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Der Israelit · 1925-05-21 · Heft 21 (21.5.1925) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 21 (21.5.1925)
Date
1925-05-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Der Israelis 21. Mai 1925 Sette 4 Nr. 2L Säulen aus dem sinaitischen Granite der Ewigkeit gehauen, um als Wegweiser zu dienen für die irregegangene Menschheit. Diese Worte sind, '-nas? WK Feuersäulen, die dazu berufen sind, um das Erdendunkel der Jrrtümer zu erhellen. '23K- Aufs Knie finke du staubgeborener Erdensohn! Du trotz- und hochmuterfüllter Mensch! In deinem verblendeten Eigendünkel, in deinem sich überhebenden Größenwahn möchtest du alles um dich im Staube kriechen sehen vor dir. Du trägst deinen Brüdern Haß nach, schwörst ihnen Untergang zu, wenn sie den Staub deiner Füße nicht lecken wollen. Wenn dein vermeintliches Interesse es erheischt, dann hältst du es für keine Sünde, deinen Nebenmenschen niederzutreten. Du hältst dich für einen Gott! Du täuschest dich, ypVK n rm I ch bin der Ewige, dein Gott! '3B Vy anrw bvjVk }V '\T kV Dein Vater und Schöpfer oben im Himmel sei der Zielspender deines Daseins. Sein in dem heiligen Thoraworte geoffenbarter Wille sei der untrügliche Regulator deiner Bestrebungen. Du darfst nicht Bestrebungen, Ziele und Interessen haben, die im Widerspruche stehen mit dem geoffenbarten Willen Gotes. Nicht sei dein Gott das goldene Kalb, die blinde Leidenschaft, der verderbenbringende Neid, die geckenhafte Eitelkeit. Wer konnte, wer durfte nun solche gewaltige, erschütternde, das ganze innere Wesen des Menschen in seinen tiefsten Tiefen und all sein Streben in dessen verschiedenartigsten Beziehungen umformen wollende, das schwache Menschenkind vorerst in den Staub des Gefühls der Ohnmacht schleudernde, dann aber zum flammenden Sinai-Gipfel der Sittlichkeit emporhebende Wort in die aufhorchende Welt hinaus schmettern?! Wer konnte solche erhabene Prinzipien, die noch heute im Gegensätze zu den Bestrebungen der menschlichen Gesellschaft stehen, zu den Pfeilern des Menschheitsgebäüdes bestimmen, da noch heutigen Tages die Menschenkinder ihre Glückesbauten mit Uebertretung der Verbote des nnn kV oiwn kV ufw. errichten wollen?! Fürwahr: maH’ nama '■»jrw kik ]ipnai3 '23K einzig und allein das göttliche Ich aiK konnte ein derartiges, die Verhältnisse , der menschlichen Gesellschaft in ihren tiefsten Grundlagen erschütterndes und umgestaltendes Wort ertönen lasten! Die andere Meinung aber! lautet: Ka’K irn»K riaxi nami N2'd' snsaV '2iK rnvrn. Ja, werfen wir einmal einen prüfenden Blick rückwärts. TnrrV mmiK.i vpin Lastet uns einmal die Zeichen mit rückwärts gewandtem, auf die Vergangenheit gerichteten Blicke deuten. Ein breiter, breiter Zeitenstrom liegt zwischen dem Offenbarungstage der Thora und dem Heute der Gegenwart. In dieser Jahrtausende umspannenden Zeitenperiode lauerten tausende Gefahren apf unsere heilige Thora. Unzählige Mal haben sich blinder Haß, fanatischer Aberglaube, Tücke und Bosheit einzelner Menschen und ganzer Völkerschaften verschworen, um sie zu vernichten. pK Tara kti kV p Vs;- „Aber wir fürchteten dennoch nicht. Wenn auch die Erde ihr Angesicht wechselt," wenn sie auch die Schaubühne mannigfaltigster Erscheinungen ist. a'/T. aVa amn triam- „Und wenn auch die Berge schwanken in der Meere Herzen," wenn auch hervorragende Neligions- und philosophische Systeme im Zeitenmeere untergegangen sind, viav Va na-pa D’pVK Gott bleibt in der Mitte unserer heiligen Thora und sie schwindet nicht. yK maiyV a^pVK -ran ->rn- N23V ^atv m Der heilige Sinai-Berg, worauf Gott sich offenbarte, schwindet nimmer! Dieser Rückblick sn.r aV auf die Zeitenströme, die seit dem Ertönen des Gotteswortes aiK dahinfluteten, lehrt uns, daßna'.TnarnäGott uns,diefes. heilige Werk anvertraute. Aber auch ein historischer