht dürfte aber noch eine andere Erwägung Platz greifen. An unserer Stelle steht N2U defekt, während es sonst plene geschrieben ist. Wir haben schon häufiger darauf hingewiesen, daß die Endung „aus", wenn sie defekt, vorkommt, nicht als Plur. fern., sondern als Form des Abstraktums anzusprechen ist; während sie, plene geschrieben, als konkreter Plural anzusehen ist. Es bezeichnet also hak nicht so sehr die wirklichen einzelnen Familienväter als das väterliche Geschlecht. Es würden also weniger die Familien und Persönlichkeiten zur Verantwortung gezogen als die ganze Zeit. Es könnte daraus eine Verdas Eltern und Großeltern für ihre Nachkommen persönlich tragen. Statt Schärfung des eigenen Gewissens vorzunehmen, würden sie sich dieser Bürde leicht - entleorgen und der Geschichte, den Verhältnissen, den „unabänderlichen", zuschieben? was sie selbst verschuldet. Drum verkündet 7, II. 34, 7 ausdrücklich durch den Zusatz trn ■>» toi und mit plene geschriebenem riipX' daß jem Familie selbst durch ihre Erziehung mitzuarbeiten hat am Wohl und Wehe des Ganzen. Diese Erläuterung wird nurtV, 5, 9 in Beibehaltung des übrigen Wortlautes unserer Stelle mit dem Wow von toi in den Dekalog ausgenommen und durch das Wort copul. die enge Verbindung der Geschlechterreihe angedeutet. Aus diesem Grunde wird dort auch nm als konkreter Plural plene geschrieben. Kein Vater kann sich seiner Verantwortung entziehen. V. 6 haben wir 7112» „nt eine Gebote". Dagegen liest V. 5,10 im Ketib mi2» „sein Gebot". Es ist.begreif lich, daß Moscheh an so kritischer Stelle wenigstens andeuten will, um jedem Mißverständnis vorzubeugen, daß die von ihm verkündete Lehre nicht sein eigenes, sondern Gottes Gebot ist. V. 8 1121 „gedenke" wird V. 5,12 in 1122» „behüte" umgeändert. Da die rrraiy doch die Enthaltung von der Ausführung der 39 Arbeiten betrifft und diese aus den Tätigkeiten zur Errichtung des Heiligtums hergeleitet werden, so kann ll. 20 noch nicht gebraucht werden, denn der Befehl zur Errichtung des Heiligtums war noch nicht ergangen. ist die jetzt dem Volke verständliche Erläuterung des nsr an unserer Stelle, das ja schon das Arbeitsverbot enthalten muß. Es wird dies hier nur darum um genannt, weil durch es die alte „Sabbaterinnerung" wieder belebt werden soll. Wenn V. 5,12 -p2 i^rro „wie er dir befohlen hatte" hinzugesetzt wird, wie das auch nachher V. 16 bei der Elternehre geschieht, so wird dadurch II. 15,25 „Gesetz und Recht" erklärt. Das p.i ist das Sabbat-Gebot und üstp» deutet die Elternverehrung an. Vor dem Einzug ins Land war ausdrücklich hervorzuheben, daß der Sabbat kein felbstgeschaffener Ruhetag und die Elternehre kein Gebot der Pietät sei. Beide Gesetze, Sabbat und Elternehre, sind Gottes Gebote und haben als solche eine viel weitere Grundlage. Auf der Tatsache des Schabbos als Zeuge für das Dasein und Walten Gottes beruht Jisroels Bestand, und das Bewußtsein dieser Tatsache wird durch die Uebermittlung von Eltern auf Kinder erhalten. Die ganze übrige Gesetzgebung erfolgt nur um diesr beiden Gebote willen, sie ist nur deren Ausführung. Diese Gebote sind darum schon in Maroh gegeben, und das soll nie vergessen werden. Wenn "pianm V. 5,14 spezifiziert wird, so bedeutet das nur eine Erweiterung, die die Steigerung enthält, die dem Sabbat-Gesetz gemäß ist. Es muß zunächst das Äckertier genannt werden, well Pflügen und Ernten typische Sabbatentweihungen darstellen, dann das Tier des Verkehrs und schließlich auch Luxustiere -pwtm toi- Es bedarf sodann vor der Niederlassung im eigenen Lande der Mahnung, die in der Wirtschaft beschäftigten Arbeiter zur Ruhe kommen zu lassen. Und tatsächlich ist nur bei Knecht und Magd die Ruhe als Seite des Sabbat erwähnt — und da auch nicht als Zweck, sondern als Folge. Denn nur iv« pvb ist final und daher mit „damit" zu übersetzen. Ohneitrm ist p»'? konsekutiv und heißt: „sodaß". Hier lesen wir “psy V. 5,14 -priyv In der Wüste gab es noch keinen kanaanitischen Knecht. Der wird erst im Lande erworben. Als Beweis diene, daß in pnnki der ~ 'atz mr.pito steht, der in nrv» fehlt. Nach den unteren Tonzeichen sind in iim die Worte: 1N2.121' -jhöki *pny Paranthese, dazu kommt, daß -pny ohne Wow steht, sich also vom vorhergehenden unterscheidet. Die Parenthese ist daher nur für eine spätere Zeit hinzu gefügt. Auch für das Tier gab es in der Wüste keine Arbeit. Schließlich ist V. 5,15 der Zusatz .nirni gemacht. Es ist das durchaus keine andere Begrndung des Sabbat. Der Sabbat, der so alt ist, Ne die Welt, kann nicht erst in dem Auszug aus Aegypten seine Begründung nachträglich finden. Auch das -nw erfordert keine andere Begründung, als das um- Die Werkeinstellung am Sabbat ist ja nur eine nteüsivere Form des Gedenkens. Vielmehr kommt nlrni —wie 'es üüch aud der Zeitform hervorgeht als ferneres Gebot hinzu. Es ent- -

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