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Der Israelit · 1925-05-21 · Heft 21 (21.5.1925) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
66 (1925)
Issue
Heft 21 (21.5.1925)
Date
1925-05-21
Page
– (sequence 5)
Language
German
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WW 3 m: »i iw 2'.1 )te «n im np )fc eg en nö n; site ne riö J1T es if‘ rer nie 12 ii,t n >V n r h n n i c l t 21.'9JTat 1925 Der fl * r o <* I i f «Br. 21 Sette 5 i. Die Reichskonfereng beschließt die Schaffung eines Schiedsgerichtes mit Sitz in Berlin, welches die Aufgabe hat, alle Differenzen zwischen den angeschlossenen Vereinen und Ortsgruppen unter sich und mit dem Verband zu schlichten, 2. a.) Die,lokalen Gruppen sind verpflichtet, allmonatlich einen detallierten Bericht über den Stand der- Ostjuoenarbeit in ihren Gruppen (besonders auch Verhandlungen mit Behörden) dem Verbandsbüro einzusenden, b.) Die Zentrale in Berlin wird ausgefordert, allmonatlich einen Tätigkeitsbericht des Verbandes und gleichzeitig Richtlinien 'den Ortsgruppen einzusenden. 3. Zwecks Vereinheuuchung der sozialen Tättgkeit ist eine Zentralstelle für soziale Arbeit einzurichten, bei Wahrung der Autonomie der einzelnen Gruppen. 4. Bei jeder Ortsgruppe wird ein Vertrauensmann ernannt, der vom Verband den Behörden gegenüber legitimiert wird — an Sitzen der Bezirkssekretariate ist der jeweilige Sekretär der Vertrauensmann. 5. Mit dem A. FA. ist ein enger Kontakt zu erhalten und die Tätigkeit der A. F. 2l.- Aemter materiell und moralisch zu unterstützen, um sich auch einen entsprechenden Einfluß zu sichern. 6. Die Reichskonferenz beschließt die Gründung eines eigenen Verbanosorganes in deutscher und jiddischer Sprache und beauftragt die neugebildete Exekutive, das'Nötige in die' Wege zu leiten. 7. S)ie dringende Notwendigkeit einer Bankgründung im Sinne des Referenten,' Herrn Dr. Schydwwskiwird von der Reichskonferenz zum Beschluß erhoben. 8. Die Reichskonferenz hält die Gleichberecytigung der Ostjüden innerhalb der jüdischen Gemeinden für eine Selostverständlichkeit und ersucht die Exekutive, in Verbindung mit den Ortsgruppen dafür zu sorgen, daß . in den Gemeindevertretungen und -Institutionen die O,rinden vertreten sind. Die Exekutive übernimmt es, bei Gemeindewahlen die Ortsgruppen mit Referenten und Agitationsmitteln zu unterstützen. 9, Die Reichskonserenz fordert die otzjuoncyen Organisationen aus, an dem Palästinaaufbau mit dem Gesamtjudentum tauräftig mitzuwirken. Zum Schluß nahm die Reichskonferenz noch einstimmig eine Resolution an, mit welcher die in Europa und Amerika begonnene Kampagne zu Gunsten des jüdischen Ausbau-Fonds der Gesellschaft „Ort" begrüßt und die Mitglieder der ostjüdischen Organisationen, wie auch sämtliche Juden in -Deutschland aufgefordert werden, sich an der wichtigen Volksarbeit des „Ort"-Verbandes zu beteiligen. (I. T. A.) Breslauer Brief. (SBou unserem Korrespondenten). Rirtsrvahlen, — Keren Hajesod. — indischer Schulverein e. V. — Die Aufsicht im jüdischen Kranker»haus? Breslau, 5. Mai 1925. Die Ratswahlen zum Landesverband lieferten auch hier den Beweis, daß das Majoritätsprinzip der Erfüllung von Minoritätswünschen nicht hold ist. Bei der letzten Repräsentanten-Sitzung vereinigten sich die Stimmen von 14 liberalen Repräsentanten, denen 6 konservativ-zionistische gegenüber standen, auf 2 liberale Delegierte. Um die Notwendigkeit, aus Höflichkeitsgründen der Minderheit wenigstens einen Stellvertreter zu kongedieren, drückte man sich sehr bequem, indem die liberale Mehrheit diplomatischer Weise die Wahl von Stellvertretern von der Tagesordnung einfach absetzte. Was die wirklich absoluten Minderheiten, denen