Rückblick daraus, wie alles Schöne und Herrliche, Gute und Edle, Göttliche und Ewige im Kreise der anderen Nationen aus dem heiligen Boden des Sinai hervorgewachsen ist, wie all die Heilessaaten der Kultur und Zivilisation und Humanität letzten Endes vom flammenden Sinaiberge herab in der Menschheit Schoß gestreut worden sind, oder wie ein Großer in Israel im Anschluß an den Psalmvers: na nVn wki w»k nan' txVi „Aber von Zion kann man sagen: Jeder ist da geboren," sich ausdrückt: „Zion ist die Mutter jeder geistigen Größe, die in Israel gelebt und gewirkt, ja twir können heute sagen — jede geistige Größe, die auch weit über Israel hinaus wahrhaft bildend und erleuchtend im Kreise der Menschen gelebt und gewirkt, deren geistige Wiege hat — bewußt oder unbewußt — in Zion gestanden, Funken des Wortes aus Zion waren es, die ihren Geist und ihr Gemüt entzündet und sie zu seinen Herolden an die Menschheit geweiht —"*). Also befestigt auch dieser historische Rückblick ZNSaV UNS in der Ueberzeugung, wie nrn; N'iaK paK3 nama die heiligen Aussprüche der Thora selber ein Zeugnis dafür sind, daß sie.durch Gott geoffenbart worden sind. . . .. *) S. R. Hirsch zu Ps. 87, 5. Vgl. hiermit auch den Schluß seiner berühmten Schillerrede, Ges. Schritt. VI, S. 320. Nicht umsonst sagen unsere heiligen Weisen: -ms kV -misr kV' tss mmn hK rrapn |M«a »«mp naK kV b’S'ib; -isz; kV b*msik '.m kV tw 'pm«r aViyn kVk mm kV man tfrsrm kV a^n •*mk Vipn KS’i «mnav „Da der Heilige, gepriesen werde sein Name, die Thora gab, da schrie kein Vogel, noch flog ein solcher. Auch brüllte kein Ochse. Die Ophänim flogen nicht. Die Seraphim sprachen ihr '«mp nicht. Das Meer bewegte sich nicht. Die Geschöpfe sprachen nicht, sondern die ganze Welt schwieg und lauschte, und es ertönte die Stimme: 'aiK!" Ja, all die gefiederten Sänger, die in den Laubkronen der Wälder lieblich zwitschern und mit kühnem Fluge gen den Himmel emporstreben: all die belebten Schöpfungsscharen, deren Lebensfreude Dank an ihren Schöpfer atmet: all die Weltenchöre der kreisenden Sonnen und Sterne — sie alle, alle verkünden den großen, unergründlich weisen Weltenschöpfer und Lenker. Und auch die Meereswogen raunen seinen heiligen Namen einander zu. Da aber Gott dort auf des Sinai flammenden Gipfel, inmitten des Aufruhrs der Elemente Seine Thora verkündete, verstummte das ganze Universum. Denn lauter spricht die Thora und sie lehrt und kündet eindringlicher und klarer das 'lai aiK als all die Weltenchöre dies vermöchten! ias;V mm piv -paa kw pm aipanpna Vn*i«p „Gelobt sei Gott als Fundament der ganzen Welt aVis? Vv>' lapagelobt sei Er, gelobt sei, der Thora gegeben seinem Volke Israel." In erster Reihe wird Gott als aipa »aVw VtP laipa als die Grundlage, der Quell alles Seins von den Schöpfungsscharen angebetet und verkündet, aber in noch viel eindringlicher Weise wird Er durch sein Thorawort gelehrt und verkündet, dessen Offenbarung am niznair; begann mit dem heiligen Worte: ’aiK- Korrespondenzen « ßacbricbten. Reichskonferenz des Verbandes ostjndifcher Organisationen in Deutschland. ' Berlin, 15. Mai. Die Reichskonferenz' ostjüdifcher Organisationen, die am 10. und 11. Mai im Repräsentantensitzungssaal der Berliner Jüdischen Gemeinde getagt hat, faßte folgende Beschlüsse: einem Nichtjuden als Schwiegersohn abgefunden, als mit dem Gedanken, zu Talmudjuden in verwandtschaftliche Beziehung zu treten. Das Mädchen wurde nun im Städtchen und im väterlichen Haufe festgehalten und wider ihren Willen mit einem jungen Karaiten, gegen den sie starke Abneigung empfand, verheiratet. Dieser Tage, ein Jahr nach der Ehe, zog man aber in Halicz eine Frauenleiche aus dem Dnjester. Die junge Frau hatte in geistiger Umnachtung den Tod als Ausgang aus einem Leben., der Not gesucht und gefunden. Man weiß nur soviel, daß der frühere Bräutigam, Leon Kratnitz. einige