auch die Interessen der nicht dem Halberstädter Verband angegliederten Gesetzestreuen anvertraut sind, in ben-Plenarsitzungen des Landesverbandes erwartet,, läßt sich' nach diesen auch e.noerwärts zu beobachtenden Beispielen unschwer Voraussagen. Auf der Tagesordnung stand zum ersten Male auch die Ueberweisung eines Betrages von 3000 Mark aus Gemeindemittely für den Keren Hajesod. Dieser Antrag wurde lebhaft befürwortet von den zionistischen und in mannigfaltiger Schattierung unterstützt von den konservativen Repräsentanten aus philantropischen Gründen. (Diese Herren scheinen nicht zu wissen, daß Förderung des'Keren Hajesod gleichbedeutend ist mit der Untersiützung radikalsten unjüdischen Jugendunterrichts. Red.) Daß der Antrag angesichts der liberalen Majorität, unter d m Tisch fiel, nimmt nicht weiter wunder. Von Interesse wären jedoch die Begründungen. Die wesentlichsten EiNwcsnhe, die auch von zionistischer Seite nicht entkräftet uerden könnten,^bestanden in Zweifeln an der unparlnischen Handhabung des Keren Hajesod. In. gedeihlicher AufwärtSbewögung befindet sich die v M jüdischen Schulverein e. B. unterhaltene Grund- und Höhere Scyule. Letztere hat jetzt eine'Duarta' angegliedert. Dank der vorhandenen bewährten Lehrkräfte befinden sich die Leistungen der Schüler auf einer vorbildlichen Höhe sowohl in profanen wie in jüdischen Fächern. Das alles trotz der großen Betriebsschwierigkeiten, mit denen die junge Anstalt mangels geeigneter Räumlichkeiten zu kämpfen hat, und trotz der schweren finanziellen Lage, die durch das Fehlen staatlicher Subventionen und die allgemeine wirtschaftliche Krise entstanden ist. Den Kuratoren und dem Vorstand gebührt daher vollste Anerkennung für ihr aufopferndes Bemühen, die segensreiche Institution allen Gegenkräften zum Trotz für die Breslauer jüdische Jugend zu erhalten und weiter auszubauen. Herr Rabb. Dr. H a m b u r g e r, welcyer in provisorischer Ausübung der Direktorstelle ehrenamtlich tätig ist, und dessen verständnisvoller Leitung der reibungslose Vorkehr mit den Behörden zu verdanken ist, hat sich um diese jüdische Schule unvergängliche Verdienste erworben. Hoffentlich gelingt es durch die baldige Erwerbung eines eigenen Schulgebäudes und Ueberwindung der finanziellen Schwierigkeiten die letzten Kalamitäten aus dem Wege zu räumen, die einer ungestörten Entwicklung dieses wirklich jüdischen Werkes noch im Wege stehen. Ganz-still ist es geworden hinsichtlich des Beschlusses, dio Wirtschaftsführung des jüdischen Krankenhauses unter Gemeindeaufsicht zu stellen, Eine weitere Subvention in Höhe von 10 000. Mark aus Gemeindemitteln wurde schlankweg von der Gemeindevertretung bewilligt, aber eine Anfrage, wie der Vorstand des Krankenhauses deni in zwei Generalversammlungen der Chewra Kadischa gefaßten Beschlüsse nachzukommen gedenke, hörte man nicht. Bekanntlich ist, wie bereits an dieser Stelle berichtet wurde, zweimal der Beschluß gefaßt worden, die Wirtschaftsführung des Krankenhauses unter Gemeindeaufsicht zu stellen. Die konservativen Vertreter schweigen sich selbst aus. Inoffiziell waren Bemühungen im Gange, dem seiner Zeit gefaßten Beschlüsse einen anderen Wortlaut zu geben. Gründe dafür sind nicht bekannt geworden, Doch laufen alle Vorschläge darauf hinaus, eine wirksame Ritualaufsicht wie die einer Synagogen-Gemeinde auszuschalten und den Vorstand des jüdischen Krankenhauses weiterhin allein letzten Endes darüber entscheiden zu lassen, was in diese Aufsichtssphäre hineinzubeziehen ist. Der Pogrom in Zocschani vor dem rumänischen Parlament. Bukarest, 15. Mai. In der letzten Sitzung der rumänischen Kammer interpellierte der )uui|Uje deputierte aus der Bukowina, Dr. Straucher, den Innenminister wegen des Judenpogroms in Focschani am Tage des Beginns des Prozesses gegen den Mörder Zelea Codreanu und ersuchte die Regierung, alle Vorkehrungen zu treffen, damit sich die Ausschreitungen in Turnu Severin, wo der zweite Prozeß Codreanu stattfinden wird, nicht wiederholen. Dr. Straucher interpellierte auch den Kultusminister wegen der Verfolgungen jüdischer Schulen, jüdischer Professoren und Schüler durch die rumänischen Behörden. Er erinnerte an den Fall, daß in Czernowitz zahlreiche Schüler des jüdischen Gymnasiums relegiert wurden, weil sie sich, obwohl ohne jede politischen Ziele, zu einer propalästinensischen Vereinigung zusammengeschlossä haben. Zur Verteidigung des7 Mörders Codreanu haben sich bisher mehr als zehntausend Personen bei Gericht gemeldet. (Laut rumänischem Gesetz dürfen auch Nichtjuristen bei Strafprozessen die Verteidigung führen. Line echte Kischinew-Tat der politischen Polizei. Kischinew, 13. Mai. Der folgende unerhörte Vorfall hat die Judenheit Bessarabiens in eine große Aufregung und Empörung versetzt. Der militärlscye Befehlshaber in Kischinew verbot jede Art Maifeier und ordnete strenge Nachforschungen nach Kommunisten, die angeblich revolutionäre Proklamationen verbreiteten, an. In der Nacht des 1. Mai patroullierten Abteilungen der politischen Polizei in den Gassen von Kischinew und durchsuchten die Passanten. Eine Patrouille begegnete dem jungen Zionisten Bendik Neichin, der dieser Tage nach Palästina abreisen wollte, wo für ihn ein Onkel aus Amerika ein Grundstück von 125 Dunam in Balfouria angekauft hatte. Der junge Benvtr wurde zum Stehenbteioen ausgesordert; bevor er aber noch Zeit fand, dem Befehle nachzukommen, wurde auf ihn ge,cyossen. Er erlag wenige Minuten später seinen Verletzungen. Um gegenüber dem Vorgesetzten gedeckt zu sein, steckten die Polizisten kommunistische Proklamationen in die Taschen des Ermordeten. Die zionistische Organisation forderte die Behörde auf, eine strenge Untersuchung einzuleiten, und verbürgte sich für die Loyalität des Ermordeten. Diesem Ersuchen wurde nicht Folge geleistet. Tausende bessarabiscye ^uden nahmen an der Bestattung des Opfers polizeilicher Willkür und Provokation teil. Der Senator Rabbi Z i e r e l f o h n , hielt einen ergreifenden Nachruf und klagte am offenen Grabe des jungen Zionisten die politische Polizei an, daß sie n provokatorischer Weise revolutionäre Proklamationen in die Kleider des bereits Toten eingeschmuggelt hätte. Die Angelegenheit wird noch das Parlament beschäftigen. Der alte jüdische Friedhof in Minsk in einen Park verwandelt. Riga, 13. Mai. 2er, denkwürdige alte jüdische Friedhof in Minsk wurde in einen Stadtpark verwandelt. Sämtliche Grabmäler wurden entfernt und der Platz umgegraben. Große Empörung rief es unter der jüdischen Bevölkerung hervor, als die Behörde daran ging, das Grabmal des berühmten Gaon und Kabbalisten, des Verfassers des Werkes „Seder Hadoroth" abzubauen. Eine Abordnung der jüdischen Bürger von Mirift begab sich zur Negierung und setzte es durch, daß das Grabmal des Gaon als einziges auf dem ganzen Friedhofe nicht entfernt wurde. Es ist ausschließlich Lache der Leser, die im Inseratenfeit enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben religionsgesehlichen Charakters auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen. Augenblicklich Sonder-Angebot außergewöhnlich preiswerter RoDmarkt 8 Foulards Wasch-Seiden Shantungs Unübertroffen in Auswahl, Geschmack und Preiswürdigkeit Beachten Sie unsere diesbezüglichen Fensler Zeil 127, an der Hauptwache X .% 3S H i ■yÜ: §: 5K 4

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