Tage vor dem Selbstmord Deborahs in Hatte;, angeblich als Korrespondent einer amerikanischen Zeitung, inkognito geweilt hatte. Dieser Selbstmord ist ein Symbol. Die Sekte als solche hat den Selbstmord bereits im achten Iaht hundert durch die Abtrennung vom jüdischen Organismus begangen. Nur daß sich das Sterben von ganzen Volksteilen langsamer vollzieht als bei Einzelmenschen. ' * (Schwere Sorgen eines englischen H^arlamentariers). In der Sitzung des britischen Unterhauses vom 11. Mai fragte Colonel R. 2). K. Applin (konservativ) den Minister für überseeischen Handel Mr. A. M. Samuel, ob auf dem Emblem der britischen Reichsausstellung zu Wembley der Löwe Judas die Stelle des britischen Löwen - eingenommen hat und warum diese Aenderung in der traditionellen Form des britischen Löwen gemacht worden ist. Mr. Samuel erwiderte, er müsse beide Teile der Anfrage mit einem Nein beantworten. Darauf bemerkte Lieut. Commander Kenworthy (libera ): Weiß denn nicht der. geehrte Gentleman, daß der Löwe im Wappen Englands, der Löwe von Juda ist und daß die Könige von Schottland sich stets ihrer direkten Abstammung von den Königen Judas rübmten? Mr. Samuel erwiderte, dies stimme nicht, der Löwe von Wembley ist keineswegs dem Löwen von Juda ähnlich. Der Löwe von Juda hat den asiatischen Löwen zum Vorbild, dessen Körper gedrungener ist, und der eine krausere Mähne hat als der Löwe der im Emblem von Wembley abgebildet ist. Aristoteles und Pliny haben die Gestatt des palästinensischen Löwen beschrieben. Vor kurzem wurde unter den Ruinen von Aarban das Bild eines Löwen gesunden. aus den die obige Beschreibung paßt. Mit dem Löwen von Wembley hat dies nichts gemein. Commander Kenworthy erklärte unter.allgemeiner Heiterkeit, er müsse daraus bestehen, daß der briüsche Löwe nichts anderes fei als der Löwe von Juda, das stehe historisch fest und es sei nichts daran zu ändern. Der konservative Fragesteller mußte sich verschiedentlich witzige Bemerkungen über jdas von ihm aufgerollte „welterschütternde" Problem gefallen lassen. Mr. Samuel griff in die Debatte nicht mehr ein. (Eröffnung des jüdischen Hygienischen Wandermufeums in Merlin). Am 5. April wurde in Berlin im Hause der Jüdischen Gemeinde (Oranienburgerstraße 29/30) das hygienische Wandermufeum eröffnet, welches von der Gesellschaft für jüdischen Gesundheitsschutz ..Ose" mit Unterstützung des „Joint" begründet worden ist. Das Museum enthält nahezu 300 Ausstellungsobjekte, Präparate, Abgüsse. Bilder, Tabellen, Diagramme über die verschiedenen hygienischen Gebiete; die Aufschriften sind in jüdischer Sprgch.gehalten; Das^-Museum ist für die ' oft- ,, , v1 f f. rrj J j . .: europäischen Länder bestimmt, wo die Juden in Massen leben. Berücksichtigt sind meist diejenigen Krankheiten, die unter den Juden auf Grund ihrer speziellen Wohnungsbedingungen verbreitet sind. Ein besonderer Platz ist der Arbeitshygiene zugewiesen. Besondere Aufmerksamkeit wurde jenen Tabellen, Diagrammen usw. zugewendet, die den Gesundheitszustand der jüdischen Bevölkerung in den vom Kriege besonders heimgesuchten Ländern illustrieren. Der Tätigkeit der „Ose" in diesen Ländern wurde viel Lob gezollt. Wochenkcrlender. 23.-30. Mai 1935. / 29. Jjar bis 7. Siwan 5885. nT-90 •'ipub. Nausch-Chaud. Samstag Mai 23 29 44 benschen. Mcruled Samstag vorm. 126“ Sonntag 24 1 P'V 45 Rausch-Chaupesch Nontag 25 2 46 vienstag 26 3 47 I ZI lMttwoch 27 4 48 2Z , Donnerstag 28 5 49 > J rnyme? nny Freitag 29 6 mjnari K Samstag 30 7 nijna«n 'a Verantwortlich für den allgemeinen Teil und das Feutllero» S. Schachnowitz;Inseratet.93.: S. Sch achnowitz, sämtlich t» Frankfurt. a. M.; Pädagogische Beilage: Lehrer Z. Spirc in Fulda. — Berlag „Israelit-, G. m.. v. H., FraMnrt a. M Druck: £exnura BerlaWrAkttengesellschaft, Frankfurt a SW.

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